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Frage beantwortet

Bekomme ich den Fahrpreis zurück, wenn ich den Anschlusszug verpasste?

Hallo, ich habe kürzlich meinen Anschlusszug (Nightjet nach Wien Hbf) wegen der Verspätung der DB (S11) verpasst. Da ich mit meinem Freund nach Wien reisen wollte, ergab der Ticketpreis 139,80€. (Ticket vom ÖBB-Nightjet).
Die DB hat mir eine Übernachtung im Hotel und einen Zug (ICE) am nächsten Tag zur Verfügung gestellt. Der Mitarbeiter der DB gab mir außerdem ein Fahrgastrechte-Formular das ich ausfüllen sollte und wo ich das Ticket beilegen sollte. Er sagte, ich bekomme 50% des Ticketpreises zurück. Den Brief habe ich versendet und die Antwort bekommen, dass es nichts mit der DB zu tun hat und der Brief jetzt an die ÖBB gesendet wurde. Sie kümmern sich jetzt innerhalb von vier Wochen darum. Meine Frage ist: Bekomme ich nun die 50% des Ticketpreises zurück oder nicht?

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Braunschweiger
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Ja, bekommen Sie. Allerdings von der Stelle, bei der Sie das Ticket gebucht haben. Wenn es ein Nightjet-Fahrschein war, ist die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) für die Erstetung zuständig.
Das Servicecenter Fahrgastrechte ist eine Einrichtung in Deutschland und betreut die Verspätungen der DB und anderer deutscher Eisenbahnunternehmen. Daher zahlt das Servicecenter in dem Fall nichts, leitet die Fahrkarte aber von sich aus an die richtige Stele weiter.
Wenn die Verspätung durch einen Anschlusszug der DB verursacht wurde (S11), dann zahlt die ÖBB an Sie aus und holt sich das Geld von der DB zurück. Ist etwas formalisiert, funktioniert für so ein länderübergreifendes System aber trotzdem überraschend gut.

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Braunschweiger
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Ja, bekommen Sie. Allerdings von der Stelle, bei der Sie das Ticket gebucht haben. Wenn es ein Nightjet-Fahrschein war, ist die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) für die Erstetung zuständig.
Das Servicecenter Fahrgastrechte ist eine Einrichtung in Deutschland und betreut die Verspätungen der DB und anderer deutscher Eisenbahnunternehmen. Daher zahlt das Servicecenter in dem Fall nichts, leitet die Fahrkarte aber von sich aus an die richtige Stele weiter.
Wenn die Verspätung durch einen Anschlusszug der DB verursacht wurde (S11), dann zahlt die ÖBB an Sie aus und holt sich das Geld von der DB zurück. Ist etwas formalisiert, funktioniert für so ein länderübergreifendes System aber trotzdem überraschend gut.

kirroyal
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Nur zu Sicherheit: Hatten Sie eine durchgehende Fahrkarte, welche die S-Bahn-Strecke und den Nightjet zusammen enthält? Nur dann gibt es 50% vom Fahrpreis zurück. Ich weiß nicht, ob die ÖBB solche Tickets verkaufen kann - die DB zumindest kann es nicht (aber Sie schreiben ja, dass Sie ein ÖBB-Ticket hatten).

Bei getrennten Tickets greifen die Fahrgastrechte nicht, da es sich um zwei eigenständige Beförderungsverträge handelt. In diesem Fall gibt es "nur" eine Kulanzregelung, die Ihnen die Hotelübernachtung und Weiterreise am nächsten Tag ermöglicht hat. Darüber hinaus gibt es aber keine Entschädigung.

Ich hatte ein Ticket nur für den ÖBB-Nightjet nach Wien. In Bergisch Gladbach wartete ich ca. 1std 20min auf die S11 nach Köln Hbf. Von dort wäre ich dann mit dem Anschlusszug gefahren den ich aber dadurch verpasst habe. Genau so sagte ich es dem DB-Mitarbeiter und er sah auch das Ticket. Er gab mir dann dieses Fahrgastrechte-Formular, sagte ich solle es ausfüllen und dass ich eben die 50% zurückbekomme.

kirroyal
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Sorry, dass ich nochmal nachfrage: Wenn Sie nur ein Ticket für den Nightjet hatten, mit welchem Ticket sind sie dann von Bergisch Gladbach nach Köln gefahren? Hatten Sie...

1 Ticket Bergisch Gladbach->Köln Hbf (Einzelfahrt, Monatskarte...)
1 Ticket Köln->Wien für den Nightjet
->hier greifen die Fahrgastrechte NICHT, es gibt keine 50% Entschädigung

oder

1 Ticket Bergisch Gladbach->Wien
-> hier greifen die Fahrgastrechte und es gilt die Antwort von Braunschweiger

Ich bin nur irritiert, weil ich bisher dachte, dass die Ausstellung eines solchen durchgehenden Tickets überhaupt nicht möglich ist - deshalb auch die erwähnte Kulanzregelung.

Ich hatte eine Wochenkarte von
Bergisch Gladbach nach Köln Hbf.
Dann ein Ticket (2 Personen) von Köln Hbf nach Wien Hbf

Der Zug nach Köln Hbf kam aber zu spät dort an(ca. 2 Stunden später)und der Zug nach Wien war schon abgefahren.

Ich verstehe nicht, warum ich Stunden später (statt morgens erst abends) erst in Wien ankam und dafür keine Entschädigung bekommen sollte.

Außerdem wenn das nicht stimmen sollte, mit den 50%, wieso gab mir der Mitarbeiter dann das Formular?
Der selbe Mitarbeiter stellte mir auch das Hotel und den Zug am nächsten Tag zur Verfügung. Also hätte er wissen müssen, wenn die 50% falsch wären.

Ich glaube, dass wie Braunschweiger schon gesagt hat, die ÖBB sich das Geld von der DB holt. Schließlich sind sie Schuld, dass ich den Zug nicht rechtzeitig erreichen konnte.

kirroyal
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Dann ist es jetzt eindeutig. Genaugenommen hätten Sie noch nicht mal Anspruch auf Hotel und Weiterreise am nächsten Tag gehabt, denn dafür hätten Sie die Tickets in einem gemeinsamen Buchungsvorgang erwerben müssen. Das trifft bei einer Wochenkarte wahrscheinlich nicht zu. Die Regelung ist hier beschrieben (steht aber auch nicht zur Diskussion, da Sie die Kulanzleistung ja erhalten haben):

https://community.bahn.de/questions/2131973-habe-anspruch...

Die 50% Entschädigung sind eine Leistung aus den Fahrgastrechten, welche hier aber nicht greifen, da es sich um zwei getrennte Beförderungsverträge handelt. Wahrscheinlich kannte der Mitarbeiter die genaue Regelung nicht oder dachte aus irgendeinem Grund, dass es sich um ein durchgehendes Ticket handelt.

Vielleicht haben Sie ja Glück und erhalten von der ÖBB trotzdem eine Entschädigung, einen rechtlichen Anspruch darauf haben Sie aber nicht.

Guten Abend,die Antwort von kirroyal ist korrekt. Anspruch auf Entschädigung laut den Fahrgastrechten haben Sie nicht, da zwei Beförderungsverträge vorliegen. Sie können es dann bei der ÖBB auf dem Kulanzweg versuchen, aber wir können da keine Zusicherung machen, dass Sie etwas als Entschädigung bekommen. /no