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Zugbindung bei angekündigter Verspätung?

Frage: Wann muss die Zugbindung aufgehoben werden? Wann ist eine Verspätung zu "erwarten"?

Gebucht war Düsseldorf Hbf-Frankfurt Hbf mit IC2195/IC2029. Etwa 1 Stunde vor Abfahrt diese Meldung:

IC 2029: Köln Hbf-FrankfurtMain) Hbf: Störung.
(Eine Oberleitungsstörung zwischen Andernach und Koblenz Hbf verzögert den Banhnverkeht. Der Zug wird über Bonn-Beuel umgeleitet. Die Züge im Streckenabschnitt sind aktuell 20 bis 25 Minuten verspätet.

Screenshot DB Navigator:
https://my.hidrive.com/lnk/pMgqF2RG

Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof Ihrer Fahrkarte ist die Zugbindung Ihrer Fahrt ohne besondere Bescheinigung aufgehoben.

Durch die obige Meldung konnte ich eine entsprechnde Verspätung erwarten, trotzdem wurde die Zugbindung am Düsseldorf Hbf/DB Info nicht aufgehoben. Die Zügen seien pünktlich war die Begründung.

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Waren sie nun am 03.09. verspätet in Frankfurt?

Die Zugbindung ist erst aufgehoben, wenn im Navigator in rot dasteht: "Der Anschluss wird nicht erreicht" oder so ähnlich. 2 Minuten Verspätung können immer aufgeholt werden. Der Hinweistext darunter berechtigt nicht zur Aufhebung der Zugbindung. Die Störung kann ja jeder Zeit aufgehoben werden. Das sind alles nur Prognosen.

es stand ganz klar "der Zug wird über Bonn-Beuel umgeleitet.", und zwar für den gebuchten Zug. Eine solche Umleitung führt zwangsläufig zu Verspätungen.

Bin dann übrigens mit dem ICE129 gefahren.

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Und mussten sie im 129 etwas bezahlen? Womit können wir ihnen noch helfen?

Sie müssen sich übrigens keine Freigabe von der Info holen. Wenn ihre gebuchte Verbindung verspätet ist (ab 20 min) ist die Zugbindung automatisch aufgehoben.

es wurde versucht mir eine Fahrpreisnacherhebung auszuhändigen, letztendlich habe ich nichts extra bezahlt.

Frage: wann ich eine Verspätung zu erwarten?

Die Formulierung heißt "zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten", und nicht "ab 20 Minuten Verspätung".

Elementarteilchen
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Das Problem hier dürfte hier sein, dass diese Warnung deutlich über eine Stunde vor der Abfahrt nur von einer Verspätung um 20 min von anderen (!) Zügen im betroffenen Streckenabschnitt redet, und sehr vage bleibt bzgl. der Dauer der Störung. Die Reiseauskunft selbst macht noch gar keine Prognosen über die Verspätung (rote Uhrzeiten), d.h. so früh ist noch gar nicht sicher, wie groß die Verspätung tatsächlich sein wird. In dem Fall würde ich entweder mir die Aufhebung der Zugbindung am Bahnhof bestätigen lassen (dann spielt es keine Rolle, wenn sich herausstellt, dass der Zug gar nicht mehr als 20 min später ankommt, weil die Störung doch behoben wurde), oder falls das nicht möglich ist, würde ich deutlich kürzer vor der Fahrt noch mal prüfen, wie die Situation ist, bevor ich in einen anderen Zug steige. Deutlich über eine Stunde vor der Fahrt derart vage Warnungen dürften wohl eher nicht geeignet sein, sofort von der Aufhebung der Zugbindung auszugehen.

"aber die Zugumleitung stand bereits fest=zwangsläufig Verspätung."
--->Die Zugumleitung steht erst fest, wenn sie in den Fahrplandaten (RIS) eingearbeitet ist, d.h. im Fahrplan bei bestimmten Stationen steht: Halt entfällt, bzw. zusätzlicher Halt, sowie Prognosezeiten angegeben sind.
Und die Progrosezeiten bei ihrem Screenshot sprechen nur von 2 Minuten Verspätung.
Alles andere sind nur unverbindliche Hinweise, welche eintreten können, aber nicht müssen, weil jederzeit die Störung behoben werden kann. Ihr Zug war ja zum Zeitpunkt der Abfrage noch pünktlich. Das führt auch nicht zur Aufhebung der Zugbindung. Erst, wenn die Störung im RIS eingearbeitet wurde und die Verspätung von über 20 Minuten fahrplanseitig feststeht, bzw. feststeht, dass ein Umstieg nicht mehr klappt.

Neptun
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Elementarteilchens Analyse der Situation ist sehr gut. Aus diesen Überlegungen heraus hat wohl auch die Info keinen Stempel gegeben.
Dennoch liest ein Kunde, der nicht so sehr mit den Abläufen der Bahn vertraut ist, aus den Angaben heraus, dass der Zug mindestens 20 Min. verspätet sein wird. Unklare Angaben müssen zu Lasten des Schreibers gehen. (Die Bahn könnte auch schreiben: "Dieser Zug wird eventuell umgeleitet.")

@Bahnfr0sch: "Die Zugbindung ist erst aufgehoben, wenn im Navigator in rot dasteht ..."
--> Diese Aussage ist nicht durch die Beförderungsbedingungen (9.1.4) gedeckt.
"Das sind alles nur Prognosen."
--> Genauso wie die +x-Minuten-Angaben in grün oder rot. Fakten werden aus den Prognosen immer erst, wenn der Zug den betreffenden Bahnhof erreicht hat. Dann ist es aber für Entscheidungen zu spät.

Neptun
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"Alles andere sind nur unverbindliche Hinweise"
Das schreibt die DB aber nicht dazu.

"Die Zugumleitung steht erst fest, wenn sie in den Fahrplandaten (RIS) eingearbeitet ist ... Erst, wenn die Störung im RIS eingearbeitet wurde und die Verspätung von über 20 Minuten fahrplanseitig feststeht, bzw. ..."
Diese bahninternen Abläufe muss man nicht recherchieren, bevor man Fahrgastrechte in Anspruch nehmen kann.

@Neptun Die roten Zeiten sind Prognosen, wenn aber im Navigator in rot dasteht "Der Anschluss wird nicht erreicht" oder "Zug wartet nicht" ist das gegeben und wird immer erst eingeblendet, wenn die Leitstelle den Anschluss ablehnt. Das wird auch nicht automatisch generiert (im Gegensatz zum Standardtext "voraussichtlich nicht erreicht"), sondern manuell eingetragen. Der ist dann verbindlich. Ob das nun in dem 200-seitigen Regelbuch steht oder vergessen wurde...k.A. Jedenfalls wissen es die Zugbegleiter.

"Diese bahninternen Abläufe muss man nicht recherchieren, bevor man Fahrgastrechte in Anspruch nehmen kann."
--->Nee, muss man nicht. Aber wenn im Navigator in grün steht, dass mein Zug nur 2 Minuten Verspätung hat und der Zug pünktlich am Endziel ankommt, darf man sich nicht wundern, wenn man von sich aus die Zugbindung aufhebt und in einen anderen Zug einsteigen will und dann zur Kasse gebeten wird. Man kann ja vorher einen ZuB fragen, bzw. an der Information. Und wenn die das ablehnen, dann ist es halt so. ;)

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Die Umleitung mag zwar eine Verspätung bedeuten, aber eben nicht notwendigerweise eine ausreichend große Verspätung. Aus dem Warnhinweis ist zwar für andere Züge eine Verspätung von rund 20 min prognostiziert, aber die könnte auch größer als für spätere Züge ausfallen, weil diese früheren Züge u.U. nicht sofort umgeleitet wurden, sondern vorher noch zusätzlich warten mussten, bis diese Umleitungen nach Auftreten des Schadenfalls durchgeplant sind. Man kann schließlich nicht einfach so Züge auf neue Strecken schicken, man muss das mit den dort sowieso schon verkehrenden Zügen koordinierten, was eben auch Zeit kostet. Später fahrende Züge brauchen diese zusätzliche Planungszeit ggfs. gar nicht mehr. Auch kommt es durchaus vor, das Halte ausgelassen werden, um die Verspätung aufzuholen, und wenn diese einen selbst gar nicht betreffen, gibt’s dann ggfs. auch keinen Grund zur Auffhebung der Zugbindung.

Was genau konkret passieren wird, war wohl nicht bekannt, und daher auch in der Prognose der Fahrplanauskunft der konkreten Verbindung noch nicht verfügbar (keine roten Uhrzeiten). Es gab zwar die Warnung, aber eben nur als Hinweis für Reisende, die Situation im Auge zu behalten, ggfs. auf Verspätungen gefasst zu sein.

Als Daumenregel würde ich daher immer sagen: sobald die Uhrzeit in der Fahrplanauskunft in roter Schrift eine mind 20 min Verspätung bzw. Anschlussverlust prognostiziert, kann man von der Aufhebung der Zugbindung ausgehen. Ansonsten sollte man sicherheitshalber sich die Zugbindung am Schalter/Info-Point aufheben lassen, wenn man z.b. auf andere Züge ausweichen will. Speziell wenn bis zur Abfahrt noch soviel Zeit vergeht wie hier und noch eine Menge passieren kann.

DB
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Team

Hallo,

wie hier schon korrekt angemerkt wurde, wird die Zugbindung nicht zwingend aufgrund des unten angegebenen Hinweis aufgehoben. Darin ist zudem angemerkt, dass die Halte möglicherweise entfallen und dass die Züge aktuell 20-25 Minuten verspätet sind. Da die Dauer der Störung zum Zeitpunkt Ihrer Anfrage nicht bekannt war, erfolgte auch der Hinweis, dass Sie sich kurz vor der Fahrt noch einmal erkundigen sollen.

In Ihrem Fall konnte nach aktuellem Stand noch nicht davon ausgegangen werden, dass Ihr Zug betroffen sein, es kann aber möglich sein. In so einem Fall kann man sich ans Personal vor Ort wenden. Dieses kann im Rahmen seiner Möglichkeiten die Zugbindung aufheben.

Vielen Dank auch an die Community für die wertvollen Hinweise. /ti