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Diese Frage wartet auf Beantwortung

Laufweg ICE992/993 Mannheim-Stuttgart

Liebes Bahn-Community-Team,
bislang kamen zu Fragen auf community.bahn.de aus dem Fernverkehrs-Fachbereich immer sehr aufschlussreiche und informative Antworten (auch zu meinen Fragen). Für diese möchte ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanken.

Da ich über das Kontaktformular bislang keine entsprechende Antwort auf eine bestimmte Frage erhalten hatte, würde ich das gerne hier versuchen.
Genauer geht es um die Züge ICE992 und ICE993.
Mir ist bekannt, dass der nächtliche Fernverkehr die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart nicht befahren kann. Der umständlich anmutende Laufweg der beiden Züge im Abschnitt zwischen Bruchsal und Stuttgart über Graben-Neudorf und Hockenheim lässt sich damit aber nicht erklären. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ICE992 und ICE993 die Station Heidelberg Hbf auslassen.
Der Trassenfinder berechnet mir für den Laufweg Mannheim-Stuttgart über Heidelberg mit 1:18h nicht nur die genau gleiche Fahrzeit, sondern auch niedrigere Gesamtkosten.

Das Problem:
Es bestehen keine Anschlussverbindungen von ICE992 ab Mannheim Hbf nach Heidelberg Hbf, sowie von Heidelberg Hbf nach Mannheim Hbf zu ICE993. Genauer gesagt beläuft sich die Aufenthaltszeit in Mannheim Hbf in jedem Fall auf über zwei Stunden. Das ist dann auch den Aufgabenträgern im Nahverkehr geschuldet. Keine Frage.

Im Abschnitt Mannheim-Heidelberg-Bruchsal verkehren im Zeitraum des ICE992/993 allerdings Züge, sodass ich hier nicht von einer sperrungsbedingten Umleitungsfahrt ausgehen kann.
Aber auch wenn es ernstzunehmende Gründe für diesen Laufweg gibt, ist nicht klar, warum die beiden Züge keinen Ersatzhalt in Bruchsal einlegen (können), um zumindest Anschlüsse von, bzw. nach Heidelberg zu ermöglichen.

Meinem obligatorischen Bringer, bzw. Abholer in Mannheim sind die Uhrzeiten auch nicht wirklich zumutbar, schon gar nicht werktags. Um vor 8 Uhr in München sein zu können, führt am ICE993 jedoch leider kein Weg vorbei.
Ich denke, es stellt kein Geheimnis dar, dass die frühmorgentlichen Verbindungen nach München aus dem Rhein-Neckar-Raum besonders zumutend sind.

Ich wäre wirklich sehr erfreut, wenn es möglich wäre, hierzu eine passende Antwort aus dem Fachbereich zu erhalten, vielleicht auch noch zu den zukünftigen Planungen zum Zugpaar ICE992/993 ab dem kommenden Fahrplanwechsel.

Freundliche Grüße

bhofen
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Antworten

ICE 992 und ICE 993 halten nicht in Heidelberg, da die Züge über eine andere Strecke und nicht über Heidelberg geführt werden.

Die Umsteigeverbindung mit RE (Stuttgart ab 0:16 Uhr, Karlsruhe an 1:19 Uhr) und IC (Karlsruhe ab 1:30 Uhr, Heidelberg an 2:00 Uhr) ist schneller als es eine Umsteigeverbindung mit ICE (Stuttgart ab 0:12 Uhr, Mannheim an 1:41 Uhr) und Nahverkehr bis Heidelberg wäre.

In der Gegenrichtung bestehen von Heidelberg nach Stuttgart direkte Fahrtmöglichkeiten mit ICE 1593 (Heidelberg ab 0:22 Uhr, Stuttgart an 1:22 Uhr) und ICE 619 (Heidelberg ab 1:19 Uhr, Stuttgart an 3:20 Uhr). Des Weiteren wird Stuttgart über die Umsteigeverbindung mit S-Bahn (Heidelberg ab 4:39 Uhr, Bruchsal an 5:05 Uhr) und IC (Bruchsal ab 5:13 Uhr, Stuttgart an 5:48 Uhr) erreicht.

Für weitere nächtliche Fahrten besteht kein ausreichend hohes Fahrgastpotenzial. Im Übrigen ist Heidelberg bereits über das langlaufende Zugpaar ICE 618 / ICE 619 (Dortmund – Köln – Frankfurt – Heidelberg – Stuttgart – München) gut angebunden.

Der Fahrplan 2020 und somit auch die Fahrpläne des ICE 992 und ICE 993 sind ab Mitte Oktober auf http://www.bahn.de abrufbar.

Viele Grüße /ki

bhofen
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Ich bedanke mich für die Antwort.

Mir ist bekannt, dass die Züge eine andere Strecke (über Hockenheim statt über Heidelberg) befahren. Ich kann allerdings das "Warum" nicht nachvollziehen. Die Nichtnachvollziebarkeit habe ich oben erläutert. Aber genau die Ursachen dafür hätten mich im Fall der beiden Züge 992 und 993 interessiert.

Mit der beschriebenen abendlichen Rückverbindung von München nach Heidelberg mit ICE992 und Umstieg in Stuttgart und Karlsruhe in den IC208 nach Kiel ist grundsätzlich eine noch akzeptable Reisemöglichkeit gegeben. Einen adäquten Anschluss mit dem Nahverkehr ab Mannheim findet man im Übrigen nur Freitags und Samstags vor.

Die Rückverbindungen sind grundsätzlich in Ordnung. Was die Frühverbindungen nach München angeht, gibt es hier allerdings klare Probleme.

Den ICE619 will man mir hoffentlich nicht versuchen schmackhaft zu machen. Dieser Zug fährt um 1.19Uhr ab und benötigt eine Fahrzeit von fünf Stunden nach München. Entsprechend sollte man im Fahrzeug die Möglichkeit haben zu schlafen.
Aufgrund der Bestuhlung, den zu geringen Platzverhältnissen, der nicht abschaltbaren Flutlichtbeleuchtung und der mangelhaften Anzahl an Abteilen ist ICE619 für eine Nachtverbindung unzumutbar.

Die angesprochene Verbindung ICE1593 nach Stuttgart ist für eine Fahrt nach München ungeeignet, da sie in Stuttgart endet.

Die angesprochene Verbindung mit IC2291 und Umstieg in Bruchsal ist eine schnelle und vernünftige Verbindung. Die Ankunftszeit in München liegt allerdings schon nach 8 Uhr und damit zu spät. Dazu besteht kein Anschluss in Richtung Salzburg (RJ111).
Dazwischen liegt nur noch ICE993, dessen Ankunftszeit in München perfekt ist. Dieser Zug verkehrt jedoch nur ab Mannheim (3.28Uhr) und nicht ab Heidelberg, was ich wie oben beschrieben nicht nachvollziehen kann, und es besteht keine Möglichkeit im Vorfeld und ohne längeren Aufenthalt von Heidelberg nach Mannheim zu kommen.

Nach meinem Kenntnisstand stellt es für die nächtlichen Verkehre, d.h. zum Zeitraum, zudem die Schnellfahrstrecke nicht befahren wird, keinen Fahrzeitunterschied dar, ob nun über Heidelberg gefahren wird oder nicht.

bhofen
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Knapp gefragt:

"ICE 992 und ICE 993 halten nicht in Heidelberg, da die Züge über eine andere Strecke und nicht über Heidelberg geführt werden."
->Warum das?

Gut angebunden ist man mit 618/619 nicht. Ich verweise hier auf die Abfahrts- und Gesamtfahrzeiten.

Wir haben dazu folgende Rückmeldung erhalten.

Auch wenn die Fahrzeit beim ICE 992 / ICE 993 zwischen Mannheim und Stuttgart großzügig bemessen erscheint, wird diese benötigt, da die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart nachts vom Fernverkehr nicht befahren werden darf und es häufig nächtliche Baustellen gibt. Ein zusätzlicher Halt in Heidelberg für nur wenige potentielle Reisende ist daher nicht vorgesehen. /di

bhofen
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Ich bedanke mich für die Rückmeldung.

"Auch wenn die Fahrzeit beim ICE 992 / ICE 993 zwischen Mannheim und Stuttgart großzügig bemessen erscheint, wird diese benötigt, da die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart nachts vom Fernverkehr nicht befahren werden darf und es häufig nächtliche Baustellen gibt."
-> Ich habe auch nirgendwo behauptet, dass die Fahrzeiten bei 992/993 großzügig bemessen seien. Im Gegenteil habe ich doch oben schon bemerkt, dass diese Züge die Schnellfahrstrecke nicht befahren können.

"Ein zusätzlicher Halt in Heidelberg für nur wenige potentielle Reisende ist daher nicht vorgesehen."
-> Das ist jetzt eine aufschlussreiche Antwort.

Die Begründung ist zugleich aber schon eine Wucht.

Ich frage mich, wie es sich rechnet, mit 2 Nacht-ICs (IC208 Basel Bad - Kiel, IC468 Basel Bad - Flensburg, teilweise auch noch der Nightjet) ab Karlsruhe einen großzügigen fahrzeitlichen Umweg zu nehmen, um Heidelberg bedienen zu können, aber bei ICE992/993, der ohnehin schon in einem großen Bogen über Frankfurt und nicht auf direktem Wege von München nach Berlin verkehrt, erwartet man mit Heidelberg nicht mehr Fahrgäste, obwohl ein Zwischenhalt in Heidelberg für 992/993 kaum mehr Fahrzeit benötigt, ganz im Gegensatz zu IC208 und IC468, die zwischen Karlsruhe und Mannheim über Heidelberg einen fahrzeitlich ordentlichen Umweg nehmen.

Wie kann es sich denn lohnen, tagsüber einen Linienverkehr zwischen dem linken Rhein und Stuttgart über Heidelberg zu betreiben, obwohl es doch tagsüber - also zu Zeiten, in denen der Fernverkehr zwischen Mannheim und Stuttgart über die Schnellfahrstrecke düst - signifikant Fahrzeit kostet Heidelberg zu bedienen, was in der Nacht wie bei ICE992/993 oder ICE618/619 ganz im Gegensatz keinen signifikanten Unterschied macht.

Zwischen Heidelberg und München wird ein Linienverkehr betrieben (EC62), die letzte Direktverbindung ab München verkehrt schon um 15.57Uhr. Die erste erste Direktverbindung nach München erst um 9.14Uhr mit EC113 (Ankunftszeit schon nach Mittag). Zwischen Heidelberg und Berlin gibt es DB-seitig keine Direktverbindung. Also wenn das nicht genügend Argumente für einen Halt von ICE992/993 (München-Berlin) in Heidelberg sind, dann weiß ich auch nicht weiter.

Wenn sich DB Fernverkehr von den nächtlichen Halten in Günzburg, am Frankfurter Flughafen (an dem zu dieser Zeit seit Stunden keine Flugzeuge mehr gelandet sind), sowie von den nächtlichen Halten Eisenach und Gotha mehr potentielle Fahrgäste erhofft als von einem nächtlichen Halt in Heidelberg, der ganz offenkundig nahezu keine Mehrfahrzeit kostet, dann kann ich ihr nicht mehr helfen.