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Was sind die Anforderungen einer nicht-übertragbaren Zeitkarte und lohnt sich hier der Einspruch?

Welche formalen Anforderungen müssen erfüllt sein, damit eine Fahrkarte als nicht-übertragbare gilt?

Zur Situation:
Ich war vor etwa vier Wochen im Raum Stuttgart unterwegs, und hatte dann das 3-Tages Ticket für knapp 20 Euro von der Rezeption des Hotels bekommen.
Das Ticket sieht erst einmal aus wie eine normale Fahrkarte zum Stempeln hinten muss jedoch der Vor- und Nachname eingetragen werden.

Jetzt ist es mir passiert ich habe in der Mittagspause schnell etwas essen gehen und musste dafür eine Station mit der S-Bahn fahren, aus eile das Ticket im Hotel liegen lassen und bin natürlich auch dann gleich kontrolliert worden.

Bei der Kontrolle wurde natürlich eine Fahrpreisnacherhebung erstellt, der Kontrolleur kannte lustigerweise das Ticket zuerst gar nicht, hat aber dann ins Kommentarfeld rein geschrieben das eben genau so ein Ticket vergessen wurde.

Seine Aussage war eigentlich müsste man das nachzeigen können und dann werden die 7,50 Euro fällig aber ganz sicher sagen könnte er es nicht.

Ich habe dann natürlich noch am Abend das Ticket gescannt und über das Onlineportal mit einer entsprechenden Erklärung eingereicht, gestern kam die Antwort zurück ich müsse trotzdem die 60 Euro zahlen weil ich das Ticket nicht dabei hatte.

Wie ist die Sache zu bewerten?
KLar es war meine eigene Dummheit dafür würde ich auch 7,50 zahlen aber 60 sind eben doch zu viel.

Antworten

Ich könnte mir vorstellen das hier das Problem ist das die Personalisierung ja erst durch den Fahrgast erfolgt und eben nicht von offizieller Stelle, im Nachhinein ist es dann wohl schwer nachzuprüfen wann dies erfolgt ist.

Das Argument zieht aber nicht wirklich!

Beim VVS Verbundspass (ok der ist dank der neuen Card selten geworden) oder auch beim AVV in Augsburg kaufe ich die Monatskarte und muss dann selbst auf dieser die entsprechende Nummer des Verbundspasses/Kundenkarte eintragen.
Das wird hinterher genauso akzeptiert, obwohl es hier auch keine offizielle Stelle gibt.

Im Raum Stuttgart gibt es vom VVS das 3-TageTicket für Übernachtungsgäste. Eine Ermäßigung des erhöhten Beförderungsentgelts (EBE) gibt es nur bei Vorlage des zum Zeitpunkt der Feststellung gültigen sowie persönlichen Jahres-, Semester-, Monats- oder Wochentickets. In Ihrem Fall reduziert sich das EBE nicht von 60 Euro auf 7 Euro und die Frist von innerhalb einer Woche ist ebenfalls verstrichen, um es reklamieren zu können. /ch

Die Frist ist natürlich nicht verstrichen! Das ganz wurde noch am Tag der Feststellung eingereicht.

Im übrigen sagt §5 Abs. 3 der Eisenbahn-Verkehrsordnung und eine S-Bahn gilt doch als Eisenbahn? steht:
Das erhöhte Beförderungsentgelt ermäßigt sich im Fall des Absatzes 1 Buchstabe b auf 7 Euro, wenn der Reisende innerhalb einer Woche ab dem Feststellungstag bei dem befördernden Eisenbahnunternehmen nachweist, dass er im Zeitpunkt der Feststellung Inhaber eines gültigen Fahrausweises war.

Da steht nichts von Monatskkarte usw.

Aber die bekommen ihre 7 Euro und dann mal sehen ansonsten wird das ganze eben ein Richter klären.

Tja nur will eben nicht der VVS das Geld sondern die Abteilung DB Vertrieb!

Wir werden sehen was raus kommt.

Übrigens wenn es der VVS wäre dann würde nichts passieren, ich hatte vor 15 Jahren mal den Verbundspass verloren damals mit Schuljahresabo den neuen Verbundspass mit neuer Wertmarke wollte man nicht akzeptieren, da logischerweise neu nach dem Fahrzeitpunkt ausgestellt.
Fast vier Jahre kamen immer wieder Bettelbriefe von Inkasso und Haas&Kollegen Rechtsanwälte vor Gericht gezogen sind sie nicht.

kabo
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Bitte über den Ausgang des Verfahrens berichten - denn rechtlich ist das durchaus interessant.
Die Beförderungsbedingungen des VVS stehen im Widerspruch zur EVO. Das ist dem VVS aber nicht zu verübeln, denn die Beförderungsbedingungen gelten ja für alle Verkehrsmittel des VVS. Die VVS-Bedingungen orientieren sich an der Regelung der BefBeV, die nunmal von der EVO abweicht. Die Beförderungsbedingungen des VVS dürften vom Landesverkehrsministerium genehemigt sein - offenbar sieht man dort also kein Problem, dass im VVS die Regelungen der BefBedV auch auf Züge angewendet werden. Wobei man sich schon fragt, warum der Gesetzgeber einerseits die Integration verschiedener verkehrsträger in verkehrsverbünden fördert, andererseits aber unterschiedliche Rechtsgrundlagen für Züge und nicht-Zücge gelten....

Ja aber auch dort steht im §9 Abs. 3 "(3) Das erhöhte Beförderungsentgelt ermäßigt sich im Falle von Absatz 1 Nr. 2 auf 7 Euro, wenn der Fahrgast innerhalb einer Woche ab dem Feststellungstag bei der Verwaltung des Unternehmers nachweist, daß er im Zeitpunkt der Feststellung Inhaber einer gültigen persönlichen Zeitkarte war."

Und gerade nichts von Monatskarte usw.

Die spannende Frage ist nur ist ein drei Tagesticket das mit dem Namen versehen ist eine persönliche Zeitkarte?

Aber wie gesagt ich werde der Forderung nochmal widersprechen es wird bis zum 31.12.2022 immer wieder mal einen Bettelbrief geben aber sonst wird nichts passieren.

Man kann das sogar weiter spinnen beim HVV war sogar ein Online Einzelticket Großraum AB kein Problem das ich am Flughafen gekauft aber kurz vor Pinneberg nicht mehr vorzeigen konnte weil der Handyakku schlapp gemacht hatte.

Wobei der HVV da im Kundenzentrum echt cool war und am nächsten Tag nicht mal mehr die 7 Euro haben wollte die denen zugestanden hätten.

@Heinz1: Die reisenden Personen haben diese Angaben vor ihrem Fahrtantritt – unterwegs Zusteigende unmittelbar nach ihrem Zustieg – unauslöschlich in Druckbuchstaben einzutragen, sofern dies nicht bereits vom Verkaufssystem vorgenommen wurde. Klärung erfolgt über die DB Fahrpreisnacherhebung, wenn es Widerspruch geben sollte. /ch

Aber was passiert wenn ich das Ticket bei der Kontrolle nicht vorzeigen kann weil ich es wie hier im Hotel vergessen habe ? Kann ich das dann später nachreichen ?

rein Formal müsste man auch das Länderticket als eine Zeitkarte einstufen die nachgereicht werden kann.

Ob das der DB Vertrieb genauso sieht ist die spannende Frage.

Wobei ich sagen würde dass es bei einem Online/Handyticket bestimmt sein Problem sein wird, bei der Papiervariante wird es wahrscheinlich zu Problemen kommen.

Bei Ländertickets, bei denen man handschriftlich den Namen einträgt, kann man eben nicht nachvollziehen, wann diese Eintragung erfolgte. Die Entscheidung obliegt bei jedem Fall immer dem Servicecenter Fahrpreisnacherhebung. /ti

Nicht ganz denn diese Kontrolle war erst am zweiten Tag ich war aber mit dem Ticket schon am ersten Tag unterwegs und das kann durch Kollegen belegt werden, da man im Bus die Karte ja vorzeigen musste.

Außerdem sagen die Gesetze/ Verordnungen nichts darüber das es von einer Eintragung abhängt!

Auch am Automaten könnte man das Länderticket sofort mit Namenseingabe versehen wenn man wollen würde (wäre sogar ein echter Vorteil gegen Missbrauch wie eben fahren ohne Eintragung und wenn keine Kontrolle im Zug war das noch blanke Ticket für 2/3 weiter zu verkaufen)

Braunschweiger
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@DB/ti: "Bei Ländertickets, bei denen man handschriftlich den Namen einträgt, kann man eben nicht nachvollziehen, wann diese Eintragung erfolgte."
Wann die Eintragung erfolgte wäre erst mein zweites Kriterium - bei Fahrgästen die ohne Stift ein Automatenticket kaufen erfolgt die Eintragung ja im Regelfall auch erst dann, wenn der Zugbegleiter den Stift leihen kann.
Die erste Frage wäre, wann das Ticket ausgestellt / gedruckt wurde. Wenn das vor dem Zeitpunkt der Kontrolle erfolgte liegt die Vermutung nahe, dass der Kunde das Ticket bereits hatte.
Einen Zweitmarkt für nicht unterschriebene Ländertickets aus vergangenen Tagen gibt es ja nicht.

Hallo Braunschweiger, die Aussage "gästen die ohne Stift ein Automatenticket kaufen erfolgt die Eintragung ja im Regelfall auch erst dann, wenn der Zugbegleiter den Stift leihen kann" ist nicht ganz passend. Denn wenn der Zugbegleiter einen Stift herausgibt, damit der Name auf dem Ticket vermerkt werden kann, ist reine kulanz. Denn im Nahverkehr heißt es, dass man nur mit einem gültigen Ticket zusteigen soll. Wenn der Name noch nicht eingetragen ist, ist das Ticket nicht gültig. Gemäß den Regelungen kann hier auch eine Fahrpreisnacherhebung ausgestellt werden, da zum Zeitpunkt der Kontrolle kein gültiges Ticket vorlag. Ist übrigens auch schon vorgekommen.
Um es zusammenzufassen. Vor dem Einstieg muss der Name eingetragen werden, sonst ist es bei der Kontrolle nicht gültig.
Wie es aber auch schon mein Kollege sagte, obliegt die Entscheidung der Fahrpreisnacherhebungsstelle. /no

Hallop NikSei,
viele Kunden schätzen gerade, dass beim Kauf nicht zwingend ein Name angegeben werden muss. So kann das Ticket auch noch weitergegeben werden, falls es der Käufer nicht nutzen kann oder jemand anderes die längere Strecke (z. B. bei einem Länder-Ticket) fährt. /si

Braunschweiger
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"Viele Kunden schätzen es..." Wie viele Kunden können das denn sein? Ländertickets gibt es ja zum immer gleichen Preis, eine Reservierung in Regionalzügen ist auch nicht möglich und Rückgabe / Umtausch sind ausgeschlossen. Warum sollten dann viele Kunden so weit im Voraus kaufen, dass sie es nicht nutzen können? Gerade hier macht doch ein Kauf kurz vor der Fahrt Sinn.

Und wenn jemand anders die längste Strecke fährt, dann kann ja auch dessen Name eingetragen werden, es gaht ja darum dass das Ticket nicht überraschend mit einem Ausfüll-Feld auftaucht.

Beim Kauf an DB-Automaten passiert im Moment aber ganau das, ich hab das nach der Arbeit mal ausprobiert. In keinem Buchungsschritt wird darauf hingewiesen, dass das Ticket nur gültig gemacht werden kann wenn man einen Stift dabei hat. Das merkt der Käufer erst, nachdem er das Ticket in der Hand hat.

Signal
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Man könnte ja auch beides anbieten. Bei der VAG in Nürnberg kann man z.B. bei den Tagestickets (personalisiert) den Namen am Automaten eingeben. Der wird dann auf das Ticket gedruckt. Man kann aber auch auswählen, dass das Ticket ohne Namen erstellt wird. Den Namen muss man dann halt selber draufschreiben.

kabo
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Im VVS scheitert die Namenseingabe schon daran, dass die meisten Automaten weder eine Buchstaben-Tastatur haben, noch ein Touchscreen.