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Differenzierter Flexpreis konterkariert Preissenkung durch Mehrwertsteuersenkung

Hallo an Mitleser und Moderatoren,

musste heute feststellen, dass im Rahmen des "differenzierten Flexpreises" meine Fahrt Bonn - Berlin nun erstmals die 70 € Schwelle überschritten hat (Mit Bahncard 50).

Nun ist es das Ziel dieses "differenzierten Flexpreises", Hauptreisetage zu verteuern um die Reisenden zu lenken.

Nur - wie will man Leute zur Bahn bekommen (was ja das Ziel der Mehrwertsteuersenkung ist) - wenn man dieses "differenzierte Flexpreis"-Model anscheinend immer weiter ausreizt und defacto eine Preiserhöhung durch die Hintertür durchführt - und zwar an den Tagen, an denen viele - jetzt vielleicht noch Autopendler - mit der Bahn fahren ?

Wenn das erstmal groß publik wird - das geht PR-mäßig aber richtig nach hinten los.

Grüße, Oliver.

BahnfahrenderOliver
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kabo
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"Nur - wie will man Leute zur Bahn bekommen (was ja das Ziel der Mehrwertsteuersenkung ist) - wenn man dieses "differenzierte Flexpreis"-Model anscheinend immer weiter ausreizt und defacto eine Preiserhöhung durch die Hintertür durchführt - und zwar an den Tagen, an denen viele - jetzt vielleicht noch Autopendler - mit der Bahn fahren ?"
-> Dafür wird es an anderen Tagen halt auch billiger.

"Wenn das erstmal groß publik wird - das geht PR-mäßig aber richtig nach hinten los."
-> Bei den letzten versteckten Erhöhungen ist das auch nicht passiert. Da braucht die DB nichts zu befürchten.

Das Thema hatten wir ähnlich vor kurzem schon hier:
https://community.bahn.de/questions/2100117-feiertagszusc...

Tja...solange die Züge trotzdem noch voll sind, wird sich da auch nix ändern. Man melkt eine Kuh solange wie sie Milch gibt. Und dass verstecke Preiserhöhungen bei der Bahn an der Tagesordnung sind, hat schon der August 2018 gezeigt, wo Sparpreise teurer wurden und bei der untersten Preiskategorie einfach mal so die Stornierungsmöglichkeit und das Cityticket gestrichen wurde.

In den Medien klingt das alles toll: Preisenkung wird an die Kunden weitergegeben. Wenn aber der differenzierte Flexpreis eine Spanne von -5% und +15% zum Normalpreis bekommt (von ursprünglich 2-5%), dürfte jedem ein Licht aufgehen, was uns eigentlich erwartet. Ich könnte auch wetten, dass nach der Steuersenkung auch die Sparpreiskontingente stark beschnitten werden. Dann gibt es halt nur noch 5 statt 50 Sparpreise pro Stecke zu dann 17,90 Euro und schwupps geht es hoch in die nächste Preis-Kategorie.

Aber solange der Kunde das mitmacht...selber Schuld. Frankreich zeigt wie es geht...aber der Deutsche meckert nur im Internet. Da ändert sich nix.

P.S. "Nur - wie will man Leute zur Bahn bekommen"
--->Will man das wirklich? Von der Bahnseite her glaube ich das nicht. Die haben jetzt schon kein rollendes Material, vieles ist kaputt und überaltert, es fehlen Mitarbeiter in den Zügen und Werkstätten, ebenso Lokführer, das Bordbistro ist mehr geschlossen als geöffnet, die Züge sind teils überbelegt, Stehplätze sind an der Tagesordnung...wie soll die Bahn das stemmen? Die drehen doch jetzt schon durch?

@NRW Nö, aber die Preise erhöht. Ist genau wie im Supermarkt. Artikel kostet immer 1,69 Euro. Dann wird der heimlich auf 1,99 Euro erhöht und 4 Wochen später wird groß eine Werbung geschalten, dass der Artikel jetzt nur noch 1,89 Euro dauerhaft kostet und man steht im guten Licht da. Reine Psychologie und genauso macht es ja die Bahn.
Dass du aber anderer Meinung bist ist klar, die DB ist ja dein Arbeitgeber. ;)

Wo steht das ich anderer Meinung bin? Das war nur eine Frage ob die Mehrwertsteuer schon gesenkt wurde. Und die Frage kann man mit nein oder ja beantworten. Eine Meinung diesbezüglich ist es nicht.

kabo
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Wie man es dreht und wendet:
Die DB hat ständig neue Fahrgastrekorde - schon ohne die Mehrwertsteuersenkung. Also kann das Preissystem wie es derzeit ist, nicht so fürchterlich schlecht sein. Weder die bisherigen Preiserhöhungen (versteckt und offen) noch die "Kompliziertheit" der Preise schrecken nennenswert Kunden ab. Also wird - realistisch betrachtet - auch die Ausweitung des differenzierten Flexpreises nicht nach hinten losgehen.

Ob man das gut findet, mag dahingestellt bleiben. Es ist einfach so.

Die Preisdifferenzierung zwischen nachfragestarken Tagen und nachfrageschwachen Tagen ist beim Flixbus übrigens auch nicht geringer.

BahnfahrenderOliver
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Hallo,

ich denke vor der Aussage von Hr. Lutz "Den finanziellen Vorteil würden wir mit günstigeren Fahrpreisen eins zu eins an unsere Kunden weitergeben“ ist das ganze schon kritisch zu sehen.

Sein Versprechen ist vor dem Hintergrund dieser intransparenten Preisgestaltung nicht nachvollziehbar und wenig glaubhaft. Und da hilft auch der Vergleich mit Flixbus wenig.

Grüße, Oliver.

In mehreren anderen Beiträgen hatten wir schon festgestellt, das am 2. Oktober der differenzierte Flexpreis 14% über dem Durchschnitt liegt, am 4. Oktober 5% darunter.

Die Mehrwertsteuersenkung, wenn sie denn mal kommt, würde 10% ausmachen. An nachfragestarken Reisetagen würde der Flexpreis Zuschlag höher sein als die Preisreduzierung durch die Steuersenkung. Trotzdem würde der Fahrpreis niedriger sein als heute. An Tagen wie heute sind aber die meisten Züge ohnehin proppenvoll und da macht es auch nicht so viel Sinn noch zusätzlich Leute in die Züge zu locken.

Natürlich generiert der differenzierte Flexpreis Mehreinnahmen. An starken Reisetagen zahlen mehr Kunden den Aufschlag als an schwachen Reisetagen Kunden von der Preissenkung profitieren. Zudem ist der Aufschlag inzwischen höher als der Abschlag. Letztlich ist das wieder Angebot und Nachfrage. Die vollen Züge und der stete Anstieg der Fahrgastzahlen zeigt, das die Nachfrage nach Tickets zu den aktuellen Preisen ja da ist. Bei Sparpreisen ist es schon länger so, das die ganz günstigen Angebote seltener werden. Geschadet hat es der Bahn kein bisschen.

Genau wie bei der Einführung des Supersparpreises. Viele BC Sparpreiskunden fühlten sich betrogen. Auch das „wurde publik“. Nach hinten losgegangen ist das keineswegs.

Der differenzierte Flexpreis wird weitaus weniger hohe Wellen schlagen als die Preiserhöhung beim Sparpreis und die Einführung des Supersparpreises. Preissensible Bahnreisende buchen selten einen Flexpreis. Nach hinten geht da bestimmt nichts los.

Dafür wird eine etwaige Mehrwertsteuersenkung ein Image- und Finanzgewinn für die Bahn. Ticketpreise sinken und die Bahn hat keinene Gewinnschmälerung, von den Steuern hat sie ja nichts. Es dürften aber mehr Tickets verkauft werden. Das steigert die Einnahmen.

Um die Frage direkt zu beantworten: „Nur - wie will man Leute zur Bahn bekommen (was ja das Ziel der Mehrwertsteuersenkung ist) - wenn man dieses "differenzierte Flexpreis"-Model anscheinend immer weiter ausreizt und defacto eine Preiserhöhung durch die Hintertür durchführt - und zwar an den Tagen, an denen viele - jetzt vielleicht noch Autopendler - mit der Bahn fahren ?“
-> An Tagen wo die Züge sowieso schon aus den Nähten platzen, kann die Bahn gut darauf verzichten zusätzliche Leute in die Züge zu bekommen. Die meisten Reisenden nutzen Sparpreise, die sind seit jeher deutlich stärker nachfrageorientiert. Unterm Strich sinken die Preise bei einer Steuersenkung trotzdem, was zu einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen führen wird. Es ist eher nicht davon auszugehen, das die stärkere Differenzierung beim Flexpreis negative PR-Auswirkungen haben könnte.