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Zugbindung bei Verspätung durch Fahrplanänderung?

Hallo!

Ich habe für den kommenden Samstag einen ICE nach München gebucht(Super Sparpreis). Dieser sollte um 14:38 ankommen.
Habe jetzt eine Email bekommen, dass mein Zug für die Strecke auf Grund einer Fahrplanänderung 13 Minuten länger braucht. Da ich einen Termin in München habe, werde ich durch diese Änderung zu spät sein.

Ich habe hier im Forum mehrmals gelesen, dass bei einer solchen Änderung die Zugbindung sofort aufgehoben wird.
"Sofern ein Fernverkehrszug einen geänderten Fahrplan hat und sei es eine Minute, kann man sich die Zugbindung aufheben lassen oder das Ticket kostenfrei zurückgeben." Zitat der DB in (https://community.bahn.de/questions/1710084-aufhebung-zug...)

So würde ich dann, wenn auch ungern den ICE 2 Stunden früher nehmen. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich beim Support der DB angerufen. Hier wurde mir auf Nachfrage bestätigt, dass die Zugbindung aufgehoben wird und ich dafür zum Reisezentrum gehen solle.
Also habe ich das auch gemacht, allerdings wollte man das im Reisezentrum mit Verweis auf die 20-Minuten Regel verweigern.

Auch wenn ich das Ticket kostenlos stonieren könnte, wäre dies ungünstig, da ich es fast 6 Monate im Vorraus gebucht habe und die eigentlich günstigere verbindung, die ich dann als Ersatz buchen müsste, durch die Zeitliche Nähe zur Reise jetzt wesentlich teurer wäre.

Ich fühle mich ehrlich gesagt bisschen verarscht, da ich die Verbindung so wie sie jetzt ist nie gebucht hätte und für einen Ersatz der pünktlich ist, unverhältnis viel im Vergleich zu meiner eigentlich teurern Verbindung zahlen müsste.
Das führt ja das Konzept des SuperSparPreises (früh buchen, feste Zeit -> günstiger Preis) ad absurdum, wenn ich jetzt mehr bezahle als für einen Flex Preis vor 6 Monaten und das kann ja nicht das Ziel sein....

HannesJ
HannesJ

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Antworten

Guten Morgen HannesJ,

da hast Du wohl etwas durcheinander gebracht. Bei einer Abweichung von nur „einer Minute“ wird die Zugbindung nicht aufgehoben. Hier greifen die zusätzlichen Regeln der Deutschen Bahn. Diese besagt dass bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten an seinem Zielbahnhof der Fahrgast einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen darf. Da es sich in Deinem Fall „nur“ um 13 min. Verspätung handelt wird die Zugbindung nicht aufgehoben. Die Mitarbeiter an der DB Information waren demnach vollkommen im Recht.

Gruß, Tino!

HannesJ
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kurzes Update:

habe jetzt ein zweites mal mit dem Kundenservice telefoniert:

gleiches Ergebnis wie beim ersten Anruf: veränderter Fahrplan im fernverkehr -> Zugbindung automatisch aufgehoben.
Jetzt wurde zusätzlich sogar noch mit einem Teamleiter gesprochen und mir so versichert, dass die Zugbindung auch ohne weitere Absprache im Reisezentrum erlischt. Der Schaffner würde das wissen.

Für mich wäre es nur schön das ganze schriftlich zu haben um eventuellen Diskussionen im zug aus dem Weg zu gehen.

Außerdem wurde mir gesagt, dass die 20 Minuten Regel hier gar keine Anwendung findet, da es sich gar nicht um eine Verspätung handelt. Macht ja auch Sinn, da eine Verspätung ja schlecht geplant werden kann. Zudem bietet die Deutsche bahn meine gebuchte Verbindung ja gar nicht mehr an, sondern nur eine ähnliche, langsamere Verbindung

Danke!

HannesJ
HannesJ

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Noch mal als Antwort an Herrn Groß:

"da hast Du wohl etwas durcheinander gebracht. Bei einer Abweichung von nur „einer Minute“ wird die Zugbindung nicht aufgehoben"

Da sagen die DB in meiner beigelegten Quelle und zwei verschiedene Servicemitarbeiter am Telefon was anderes.

"Die Mitarbeiter an der DB Information waren demnach vollkommen im Recht."

Meiner Meinung nach eben nicht. Ich habe mit der DB einen Vertrag geschlossen um 14:38 und nicht um 14:51 in München zu sein. Die DB weiß jetzt schon, dass sie das nicht machen kann oder will, von daher sehe ich die Aufhebung der Zugbindung als das mindeste an, zumal ich jetzt seit 5 3/4 Monaten mit dieser Verbindung plane und die DB eine Woche vor Reiseantritt die Zeiten ändert.

HannesJ
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Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, in wie fern ihr Link zum Thema passt? Bei meiner Situation handelt es sich um eine Fahrplanänderung und nicht um eine Verspätung. Die DB bietet den Zug wie ich ihn gebucht habe ja gar nicht mehr an. Auch wenn es nur wenige Minuten sind macht keinen Sinn sich hierbei auf Fahrgastrechte bei Verspätungen zu berufen. Das sieht der Servicesupport ja scheinbar genau so.

Ich habe mich bei Vertragsschluss neben der Strecke ja auch auf Abfahrts- und Ankunftszeit bei der Bindung eingelassen. Da diese jetzt ja nicht mehr zu stande kommt, fällt nach meinem Vertragsrechtlichen Verständnis auch die Zugbindung weg.

kabo
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Ja, das ist das Problem.
Die Fahrgastrechte gelten bei Verspätung am Reisetag. Und nach den Fahrgastrechten setzt die Aufhebung eine Verspätung von 20min voraus.

Wie Sie richtig festgestellt haben, geht es bei Ihnen aber nicht um eine Verspätung, sondern um eine Fahrplanänderung. Bei einer Fahrplanänderung kann man kostenlos von der Reise zurücktreten und bekommt das gezahlte Geld zurück - das ergibt sich nicht aus den Fahrgastrechten (weil die ohnehin nur Verspätungen, aber keine Fahrplanänderungen betreffen), sondern aus dem allgemeinen Vertragsrecht.

Es gibt aber (leider) keine Regelung im allgemeinen Vertragsrecht, dass eine Fahrplanänderung automatisch zu einer Aufhebung der Zugbindung führt.
In den Beförderungsbedingungen gibt es dazu auch keine Regelung.
Es ist wie mit dem Kauf einer Waschmaschine. Wenn Sie Modell X bestellen, Modell X dann aber wegen einer Änderung der Modellpalette plötzlich nicht mehr lieferbar ist, haben Sie keinen automatischen Anspruch darauf, dass der Lieferant als Ersatz das höherwertige Modell Y, das noch verfügbar wäre, ohne Aufzahlung liefert. Gute Waschmaschinen-Lieferanten tun das zwar, aber es ist Kulanz - einen einklagbaren Anspruch darauf hat man nicht.

Und ob sich die DB da wie ein guter Waschmaschinen-Verkäufer verhält - da scheint es keine einheitliche (interne) Richtlinie zu geben - oder sie ist nicht allen DB-Mitarbeitern bekannt.

Insofern bleiben nur 3 Optionen
-- von der Fahrt zurücktreten (mit 100% Erstattung)
-- einen kulanten DB-Mitarbeiter finden
-- hoffen, dass der gebuchte Zug am Reisetag mehr als 20min Verspätung hat, damit man die Fahrgastrechte nutzen kann.

DB
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Team

Hallo HannesJ,

Sie haben die Möglichkeit, Ihr Ticket vor dem ersten Geltungstag kostenfrei zurückzugeben. Wünschen Sie dies nicht, können Sie am Reisetag mit Ihrem Ticket die nächstmögliche Verbindung mit den auf Ihrer Fahrkarte angegebenen Beförderern nutzen. /ka