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Ersatzticket bei Verspätungen

Ich hatte ein Ticket mit Zugbindung. Bevor Abfahrt war 10 Minuten Verspätung wegen einer Oberleitungsstörung. Da die angekündigte Verspätung nur 10 Minuten war, dürfte ich nicht mit einem anderen, schnelleren, Zug fahren. Allerdings ist meine Erfahrung mit der Bahn, dass Verspätungen meistens zunehmen. Daher habe ich ein neues Ersatzticket gekauft.

Und ganz genau, der Zug ist am Ende 22 Minuten verspätet angekommen. Damit wäre die Zugverbindung aufgehoben worden. Jetzt bekomme ich das Ersatzticket nicht erstattet. Wieso muss ich mehr zahlen, weil Ihre erste Einschätzung falsch war?

Roggab32
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Haben Sie sich schon an den Kundendialog gewandt?

@tilllukass
Und wer übernimmt die Kosten, wenn man auf einen der weniger kundenorientierten Zugbegleiter trifft, der dann - weil nach Ihrem Ermessen die Bedingungen für die Aufhebung der Zugbindung nicht vorliegen - im Zug abkassiert (Flexpreis + Bordzuschlag)?

Tino Groß
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Hallo Roggab32,

ein "Ersatzticket" benötigen Sie nicht sofern eine voraussichtliche Verspätung von mindestens 20 min. am Zielbahnhof zu erwarten ist. Mit einem Sparpreis oder Super Sparpreis dürfen Sie somit jeden anderen Zug benutzen. Auch mit einem Flexpreis für den IC/EC dürfen Sie mit dem ICE fahren. Ausnahmen sind hier reine Nahverkehrsfahscheine und Verbundtickets.

Da Ihr Zug zum eigentlichen Zeitpunkt die 20 min. Schwelle noch nicht überschritten hat und Sie dennoch einen anderen Zug bestiegen haben gelten keine Fahrgastrechte auch wenn am Ende der Zug mehr als 20 min. später am Ziel war. Sonst könnte jeder Fahrgast mit einem Sparpreis sagen "ich fahre dann mal mit einem anderen Zug weil es kann ja so viel passieren". Reine Erfahrungswerte oder selbst aufgestellte Prognosen zählen hier nicht.

Daher ist die Ablehnug vom Servicecenter Fahrgastrechte auch vollkommen korrekt.

Gruß, Tino!

Roggab32
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@Tino

Sie haben das falsch verstanden. Ich beantrage keine Erstattung aufgrund Erfahrungswerte oder selbst aufgestellt Prognosen. Ich bin dafür bewusst die Risiko eingegangen, dass die Verspätung am Ende nicht 20 Minuten übersteigt. Wäre der Zug am Ende mit 19 Minuten Verspätung eingetroffen hätte ich gesagt "Ok, Pech gehabt...". Aber der Zug ist mit 22 Minuten Verspätung eingetroffen.

Ihre Behauptung """Sonst könnte jeder Fahrgast mit einem Sparpreis sagen "ich fahre dann mal mit einem anderen Zug weil es kann ja so viel passieren". """ ist also falsch. Ich beantrage nämlich nachträglich eine Erstattung, basierend auf den tatsächlichen Werten.

Irgendwie ist es auch erschreckend, dass meine Erfahrungwerte besser sind, also die von der Deutschen Bahn...

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Schonmal gut, dass die Zugbindung überhaupt 'aufgehoben' wird. Aber die derzeitige Regelung ist immer noch zu wenig kundenfreundlich. Vor allem bei Zügen ohne Umstieg.
Es gibt ja leider auch immer wieder die Situation, dass sich die Abfahrt eines Zuges verzögert. Was den Kunden gerne scheibchenweise mitgeteilt wird - erst 5, dann 10, dann 15, dann 20 Minuten bis hin zum Totalausfall.
Häufiger hätte man, wenn die Verzögerung erstmals bekannt wird, noch Alternativen, um halbwegs rechtzeitig zum Ziel zu gelangen - muss dann aber, um keine Mehrkosten zu riskieren (und viele Kunden können es sich schlichtweg nicht leisten, die happigen Flexpreis-Kosten plus Bordzuschlag zu zahlen) erstmal die 20 Minuten abwarten - und dann ist die Alternative halt leider auch schon weg. Und der Kunde darf sich auf eine Verspätung über 20 Minuten am Zielbahnhof 'freuen' und erhält unter 60 Minuten auch keine Kompensation für seine verplemperte Zeit.

Es ist doch relativ eibfach. Sie hatten ein Ticket mit Zugbindung die zum Zeitpunkt der Fahrt nicht aufgehoben war und haben dieses Ticket nicht benutzt. Daher besteht auch kein auf Erstattung.

Tino Groß
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Doch ich habe es vollkommen richtig verstanden. Sie erwarten eine Begleichung der Kosten für das zusätzliche Ticket. Diese wurden aber korrekterweise abgelehnt, da zum Zeitpunkt des Kaufes keine Verspätung von mehr als 20 min. am Zielbahnhof zu erkennen war. Erst im Laufe der Fahrt trat diese Verzögerung ein. Es gilt aber der Leitsatz "muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden ...". Zum Zeitpunkt lagen aber "nur" 10 min. Verspätung vor.

kabo
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Der Grund ist eher anders:
Wenn die Zugbindung aufgehoben ist, brauchen Sie kein neues Ticket kaufen. Dafür ist die Aufhebung der Zugbindung ja da, dass man mit anderen Zügen fahren kann, ohne ein neues Tickets kaufen zu müssen. Deshalb werden die Kosten für ein zusätzliches Ticket auch nicht erstattet.

Wenn das ursprüngliche Ticket mit der Bindung auf den verspäteten Zug unbenutzt geblieben ist, wäre es aussichtsreicher gewesen, das zur Erstattung einzureichen (Ticket wegen Verspätung nicht genutzt). Dann hätte man die Kosten für das alte Ticket wenigstens zurück bekommen und wäre "nur" auf den Mehrkosten des neuen Tickets sitzen geblieben.

"... wäre es aussichtsreicher gewesen, das (ursprüngliche Ticket, falls unbenutzt) zur Erstattung einzureichen"

Die Voraussetzung für einen entsprechenden Anspruch ist allerdings eine Verspätung von mindestens 60 Minuten. Kulanz mag möglich sein, aber wahrscheinlich nur dann, wenn es knapp drunter ist.

kabo
kabo

kabo

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Stimmt - mein Fehler.
Die 20 Minuten gelten nur für die Aufhebung der Zugbindung. Für einen Rücktritt sind 60 min erforderlich.

Hallo. Die Info von kabo ist soweit richtig, der falsche Punkt wurde ja auch schon besprochen.
Der Sinn bei den Fahrgastrechten ist ja letztendlich, dass bei Aufhebung der Zugbindung kein neues Ticket gebraucht wird und somit auch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Wenn Sie jetzt ein neues Ticket für eine andere Verbindung kaufen, ist dieses Ticket nicht über die Fahrgastrechte abgedeckt. Daher ist die Ablehnung durchaus nachvollziehbar. /no