Nach oben

Frage beantwortet

Wann bekommt man einen Gutschein für eine Übernachtung?

Bei einer Zugfahrt von Saarbrücken nach Jenbach (Österreich) im Februar war in München klar, dass ich an diesem Tag nicht mehr nach Hause komme.
Mein Ticket ging nur bis Kufstein, da ich in Tirol eine Jahreskarte habe.
Von der Information am Münchner Hbf wurde mir mitgeteilt, dass ich bis nach Kufstein weiterfahren müsse, auch wenn ich dort von 23:00 bis 05:00 Uhr nicht mehr weiterkommen würde. Der Aufrag der DB ende in Kufstein und daher sei das nicht das Problem der DB.

Daraufhin habe ich stets - trotz Jahreskarte in Tirol - meine Tickets bis Jenbach gekauft und zwar bei der Deutschen Bahn.
Das hat einige Male dazu geführt, dass ich in München "gestrandet" bin und eine Hotelübernachtung bezahlt bekam. Trotzdem äußerst unangenehm, aber zumindest etwas.
Vergangen Sonntag war wieder der Fall, dass ich von München nicht mehr am selben Tag nach Hause kommen konnte. Grund war eine Streckensperre zwischen München Hbf und München Ost.

Der Mitarbeiter an der Information hat sich diesmal jedoch geweigert, mir einen Hotelgutschein auszustellen. Begründet hat er das damit, dass der Zug von München bis Kufstein ein Meridian Zug sei. Ich könne mich ja an Meridian wenden und müsse mir selbst ein Hotel suchen.
Mein Argument, dass ich meine Fahrkarte bei der DB gekauft habe und mir egal sei, wer den Zug fährt - da damit die DB mein Vertragspartner sei - entspreche nicht und sei so nicht richtig. Ich habe mich an Meridian zu wenden.

1) Für eine Übernachtung hatte ich gar nicht mehr genug Geld dabei. Muss ich bei einer Bahnfahrt immer ausreichend Geld für eine Übernachtung mitführen?
2) Hätte die Übernachtung in dem einzig mir bekannten Hotel (dort wo ich von der DB üblicherweise untergebracht wurde) Euro 125,- gekostet und damit beinahe doppelt so viel wie die Fahrkarte!! Muss bei der Kalkulation einer Reise mit der Deutschen Bahn der Ticketpreis immer dreifach gerechnet werden, um korrekt - bspw. mit dem Auto - vergleichen zu können?
3) Vermutlich hat nicht Meridian die Streckensperre veranlasst. Kann die DB Strecken sperren und anderen dafür die Schuld geben?
4) Es kann doch bitte nicht verlangt werden, dass ich mich im Vorfeld einer Fahrt darüber informieren muss, welches Unternehmen die einzelnen Züge fährt. Oder muss ich das tatsächlich?
5) Soll ich mich von Meridian dann wieder an die DB Infrastruktur verweisen lassen, weil die die Strecke gesperrt haben?
6) Was fällt der DB denn noch alles ein, für Unzulänglichkeiten in der Betriebsabwicklung nicht gerade zu stehen?
7) Auf meine Frage, ob ich nicht zumindest den Großkundenpreis der DB und eine Reservierung durch die Information am Hbf (bei Übernahme der Übernachtungskosten durch mich) erhalten könnte, habe ich als Antwort erhalten, dass es irgendwann auch genug sei und ich verschwinden solle. Der Mitarbeiter hat daraufhin den Sicherheitsdienst gerufen um mich "entfernen" zu lassen.
Ich habe die Zeit von 20:43 bis 05:07 in München verbracht - ohne Hotelzimmer, was dem Servicemitarbeiter bewusst war.
Ist das die Art und Weise, wie man mit seinen Fahrgästen umgeht? den Sicherheitsdienst zu rufen, nur dass man nicht für eigene Fehler gerade stehen muss?

Wst0403
Wst0403

Wst0403

Ebene
0
22 / 100
Punkte
Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

allgemein zum Hotelgutschein:
Bei internationalen Tickets ist es so, dass die verkaufende Bahn die Entschädigung bearbeiten und auszahlen muss. Das ist die DB. Wenden Sie sich also an das Servicecenter Fahrgastrechte. Sie werden eine Erstattung erhalten.
Die DB wird sich dann intern das Geld vom Verursacher zurück holen, ohne dass Sie etwas damit zu tun haben.
Bei einem Gutschein schickt das Hotel die Rechnung direkt an die DB und die DB hat danach keine Chance, sich das Geld vom eigentlichen Verursacher zurück zu holen. Gutscheine werden deshalb nur ausgegeben, wenn die DB die Verspätung selbst verursacht hat und niemanden in Regress nehmen muss.

zu 3)
Die meisten Streckensperrungen kommen durch äußere Einflüsse und werden auch von außerhalb veranlssst (Polizei, Feuerwehr).

zu 4)
Es ist tatsächlich so, dass der Beförderungsvertrag mit jedem Bahnunternehmen einzeln zustandekommt. In Reisezentren wird deshalb in letzter auch auffällig "Wer ist Ihr Vertragspartner" plakatiert. In de elektronischen Fahrplanauskunft wird seit einiger Zeit für jeden Zug angezeigt, wer der verantwortliche Beförderer ist. Für die Fahrt von München nach Kufstein war also Meridian der Vertragspartner.

zu 5)
Da die DB das Ticket verkauft hat, wird die DB auch die Erstattung abwickeln. Das ist bei internationalen Tickets so vorgeschrieben. Aber die DB wird sich das Geld von Meridian zurückholen, weil es tatsächlich Aufgabe von Meridian gewesen wäre, Sie zu befördern.

zu 6)
Wenn es auf dem Teilstück zu Störungen gekommen ist, das Sie im Meridian gefahren wären, dann ist Meridian in der Pflicht. Das ist doch gut so.

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (0)

Ja (3)

100%

100% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

allgemein zum Hotelgutschein:
Bei internationalen Tickets ist es so, dass die verkaufende Bahn die Entschädigung bearbeiten und auszahlen muss. Das ist die DB. Wenden Sie sich also an das Servicecenter Fahrgastrechte. Sie werden eine Erstattung erhalten.
Die DB wird sich dann intern das Geld vom Verursacher zurück holen, ohne dass Sie etwas damit zu tun haben.
Bei einem Gutschein schickt das Hotel die Rechnung direkt an die DB und die DB hat danach keine Chance, sich das Geld vom eigentlichen Verursacher zurück zu holen. Gutscheine werden deshalb nur ausgegeben, wenn die DB die Verspätung selbst verursacht hat und niemanden in Regress nehmen muss.

zu 3)
Die meisten Streckensperrungen kommen durch äußere Einflüsse und werden auch von außerhalb veranlssst (Polizei, Feuerwehr).

zu 4)
Es ist tatsächlich so, dass der Beförderungsvertrag mit jedem Bahnunternehmen einzeln zustandekommt. In Reisezentren wird deshalb in letzter auch auffällig "Wer ist Ihr Vertragspartner" plakatiert. In de elektronischen Fahrplanauskunft wird seit einiger Zeit für jeden Zug angezeigt, wer der verantwortliche Beförderer ist. Für die Fahrt von München nach Kufstein war also Meridian der Vertragspartner.

zu 5)
Da die DB das Ticket verkauft hat, wird die DB auch die Erstattung abwickeln. Das ist bei internationalen Tickets so vorgeschrieben. Aber die DB wird sich das Geld von Meridian zurückholen, weil es tatsächlich Aufgabe von Meridian gewesen wäre, Sie zu befördern.

zu 6)
Wenn es auf dem Teilstück zu Störungen gekommen ist, das Sie im Meridian gefahren wären, dann ist Meridian in der Pflicht. Das ist doch gut so.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Und was passiert, wenn das Hotel mehr als 80€ gekostet hat, was ja gerade in München sehr wahrscheinlich ist?

Fall wie hier: Weiterfahrt nicht mit der DB. Dann bleibt der Kunde auf erheblichen Mehrkosten sitzen.
Fall 2: Weiterfahrt mit der DB: Dann gibt es einen Hotelgutschein, und wenn das Hotel zu Messezeiten 200€ verlangt, ist das kein Problem für den Kunden.

Ist das denn kein Verstoß gegen die EU-Verordnung, dass dem Kunden eine Hotel Übernachtung zu stellen ist?

Fazit für mich als Reisender: Auch wenn mir die DB eine Fahrkarte verkauft, lässt Sie mich hinterher im Regen stehen, wenn ich im Nahverkehr das letzte Stück mit einem anderen Betreiber Reise?

Und was ist wenn die DB und ein Betreiber weiterfahren würden, ich aber dummerweise ddas letzte Stück nicht bei der DB, sondern laut Reiseplan bei einem anderen Betreiber gebucht habe?

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Die 80€-Grenze gilt doch nur für Ersatzbeförderung (Taxi), nicht für Hotels.
Hotelkosten müssen "nur" angemessen sein, einen festen Betrag gibt es nicht.

Wst0403
Wst0403

Wst0403

Ebene
0
22 / 100
Punkte

Interessant, dass mir der Mitarbeiter der Information am Hbf München erklärt, ich müsse ein fahrgastrechteformular von meridian ausfüllen und mir sogar ein solches aushändigt?
Mein Beispiel, dass mich Media Markt auch nicht an Sony verweisen kann, sei eine ganz andere Situation. Auch dass es bei Flugreisen klar anders geregelt ist, sei nicht vergleichbar. Ich hätte mich an Meridian zu wenden und aus.

Auch interessant, dass - mit der Begründung, dass Meredian am Zugausfall Schuld sei - kein Gutschein ausgegeben werden kann. Dass ist bei einer Streckensperre ungefähr so, wie wenn ich bei einem Stromausfall den Hersteller des Radios dafür verantwortlich mache, dass ich nicht Musik hören kann.

Auch interessant, dass es immer wieder Möglichkeiten gibt, einen Hotelgutschein zu verweigern. Wieviele Schluspflöcher gibt es noch für die DB? Da scheint ja grenzenlose Kreativität gelebt zu werden.
Vor allem für Mensche mit geringem Einkommen, Studenten, Lehrlingen, etc... keine sehr befriedigende Situation.
Und nicht nur für evt. Ältere Menschen eine Zumutung, Mitten in der Nacht in einer fremden STadt auf Hotelsuche gehen zu müssen. Zumindest organisatorisch - wenn schon finanziell im Stich gelassen - sollte hier eine Hilfestellung in Anspruch genommen werden können!!!! Darunter verstehe ich nicht, den Sicherheitsdienst zu rufen, um ihr diese Arbeit ersparen zu können!!!

Wst0403
Wst0403

Wst0403

Ebene
0
22 / 100
Punkte

PS: auch "angemessen" ist ganz, ganz super! Wieviel bekomme ich dann ggf. Ersetzt?
Worauf kann ich mich denn hier verlassen?
Ist angemessen nicht ein sehr dehnbarer Begriff?
Für München sind 125,- Euro absolut "angemessen", in Bezug auf den Preis der Fahrkarte ist diese Summe absolut nicht angemessen, weil ca. Das Doppelte. Wer entscheidet hier was angemessen ist und auf welcher Basis?

Hallo Wst0403, der Meridian gehört nicht zu den teilnehmenden Unternehmen. Das heißt, hier kann keine Bearbeitung erfolgen, wenn man es über das Servicecenter Fahrgastrechte einreicht, welches unsere und auch die meisten anderen Anträge bearbeitet. Die Entscheidung liegt beim Unternehmen, ob sie es selbst bearbeiten möchten oder sich "unserem" Servicecenter Fahrgastrechte anschließen. Die Vergleiche mit Sony und Media Markt passen hier nicht, auch wenn ich verstehe, was Sie damit sagen wollten. Dass kein Gutschein ausgegeben wurde, liegt ebenfalls daran, dass beim Meridian die Bearbeitung selbst erfolgt. In dem Fall muss man in Vorkasse treten und es beim Meridian einreichen.
Beim Hotel spricht man von angemessenen Preisen. Es geht darum, dass man keine Suite oder ähnlich teure Zimmer bucht, sondern bei den normalen Zimmern bleibt. Das heißt, man kann nicht direkt eine Summe festmachen. /no

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@DB
Bei internationalen Fahrkarten muss die DB aber den Fahrgastrechteantrag bearbeiten - alles andere wäre ein Verstoß gegen die EU-Richtlinie. Die DB kann das dann intern mit Meridian abrechnen, das ist aber nicht das Problem des Kunden.

@Fragesteller
Meridian ist tatsächlich ein Problem, da Meridian sich nicht am gemeinsamen Servicecenter Fahrgastrechte für nationalen Fahrkarten beteiligt. D.h. nationale Kunden können sich im Fahrgastrechtefall nicht an das gemeinsame Servicecenter wenden, sondern müssen Meridian direkt kontaktieren, wofür es eigene Formulare gibt.

"Auch interessant, dass - mit der Begründung, dass Meredian am Zugausfall Schuld sei - kein Gutschein ausgegeben werden kann. "
-> Es geht nicht um Schuld. Es geht daraum wer Sie hätte befördern müssen, wenn es keine Sperrung gegeben hätte. Meridian hätte Sie im Normalfall befördert, konnte Sie aber nicht befördern - deshalb muss Meridian für die Folgen der Nicht-Beförderung geradestehen. Ob Meridian möglicherweise den Verursacher der Sperrung in Regress nehmen kann, steht auf einem anderen Blatt. Wissen Sie denn wer Verursacher ("der Schuldige") der Sperrung war?

"Dass ist bei einer Streckensperre ungefähr so, wie wenn ich bei einem Stromausfall den Hersteller des Radios dafür verantwortlich mache, dass ich nicht Musik hören kann."
-> Nein. Das ist so, als wenn man sich bei einem Stromausfall wegen Blitzschlag an den Energieversorger wendet, obwohl der Energieversorger den Blitzschlag weder bestellt noch gewollt hat. Also eigentlich ganz normal.

"Auch interessant, dass es immer wieder Möglichkeiten gibt, einen Hotelgutschein zu verweigern. Wieviele Schluspflöcher gibt es noch für die DB? Da scheint ja grenzenlose Kreativität gelebt zu werden."
-> Hotelgutscheine sind eine freiwillige Zusatzleistung, die weder in der EU-Fahrgastrechteverordnung noch in den deutschen gesetzlichen Fahrgastrechten vorkommt. Auf Hotelgutscheine hat man nie(!) einen Anspruch. Sowohl nach der EU-Fahrgastrechteverordnung als auch nach den deutschen gesetzlichen Fahrgastrechten ist es der Regelfall, dass der Kunde in Vorleistung geht. Ich finde die Erwartungshaltung, die Sie offenbar an den Tag gelegt haben, schon etwas befremdlich.
Meridian hatte offenbar kein Personal vor Ort, die DB schon - und der DB-Mitarbeiter musste dann noch ausbaden, dass sich Meridian offenbar eigenes Personal gespart hat.