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Zugbindung bei Supersparpreis entfällt wegen Verspätung. Kann ich auch noch einen Tage später mit dem Ticket fahren?

Ich wollte vor zwei Tagen mit einem Supersparpreis Ticket eine Reise antreten. Aufgrind einer Verspätung hätte ich einen Anschlusszug nicht mehr erreicht und bin die Fahrt deswegen gar nicht angetreten. Morgen würde es sich wieder anbieten die selbe Strecke zu fahren. Die Zugbindung des Supersparpreis Tickets entfällt ja automatisch ab einer erwarteten Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof. Daher die Frage: kann ich auch morgen noch mit dem Ticket fahren, welches eigentlich für Vorgestern gültig war?

Antworten

Hallo Matti88,

dies ist leider nicht möglich. Sofern es sich um die letzte Verbindung des Tages handelte oder eine alternative Fahrt nicht zumutbar war, kann die DB Information ggf. den Fahrschein für den nächsten Tag gültig schreiben. Dies hätte aber direkt vor Ort gemacht werden müssen. Ein nachträgliches Gültig schreiben ist daher nicht mehr möglich.

Gruß, Tino!

Hustensaft
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Wenn jemand zu einem Zeitpunkt von einer Verspätung erfährt, an dem die Reise nicht mehr möglich oder zumutbar ist, kann die Fahrt durchaus am nächsten Tag oder eben auch gar nicht angetreten werden - mehrere Tage später ist aber nur noch eine Ticketrückgabe wegen des Nichtantritts möglich.

Wie gesagt aber mit einem Freigabestempel durch die DB Information. Und zurückgeben kann er das Ticket nur wenn durch den Ausfall/die Verspätung der ursprünglichen Verbindung eine Verspätung von mindestens 60 min. am Zielbahnhof vorhanden gewesen wäre. Aber einfach so am nächsten Tag fahren ist dann doch nicht.

Braunschweiger
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Und den Freigabestempel bekomme ich bei einem Ausfall der letzten Verbindung des Tages und einem Fahrtbeginn in - sagen wir - Vechelde genau wo?

Braunschweiger
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Und bei einem Fahrtbeginn? Oder einer Nutzung von unbegleiteten S-Bahnen?
Schauen wir doch nochmal in die Verordnung, Kapitel 16:
Artikel 16

Erstattung oder Weiterreise mit geänderter Streckenführung

Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unverzüglich die Wahl zwischen

a)

der Erstattung des vollen Fahrpreises unter den Bedingungen, zu denen er entrichtet wurde, für den Teil oder die Teile der Fahrt, die nicht durchgeführt wurden, und für den Teil oder die Teile, die bereits durchgeführt wurden, wenn die Fahrt nach den ursprünglichen Reiseplänen des Fahrgasts sinnlos geworden ist, gegebenenfalls zusammen mit einer Rückfahrt zum ersten Ausgangspunkt bei nächster Gelegenheit. Die Erstattung erfolgt unter denselben Bedingungen wie die Entschädigung nach Artikel 17;

b)

der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort bei nächster Gelegenheit; oder

c)

der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl des Fahrgasts.

Ich wähle nun c) und fahre nach ausschlafen und aufstehen am nächsten Morgen um 9 los. Wie begründet die DB da denn den Verstoß gegen die EU-Grundlage?

Braunschweiger
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Muss ja auch gar nicht die letzte Verbindung sein - die Verordnung gilt ja auch für alle Verbindungen des Tages. Noch einmal: Warum will die DB das Recht des Kunden aus Artikel 16 c) einschränken bzw. verneinen? Danke!

Und falls es es hilft kopiere ich gerne mein Posting von oben und stelle es als neue Frage - was aber für die Auskunft keinen Unterschied machen dürfte.

kabo
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Naja, das ist halt eine der ewig ungelösten Fragen der Bahn und eine typische Folge von Gummi-Paragraphen.

Bei Verspätung kann man auch zu einem späteren Zeitpunkt fahren.

Da steht NICHT "zu einem späteren Zeitpunkt am gleichen Tag", da steht NICHT "zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl der Bahn", da steht aber auch NICHT "zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt" und da steht auch NICHT "zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl des Kunden".

Die DB handhabt das so, als ob da "zu einem späteren Zeitpunkt am gleichen Tag" stehen würde.
Das ist aber nur eine der möglichen Interpretationen. Letztendlich muss das der EuGH entscheiden.

Braunschweiger
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Richtig, und das kann Matti88 jetzt so für sich entscheiden - die Antworten von Tino stellen mal wieder nur 1:1 die Sicht der DB dar ohne darauf hinzuweisen, dass er dort arbeitet. Ein DB/tg-Konto wäre da angemessener.

Hustensaft
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Na ja, die Intention der Verordnung geht schon von einem sachlich-zeitlichen Zusammenhang aus - sonst könnte ich ja mit einer Fahrkarte von Neujahr an Silvester fahren, wenn der Zug nur ausreichend Verspätung hatte. Üblicherweise wird also davon auszugehen sein, dass die Fahrt am selben oder am Folgetag stattfindet, wobei in extremen Einzelfällen (z.B. Strecke wird am Folgetag nicht bedient) auch andere Lösungen denkbar sind.

Über Tino Groß sollten wir nicht weiter reden, seine häufig sehr eigenwillige Auslegung von Sachverhalten, die gelegentlich nicht einmal denen der DB entsprechen (zumindest äußert man sich hier anders), sprechen für sich.

Bahnfr0sch
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@Hustensaft: Tino Groß hat hier Narrenfreiheit, wie dieser Thread zeigt: Kritisiert man den großen Zampano, bekommt man von der DB (hier wohl sein Buddy Christian) einen Einlauf. ;) https://community.bahn.de/questions/2051144-zugausfall-na...

Hallo,

wenn Sie vorgestern durch die Verspätung mit mindestens 60 Minuten Verspätung an Ihrem Reiseziel angekommen wären, dann können Sie das Ticket zur Erstattung an das Servicecenter Fahrgastrechte einreichen. Das Ticket ist für Ihre Fahrt morgen nicht mehr gültig. Die Zugbindung wird zwar ab einer Verspätung von 20 Minuten aufgehoben, die Gültigkeit des Tickets jedoch nicht. Sie müssten deshalb die Fahrt innerhalb der Geltungsdauer fortsetzen oder von der Reise zurücktreten. /ni

Hustensaft
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Lassen Sie mich es so ausdrücken:
Wir als Fahrgäste nehmen zur Kenntnis, dass die DB die Rechtslage so interpretiert. Ob ein Gericht diese Interpretation teilen wird, wäre dann im Einzelfall zu prüfen. Spätestens wenn der letzte Zug des Tages ausfällt und ich das Glück habe, am Ort des Startbahnhofes zu wohnen, ergo zu Hause übernachten kann, während eine Taxifahrt über mehrere Hundert Kilometer ausscheidet (und wahrscheinlich auch gar kein Bahnmitarbeiter mehr erreichbar ist, einen Taxigutschein auszustellen), wird deutlich, dass diese Position so nicht haltbar ist - ich hätte demnach nur das Recht, meinen günstigen Supersparpreis erstatten zu lassen und müsste am nächsten Tag eine sehr viel teurere Fahrkarte kaufen? Liebe Bahner, dass das vor Gericht Bestand hätte, glaubt Ihr doch wohl selbst nicht ...

kabo
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@Hustensaft

Ihr Fall ist aber nochmals komplizierter.
Denn in der EU-Richtlinie wird immer von "Fortsetzung" der Fahrt gesprochen, was rein sprachlich schon voraussetzt, dass die Fahrt überhaupt angetreten wurde.
Dass man möglicherweise ganz schön wenig Rechte hat, wenn es bereits am Startbahnhof zu Problemen kommt (und die Bahnfahrt deshalb gar nicht angetreten wird) ist nicht völlig abwegig.
Dass man bei Ausfall des letzten Zuges am Tage, Übernachtung zu Hause und Fahrt am nächsten Tag ein neues Ticket kaufen muss und die Erstattung auf das alte Ticket beschränkt ist, ist durchaus eine mögliche Interpretation der EU-Richlinie.
Natürlich gibt es da auch verschiedene Interpretationsmöglichkeiten, auch kundenfreundlichere Interpretationsmöglichkeiten. Aber ist es nicht so, dass die erstgenannte Variante offensichtlich falsch ist.