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Frage beantwortet

Feiertagszuschlag von 14%?

Mit Bahncard 50 zahle ich auf meiner "Hausstrecke" zwischen Lahr und Wolfsburg für das Flexticket 62,55 EUR. Für die Fahrt am 02.10.2019 wird mir das Ticket bei der Onlinebuchung nur für 71,30 EUR angeboten, also rund 14% teurer. Das kann doch nicht sein? Mit so einem "Feiertagszuschlag" verkrämt man ja wirklich alle Kunden. Überlegen Sie sich, wenn McDonalds für seine Burger am Feiertag 14% Zuschlag verlangen würde. Da gäbe es doch einen Aufschrei unter der Kundschaft!

Blackforestman
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Guten Abend Blackforestman,

schon mal vom Begriff „Angebot und Nachfrage“ gehört? Was machen nochmals Hotels bei Messen? Da werden bis zu 500% aufgeschlagen.

Danke fürs zuhören!

...genau nach "Angebot und Nachfrage“ legt die Bahn ihre Preise fest. Und wenn dann im Januar die MwSt. gesenkt wird und die Fahrpreise um ca. 10% billiger werden, steigt auch die Nachfrage. Na, was wird dann passieren? Richtisch...Der Preis steigt (vielleicht wie oben auch um 14 %) und der dumme Deutsche jubelt dann immer noch zu der Steuersenkung...nix mit Umweltgedanken, Klimafreundlich....der Rubel muss rollen...Das grüne Gelaber ist nur zum anfixxen der Naivlinge *lol*

Blackforestman
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... na ja - deshalb ist es ja trotzdem nicht richtig ... insbesondere bei einem (Staats)Monopolisten.

Fahrpreise für eine bestimmte Verbindung sind nicht jeden Tag gleich. An Tagen bei denen eine geringe Nachfrage erwartet wird, sind Bahnfahrpreise niedriger als an Tagen mit einer hohen erwarteten Nachfrage. Anders als bei (Super-)Sparpreisen bei denen Sich der Preis nach der tatsächlichen Auslastung einer bestimmten Verbindung richtet (und sich auch im Laufe der Zeit verändert) wird der Flexpreis nach der erwarteten Nachfrage an einem bestimmten Tag festgelegt und bleibt über die 180 Tage von Buchungsbeginn bis Buchungsende gleich. Bahntickets sind Freitags meist teurer als Samstags. Vor Feiertagen oder zu Ferienbeginn sind Bahntickets teurer als an „normalen“ Tagen. So beträgt der Flexpreis Hamburg - Heilbronn über Würzburg am 2.10. (vor dem Feiertag) 163 Euro, am 4.10. (Brückentag) 136 Euro.

Ob Du es nicht richtig findest, dass an stark nachgefragten Tagen die Tickets teurer sind ist die eine Seite. Andere finden es vielleicht cool, dass man an weniger nachgefragten Tagen billiger Bahnfahren kann.

Das ganze ist auch nichts neues. Es nennt sich „differenzierter Flexpreis“ und wurde bundesweit zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 eingeführt.

https://community.bahn.de/questions/browse?utf8=%E2%9C%93...

"Sorry aber die Deutsche Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen welchem Geld verdienen muss. Mehr ist dazu nicht zu sagen."
--->Das ist halt das ganze Übel der Privatisierung. Die DB sollte wieder ganz dem Bund gehören ohne Gewinnabsichten, sondern als Staatsbahn allein für den Bürger da sein ohne in 140 Länder mitzumischen.

@Joe aber die Spreizung zwischen den Preisen ist schon krass geworden. Es waren mal nur 5 %.

@ Bahnfr0sch

„Joe aber die Spreizung zwischen den Preisen ist schon krass geworden. Es waren mal nur 5 %.“

Ja die Spanne ist deutlich größer geworden. Es gibt auch keinerlei Aussagen dazu, wie groß die Spanne ist. Die Bahn hat dafür den Textbaustein
„die preisliche Differenzierung ist abhängig von der Auslastungssituation. Daher gibt es keine pauschale Aussage zur Differenzierungshöhe.“
entwickelt.

Die Beobachtung, dass die Spreizung immer größer wird und die Tatsache, dass man sich hinter dem obengenannten Textbaustein versteckt, lassen erahnen dass man wohl plant das noch etwas auszureizen.

EinVielfahrer
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Manchmal ist es dann auch praktische die Fahrt schon einenTag eher zu beginnen und die Gültigkeit des Tickets für zwei Tage zu nutzen....
Wenn die Fahrt am 1.10. begonnen wird (=billiges Ticket, fahrt nur eine S-Banststion) kann man am 2.10. den Rest der Strecke fahren (und erzählt, dass die Fahrt am Vortag begonnen wurde.

Blackforestman
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Danke ... prima - die letzte Antwort ist wirklich hilfreich ... man bucht die Abfahrt eine Station und einen Tag früher und gibt dann einen Zwischenhalt in Wolfsburg Hauptbahnhof von 24 Stunden ein ... schwuppdiwupp wird die Fahrt bei Bahncard 50 rund acht Euronen günstiger ... ohne Bahncard wären das also 16 EUR.

Für Geschäftskunden mit Geschäftskundenaccount geht es noch einfacher. Für die gibt es den FlexPreisBusiness. Das Ticket ist an diesem Tag knapp 50 Cent teurer als der FlexPreis, enthält allerdings schon die Sitzplatzreservierung. Ein Schuft wer böses dabei denkt, wie unterschiedlich die Bahn Privat- und Geschäftskunden behandelt ... und welche Kunden man gerne hat und welche nicht ...

@Tino Groß: Ich stimme Dir vollständig zu ... Du hast völlig recht ... DIE BAHN IST EIN WIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN, SORRY ... :-) ... tolle Leistung von dem Betriebswirt, Wirtschaftsmathematiker oder -informatiker, der diese Preisfindung optimiert hat. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Danke fürs Zuhören.

@Joe mir hat gerade DB/si auf Facebook diesen 3 Jahre alten Link geschickt und abgestritten, dass es jetzt über 5 % sind. https://community.bahn.de/questions/1144232-differenziert...

Langsam zweifle ich wirklich an der Kompetenz des SM-Teams. Oder die waren Freitags auch nicht in der Schule, wo Protzentrechnen dran war. ;-)

Ausschnitt von FB:

ICH: @Deutsche Bahn Personenverkehr während die "differenzierten" Flexpreise zur gleichen Zeit bis zu 15% teurer werden...wer soll euch noch glauben?

Deutsche Bahn Personenverkehr: Nein, das ist nicht richtig. Es sind maximal 5 Prozent. Ferner betrifft es nur den Flexpreis. Die meisten Reisenden buchen jedoch Sparpreise. /si

Auf Verweis dieses Links hier schreibt DB/si "Dort unterhalten sich Reisende, aber ich sehe keine Antwort der DB. Aber hier steht es eindeutig: https://community.bahn.de/questions/1144232-differenziert...

Edit: Jetzt wirds noch verrückter. DB/di auf Twitter spricht sogar nur von 2%. Zitat: "Wie kommen Sie auf 15 Prozent bei circa 2 Prozent Schwankung? /di" *grööööl*

@ Bahnfr0sch

Wie schreibt DB?
"Dort unterhalten sich Reisende, aber ich sehe keine Antwort der DB.[...]“

Dann schauen wir mal was die Bahn sagt, wenn ich nach dem Flexpreis für den direkten ICE Braunschweig -> Offenburg frage. Nehmen wir mal vor und nach dem Feiertag. Suchen wir mal für den 4.10. und finden:

http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?S=Braunschw...

119,00 EUR

Schauen wir nun für den 2.10. und finden:

http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?S=Braunschw...

142,50 EUR

Der Flexpreis an einem normalen Tag ist übrigens 125,00 EUR.

http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?S=Braunschw...

Bezogen auf den Durchschnittlichen Preis sind das 17,50 EUR mehr (+14%) bzw. 6,00 EUR weniger (-4,8%).

Also bei der Abweichung nach unten wird die 5% Marke nicht überschritten. Bei der Abweichung nach oben sind die 14% wirklich da. Genau wie auch vom Fragesteller beobachtet. Das sind keine Behauptungen von Kunden, sondern die offiziellen Flexpreise der DB.

Erstaunlich, dass man konkrete (wenn auch falsche) Prozentzahlen nennt und nicht den dafür vorgesehenen Textbaustein „Die Differenzierung ist abhängig von der Auslastungssituation. Daher gibt es keine pauschale Aussage zur Differenzierungshöhe“ nutzt, wie z.B. hier:

https://community.bahn.de/questions/2012452-aufstufungen-...

https://community.bahn.de/questions/1862984-hohe-variable...

https://community.bahn.de/questions/1734226-variierende-f...

Natürlich will und soll die Bahn Einnahmen generieren. Aber wenn ganz offen beim differenzierten Flexpreis Zuschläge von 14% aufgeschlagen werden, dann sollte man das nicht abstreiten. Das macht das ganze nicht besonders glaubwürdig.

„Zitat: "Wie kommen Sie auf 15 Prozent bei circa 2 Prozent Schwankung?“
-> Mein Tipp, evtl. sollten sich die Kollegen einfach mal die Fahrpreise ansehen.

Tut mir leid, dass es hier zu differenzierten Aussagen kam. Eine pauschale Aussage ist uns auch weiterhin nicht bekannt, darum sind die gemachten Prozentangaben nicht valide. Wie geschehen lassen sich diese ja auch leicht wiederlegen, indem jeder kurzerhand selbst nachrechnet. /ti

Blackforestman
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Fahrpreisermittlung über https://reiseauskunft.bahn.de:

Fahrt am 04.10.2019 mit ICE377 von Wolfsburg nach Offenburg
Flexpreis: 122,50 EUR ohne Bahncard

Fahrt am 02.10.2019 mit ICE377 von Wolfsburg nach Offenburg
Flexpreis. 147,00 EUR ohne Bahncard

(147,00 EUR - 122,50 EUR) / 122,50 EUR = 0,2 = 20%

Die Fahrt ist also am 04.10.2019 insgesamt 20% teurer als am 02.10.2019. Was ist daran nicht valide?

@ Blackforestman

„Was ist daran nicht valide.“
-> Ich glaube, Du hast da etwas falsch verstanden. Tilo vom DB Team meinte nicht, das die berechneten Preisunterschiede von bis zu 14% nicht valide sind, sondern die von seinen Kollegen gemachten Angaben von 2% oder 5% sind nicht valide. Zu den von seinen Kollegen gemachten Prozentangaben schrieb er ja: „Wie geschehen lassen sich diese ja auch leicht wiederlegen, indem jeder kurzerhand selbst nachrechnet.“

Auch ist die von Dir gemachte Prozentrechnung nicht ganz seriös, da Du als Basis nicht den „normalen“ Flexpreis benutzt, sondern den verringerten differenzierten Flexpreis eines nachfrageschwachen Reisetages.

Der Flexpreis Wolfsburg-Offenburg beträgt ohne Zu- oder Abschläge 129,00 EUR. Am 2.10 kommt ein Zuschlag von 18,00 EUR hinzu. Das sind wieder die zusätzlichen 14% (13,953...). Am 4.10. ist durch den differenzierten Flexpreis die Fahrt 6,50 EUR günstiger als an normalen Tagen. Das macht ein Abschlag von 5% (5,038...)

Das sind die schon (auch in Deiner Frage) erwähnten 14% Zuschlag. Es bleibt also dabei, die Abschläge an nachfrageschwachen Tagen gehen bis -5%, die Aufschläge an nachfragestarken Tagen bis +14%.

Blackforestman
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Stimmt! Daher akzeptiert!

Nachdem ich mich hier erstmals mit dem Thema beschäftigt habe, stelle ich mir natürlich die Frage, ob ein Preisfindungssystem, das ich als Kunde nicht mehr nachvollziehen kann, tatsächlich wünschenswert ist. Das ist wohl auch eine politische Frage. Ich bin seit 15 Jahren bahn.comfort-Kunde - also ein echter Vielfahrer. Mich verärgern solche Dinge - gefühlt dominiert die "Bestrafung" durch höher Preise die "Belohnung" durch Schnäppchen.

„stelle ich mir natürlich die Frage, ob ein Preisfindungssystem, das ich als Kunde nicht mehr nachvollziehen kann, tatsächlich wünschenswert ist.“
-> Das kommt auf den Standpunkt des Betrachters an. Aus Sicht der Bahn könnte das schon wünschenswert sein.

„gefühlt dominiert die ‚Bestrafung‘ durch höher Preise die ‚Belohnung‘ durch Schnäppchen.“
-> +14% und -5% hat schon was von einer ‚gefühlten Preiserhöhung‘.