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Frage beantwortet

Taxikosten wegen den verpassten Anschluss

Guten Tag!
Mein Zug ICE 274 von Mannheim nach Wolfsburg Hbf am 26.09.19 (planmäßige Ankunftszeit in Wolfsburg 22:46) hat Wolfsburg erst um 23:41 erreicht. Dadurch habe ich der Bus nach Gifhorn um 22:52 hoffnungslos verpasst und konnte weiter erst mit dem Regionalexpress ENO RE30 (83538) um 0:14 fahren. Der Bus hätte mich fast direkt nach Hause gebracht. Der Zug bloß bis Bahnhof Gifhorn und von dort ist es noch 3.6 km bis nach Hause. Zu dieser Zeitpunkt (ca.0:30) gibt es in Gifhorn keine öffentliche Verkehr mehr. Ich habe dann ein Taxi genommen. Zu Hause war ich dann um ca. 0:40. Nicht nur erreichte ich meine Wohnung mit mehr als einstündiger Verspätung, das Taxi musste ich natürlich auch selber zahlen (14,00 Euro).

Ich habe mich zweimal an DB Dialog gewendet. Zuerst einfach mit einem Fahrgastrechte-Formular. Abgelehnt. Obwohl in meinem Ticket steht, dass ich bis zur Haltestelle “AOK, Gifhorn” fahren wollte, nimmt die DB Wolfsburg Hbf für die Berechnung der Verspätung. Und sie haben penibel nachgeprüft, dass es doch “nur” 55 Minuten waren: nicht genug also für eine Entschädigung.

Danach habe ich noch mal geschrieben, mit der ganzen Geschichte und der Taxirechnung. Die DB weigert weiter die Taxikosten zu übernehmen. Ihre Begründung: “mit Ach und Krach haben wir Sie nach Wolfsburg gebracht. Dass Sie wegen uns Ihre Reiseanschluss verpassen, ein Taxi nehmen müssen und mehr als eine Stunde später nach Hause kommen, interessiert uns vielleicht zwar, aber es ist Ihres Problem”.

Was ist Ihrer Meinung dazu? Ist so eine Sichtweise in Ordnung?

Besten Dank!

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Guten Abend Gretschany,

die Ablehnung ist vollkommen korrekt. Entscheidend für die Fahrgastrechte ist der Zielbahnhof unter „Fahrkarte“. Der Abschnitt „Reiseplan“ ist lediglich eine Empfehlung und zusätzlich finden Sie unterhalb der Fahrkarte den Passus dass man für eventuelle andere Verkehrsmittel einen zusätzlichen Fahrschein kaufen muss. Daher endet die Reise laut Fahrkarte am Bahnhof Wolfsburg.

Auch bei der Berechnung hat das Servicecenter Fahrgastrechte absolut recht. Denn es liegen zwischen Soll und Ist-Ankunft exakt 55 min. Die Fahrgastrechte greifen jedoch erst ab 60 min.

Gruß, Tino!

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Guten Abend Gretschany,

die Ablehnung ist vollkommen korrekt. Entscheidend für die Fahrgastrechte ist der Zielbahnhof unter „Fahrkarte“. Der Abschnitt „Reiseplan“ ist lediglich eine Empfehlung und zusätzlich finden Sie unterhalb der Fahrkarte den Passus dass man für eventuelle andere Verkehrsmittel einen zusätzlichen Fahrschein kaufen muss. Daher endet die Reise laut Fahrkarte am Bahnhof Wolfsburg.

Auch bei der Berechnung hat das Servicecenter Fahrgastrechte absolut recht. Denn es liegen zwischen Soll und Ist-Ankunft exakt 55 min. Die Fahrgastrechte greifen jedoch erst ab 60 min.

Gruß, Tino!

Guten Tag, Tino!

Vielen Dank für Ihre Antwort! Einerseits habe ich sie in dieser Form erwartet. Andererseits.....

Gute drei Wochen später, am 18.10.2019 fahre ich mit gleichem Zug ICE 274 und – Überraschung – der Zug hat eine 40-minütige Verspätung. Da es auch von Braunschweig eine Verbindung nach Gifhorn gibt – ein Regionalzug erx RB47 (82778) – die wir allerdings mit unserem verspätenden ICE knapp verpassen, komme ich zum Zugpersonal und frage, ob sie diesen Regionalzug darum bitten können 5 Minuten zu warten. Die Antwort war, dass diesen Zug ist von einem privaten Verkehrsunternehmen ist und wartet nie. Aber mir wurde ein Taxigutschein ausgestellt (!!!) und zwar von Braunschweig nach Gifhorn (!!!). Ich nutze hier gerne die Gelegenheit und sage: “Vielen herzlichen Dank dafür!” Zwei identische Probleme, also, mit völlig unterschiedlichen Lösungen.

Bitte verstehen Sie meine Aussage nicht als böse gemeinte Kritik, bloß als ein Verbesserungsvorschlag. Ich bin und bleibe ein treue DB-Kunde.

Wenn der ICE 274 so oft mit Verspätung ankommt, wäre es nicht eine Überlegung wert sein Fahrtplan anzupassen und um 30 – 45 Minuten lockern. Man hätte sich selbst und Reisegästen viel Ärger ersparen können und eine Fahrt mit dem (u.a.) ICE 274 ein stinknormale Fahrt wäre und kein Glücksrad!

Beste Grüße,

Sergei

Wenn es bei einer anderen Verbindung einen Taxigutschein gab ist es entweder dem Unwissen des Zugbegleitpersonals/DB Information geschuldet oder es handelte es sich hier ausschließlich um eine Kulanz die nicht im Einklang mit den Fahrgastrechten steht.

Die Lockerung des Fahrplans wird es nicht geben da man sich die Ursachen für die Verspätung anschauen muss. Am besagten Tag handelte es sich um Personen im Gleis bei Freiburg und Kreiensen. Wieso sollte man also den Fahrplan aufgrund nicht vorhersehbarer Dinge strecken? Und vor allem in welchen Intervallen? 5, 10 oder 20 min? Und was passiert wenn alles „glatt“ läuft? Steht der Zug dann an jedem Bahnhof 30 min rum und die Fahrzeit von Basel nach Berlin wird dann auf 18h gestreckt? So einfach ist das Problem leider nicht zu lösen.

Trotz alledem freut es mich dass es bei dieser Verspätung doch noch halbwegs gut ausging.

>Am besagten Tag handelte es sich um Personen im Gleis bei Freiburg und Kreiensen.

Mag sein und drei Wochen später “auf den Gleisen spielende Kinder bei Fulda gegen 21:30”. “Irgendwas ist immer”.

>Wieso sollte man also den Fahrplan aufgrund nicht vorhersehbarer Dinge strecken?

Meine Erfahrung mit diesem Zug: zwei Versuche, zwei Verspätungen, mindestens 45 Minuten. Sonnst läuft immer alles „glatt“

>Steht der Zug dann an jedem Bahnhof 30 min rum und die Fahrzeit von Basel nach Berlin wird dann auf 18h gestreckt?

Sie dauert mit beängstigender Häufigkeit schon jetzt 18h "aufgrund nicht vorhersehbarer Dinge". Wenn man es im Voraus ankündigt, wäre es aus meiner Sicht für die DB ehrlicher, als sich ständig entschuldigen, “um Verständnis zu bitten” und Entschädigungen zu zahlen. Hier spricht aber ein Laie.

Also danke noch mal und ich freue mich auf weitere Reisen mit der DB. Ich muss bloß an meiner Anstellung auf solche Reisen noch arbeiten und nicht auf planmäßige Ankunftszeit gucken.

Hallo Sergei,
eigentlich gibt es zu den Ausführungen von Tino nicht viel hinzuzufügen. 55 Minuten Verspätung sind eine "undankbare Zeit", aber irgendwo muss die Grenze ja sein.
Ich wollte schon schreiben, Sie haben den Busanschluss wirklich knapp geplant. Anderseits haben Sie ja noch zwei Züge, die auch nach Gifhorn fahren als Backup.
Zukünftig sollten Sie möglichst eine Fahrkarte nach Gifhorn über Wolfsburg kaufen. Von Mannheim aus ist der Flexpreis der gleiche! Bei Sparpreisen kann es so sein, muss aber nicht, das können auch 10 Euro Unterschied sein. Für die Fahrt vom 26.9. hätten Sie immerhin 25% Erstattung erhalten. Und die Fahrt WOB-GF inklusiv gehabt und nicht extra zahlen müssen (oder haben Sie ein Abo?).
Beim Flexpreis wäre auch die direkte Fahrt BS-GF abgedeckt. Beim Sparpreis dann, wenn in Wolfsburg der 1. Zuganschluss voraussichtlich verpasst wird.

“Irgendwas ist immer” --> Aber nicht unbedingt so dramatisch. Auf zugfinder.de können Sie sich zu den Fernzügen die Verspätungen der letzten 30 Tage anzeigen lassen. Kleinere Verspätungen (bis 15 Min.) sind beim ICE 274 leider an der Tagesordnung. Aber teilweise werden sie wieder aufgeholt. Was mich etwas überrascht hat, ist, dass da schon erhebliche Pufferzeiten im Fahrplan eingebaut sind (Differenz maximale zu letzte Verspätung).