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Frage beantwortet

Wann wird ein Taxi erstattet

Hallo,

Mal angenommen ich will nach Dagstuhl im Saarland fahren, letzter Bus fährt um 20:30h, die Fahrkarte für den Bus ist nicht im DB-Ticket enthalten, aber das letzte Verbindungsstück wird auf der Fahrkarte aufgelistet.

Jetzt komme ich mit deutlich über 4 Stunden Verspätung in St. Wendel um 0:30h an. Keine Menschenseele vor Ort. Ich finde zum Glück noch ein Taxi was mich in das ca. 30km weiter gelegene Dagstuhl bringt. Der einzige Weg, noch eine Unterkunft zu bekommen da auch wirklich alles und jederman in St Wendel schläft um die Uhrzeit.

Werden in solch einem Fall die Kosten für das Taxi übernommen? Wie gesagt, Ziel laut Fahrkarte ist Dagstuhl, nicht St. Wendel.

Viele Grüße.

JonathanSpreer
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kabo
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"Wie gesagt, Ziel laut Fahrkarte ist Dagstuhl, nicht St. Wendel."
-> Wenn Sie ein Online-Ticket zum Selbstausdruck haben, ist die Fahrkarte der Kasten oben links. Was da als Ziel steht, das zählt. Wenn Dagstuhl nur auf der Reiseverbindung in der Mitte des Ausdrucks steht ("Ihre Reiseverbindung"), dann nutzt das nichts.

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"Wie gesagt, Ziel laut Fahrkarte ist Dagstuhl, nicht St. Wendel."
-> Wenn Sie ein Online-Ticket zum Selbstausdruck haben, ist die Fahrkarte der Kasten oben links. Was da als Ziel steht, das zählt. Wenn Dagstuhl nur auf der Reiseverbindung in der Mitte des Ausdrucks steht ("Ihre Reiseverbindung"), dann nutzt das nichts.

Ziel laut Fahrkarte ist St.Wendel. Die Weiterfahrt mit dem Bus steht nicht auf der Fahrkarte. Wenn Sie sich eine Verbindung von z.B. Frankfurt nach Wadern-Dagstuhl heraussuchen, steht auf der Fahrkarte:
H: Frankfurt - St. Wendel
über: MZ*KH*Türkismühle

Die Busverbindung nach Dagstuhl steht nur auf dem unverbindlichen Reiseplan darunter (bzw. auf dem Reiter neben dem Ticket im DB-Navigator). Sie ist nicht Bestandteil des Beförderungsvertrages mit der Bahn.

Wenn Sie um 0:30 in St. Wendel ankommen, hat die Bahn den Beförderungsvertrag erfüllt. Die Weiterbeförderung nach Wadern ist alleine Ihre Sache. Wegen der 4 Stunden Verspätung steht Ihnen aber eine Entschädigung von 50% des Ticketpreises zu.

Taxikosten werden nur erstattet, bei Zugausfall, wenn es sich um den letzten Zug des Tages handelt
oder
Bei einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr und einer zu erwartenden Verspätung von mind. 60 Minuten am Zielbahnhof.

Es geht dabei immer darum St. Wendel zu erreichen und nicht Dagstuhl.

JonathanSpreer
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Vielen Dank für die Antworten. Klingt ja alles ganz logisch, ist aber mal wieder so ein Sachverhalt bei der Bahn der schwer vermittelbar ist wenn man um 0:30h in St Wendel steht. Vor allem, wenn man sich die Verbindung bei der Bahn geholt hat und sie auf dem Ticket steht. Vor allem, wenn es ja nicht mehr um "Nah"verkehr im eigentlichen Sinne geht. Das ist ja eigentlich dann nicht so ganz unverbindlich, wenn man nach gesundem Menschenverstand geht. Zumal das Zeug oben links ja nicht gerade gut verständlich präsentiert ist.

Außerdem hat mir das ICE Personal hier dann wohl eine falsche Information gegeben. Aber das ist wohl auch kein Einzelfall.

„Außerdem hat mir das ICE Personal hier dann wohl eine falsche Information gegeben. Aber das ist wohl auch kein Einzelfall.“
-> Das kommt leider vor.

„. Das ist ja eigentlich dann nicht so ganz unverbindlich, wenn man nach gesundem Menschenverstand geht. Zumal das Zeug oben links ja nicht gerade gut verständlich präsentiert ist.“
-> Zur Präsentation: Kaufen Sie ein Papierticket am Schalter, dann ist auf dem Ticket keine Reiseverbindung aufgedruckt. Die gibt es auf einen extra A4 Blatt. Auch am Automaten sind das 2 Zettel. Der eine ist das Ticket, der andere ist die Reiseverbindung. Da ist es optisch noch deutlicher, dass das eine ein Ticket ist und das andere blos eine (unverbindliche) Fahrplanauskunft.
Bei den ersten Onlinetickets war es ähnlich. Der Reiseplan war viel größer und vom eigentlichen Ticket deutlich abgesetzt gedruckt. Das Ticket war die erste A4 Seite, auf den nächsten Seiten folgten die Reiseverbindung und weitere Hinweise. Ein Onlineticket bestand damals aus 3-4 A4 Seiten, die alle ausgedruckt werden mussten. Es gab Kritik am Papieraufwand. Im Laufe der Zeit wurden Onlinrtickets immer kompakter. Auch wenn inzwischen alles auf einem Blatt zusammengefasst ist, gehört der Reiseplan nicht zum Ticket, sondern ist nach wie vor eine unverbindliche Empfehlung.

„wenn man nach gesundem Menschenverstand geht.“
-> Gesunder Menschenverstand und Recht sind zwei verschiedene Dinge. Außerdem ist der eigene Verstand subjektiv. Stellen Sie sich vor, Sie sind Taxifahrer und fahren einen Kunden zum Bahnhof. Auf dem Weg stehen Sie im Stau. Als Sie am Bahnhof ankommen ist der Zug des Kunden weg. Außer mit einem neuen teuren Bahnticket kommt der Kunde nicht weiter. Der gesunde Menschenverstand Ihres Fahrgastes sagt nun, Sie als Taxifahrer müssten sein teures Bahnticket bezahlen. Anders kommt er ja nun nicht mehr nach Hause.

Recht ist nun noch etwas anderes. Im Jahr 1938 wurde die rechtliche Grundlage geschaffen (Haftungsausschluss der Bahn) dass die Bahn für Folgen von Verspätungen und Zugausfällen nicht haftet.

Mittlerweile hat man zwar Entschädigungsansprüche bei Verspätungen, aber Folgeschäden (wie eine Taxifahrt, weil der Bus weg ist) sind nach wie vor ausgeschlossen.

JonathanSpreer
JonathanSpreer

JonathanSpreer

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Nun gut, rechtlich scheint die Sache eindeutig zu sein, und das muss man wohl so anerkennen.