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Frage beantwortet

Verteuerung des Super Sparpreises auf der Strecke Reutlingen-Zürich?

Hallo, ich fahre nun schon seit einiger Zeit die Strecke Reutlingen-Zürich, über Tübingen und Horb und staunte heute nicht schlecht, als die Preise für den Super Sparpreis Europa auf einmal von den üblichen 19,90 auf 23,90 gestiegen waren – also um ganze 20%. Vor allem in Anbetracht der Diskussion um eine Senkung der Mehrwertsteuer würde sich es in den Statistiken ja sicher besser machen, wenn der Preis aller Tickets sinkt (gerade um, was ein Wunder, 19% bzw. 16,6%), der Umsatz und Gewinn aber höher wird. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Oder interpretiere ich da zu viel herein? Hat jemand einen vernünftigen Grund für die Erhöhung?

Viele Grüße!

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

@Armin16
Das ist keine Preiserhöhung. Das Kontingent ist halt alle. Ich versuche es mal deutlich zu machen (vereinfacht, mit willkürlichen Zahlen):

Für eine Fahrt gibt es 100 Sparpreise bei 200 angebotenen Tickets.
Ein Kontingent mit 20 Stk. für 19,90 Euro als Supersparpreis
ein weiteres mit 20 Stk. für 23,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 25,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 29,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 39,90 Euro

Der Flexpreis ist 49 Euro.

Sind nun die ersten 20 Stk. verkauft, sind die alle und es wird das nächst höhere Kontingent freigeschaltet...u.s.w. bis alle 100 Sparpreise verkauft sind, dann gibt es nur noch Flexpreise.

Ist das jetzt verständlich erklärt?

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Da interpretieren Sie zuviel.
Wahrscheinlich ist die günstigste Supersparpreis-Kategorie einfach ausverkauft gewesen.

Auch wenn es zu einer Senkung der Mehrwertsteuer kommt (sprach Scheuer nicht vom Jahre 2035?) können sie sicher sein, dass es dann nur die Flexpreise betreffen wird, wo diese Preissenkung zu merken ist. Wenn die Bahn aber wie jedes Jahr die Preise erhöht, wird von der Märchensteuersenkung auch nicht viel übrig bleiben.

@Armin16
Das ist keine Preiserhöhung. Das Kontingent ist halt alle. Ich versuche es mal deutlich zu machen (vereinfacht, mit willkürlichen Zahlen):

Für eine Fahrt gibt es 100 Sparpreise bei 200 angebotenen Tickets.
Ein Kontingent mit 20 Stk. für 19,90 Euro als Supersparpreis
ein weiteres mit 20 Stk. für 23,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 25,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 29,90 Euro
ein weiteres mit 20 Stk. für 39,90 Euro

Der Flexpreis ist 49 Euro.

Sind nun die ersten 20 Stk. verkauft, sind die alle und es wird das nächst höhere Kontingent freigeschaltet...u.s.w. bis alle 100 Sparpreise verkauft sind, dann gibt es nur noch Flexpreise.

Ist das jetzt verständlich erklärt?

Danke für Ihre Antwort, das System ist mir jetzt soweit klar. Trotzdem ist komisch, dass von einem Tag auf den anderen alle Kontingente aufgebraucht sind, ich habe jetzt mal mit Omio den ganzen September und halben Oktober abgesucht und konnte keinen einzigen Termin finden, an dem die 19,90 Super Sparpreise nicht verbraucht sind. Kann es sein, dass nach einem bestimmten Datum automatisch in die nächsthöhere Kategorie gewechselt wird? Das würde jedenfalls mehr Sinn machen, als, dass alle Tickets des Kontingents in wenigen Nächten restlos aufgekauft worden sind.

Viele Grüße!

Leo
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Das ganze ist nur die nächste Stufe der schon vor ca. 2 Jahren begonnenen Preiserhöhung:

Seitdem wird für einen Nahverkehrs-Vorlauf (mit Ausnahme innerhalb der Gleichstellung) kräftig extra kassiert:

Beispiele:

1. Langstrecke: Taufkirchen (mit München Hbf gleichgestellt) - Düsseldorf Hbf

Da gibt es nur zu sehr ungünstigen Zeit Supersparpreise ab 20€ (ich runde die albernen x,90€-Preise auf volle Euro), mit viel Vorlauf zu normalen Zeiten (Abfahrt nach 7h, Ankunft vor 23h) ab 30€, als Test für Mittwoch, 16.10..

Fährt man nur eine S-Bahn-Station vorher in Furth(b. Deisenhofen) los, ist es seit einiger Zeit 6€ teurer: Für Nahverkehrsvor- und/oder Nachlauf ist ein Zuschlag fällig!

2. Mittelstrecke:
a) Taufkirchen - Nürnberg: ab 20€ / Furth – Nürnberg: ab 26€
b) Taufkirchen - Ulm: ab 20€ / Furth – Ulm: ab 20€

NEUERDINGS wird dieser Nahverkehrs-Zuschlag also schon unter grob 250km fällig – nicht immer, aber immer öfter! Anscheinend wird er schrittweise eingeführt…

3. Kurzstrecke:
a) München – Ingolstadt: ab 20€ / Taufkirchen (unter 100km nicht gleichgestellt) – Ingolstadt: ab 20/22€ / Furth – Ingolstadt: ab 20/22€
a) München – Ulm: ab 20€ / Taufkirchen – Ulm: ab 20€ / Furth – Ulm: ab 20€
Hier sind in einigen Zügen nach Ingolstadt 2€ NV-Zuschlag fällig, in anderen nicht…

Durch diesen Effekt wird es in immer mehr Fällen teurer!

An anderen Stellen wird es allerdings billiger:

Vor längerer Zeit kostete ein Sparpreis in die Schweiz ab 39€, auf kürzeren Strecken wie München – Zürich ab 29€. (Bei diesem billigen Preis blieb es auch bei dem größeren Umweg über Karlsruhe und Basel.) Weitere Fahrten, also z.B. von München bis Lugano statt nur Zürich kosteten aber 39€.

Dann waren plötzlich minimal 39€ fällig, egal ob München – Zürich direkt oder mit Umweg und noch bis Lugano. Allerdings gab es darauf volle 25% Rabatt mit der Bahncard, so waren es mit Bahncard 29€ statt früher 22€.

Mittlerweile kann man ab 19€ von Taufkirchen bis nach Lugano statt Zürich fahren – aber ab Furth wird es 6€ teurer! Das macht dann 26€ - mit Bahncard knapp 22€ - also wieder etwa genau so viel wie ganz früher auch schon bis Zürich.

Dieser ominöse NV-Zuschlag ist mal 0€, mal 2€, mal 4€ und mal 6€.

Ab meinem Wohnort anscheinend dummerweise immer 6€, und ab München gibt es oft Probleme mit den Kontingenten – dann wird/würde es oft noch teurer.

Bzgl. Kontingenten herrschen zwischen Singen und Schaffhausen für Münchner Verhältnisse geradezu paradiesische Zustände – und der NV-Zuschlag ist bei Fahrt nur bis Zürich mit 4€ statt 6€ auch noch recht günstig.

Also: Nicht ärgern, lieber ab Zürich noch einen Abetecher nach z.B. Lugano dranhängen! (Dann steigt der NV-Zuschlag aber doch auf die bei mir praktisch immer fälligen 6€.)

Vielen Dank @Leo für die ausführliche Erklärung. Diese ergibt Sinn, denn wenn man beispielsweise Verbindungen nicht von Reutlingen, sondern von Tübingen aus sucht, also einen Stopp weglässt, liegen die Sparpreise bei nur 22€, also kommt in diesem Fall nur ein NV-Zuschlag i. H. v. 2€ zu den 20€ Grundpreis dazu.

Ganz grundsätzlich ist es natürlich Schade, dass die Anreize mit der Bahn zu fahren, gerade in der heutigen Zeit immer kleiner werden und dann nicht diskutiert wird, wie man die Bahn attraktiver macht, sondern wie man andere Fortbewegungsmittel verteuert.

Ein Unding ist, dass die (für diesen Fall wohl nicht zutreffende) Antwort von "Bahnfrosch" von der DB bestätigt wird, um den Thread hier abzuwürgen und Preiserhöhungen zu verschleiern. Das ist in Bösartigkeit nicht zu überbieten! Hier muss schnellstens Nachgebessert werden, damit Leute, die über die Suche in diesen Thread kommen auch mitbekommen, was abläuft. Ich bin von der Moderation schwer enttäuscht und werde wohl Beschwerde einreichen müssen. Traurig!

Also wem bei der Strecke Reutlingen-Zürich 23,90 Euro zuviel sind, sollte in Zukunft laufen oder mit den Fahrrad fahren oder den Flexpreis von 54,40 Euro zahlen. Seien sie froh, dass es überhaupt Sparpreise gibt.

Erstens habe ich mich darüber beschwert, dass die Erhöhung hier im Forum nicht transparent aufgezeigt wurde, sondern – im Gegenteil – versucht wurde und wird diese zu verschleiern. Das ist nun mal ein Unding.

Zweitens kostet ein Flixbus auf der selben Strecke nur 12€ und der ist schneller und fährt direkt. Außerdem verbraucht mein alter Diesel auf dieser Strecke ca. 5,5l/100km. Bei 200km sind das 11l oder 15,4€ (bei einem Dieselpreis von 1,4€/l). Selbst mit eingerechnetem Verschleiß kommt man auf weniger als die 24€ (in denen, ganz am Rande, noch die Gebühr für den Nahverkehr bis zu meinem eigentlichen Ziel in Zürich noch nicht enthalten ist). Vom Komfort einer Reise im Auto und der Möglichkeit den Preis über Mitfahrer nochmals zu drücken mal ganz abgesehen. Also nein, ich werde nicht laufen oder mit dem Fahrrad fahren, sondern zwei Tonnen bewegen um meine 70kg von A nach B zu bringen, weil es die Bahn wohl einfach nicht hinkriegt, dies zu einem kompetitiven Preis zu machen.

Das Zweite bezieht sich nur auf Ihr völlig sinnloses Argument a la "wem das zu viel ist [bla, bla, bla]", ein typischer populistischer Whataboutismus, denn darum ging es ja gar nicht, sondern um die Preiserhöhung als solche.

Ich erwarte aber zu dem sehr ernsten Vorwurf, den ich als erstes Argument erhoben habe, nämlich, dass die Moderation hier im Forum eines Staatskonzerns, der übrigens uns allen gehört, schamlos falsche Tatsachen als "richtige" bzw. "bestätigte" Antwort darstellt, eine ausführliche Stellungnahme – sonst folgt, wie schon gesagt, eine Beschwerde.

Edit: Ich denke außerdem, dass die unter 20% Zustimmung bzw. über 80 % Ablehnung, die der verifizierte Beitrag erhalten hat, klar darstellen, wie sich die meisten Menschen, die diesen Thread lesen, fühlen.

Leo
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Sorry, das mit den Kontingenten war einfach total falsch! Aber ich muss zugeben: Die ständig neuen Hochdruck-Meisterleistungen der fähigen IT-Abteilung sind wirklich nicht immer ganz einfach zu durchschauen…

Noch unverständlicher: Unterschiedlicje Preise für denselben Zug:

Man fährt mit dem durchgehenden Zug von Stuttgart nach Zürich und dann evtl. weiter nach Lugano.

Diesen kann ich auf dreierlei Weise buchen, jedesmal mit Aufenthalt Singen, aber dann anderer Verkehrsmittelwahl, Test für den 16.10., Beispiel für den IC181:

1. keiner Wahl oder explizit kein NV bis Singen:
Stuttgart-Zürich 20€ (0 Umstiege, mit IC181)
Stuttgart-Lugano 20€ (1 Umstieg, mit IC181 und IC 687)

2. explizit NV bis Singen, IC abgewählt:
Stuttgart-Zürich 24€ (1 Umstieg, mit RE50181 und IC181)
Stuttgart-Lugano 26€ (2 Umstieg1, mit RE50181 mit IC181 und IC 687)

Theoretisch könnte man noch ganz anders buchen, z.B. nur zwischen Böblingen und Herrenberg mit dem Nahverkehr fahren und sonst überall mit dem IC. Das ist aber nicht buchbar, da in Böblingen die Mindest-Umsteigezeit vom RE50181 zum IC 181 nicht eingehalten wird ;-) (In Herrenberg ist dann aber komischerweise kein Umstieg zurück in den IC erforderlich....)

Diese verschiedenen Preise für physikalisch exakt den selben Zug sind mit normaler Kunden-Logik in der Tat kaum nachzuvollziehen…

Nach der Kontingent-Theorie sollte es ja eher billiger werden, wenn ich zwar den selben Zug nehme, aber auf dem Papier das IC-Kontingent nur zwischen Singen und Schaffhausen beanspruche.

Aber ärgern bringt nichts, man kann sich den abstrusen Bedingungen nur anpassen:

Am besten also von Reutlingen mit dem IC den Umweg nach Stuttgart und dann weiter nach Zürich oder besser Lugano fahren: Das ist zwar weiter, kostet aber auch nach wie vor nur 20€.

"Zweitens kostet ein Flixbus auf der selben Strecke nur 12€ und der ist schneller und fährt direkt. Außerdem verbraucht mein alter Diesel auf dieser Strecke ca. 5,5l/100km. Bei 200km sind das 11l oder 15,4€ (bei einem Dieselpreis von 1,4€/l). Selbst mit eingerechnetem Verschleiß kommt man auf weniger als die 24€"
--->Machen sie es doch. Wer zwingt sie mit der Bahn zu fahren?

Sorry, ich kritisiere auch ständig die Bahn, aber was sie sich hier leisten, geht auf keine Kuhhaut. Denken sie ernsthaft, wir Bahnkunden können ihnen einen Preis machen, der ihnen zusagt? Von der DB werden sie nix hören, die moderieren hier nur. Das ist ein KUNDEN-Forum, wo Kunden fragen und Kunden antworten. Wenn sie Antwort vom Social Media-Team der DB wollen, müssen sie auf Facebbok oder Twitter fragen.

Das Sparpreise teurer werden, wurde letzten August kommuniziert. Suchen sie in der Community, da gibts viele Beitrage von vor einem Jahr, das Kunden sich über die versteckte Preissteigerung ärgerten....so what? Alles wird teurer, Miete, ÖPNV, Strom, Wasser, Sprit...wollen sie sich da auch beschweren?

Mit ist es voll latte, wo sie sie sich beschweren. Gehen sie zum Lutz in die Plüschetage oder zum Scheuer...Ich habe nix davon. Jedenfalls ist ein Kundenforum nicht der richtige Ort für Beschwerden...eigentlich einleuchtend, oder?

"dass die unter 20% Zustimmung bzw. über 80 % Ablehnung"
--->lol, wieviel Fakeaccounts haben sie gemacht um abstimmen zu können? Sonst stimmt hier bei sowas keine Sau ab... ;)
Könnte ich auch machen, aber für solchen Kindergarten ist mir die Zeit zu schade.

P.S. Nochmal zu den Sparpreisen: In 95% aller Supersparpreise für 19,90 Euro ist reiner Fernverkehr enthalten. Kommt nun Nahverkehr hinzu, wird es teurer. Leo hat das ja erklart. Warum das unterschiedlich teuer ist, kann keiner von uns Bahnkunden wissen. Das wird an die Verträge liegen, wieviel Geld der Fernverkehr an den Nahverkehr abführen muss. Aber das der NV extra kostet ist schon seit einem Jahr so.

Trotzdem ist meine bestätigte Antwort richtig. Halt ist nur der Einstiegspreis keine 19,90 Euro, sondern 23,90 Euro, weil eben Nahverkehr dabei ist. Von Preissteigerung kann nur die Rede sein, wenn der Flexpreis steigt. Der Sparpreis ist ein freiwilliges Angebot der Bahn ohne das sie in der Pflicht sind, immer den billigsten Sparpreis anbieten zu müssen.

Wenn das Päckchen Kaffee normal 5,69 Euro im Laden kostet und der Sonderpreis in der Aktionswoche 3,49 Euro ist und 3 Wochen später kostet es in der Aktion 3,79 Euro, können sie doch auch nicht sagen, der Kaffee ist teurer geworden, wenn der reguläre Preis immer noch 5,69 Euro ist...?!

Leo
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Frage: Warum ist der EINSTANDSPREIS teurer?

Korrekte Antwort: Weil auch auf dieser Relation der ominöse NV-Zuschlag eingeführt wurde.
Falsche Antwort / Thema verfehlt: Weil das billigste Kontingent wohl schon weg ist.

„Von Preissteigerung kann nur die Rede sein, wenn der Flexpreis steigt. Der Sparpreis ist ein freiwilliges Angebot der Bahn ohne das sie in der Pflicht sind, immer den billigsten Sparpreis anbieten zu müssen.“

Es gibt Mondpreise, normale Preise, angemessene Preise, Sonderangebote und Schnäppchen.

Ein Mondpreis ist ein Preis, denn fast niemand zu zahlen bereit ist; der heißt bei der DB Flexpreis. Zur Rechtfertigung der Preiserhöhungen in meist viel stärkerem Maße als die Inflation beschwichtigt die Bahn ja selbst gerne, den vollen Flexpreis zahle ja ohnehin kaum niemand, wer Flextickets kaufe, habe ohnehin eine Bahncard50.

https://www.welt.de/wirtschaft/article181760074/Deutsche-...

„Wer zahlt eigentlich den vollen Preis?
Nach früheren Angaben der Bahn sind das weniger als 10 Prozent aller Fahrgäste. Die anderen gut 90 Prozent haben entweder eine Bahncard oder kaufen sich ein Ticket im Sonderangebot.“

(Trotzdem verstehe ich die Logik nicht: Wenn in manchen Jahren, der VOLLE Flexpreis um die doppelte Inflationsrate stieg, dann tat das der HALBE für Wochenendpendler doch genau so.)

Diese zitierte Aussage der DB interpretiere ich so: Der Flexpreis ist eh ein Mondpreis, der normale Preis ist entweder der halbe Flexpreis für z.B. Wochenendpendler mit Bahncard50 oder der (Super-)Sparpreis für Gelegenheitskunden (mit oder ohne Bahcard25).

Was ein angemessener Preis ist, entscheidet jeder Kunde für sich. Für Autobesitzer bieten sich hier die VARIABLEN Kosten an, für Leute ohne Auto z.B. die Preise von Flixbus. Ich als Autobesitzer empfinde 10c/km angemessen – egal ob ich allein oder zu zweit reise (und zwar Autobahn-Kilometer, und keine historisch aufgeblähten Tarifkilometer). (Natürlich zahle ich noch ein paar Hundert Euro an Fixkosten pro Monat, aber die kann ich auch nicht sparen, wenn ich das Auto stehen lasse.)

Beispiel: Holzkirchen – Düsseldorf, etwa 650km.

Preise für einen einzelnen Reisenden bei Buchung heute für einen Dienstag/Mittwoch, bevorzugt über Siegburg:

Mondpreis: Voller Flexpreis: 153€
normaler Preis für Stammkunden für den 7.8: Halber Flexpreis: 77€ nur mit Bahncard50
normaler Preis für Gelegenheitsfahrer für den 7.8: Supersparpreis: ab 68€, 51€ mit Bahncard
angemessener Preis für ALLEINREISENDE Autobesitzer: 65€
Sonderangebot für den 16.10.: Supersparpreis: 36€, 27€ mit Bahncard
angemessener Preis für zu zweit reisende Autobesitzer: 33€
Schnäppchen (gibt es im Moment nicht, schon gebucht): 22€, 17€ mit Bahncard

Für einen Mittwoch mit kurzer Vorausbuchungsfrist sind die Preise also für den Gelegenheitsfahrer angemessen bzw. mit Bahncard sogar günstig, für den flexiblen Stammkunden aber schon etwas abgehoben. Wer zu zweit reist, dürfte statt der Bahn eher das (bzgl. variabler Kosten) nur halb so teure Auto nehmen.

An einem Freitag sieht es etwas anders aus:

Mondpreis: Voller Flexpreis: 161€
normaler Preis für Stammkunden für den 9.8: Halber Flexpreis: 80€ nur mit Bahncard50
normaler Preis für Gelegenheitsfahrer für den 9.8: Supersparpreis: ab 136€, 102€ mit Bahncard25
normaler Preis für Gelegenheitsfahrer für den 16.8: Supersparpreis: ab 136€, 102€ mit Bahncard25
Sonderangebot für den 18.10.: Supersparpreis: 100€, 75€ mit Bahncard25
Schnäppchen für den 18.10. im Bummel-ICE über Koblenz mit später Ankunft: 74€, 56€ mit Bahncard25
Flugpreis der Lufthansa für den 16.8.: ab 66€ (+ggf. vom/zum Flughafen)
angemessener Preis für ALLEINREISENDE Autobesitzer: 65€
angemessener Preis für zu zweit reisende Autobesitzer: 33€

Fazit: An Freitagen treibt die Bahn mit ihrer Preispolitik Leute ohne Bahncard50, die nicht extrem früh buchen können und am Rhein entlang zockeln wollen, ins Flugzeug oder Auto! DAS ist eigentlich der wesentlich größere Skandal als die bis zu 6€ NV-Aufschlag auf ohnehin eher billige Sparpreise!

„Wenn das Päckchen Kaffee normal 5,69 Euro im Laden kostet und der Sonderpreis in der Aktionswoche 3,49 Euro ist und 3 Wochen später kostet es in der Aktion 3,79 Euro, können sie doch auch nicht sagen, der Kaffee ist teurer geworden, wenn der reguläre Preis immer noch 5,69 Euro ist...?!“

Doch! Ich kaufe gerade Kaffee NUR im Sonderangebot, der normale Preis interessiert mich überhaupt nicht! Ich kaufe nicht zum normalen Preis, sondern warte mit dem Kauf bis zum nächsten Sonderangebot. Genauso Frischkäse, der hält sich auch recht lange: Ob Exquisa, Philadelphia oder Buko, irgendein Supermarkt hat immer einen Sonderpreis: Der war mal 77c, dann 88c, jetzt sind es 95c, sprich eine Preissteigerung von 18c oder 24%! Damit wird Marken-Frischkäse auch im Sonder-Angebot gegenüber Handelsmarken zum Normalpreis langsam uninteressant, zum normalem Preis sowieso.

Genau so wird die Bahn auch im Sonderangebot gegenüber dem Auto immer uninteressanter – zu zweit oder an Freitagen sowieso.