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Frage beantwortet

Zugbindung, wenn ursprüngliche Verbindung nicht mehr existiert

Hallo zusammen,

ich habe schon vor längerer Zeit für Mittwoch folgende Verbindung gebucht:
St Ingbert 16:03 >> Koblenz Hbf 18:56 mit RE 4127
Koblenz 19:13 >> Köln Hbf 20:05 mit ICE 26
Köln Hbf 20:14 >> Düsseldorf Derendorf 21:29 mit S11

Aufgrund einer Baustelle zwischen Koblenz und Wittlich gibt es diese Verbindung so nicht mehr und wird im DB Navigator auch gar nicht mehr angezeigt. Bei der Bahn-Comfort-Hotline wurde mir gesagt, die Zugbindung sei in solchen Fällen definitiv aufgehoben und ich könne mir das im DB Reisezentrum auf dem Ticket vermerken lassen.

Gestern im DB Reisezentrum in Saarbrücken bin ich allerdings auf taube Ohren gestoßen. Die Dame hat sich geweigert, die Zugbindung aufheben. Ich MÜSSE stattdessen diese Verbindung nutzen:
St Ingbert 16:03 >> Trier Hbf 17:27 mit RE 4127
Trier Hbf 17:35 >> Köln Hbf 20:39 mit RB 11354
Köln Hbf 20:49 >> Düsseldorf Hbf 21:19 mit RE 10139
Düsseldorf Hbf 21:30 >> Düsseldorf-Derendorf mit S6

Meine Sicht (auch die der Bahn Comfort Hotline):

  • Selbst WENN ich die vorgeschlagene Alternativverbindung nutzen möchte, müsste die Zugbindung aufgehoben werden, da es ja wie der Name schon sagt eine ALTERNATIVverbindung ist
  • Die alternative Route ist riskanter, da mehr und knappere Umstiege
  • Die alternative Route besteht nur aus Regionalverkehr, gebucht hatte ich einen ICE

Wer hat nun Recht: Die Dame am Schalter oder der Kollege in der Hotline? MUSS ich diese Verbindung nutzen, obwohl ich sie so nie gebucht habe? Muss nicht auch dafür mein Ticket angepasst werden?

Viele Grüße,
Robin

Robin8381
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Robin8381

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Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Zugbindung aufgehoben und dies auch ohne Vermerk auf der Fahrkarte. Also eine alternative Verbindung suchen am gebuchten Reisetag und fahren.

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Bahnfr0sch
Bahnfr0sch

Bahnfr0sch

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Wann werden die Angestellten in den Reisezentren dahingehend geschult, dass sie nicht mehr solchen "Mist" dem Kunden erzählen? Das ist ja kein Einzelfall. Oder steckt da Methode dahinter?

kabo
kabo

kabo

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Naja, so ganz eindeutig ist das ja nun nicht, wenn man sich die EU-Fahrgastrechteverordnung anschaut.

Dort ist nämlich Voraussetzung für eine Aufhebung der Zugbindung (= freie Zugwahl), dass am Zielort der Fahrkarte eine Verspätung von 60min zu erwarten ist. Das Kriterium "gebuchte Verbindung existiert nicht mehr so, wie ursprünglich gebucht" taucht da nicht auf.
Wir hatten die Diskussion schon ganz oft - und bei der DB ist es eigentlich auch so, dass der Kunde eine freie Zugwahl hat, wenn sich die Vebindung ändert.
Aber diese kundenfreundliche Regelung der DB geht über die EU-Fahrgastrechterichtlinie hinaus.
Eine Interpretation "Wenn es eine Alternative gibt, die weniger als 60min später ankommt als ursprünglich gebucht, muss der Kunde die von der Bahngesellschaft vorgeschlagene Alternative nutzen" liegt nicht(!) außerhalb des Spielraums, den die EU-Fahrgastrechterichtlinie lässt.

Dadurch soll sich der Fragesteller jetzt bitte nicht verunsichert fühlen.

Bahnfr0sch
Bahnfr0sch

Bahnfr0sch

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Wenn der Threadersteller eine Verbindung mit ICE 26 gebucht hat, diese es nicht mehr gibt, bzw. er den Zug nicht mehr erreicht ist automatisch die Zugbindung aufgehoben. Völlig egal, wie groß die Verspätung am Ziel wäre. Er muss ja zwangsläufig einen anderen Zug nehmen.

Das was du meinst kabo, hat nur Belang bei der Erstattung der Fahrgastrechte. Diese werden verweigert, wenn der Kunde nicht die nächst mögliche Verbindung nimmt oder wenn der Zug so wie geplant abfährt und die gebuchte Zugnummer unter 20 Minuten am Ziel ankommt. Macht aber nur Sinn, wenn eine reine FV-Verbindung mit einem Zug von A nach B gebucht ist.

Aber eine aufgehobene Zugbindung ist eine aufgehobene Zugbindung und gilt den ganzen Tag.

Hustensaft
Hustensaft

Hustensaft

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Man muss sich dem Problem aus einer anderen Richtung nähern:
Der Fahrgast ist ja nicht verpflichtet, sich vor Reiseantritt (und womöglich sogar mehrfach) über eventuelle Änderungen des Fahrplans zu informieren. Nehmen wir also an, er steigt wie gebucht in den Zug und merkt erst unterwegs, dass er den Anschluss nicht erreichen wird - ist dann die Zugbindung etwa nicht aufgehoben?

Robin8381
Robin8381

Robin8381

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Vielen Dank für die vielen, schnellen Antworten! Ich kann also ohne Vermerk auf dem Ticket die Verbindung nutzen, die die Dame am Schalter vorgeschlagen hat oder auch eine beliebige andere am Reisetag, richtig?

Also z.B. auch folgende:
St Ingbert 15:57 > Mannheim Hbf 17:21 mit RE 4114
Mannheim 17:35 > Düsseldorf Hbf 19:36 mit ICE 104
Düsseldorf Hbf 19:53 > Düsseldorf-Derendorf 19:59 mit S11

Mit dieser Verbindung hätte ich angemessene Umsteigezeiten und wäre sogar früher am Ziel als mit der ursprünglichen Verbindung.

kabo
kabo

kabo

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@Bahnfrosch
"Er muss ja zwangsläufig einen anderen Zug nehmen. "
-> Schon klar. Es geht aber um die Frage, ob ein anderer Zug nach freier Wahl des Kunden oder ein anderer Zug nach Wahl der Bahnfirma genommen werden kann / muss.

Und da gibt es in offiziellen Dokumenten (EU-Fahrgastrechterichtlinie, Beförderungsbedingungen der DB) leider keine konkret nachlesbare Regelung.
Die EU-Fahrgastrechterichtlinie sehen eine freie Zugwahl (nach Wahl des Kunden) erst ab 60 Minuten Verspätung am Zielort vor.
Die DB-Beförderungsbedingungen sehen eine freie Zugwahl (nach Wahl des Kunden) erst ab 20 Minuten Verspätung am Zielort vor.
Hier beträgt die Verspätung am Zielort aber nur 7 Minuten.

Wir hatten das bei den Ersatzzügen bis zum Erbrechen diskutiert, bis sich das DB-Social-Media-Team - nach langem Hinundher - zur Aussage durchgerungen hat, dass auch dann eine freie Zugwahl (nach Wahl des Kunden) besteht, wenn es eine Alternativverbindung mit weniger als 20 min Verspätung (oder sogar ganz ohne Verspätung) gibt.
Aber in offiziellen, öffentlich nachlesbaren Dokumenten ist das bislang nirgendwo festgehalten.

Im Fall des Fragestellers gibt es die gebuchte Verbindung nicht mehr, aber die DB hat eine Alternative benannt, die nur sieben (7) Minuten später das Ziel erreicht. Damit hat die DB ihre Pflichten nach der EU-Richtlinie ausreichend erfüllt - und muss eine komplette Aufhebung der Zugbindung (= Kunde darf alle Züge auf allen sinnvollen Routen nach seiner Wahl benutzen) nicht noch obendrauf legen.

Ich stelle mir halt die Frage, auf welcher (offiziellen, öffentlich nachlesbaren) Grundlage der Kunde die von der DB benannte Alternative ablehenen darf und auf einer Alternativroute nach Wahl des Kunden bestehen darf.

@Hustensaft
"Nehmen wir also an, er steigt wie gebucht in den Zug und merkt erst unterwegs, dass er den Anschluss nicht erreichen wird - ist dann die Zugbindung etwa nicht aufgehoben?"
-> Auch klar.
Aber ein "ich tue so, also ob ich die Fahrplanänderung nicht mitbekommen habe, fahre einfach los, und tue dann ganz überrascht - irgendwie muss mich die DB ja ans Ziel bringen" kann ja auch nicht das Ei des Kolumbus sein.

Ich weiß, dass ich hier eine rein akademische Diskussion vom Zaun breche - aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es irgendwann mal, klare, transparente Regelungen gibt.
Das betrifft nicht nur die DB, auch die EU-Fahrgastrechterichtlinie bietet an einigen Stellen mehr Interpretationsspielraum als man denkt.

kabo
kabo

kabo

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@Fragsteller:

"Ich kann also ohne Vermerk auf dem Ticket die Verbindung nutzen, die die Dame am Schalter vorgeschlagen hat oder auch eine beliebige andere am Reisetag, richtig?"
-> Ja

Aber wenn Sie fragen, wo man das offiziell nachlesen kann, dann lautet die Antwort halt "nirgendwo".
(Das ist das, worüber ich mich beklage, und weshalb ich die Dame im Reisezentrum Saarbrücken ausdrücklich in Schutz nehmen möchte.)

Robin8381
Robin8381

Robin8381

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Dann hoffe ich mal, dass sich die Bahn selbst im Laufe des Tages hier noch äußern wird, um zumindest eine konkrete Aussage für meinen Fall zu haben.

Auch wenn ich mich sehr über die vielen Antworten freue, auf Nutzermeinungen kann ich mich als Fahrgast nicht berufen, sollte es zu einer Diskussion mit dem Zugpersonal kommen.

Bahnfr0sch
Bahnfr0sch

Bahnfr0sch

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@kabo Ich will hier keine Diskussion lostreten, wir sind nicht verantwortlich für denen ihr kompliziertes Vertragswerk, aber die DB hat andere (erweiterte kundenfreundlichere) Regeln als die EU-Vorgabe. Dazu zählt dieser Absatz:

"Wenn es abzusehen ist, dass Sie mit mindestens 20 Minuten Verspätung an dem auf Ihrer Fahrkarte aufgedruckten Zielort ankommen, können Sie:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen."

--->Um das mal kurz durchzuspielen: Ja der Threadersteller kommt mindestens 20 Minuten später an, wenn er so fährt, wie gebucht. Er kommt nämlich gar nicht an, weil der Zug dann nämlich weg ist, an dem er gebunden ist. Er würde dann bis zum Sankt Nimmerleinstag am Bahnhof warten. ;) Ergo Verspätung über 20 Minuten. Und somit kann er aus den 3 oben genannten Alternativen wählen, eben auch den Absatz "einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen.".

Das in den EU-Verordnungen ist das Minimum, welches mindestens gewährleistet ist. Ich kenne es auch so, z.B. aus der Schweiz, das dann immer der nächstmögliche Zug genommen werden muss. Allerdings hat halt die DB diese Vorgabe erweitert mit ihren Regeln, welche der EU-Richtlinie quasi einen Bonus geben.

Aber wir machen uns hier mehr einen Kopf als die DB selber oder der Threadersteller^^.

gebuchte Verbindung gibt es nicht mehr...andere Alternative nehmen...nicht viel fragen...einsteigen...fertig.

Bahnfr0sch
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@Robin8381 "auf Nutzermeinungen kann ich mich als Fahrgast nicht berufen"

--->Dann darfst du hier in einer Kundencommunity die Frage nicht stellen. Denn hier antworten Bahnkunden auf Fragen anderer Bahnkunden. Das ist der Sinn dieses Forums hier. Das DB-Social Media-Team moderiert nur und ergänzt, wenn etwas falsch ist. Das geschieht aber nicht zeitnah.
Wenn du zeitnah Kontakt zur DB willst, musst du die Frage auf Twitter oder Facebook stellen, die antworten dort direkt.

kabo
kabo

kabo

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"Verbindung gibt es nicht mehr, andere Alternative nehmen...nicht viel fragen...einsteigen...fertig."
-> Das ist die pragmatische Lösung von @Hustensaft.

Der Kunde hat aber gefragt (klarer Fall von "selbst schuld") und hat jetzt eine Verbindung an der Backe, die ihn mit weniger als 20min Verspätung ans Ziel bringen würde. Da ist er völlig zu recht verunsichert.
Und der Ratschlag "tu mal so, als ob du nicht gefragt hättest" ist ja auch irgendwie blöd.

"Aber wir machen uns hier mehr einen Kopf als die DB selber oder der Threadersteller^^. "
-> Wohl wahr.

Robin8381
Robin8381

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"Der Kunde hat aber gefragt (klarer Fall von "selbst schuld") und hat jetzt eine Verbindung an der Backe, die ihn mit weniger als 20min Verspätung ans Ziel bringen würde. Da ist er völlig zu recht verunsichert."

Das stimmt so ja auch nicht. Im Reisezentrum hat man sich ja völlig geweigert, irgendetwas zu tun. Ich habe ja auch für die vorgeschlagene Verbindung keine schriftliche Bestätigung o.ä. erhalten.

Aussage Hotline: Sie können jeden Zug nehmen, den sie wollen.
Aussage Reisezentrum: Ich kann nichts für Sie tun, gehen Sie weg.

PS: Bei SocialMedia möchte man nicht helfen, da die Frage bereits hier gestellt ist. https://www.facebook.com/DBPersonenverkehr/posts/26030499...

"Der Kunde hat aber gefragt (klarer Fall von "selbst schuld") und hat jetzt eine Verbindung an der Backe ..."
Es wurde nichts davon berichtet, dass es ein Papierticket ist und die Mitarbeiterin dort einen Vermerk angebracht hat im Sinne von "Ausschließlich gültig für folgende Ersatzverbindung: ..." Und wenn doch, sollte man anbringen, dass die Dame gar nicht die Kompetenz dafür hatte.

Auch für Papiertickets wird wohl der Satz gelten, der auf die Online-Tickets gedruckt wird: "Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof Ihrer Fahrkarte ist die Zugbindung Ihrer Fahrt ohne besondere Bescheinigung aufgehoben."
P.S.: Wenn es nichts Schriftliches gibt auf der Fahrkarte, passt ja alles.

Wie hier schon durch die Community korrekt festgestellt wurde, ist Ihre Zugbindung aufgehoben. Eine Bestätigung benötigen Sie dafür nicht zwingend. Warum die Kollegin im DB Reisezentrum so reagiert hat, kann ich nicht sagen. /ti

kabo
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" Warum die Kollegin im DB Reisezentrum so reagiert hat, kann ich nicht sagen. /ti"
-> Vielleicht, weil sich sämtliche DB-Publikationen zum Thema Fahrgastrechte auf den Fall "Verspätung am Zielort über 20min" beziehen und deshalb nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter verunsichert sind, was denn nun mit Fällen ist, bei denen die Verspätung durch Nutzung einer Alternativverbindung noch unter 20min gehalten werden kann. Hier jetzt die "Schuld" der DB Mitarbeiterin im Reisezentrum zuzuschieben ist ja wohl reichlich unfair.

Die 20 Minuten beziehen sich auf die Ursprungsverbindung und nicht auf die Alternativverbindung. Wäre dies so, würde man ja an der Stelle ein Paradoxon erzeugen. /ti