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Darf die Bahn einfach die Abfahrtzeiten ändern?

Hallo,

wie die Frage oben schon andeutet darf die Bahn einfach die Abfahrtzeiten ändern und man ist als Kunde der dumme?

ich habe vor Monaten einen Supersparpreis für Hin und Rückfahrt gekauft, jetzt gab es auf der Hinfahrt eine heftige Änderung der ICE für den auch die Zubindung gilt soll jetzt 30 Minuten für abfahren.
Als ich im Reisezentrum gefragt hatte wurde mir gesagt da kann man nichts machen ich könnte zwar auf Kulanz stornieren aber dann immer das ganze Ticket!
Die Hinfahrt könnte ich noch halbwegs billig ersetzen wenn aber die Rückfahrt storniert wird dann wird das richtig teuer.

Kann die Bahn einfach ohne Folgen die Fahrzeiten ändern und für den Kunden gilt fressen oder sterben?
Oder gibts doch eine Vorschrift wie bei Airlines?

Antworten

"30 Min. früher" sollte das heißen? Dann ist die Zugbindung für die Hinfahrt aufgehoben, das Ticket bleibt also gültig und eine Umbuchung ist nicht nötig.

Ebenso wie Fluggesellschaften den Kunden bei Streichungen dennoch zeitnah und ggf. auf einer anderen Route befördern müssen, so ist auch die Bahn dazu verpflichtet.
Im Gegensatz zur Fliegerei muss der Kunde nicht für eventuelle Planänderungen erreichbar sein. Dies hat zwar den Nachteil, dass man über Änderungen vorab nicht unbedingt informiert wird. Dafür werden jegliche Zugbindungen aufgehoben (zumindest am gebuchten Reisetag ist man flexibel).

Leider scheint eine bei den Fluggesellschaften übliche "Unsitte" auch bei der DB Standard zu werden: Dass Kunden im Falle von Unregelmäßigkeiten vorsätzlich (sic!) Rechte vorenthalten werden und sie nicht vollständig über Ansprüche, Ersatzleistungen etc. informiert werden.

kabo
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Oder anders gesagt: Sie können jeden beliebigen Zug am gebuchten Tag nehmen. Sie müssen nicht 30min früher losfahren, wenn Sie nicht wollen. Sie können auch später losfahren.
Wenn keine der Alternativen für Sie in Betracht kommt, können Sie die Hinfahrt auch verfallen lassen und nur die Rückfahrt nutzen. Dazu aber keinesfalls stornieren, sondern das Ticket nachträglich zur Erstattung über das Servicecenter Fahrgastrechte einreichen. Dann wird die Hinfahrt erstattet.

"Kann die Bahn einfach ohne Folgen die Fahrzeiten ändern und für den Kunden gilt fressen oder sterben?
Oder gibts doch eine Vorschrift wie bei Airlines?"

-> Bei den Airlines ist der Kunde doch viel mehr am A****. Die Fluggesellschaften können bis zu einem gewissen Datum vor dem Flug noch Änderungen vornehmen und zum Beispiel mehrere Stunden nach vorne verschieben. Der Fluggast hat dann keinen Anspruch darauf, später zu fliegen. Das Ticket kann maximal zurückgegeben werden. Bei der Bahn sind solche Änderungen nicht möglich. Die Fahrgastrechte gehen davon aus, dass der Kunde erst zur gebuchten Abfahrtszeit am Bahnhof ist. Fährt ein Zug früher ab, wäre die Verspätung am Zielort unter Einhaltung der Zugbindung unendlich groß und die Zugbindung ist aufgehoben.

Sparflieger
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@tbsn

Dass der Kunde bei Airlines schlechter dran ist, darüber kann man diskutieren. Dass man nicht "einfach" einen späteren Flug nehmen kann, ist darin begründet, dass auf den meisten Strecken eben nicht im Takt Verbindungen angeboten werden. Wenn es mehrere Flüge geben sollte , kann dann in der Regel umgebucht werden, auch auf einen anderen Tag.

Was bei Airlines definitiv für den Kunden besser läuft ist, dass er nicht allein gelassen wird. Bis auf überschaubare Ausnahmen wird er immer vom Carrier auf eine Ersatzmaschine incl Platzreservierungen umgebucht. Falls man damit nicht einverstanden ist, kann man dies ändern lassen oder kostenlos stornieren.

Hinzu kommt noch, dass Airlines bei jeder Änderung sofort informieren und nicht erst 7 Tage vorher.

Hallo Anisa180792, ich kann mich der Antwort von kabo nur anschließen. Die Zugbindung ist in so einem Fall aufgehoben. Alle Informationen zu den Fahrgastrechten sowie das Formular finden Sie hier. /gu

Das Problem ist folgendes wenn der Zug 30 Minuten früher geht ist die ganze Hinfahrt schrott!
Einen späteren Zug nehmen wäre mit dem Ticket möglich aber dann ist der Großteil meiner Sicherheitsreserve weg.
Kommt es also zu einer Verspätung kann ich zwar ohne Probleme Zug fahren stehe dann am Flughafen Düsseldorf ohne Flugzeug.

Es gibt auch keine brauchbaren alternativen weil früher fahren auch nicht geht dann müsste ich 3 Stunden früher aus dem Haus dann kann ich gleich was anderes als den Zug nehmen.

Dann noch was anderes: Ihr habt wohl nicht so die Ahnung was die Fluggastrechte angeht?
Sobald die Airline den Abflug ändert, habe ich als Fluggast Anspruch auf den nächsten Flug! Bucht mich die Airline nicht um kann ich das Ticket selber kaufen und hole mir das Geld zurück.
Frühere Abflüge muss ich als Kunde schon gar nicht akzeptieren.
Wenn dann doch mal schief geht kommt auch noch die Ausgleichszahlung von 250 bis 600 Euro ins Spiel das reicht dann problemlos um einen entstandenen Schaden aus zu gleichen, bei einem Bahnticket das 27€ kostet und dann maximal 13,50 an Entschädigung bringt kommt man nicht weit.

Die einzig brauchbare Option wäre jetzt wirklich die Hinfahrt bleiben und mich fahren zu lassen und nur die Rückfahrt zu nehmen aber das scheint ja auch nicht zu gehen.

-->"Dann noch was anderes: Ihr habt wohl nicht so die Ahnung was die Fluggastrechte angeht?" <--

Warum auch? Du befindest dich in einem Forum für Bahnkunden. *lol*

"Die einzig brauchbare Option wäre jetzt wirklich die Hinfahrt bleiben und mich fahren zu lassen und nur die Rückfahrt zu nehmen aber das scheint ja auch nicht zu gehen."
--> Es ist nicht verboten, die Hinfahrt verfallen zu lassen und nur die Rückfahrt in Anspruch zu nehmen (im Gegensatz zu Linienflug-Tickets).

Bleibt die Frage nach der Erstattung der Hinfahrt. Um nicht unerwünschte Reaktionen vorab hervorzurufen (fehlerhafte Komplettstornierung), folgen Sie am besten dem Vorschlag von kabo, der hier regelmäßig sehr kompetent antwortet.

Tauchen Unregelmäßigkeiten bei Rückfahrkarten auf, ergeben sich leider immer wieder Fragestellungen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt, bezüglich: Einheitliche Behandlung der Fahrkarte (z.B. im Regelfall bei Storno) oder Hin- und Rückfahrt getrennt (z.B. Aufhebung der Zugbindung).

Danke erstmal ich werde die Fahrkarte so lassen und die Rückfahrt dann ganz normal antreten (wenn der Zug denn überhaupt fährt) und dann werde ich mal sehen was die Bahn zur Erstattung meint.
Mir geht es da nicht um die paar Euro aber ums Prinzip ich kann auch nicht einfach einfach Verträge ändern und ohne Leistung die Bezahlung behalten.

Sparflieger
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Rein interessehalber, wie kommen Sie denn jetzt zum Flughafen?

kabo
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By the way:
Wenn die Flugplanänderung dem Kunden mindestens 14 Tage vor dem Abflug mitgeteilt wird, sind die Rechte des Kunden des Fluggastes tatsächlich deutlich reduziert. Dagegen sind die Rechte eines Bahnreisenden traumhaft

Aber das ganze Problem würde nicht bestehen, wenn die DB nicht Tickets 6 Monate
im Voraus verkaufen würde, obwohl Bauarbeiten nur 3 Monate im voraus geplant werden.

Ich werde mit Regio für den sowieso noch die Jahreskarte gilt hin und dann mit dem Auto hin gefahren werden.

Nochmal kurz zu den Fluggastrechten die sind immer die gleichen die 14 bzw. 7 Tage Frist entscheiden nur ob es eine Ausgleichszahlung gibt die Rechte was die Ersatzbeförderung und Betreuungsleistungen angeht bestehen ab der ersten Sekunde nachdem das Ticket ausgestellt wird selbst wenn der Flug 11 Monate vor dem Abflug annulliert und neu geplant wird.