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Frage beantwortet

Niedersachsenticket Fahrtabbruch da Zugausfall

Ich wollte heute mit dem Niedersachsenticket nach Cuxhaven. Leider fällt der Zug den ich nehmen wollte aus und der nächste wäre mit 1 Stunde Verspätung gefahren. Ich werde daher die Fahrt nach dem ersten Zug abbrechen.
Bekomme ich wie bei einer normalen Fahrtstrecke für den nicht genutzten Weg (Hamburg - Cuxhaven) eine Erstattung?

sebstreib
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Bahnfr0sch
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Nein. Nur im Rahmen der Fahrgastrechte bei Verspätung von über einer Stunde, da würden sie aber nur 1,50 Euro erstattet bekommen, eine Auszahlung gibt es aber erst ab 4 Euro. Also bringt es effektiv nichts.
Es sei denn, sie brechen die Reise ab und fahren gleich zurück wegen Sinnlosigkeit der Reise und können das dem Fahrgastrechtecenter zu einigermaßen gut belegen/beweisen. Dann erhalten sie den kompletten Fahrpreis zurück, wenn die erwartete Verspätung über einer Stunde am Zielort gewesen wäre.
Aber wenn sie schon ein Teilstück gefahren sind und dann mittendrin abbrechen und vor Ort verweilen, liegt ja kein Fahrgastrechtefall vor. Sie haben ja das Niedersachsenticket genutzt, das ist ja nicht an eine Strecke gebunden.

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Bahnfr0sch
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Nein. Nur im Rahmen der Fahrgastrechte bei Verspätung von über einer Stunde, da würden sie aber nur 1,50 Euro erstattet bekommen, eine Auszahlung gibt es aber erst ab 4 Euro. Also bringt es effektiv nichts.
Es sei denn, sie brechen die Reise ab und fahren gleich zurück wegen Sinnlosigkeit der Reise und können das dem Fahrgastrechtecenter zu einigermaßen gut belegen/beweisen. Dann erhalten sie den kompletten Fahrpreis zurück, wenn die erwartete Verspätung über einer Stunde am Zielort gewesen wäre.
Aber wenn sie schon ein Teilstück gefahren sind und dann mittendrin abbrechen und vor Ort verweilen, liegt ja kein Fahrgastrechtefall vor. Sie haben ja das Niedersachsenticket genutzt, das ist ja nicht an eine Strecke gebunden.

sebstreib
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Okay, ich hatte vorher nämlich schon eine Verspätung von 1 Stunde da der Metronom aus Uelzen auch ausgefallen ist.

Bahnfr0sch
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Sie können ja mal den Kundendialog anschreiben und das schildern. Vielleicht sind die bei 2 x 1 Stunde Verspätung gnädig und geben ihnen einen kleinen Reisegutschein o.ä. Einfach mal probieren:
kundendialog.niedersachsen-bremen@deutschebahn.com

sebstreib
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Okay, Danke.
Versuche ich mal.

Warum sollten die üblichen Fahrgastrechte nicht auch für das Niedersachsenticket gelten?

Ich hatte 2018 ein ähnliches Problem mit einem Bayernticket der kurze Weg nach Augsburg Hbf hatte noch funktioniert ab dann wäre das Chaos ausgebrochen, das ganze eingereicht und nach gut drei Wochen hatte das Servicecenter für Fahrgastrechte das Bayernticket komplett erstattet.

sebstreib
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Ich werde einfach erstmal das Servicecenter Fahrgastrechte bemühen und sonst den Kundendialog anschreiben.
Ich glaube das gibt es auch keine eindeutige Regelung.

Bahnfr0sch
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"Warum sollten die üblichen Fahrgastrechte nicht auch für das Niedersachsenticket gelten?"

--->Weil das Niedersachsenticket eine "erheblich ermäßigte Fahrkarte" ist. Da gibt es eben keine 25 oder 50% des Ticketspreises, sondern nur pauschal 1,50 Euro.
Kompletterstattung gibt es halt nur, wenn man die Reise abbricht und zurückfährt. Wenn man es gut begründet, kann man im oben genannten Fall das auch versuchen, allerdings gibt es keinen Rechtsanspruch darauf, eher Kulanz/Ungenauigkeit des Bearbeiters. Ich will ja hier keine Tricks verraten, was man noch dazu schreiben könnte, dass sollte jeder selber wissen. ;-)

Sorry dass ich es so deutlich sagen muss aber das ist einfach falsch!

Es mag sein, dass die Erstattung bei solchen besonders ermäßigten Fahrkarten die Erstattung geringer ausfällt, weil ein solches Länderticket formal als Zeitkarte gemäß der Verordnung zu werten ist, aber sonstige Ansprüche bestehen trotzdem fort.

Hier geht es aber um die Rechte nach Artikel 16 Verordnung (EG) Nr. 1371-2007 und dort steht eindeutig:
Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unverzüglich die Wahl zwischen
a) der Erstattung des vollen Fahrpreises unter den Bedingungen,zu denen er entrichtet wurde, für den Teil oder die Teile der Fahrt, die nicht durchgeführt wurden, und für den Teil oder die Teile, die bereits durchgeführt wurden, wenn die Fahrt nach den ursprünglichen Reiseplänen des Fahrgasts sinnlos geworden ist, gegebenenfalls zusammen mit einer Rückfahrt zum ersten Ausgangspunkt bei nächster Gelegenheit. Die Erstattung erfolgt unter denselben Bedingungen wie die Entschädigung nach Artikel 17;

Nach der Beschreibung sind die Voraussetzungen erfüllt und ein Anspruch auf die volle Rückerstattung gegeben.

Guten Abend PeKleist, ja, die Regelungen gelten ebenfalls bei stark ermäßigten Tickets, aber die Fahrt wird ja mit dem einen Zug noch zu Ende geführt. Wichtig ist ja der Punkt: "dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unverzüglich die Wahl zwischen". Wenn also nach dem Ausfall klar ist, dass die Fahrt sinnlos ist und man diese abbrechen möchte, kann man ja nicht erst noch die Fahrt bis zum Umstiegsbahnhof durchführen. Er hat unverzüglich die Wahl und wenn die Fahrt nicht abgebrochen wird, sondern man weiter fährt, passt ja der Fahrtabbruch nicht mehr in dem Sinne.
Fahrtabruch wäre, wenn nach Bekanntwerden der hohen Verspätung die Fahrt abgebrochen wird und man zurück zum Abfahrtsbahnhof fährt. Ich habe es zumindest so verstanden, dass Bahnfr0sch es so meinte. /no

Man kann allerdings genauso argumentieren, dass man die Fahrt zum Umstiegsbahnhof fortgesetzt hat, um einen Ersatzzug welcher vielleicht doch noch bereit gestellt wird zu nutzen.

Darüber hinaus wäre der Nachweis der Reisende hätte die Fahrt früher abbrechen wollen als letztendlich durchgeführt nicht zu erbringen sein.

Bahnfr0sch
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" Ich habe es zumindest so verstanden, dass Bahnfr0sch es so meinte. /no"

--->Richtig.

@PeKleist Wo man die Fahrt abbricht ist letztendlich egal. Es muss nur der Nachweis (z.B. durch Stempelabdruck) erbracht werden, dass man zeitnah zurück gefahren ist. Mann kann auch theoretisch bis fast ans Ziel fahren und dann abbrechen, weil man erst kurz vorm Ziel merkt, dass man zu spät zum Termin ö.ä. kommt. Man muss es halt nur so erklären können, dass es logisch und nachweisbar ist. Keiner kann sie zwingen, dass sie immer den Fahrplan im Kopf haben und genau wissen, wann wo nun die 1 Stunde Verspätung anfällt.

Was nicht geht, ist, wenn ich von A über B nach C will, die Fahrt in B abbrechen und dort sich einen schönen Tag machen und erst abends zurückfahren und eine volle Erstattung verlangen.

Wenn man aber das Länderticket nutzt, sei es auch nur eine Haltestelle kann man nicht mehr nachweisen, wo und wann es wirklich genutzt wurde und da das Länderticket ja praktisch eine Flatrate für einen Tag ist wird da nix erstattet. Halt nur diese 1,50 Euro, welche aber nix bringen. Und genau diese 1,50 Euro regeln die Fahrgastrechte. Das Länderticket ist keine Streckenkarte von A nach B, wo die o.g. EU-Richtline zum tragen kommt.

Braunschweiger
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@DB/no:

Könnte die DB bitte lernen, zwischen den Rechten der Fahrgäste aus der EU-Verordnung und den von der DB darüber hinausgehenden Regelungen zu unterscheiden?

Bei "normalen" Tickets wird hier doch stets argumentiert, dass die Verspätung ja unterwegs noch reduziert werden kann oder ein Anschluss vielleicht doch noch klappt, weil auch der Folgezug Verspätung hat.

Und nun soll der Fahrgast beim nächsten Unterwegshalt (oder mit Ziehen der Notbremse? Wegen "unverzüglich"?) die Fahrt abbrechen und im Kopf haben, wie er am Schnellsten nach Hause kommt?

Ich sehe das eher andersherum: Für die Rückfahrt nach dem Abbruch können sämtliche Züge genutzt werden, IC und ICE sind in der Verordnung ja nicht ausgeschlossen. Das Niedersachsenticket ist für den Rückweg ja nicht die Fahrt-Legitimation, sondern die Rückreise wird durch die Fahrgastrechte geregelt. Auch eine Hotelübernachtung auf dem Rückweg ist abgedeckt, falls der Startort nicht mehr am selben Tag erreicht werden kann.

Das sind die Regelungen der EU, da kommt die DB nicht dran, egal wie sehr Sie sich das wünschen. Die zusätzlichen Regeln legt die DB selber fest. Da greifen dann nur die Rechte, die die DB gewähren mag. Das ist aber ein Unterschied.

Die Verordnung kennt keine Nachweispflicht aufgrund welcher Rechtsgrundlage sollte die DB dann einen Stempel oder Nachweis fordern können?

Gerade im Regioverkehr sind doch nur ein Teil der Züge mit Personal besetzt, im übrigen ich habe schon zwei mal ein Bayernticket komplett erstatten lassen beide Male ganz ohne Nachweis eines solchen Stempels oder ähnlichem.

Streng genommen sind die Ländertickets eine Form der Zeitkarte daher kommen grundsätzlich alle Rechte der Verordnung den Fahrgästen zu gute.

Bahnfr0sch
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@PeKleist Spätestens dann, wenn das Servicecenter ihren Antrag ablehnt und Nachweise fordert werden sie sehen, dass sie mit ihrer Meinung nicht weiter kommen. Dann könnte ja theoretisch jeder der ein Länderticket hat sich den Fahrpreis erstatten lassen. Irgendwo war immer ein Zug 60 Minuten verspätet oder ist ausgefallen. Na dann viel Erfolg!
P.S. Schon mal aufgefallen, das Ländertickets in letzter Zeit immer gescannt werden, selbst wenn dort schon 5 Stempel draufpappen? Was denken sie, warum das gemacht wird? ;)