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Kann bitte irgendwann mal die S-Bahn in Halle auf den Intercity warten

Hallo,
Ich bin Berufspendler und muss in Halle regelmäßig über eine halbe Stunde länger warten, weil die S-Bahn nach Leipzig nicht auf verspätete Züge wartet. Warum wird hier nicht die Verspätung durchgegeben und der Anschluss wartet die obligatorischen 7 Minuten? Ich komme hier meist zu spät mit dem IC an, weil dieser vorher selbst auf verspätete Züge wartet. Warum wartet dann bitte die S-Bahn nicht? Von Hannover nach Schkeuditz in fünf Stunden zu fahren, mit Umleitungen über Dessau und Bitterfeld und Baustelle in Halle am Bahnhof sind nicht mehr trag und ertragbar. Was soll so das? Time ist Money? Ich fahre schon erste Klasse im zweitklassigen Intercity und dann noch diese unnötigen Wartezeiten jede Woche. Wenn mein Zug nicht um Neunzehn nach einfährt, sondern um 24 nach, warum startet die S-Bahn dann pünktlich um 25 nach???? Und das nicht ab und an, sondern immer. Warum wartet der IC dann auf verspätete Reisende in anderen Bahnhöfen? Wer oder was ist hier abwärts kompatibel? Das ist für mich als langjähriger Bahn Comfort Kunde einfach nicht-, oder unverständlich. Was ist los bei euch? Kundenservice nur für ICE Fahrer? Nein, von meinen Kollegen weiß ich, das die S-Bahn in Halle auch auf ICE Reisende nicht wartet. Für mich eine große Frechheit und nicht länger hinnehmbar. Stellen sie sich mal vor sie müssten Regresszahlungen an ihre Kunden erbringen... Ich überlege mittlerweile wieder auf das Auto umzusteigen, weniger Stress, 2,5 Stunden Zeitgewinn und im Preis gibt sich das auch nichts mehr. Shame on you ... Danke... Mein Tip, wenn sie die S-Bahnen nicht mehr im Griff haben, an allen großen Bahnhöfen (auch Halle oder Magdeburg) Lounges und Freibier, damit man das ertragen kann. Mit freundlichen Grüßen Fabian Nagel

HerrNagel
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kabo
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Schon in den 1980er Jahren stand in jedem Fahrplan "S-Bahnen warten nicht - auf S-Bahnen wird nicht gewartet". Das hat sich nicht geändert.

Über 90% aller Bahn-Nutzer sind Nahverkehrskunden. Für die ist es eine Zumutung, wenn die S-Bahnen ständig auf Fernzüge warten müssten und man deshalb zu spät zur arbeit kommt.
Außerdem müsste die DB Regresszahlungen an den MDV bzw. an die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt leisten, wenn die S-Bahnen wegen verspäteter Fernzüge selbst Verspätung bekommen.

HerrNagel
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Unglaubliche Antwort... In den Achtzigern? Und es geht nicht um große Verspätungen, sondern um die normalen sieben Minuten, die die Bahn bei andern Fahrten auch einräumt. Ggf ist auch wegen der Baustelle am Bahnhof Rücksicht zu nehmen... Die Antwort von Kabo kann ich so nicht akzeptieren. Wir suchen nach Lösungen nicht nach ausreden. Bei ihrer Logik bräuchte die Bahn nie auf andere Züge zu warten. Nach meiner Logik im übrigen auch, denn wer nur ein wenig Mathe beherrscht, merkt, das es dann viel weniger betroffene geben würde. Dann wäre mein Zug auch pünktlich...

„Die Antwort von Kabo kann ich so nicht akzeptieren. Wir suchen nach Lösungen nicht nach ausreden.“
-> Es nutzt Ihnen wenig, wenn Sie kabos Antwort nicht akzeptieren. Ich muß auch nicht akzeptieren, dass es im Winter kalt oder Nachts dunkel ist. Allerdings wenn mir jemand erklärt, warum es im Winter kalt ist, würde ich es nicht als Ausrede hinstellen.

Genausowenig ist kabos Antwort eine Ausrede. Warum sollte kabo sich denn herausreden. Er hat weder mit der Pünktlichkeit der Bahn (das ist das eigentliche Problem) noch mit der Verkehrsleitung von Zügen etwas zu tun. Kabo ist ein Bahnkunde genau wie Sie und ich. Vielleicht hat er deutlich mehr Erfahrung als Sie und versteht einige Zusammenhänge besser.

Eine 7 Minuten später abfahrende S-Bahn würde spätestens bei der Einfahrt in den Citytunnel keine Trasse mehr zur Verfügung haben und den gesamten S-Bahnverkehr durcheinander bringen. Die Lösung ist, die S-Bahn möglichst planmäßig fahren zu lassen und Reisende aus verspäteten Zügen mit der nächsten Bahn zu befördern.

Die S-Bahn ist auch nicht als Anschluss für einen bestimmten Zug vorgesehen. In Halle kommen laufend ICEs aus Frankfurt, München und Berlin an, ICs aus Hannover und Dresden, Regionalzüge aus Wittenberg, Magdeburg, Goslar, Dessau, Kassel, Erfurt. etc. In jeden Zug sitzen Reisende, die ab Halle mit der S-Bahn weiterfahren. Meinen Sie im Ernst, immer wenn einer dieser Züge Verspätung hat, soll die S-Bahn nicht pünktlich fahren? Träumen Sie weiter.

Es gibt übrigens öfter Fälle wo eine S-Bahn wartet. Die letzte S-Bahn des Tages macht das öfter, weil es sonst keinen Anschluss mehr gibt.

kabo
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"Unglaubliche Antwort... In den Achtzigern?"
-> in Westdeutschland: Eindeutig Ja.
Nach der Wiedervereinigung stand das auch wörtlich so im gesamtdeutschen Kursbuch. Das können Sie mir ruhig glauben.

"Die Antwort von Kabo kann ich so nicht akzeptieren. Wir suchen nach Lösungen nicht nach ausreden. "
-> Die Lösung wäre ganz einfach, die Pünktlichkeit der Fernzüge zu erhöhen. Wenn S-Bahnen (oder allgemein Regionalzüge) auf verspätete Fernzüge warten und dadurch die Verspätung übertragen wird, ist das maximal Flickwerk - aber keine Lösung des Problems.

" Bei ihrer Logik bräuchte die Bahn nie auf andere Züge zu warten. "
-> Ja, dahin geht auch ganz klar der Trend. S-Bahnen habem schon immer nicht gewartet, aber mittlerweile warten auch Regionalzüge (RB/RE) immer seltener auf verspätete Fernzüge. Die Auftraggeber (im Regelfall die Bundesländer) erwarten im Gegenzug für die Subventionen, die der Nahverkehr erhält, einen pünktlichen Nahverkehr. Es ist nicht gewollt, dass der Nahverkehr vom Fernverkehr ausgebremst wird. Regresszahlungen, die die DB bei Verspätung von Regionalzügen an den Auftraggeber zahlen muss ("Pönalen"), sind mittlerweile meines Wissens in allen Bundesländern üblich.

"Nach meiner Logik im übrigen auch, denn wer nur ein wenig Mathe beherrscht, merkt, das es dann viel weniger betroffene geben würde."
-> Ich bilde mir ein, ganz gut in Mathematik zu sein - und bringe mal ein Beispiel:
In einer S-Bahn sitzen 200 Fahrgäste auf dem Weg zur Arbeit. Die S-Bahn ist pünktlich. 200 Fahrgäste sind glücklich.
Nun wartet die S-Bahn plötzlich 7 Minuten auf einen verspäteten IC, aus dem 50 Leute in die S-Bahn umsteigen wollen. Die 50 Umsteiger sind über die wartenden S-Bahn glücklich. Die 200 anderen Fahrgäste sind dafür jetzt unglücklich, weil aus der pünktlichen S-Bahn eine unpünktliche S-Bahn geworden ist. 200 Leute kommen jetzt jeweils 7 Minuten zu spät an. Das macht einemn volkswirtschaftlichen Schaden von 200x7 = 1400 Minuten. Dazu kommt die zu zahlende Pönale für die DB.
Die Alternative wäre gewesen, die S-Bahn nicht warten zu lassen. Dann wären "nur" die 50 Umsteiger unglücklich geworden. Die hätten (bei 7 Min Verspätung des Fernzugs) jetzt noch 23 Minuten Wartezeit auf die nächste S-Bahn, also ein Gesamtschaden von 50x23 = 1150 Minuten. Die DB spart die Pönale.
Es ist also nicht wirtschaftlich, eine S-Bahn, die im 30min-Takt fährt, auf einen Fernzug warten zu lassen.

Und ganz persönlich habe ich mich früher (als ich noch mit der Bahn zur Arbeit gefahren bin - jetzt fahre ich Fahrrad) auch immer geärgert, wenn mein Feierabend-Regionalzug von einem verspäteten Fernzug ausgebremst wurde.

Bei Zügen mit so engem Takt wie die S-Bahnen Halle-Leipzig macht Warten keinen Sinn, falls es nicht die letzte Verbindung ist. Die Folgen für die anderen Fahrgäste und auch für die Taktung der Züge auf der Strecke sind deutlich höher als die für die Menschen, die von einem Fernzug umsteigen.

Das Wichtigste wäre hier wirklich, die Verspätungen auf den Fernzügen zu vermeiden.