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Frage beantwortet

Verspätung DB-Zubringer zu ÖBB-Nightjet

Ich habe einen Nightjet der ÖBB gebucht. Da das DB-System Reservierung in den Einzelabteilen nicht anbot, ging das nur direkt bei ÖBB. Wenn ich nun diesen Zug verpasse, weil mein gesondert gebuchter DB-Zubringer-Zug Verspätung hat: Welche Ansprüche habe ich dann?

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
Braunschweiger
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Kleiner Hinweis, der Vollständigkeit halber:
Die ÖBB-Karte verfällt in dem Fall ersatzlos. Für das DB-Ticket gibt es aber natürlich 25% bzw. 50% des DB-Ticketpreises, ab 60 bzw. 120 Minuten Verspätung.

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Keine, weil es sich um 2 unabhängige Beförderungsverträge handelt.

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Kleiner Hinweis, der Vollständigkeit halber:
Die ÖBB-Karte verfällt in dem Fall ersatzlos. Für das DB-Ticket gibt es aber natürlich 25% bzw. 50% des DB-Ticketpreises, ab 60 bzw. 120 Minuten Verspätung.

bhofen
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"Da das DB-System Reservierung in den Einzelabteilen nicht anbot, ging das nur direkt bei ÖBB. "
->Was genau meinen Sie mit "Reservierung in den Einzelabteilen"? Durchgehende Fahrkarten für DB und Nightjet lassen sich in Deutschland im DB Reisezentrum, unter der DB Hotline, sowie online im ÖBB Ticketshop buchen. Im ÖBB-Ticketshop können Sie auch die Anschlussmobilität im ICE dazubuchen, sodass die Fahrgastrechte auf der ganzen Reise greifen (auch wenn die Preisgestaltung gerade für BC-Inhaber ziemlich wirr ist).

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Es gibt Kontingente, die nicht bei der DB gebucht werden können. Z.B. das Familienabteil (alle 6 Betten im Liegewagen-Abteil zum Festpreis) wird über Bahn.de nicht angeboten. Das kann nur direkt über die Nightjet-Homepage gebucht werden, bei der DB gibt es nur normale Liegewagen-Kontingente, bei denen weitere Personen mit ins Abteil kommen.
Ich kann mur daher gut vorstellen, dass auch nicht sämtliche Einzelabteile über die DB vertrieben werden und eine gestückelte Buchung notwendig ist.

@ bhofen Ich reise mit einer Kollegin. Da wir beide Einzelabteile wollten, um zur Konferenz fit anzukommen, und das Buchungssystem der DB das nicht anbot, musste ich notgedrungen direkt über ÖBB gehen
@ DB: Ich fahre sehr viel mit der DB und zu allen internationalen Konferenzen in Europa mit dem Zug. Ich finde das internationale Buchungssystem vorsintflutlich und die Regelung der Fahrgastrechte fragwürdig.

bhofen
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"Ich finde das internationale Buchungssystem vorsintflutlich und die Regelung der Fahrgastrechte fragwürdig."
-> Ist es auch, aber da können wir wenig zu.

Zu den Fahrgastrechten möchte ich Sie noch auf folgendes hinweisen: Das läuft zwischen DB und Nightjet auch alles auf Kulanzbasis. Von echten "Rechten" zu sprechen ist hier eigentlich nicht zutreffend. Denn auch wenn Sie alles in einem Auftrag kaufen, ganz egal ob bei DB, ÖBB, am Schalter, Hotline oder online, auch wenn alles gleichzeitig in einem Auftrag gekauft wird, handelt es sich dabei um mehrere, separate Fahrkarten einzelner Beförderer.
Der Unterschied ist also nur derjenige, dass das SC Fahrgastrechte dazu angehalten ist, Ihren FGR-Fall so zu behandeln als hätten sie eine durchgehende Fahrkarte, obwohl tatsächlich gar nicht eindeutig juristisch geklärt ist, ob hier wirklich ein Anspruch ihrerseits vorliegt (-> Kulanz).

Sollten Sie in ihrem Fall den Anschluss verpassen, dann können Sie also auch hier nur "auf Kulanz hoffen". Allerdings sind die Aussichten deutlich schlechter, weil die Mitarbeiter im SC im Gegensatz zu obiger Situation dazu angehalten sind, ihren Entschädigungsantrag abzulehnen und Sie sich dann nur an den Kundendialog wenden können, wozu ich Ihnen für diesen Fall dann auch rate.

nichtrelevant
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Alle Vorschläge und Anmerkungen wie man das "vorsintflutliche" Buchungssystem verbessern muss sind hier anonym oder personalisiert unter service-international@bahn.de herzlich willkommen. Bei der Buchung einer Verbindung die einen Nightjet Zug der Österreichischen Bundesbahnen inkludiert auf bahn.de wird man auf http://www.international-bahn.de weitergeleitet (im Nightjet wird der DB Tarif nicht anerkannt). Dort sind auch "Familienabteile" im Nightjet Liegewage buchbar - sofern im Moment der Preisanfrage tatsächlich verfügbar. Konkrete Fehler können gerne an das Serviceteam (siehe Mailadresse oben) gemeldet werden.

@nichtrelevant Meine E-Mails an die DB kommen als nicht zustellbar zurück. Deshalb poste ich meine E-Mail hier:

Sehr geehrte Damen und herren,

dann greife ich diesen Vorschlag auf und wende mich an Sie. Ich werde im Februar zu einer Konferenz nach Florenz fahren. Schon aus Gründen des Klimaschutzes reise ich ausschließlich mit der Bahn. Da ich morgens ausgeruht ankommen möchte, wollte ich für meine Kollegin und mich jeweils ein Einzelabteil im Nightjet buchen. Das war über das Buchungsmenue der DB aber nicht möglich. Folglich musste ich direkt über die ÖBB buchen. Den Zubringerzug von X nach München habe ich dann natürlich direkt bei DB gebucht. Immerhin habe ich für die innerdeutsche Strecke eine Bahncard, die mir bei der ÖBB nichts genutzt hätte.
Nun war ich 2019 mehrfach mit der DB im Ausland und habe keine guten Erfahrungen gemacht: Baustellen, die erst kurz vorher bekannt wurden, gecancelte Verbindungen, Mitarbeiter_innen vor Ort, die nur Teilabschnitte im Blick hatten, stundenlange Telefonate mit der DB wegen Taxikosten, Verspätung von bis zu 24 Stunden ... Dementsprechend bin ich etwas nervös, was das Erreichen des doch recht teuren Nightjets nach Florenz angeht.
Und nun wurde mir bestätigt, dass ich Falle, dass ich den Nightjet nicht erreiche, bestätigt, dass ich keinen Anspruch auf Erstattung, Ersatzkarte, Unterbringung etc. habe. Das finde ich defintiv kund_innenunfreundlich, von der Tatsache, dass ich nicht alle Abteile des Nightjets über die DB buchen kann, ganz abgesehen. Gleiches gilt übrigens auch für den Eurostar. Und die Weiterfahrt zum Ziel in England konnte ich gar nicht über das System der DB buchen.
Mir ist klar, dass es sich um unterschiedliche Unternehmen und damit Beförderungsverträge handelt. Wenn die DB aber Zubringerin zu den internationalen Verbindungen ist, kann es nicht sein, dass das Risiko ausschließlich zu Lasten der Kund_innen geht. Zudem muss es im Jahr 2019 möglich sein, europaweit aus einer Hand die Tickets zu erhalten.
Ich finde die Züge der DB komfortabel, das Personal zuvorkommend, aber das Buchungssystem ist veraltet, das Verständnis von internationalem Zugverkehr reduziert und die Kommunikation bezüglich geplanter Verbindungen unterirdisch.

bhofen
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Hallo Akp,
ich finde Ihre Einstellung sehr lobenswert. Auch ich fahre gern mit den Nachtzügen der ÖBB.

Ich stimme Ihnen inhaltlich fast überall zu. Ihr Text wird hier im Kunden-helfen-Kunden-Forum allerdings nicht an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden. Sie sollten Ihren Mailverkehr unbedingt über die dafür vorgesehen Kanäle durchführen!

Auf einige Dinge möchte ich noch inhaltlich eingehen:
" Immerhin habe ich für die innerdeutsche Strecke eine Bahncard, die mir bei der ÖBB nichts genutzt hätte."
-> Die ÖBB bekommen aus dem Bahncard-Topf kein Geld. Entsprechend kann die Bahncard so ohne weiteres nicht als Rabattkarte akzeptiert werden. Dadurch dass Bahncard-Inhaber*innen in den innerdeutschen Sparpreisen ein Rabatt von 25% gewährt wird, sind gestückelte Buchungen für Fahrten mit dem Nightjet tatsächlich meist erheblich günstiger als die direkte Buchung über oebb.at. Warum auf den Aufschlag für die Anschlussfahrkarte im ICE kein BC-Rabatt gewährt wird, ist mit dem Hintergrund, dass die DB als Beförderer dieses Geld erhält, allerdings auch schwer vermittelbar. Ich hatte mich diesbzgl. auch schon erfolglos mit den ÖBB herumgestritten.

"Baustellen, die erst kurz vorher bekannt wurden, gecancelte Verbindungen"
-> Da können die Beförderer (ÖBB, DB Fernverkehr) aber auch nichts dazu. Für die derzeitige Ulmer Baustelle sind z.B. auch erst im vergangenen September die Fahrpläne geändert worden. Für die Infrastruktur ist die DB Netz AG verantwortlich, die unabhängig von den bundeseigenen Verkehrsunternehmen arbeitet.

"Wenn die DB aber Zubringerin zu den internationalen Verbindungen ist, kann es nicht sein, dass das Risiko ausschließlich zu Lasten der Kund_innen geht. Zudem muss es im Jahr 2019 möglich sein, europaweit aus einer Hand die Tickets zu erhalten."
-> Ein Problem liegt auch darin, dass der Nightjet nicht den DB-Tarif akzeptiert, bzw. keine echte Tarifkooperation besteht, sondern eigene Fahrkarten vertrieben werden mit all den damit verbundenen Nachteilen für den Reisenden.

Zu den internationalen Verbindungen im Allgemeinen ist zu sagen, dass die DB hier sehr engagiert ist. Es gibt Länder, bzw. Staatsbahnen mit denen sehr gut zusammengearbeitet wird, in die dann auch durchgehende Fahrkarten (Europaspezials) angeboten werden. Schauen Sie einfach mal, wie die EC-Linie 89 (München-Verona) zustande kam. Das war ein richtiger Kraftakt zwischen DB und ÖBB vereint gegen die Trenitalia. Details würden jetzt zu weit führen. Ich verweise hierauf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Globalpreis#Auswirkungen

Die DB gehört schon zu den Guten was den internationen Verkehr angeht. Es ziehen aber nicht alle Bahnen an einem Strang.