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Frage beantwortet

Wie lang darf ein Zug maximal auf Anschlussreisende warten?

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern im ICE von München nach Kassel wartete der Zug in Würzburg sage und schreibe 30 Minuten auf Anschlussreisende, wodurch Reisende des eigentlich pünkltichen Zuges vielfach ihre Anschlüsse verpasst haben. Gerade vor dem Hintergrund, dass Züge nicht mal 30 Sekunden oder 2 Minuten auf einander warten können, sind 30 Minuten schon eine Ansage.

Meine Frage: Wie lange darf ein zug maximal auf Anschlussreisende warten? Und wie kommt es zu diesem krassen Ermessenesspielraum?

MFG Eisenbahn für den MENSCHEN...

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@Bahnfrosch vielen Dank für den Link! den kannte ich schon.

Meine Frage bleibt: Gibt es eine maximale Wartezeit auf Anschlussreisende oder ist die beliebig ausdehnbar? Vor dem Hintergrund von Zumutbarkeit und Gerechtigkeit ist es ja ab einer gewissen Zeit auch den Fahrgästen des eigentlich pünktlich fahrenden Zuges nicht mehr zumutbar weiter zu warten. 30 Minuten sind nach meinem Empfinden echt krass.

Hallo. Es gibt keine direkte Begrenzung. Das ist immer von der Lage abhängig. 30 Minuten sind eher die Ausnahme, aber es kann durchaus auch vorkommen, wenn der Zug zum Beispiel der letzte Zug zum Ziel ist und die Anschlussreisenden ohne diesen Anschluss am Bahnhof "stranden". Dies ist jedoch nur ein Beispiel und soll ein wenig erklären, dass es von der Situation selbst abhängig ist. /no

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@DB nur um das noch einmal zu betonen: Ich finde es natürlich prinzipiell gut, wenn auf Anschlussreisende gewartet wird, halte es aber für problematisch Fahrgästen eine 30 minütige Verspätung anderersetis zu zumuten. Das Problem sind dann wieder andere Anschlusszüge (PRIVATNBAHNEN!!!) und vielleicht auch andere öffentliche Verkehrsmittel, die teilweise auch noch eine gute Stunde unterwegs sein können...die DB denkt nur daran, möglichst wenig Leute im Hotel unterbringen zu müssen, weil das sehr teuer ist. Ich finde die Diskrepanz zu krass: Ein Zug kann nicht 30 Sekunden warten und andererseits werden einem da im Abend 30 Minuten zugemutet (mit all den Auswirkungen, die das für den Einzelnen haben kann).

Wie ist das Ganze juristisch zu bewerten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DB da so einen großen Ermessensspielraum hat. Der Kunde zahlt ja für eine gewisse Leistung, die eigentlich nur durch widrige Umstände nicht gemäß des Zeitplans erfüllt werden kann. Und das Warten auf Anschlussreisende ist doch kein widriger Umstand im engeren Sinne, oder irre ich mich da?

Ob ein Zug wartet oder nicht, entscheidet die zuständige Transport-/Verkehrsleitung. Dabe spielen viele Faktoren eine Rolle. Ich halte es gar nicht für so abwegig, einen Nacht-ICE 30 min warten zu lassen, da diese meist genügend Puffer haben, um diese Verspätung wieder aufzuholen.

Ich selbst startete am Montag mit IC 1950 mit +25 min wegen verspäteter Bereitstellung, kam aber auf die Minute pünktlich am Ziel an.

Eine fixe Maximaldauer gibt es nicht und wie das juristisch zu bewerten ist, kann ich als Laie nicht beurteilen. Vielleicht sind Sie ja selbst einmal in der umgekehrten Situation. Dann sind Sie sicher froh, wenn der Zug wartet. /ti

Das ist alles Abwägungssache. Meist gehen die Zugbegleiter ja im Zug durch und fragen, wer wohin muss. Das machen die nicht aus lauter Freude, sondern um der Transportleitung mitzuteilen, wer noch wo hin muss. Und dann wird entschieden, was rentabler ist. Z.B. lieber auf einen anderen Zug warten, wo noch 50 Leute mit "meinem" Zug fahren könnten um noch halbwegs pünktlich anzukommen, dem stehen vielleicht 5 Leute entgegen, die nun durch die Verspätung ihren letzten Regionalzug auf Dorf verpassen. Dann wird abgewogen: 50 Leute, die wenn der Zug nicht wartet, eine Hotelübernachtung zusteht->was kostet da?! Oder lieber den 5 Fahrgästen ein Taxi zu bezahlen, damit sie noch nach Hause kommen. Einen beißen letztendlich immer die Hunde...aber so wird das noch minimiert, das nicht alle die "Hunde beißen".
Und was DB/ti sagt stimmt schon, die Nachtzüge haben meistens genügend Puffer um Zeit rauszuholen und in vielen Fällen wartet der letzte Anschluss-Zug des Tages meistens auch eine gewisse Zeit ab. Das machen sogar die Privatbahnen. Man muss halt nur alles vormelden lassen. Wenn keiner weiß, dass ich einen bestimmten Zug erreichen will, dann wartet der auch nicht.

Das man dann evtl. den öffentlichen Nahverkehr nicht mehr erreicht...o.k. das ist so. Aber das geht rechtlich der Bahn nix an. Der Beförderungsvertrag endet am Zielbahnhof.

Wie gesagt, dass betrifft nur den letzten Zug des Tages.
Wenn das im Laufe des Tages passiert und der nächste Takt nur eine Stunde oder weniger ist, wartet eigentlich nie ein Zug.

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@Bahnfrosch okay, vielen Dank für die Ausführungen! Auf das Wunder, dass Personal durch den Zug geht und die Fahrgäste nach Ihren Anschlüssen befragt...warte ich noch. In 20 Jahren Bahnfahren habe ich das - soweit ich mich richtig erinnere - noch nie erlebt. Wenn ich dann selbst das Personal aufsuche und es in ihrem Versteck aufgespürt habe, dann sind da meistens völlig apathische Personen überfordert, gelangweilt und in einer Null-Bockhaltung...aber okay, höchst wahrscheinlich ist das nur bei mir so :)

"Auf das Wunder, dass Personal durch den Zug geht und die Fahrgäste nach Ihren Anschlüssen befragt...warte ich noch"
--->Wie gesagt, nur beim letzten Zug des Tages. Ich nehme ständig den letzten ICE am Tag und da kommt immer einer durch, wenn Verspätung angefallen ist. Das klappt eigentlich auch ganz gut. Logisch, wenn der Zug pünktlich ist und alle Anschlüsse auch so klappen, kommt keiner durch.
Das man am Tage sowas erlebt, da stimme ich dir zu...das passiert nicht. Da ist das antreffen eines Zugbegleiters bei Verspätungen schon ein Glücksfall. ;-)