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Rückerstattung bei Stornierung

Hallo,
wir wollten am 17.07.2019 unsere Reise antreten und hatten schon am 07.02.2019 sogar das Kinderabtei gebucht, da wir zu 4. reisen ( 2 Erwachsene 2 Kinder (2j und 7j). Da wir einen Kinderwagen, 2 Koffen und Rücksäche dabei haben, wollten wir nur max. 1x umsteigen müssen.

Nun haben wir eine E-Mail erhalten, das der Zug ausfällt. Soweit kein Problem, früh genug und wir sind ja relativ flexibel.

Hotline angerufen, umbuchung auf 10.33Uhr mit Reservierung an einem Tisch im Großraumwagen, auch ok.
Dann kam der Hammer.
Am nächsten Tag bekamen wir die Tickets. Darauf die Reservierung: Großraumwagen (RUHERAUM) Sitzplätze in einer Reihe ....
Wie zum Henker soll ich einen 2Jährigen 6 Stunden im Zug bändigen, das dieser ruhig bleibt???? Mal abgesehen, das was ganz anderes Telefonisch besprochen war ....

Nun gut. direkt wieder angerufen.
Natürlich, jetzt NIX mehr machbar was Sitzplätze angeht.
Ich hab alles mögliche Angeboten, wie z.B. nächsten oder übernächsten Tag zu fahren. Das ginge alles nicht. Einzige Option wäre stornieren....

Nach Stundenlangem überlegen, haben wir dann beschlossen mit dem Auto zu fahren ( für uns unkalkulierte Mehrkosten und viel stressiger).
Um 19Uhr angerufen und nach 4x weiterverbinden und 50min Wartezeit wurde mir dann gesagt das stornieren 20€ kosten würde und ich nur einen "Reisegutschein" über den Restbetrag erhalten würde!

Bitte??

Ihr lasst den Zug ausfallen und behaltet dann mein Geld?

Die Dame am Telefon konnte mich voll und ganz verstehen, konnte aber leider nix machen, so das ich eine E-Mail an kundendialog@bahn.de geschickt habe.

Jetzt meine Frage:
Ist das Rechtens oder ist das schon Betrug und Abzocke?

Hat wer noch einen Tip was ich machen kann oder soll ich direkt zu einem Anwalt gehen?

Vielen Dank
T.Lausen

Antworten

Die Sitzplatzreservierung kann einmalig kostenlos umgetauscht werden. Wenn Sie jetzt nochmals andere Sitzplätze reservieren wollen, müssen Sie neu (kostenpflichtig) reservieren. Dann haben Sie vermutlich einen Sparpreis gebucht. Dieser ist stornierbar. Dabei werden 10 Euro als Stornoentgelt einbehalten, über den Restbetrag gibt es einen Gutschein. Darauf werden Sie bei der Buchung auch hingewiesen. Die Zugbindung ist aufgehoben und Sie hätten am Reisetag auch eine andere Verbindung nehmen können. Ein richtiger Ausfall ist das ja nicht, da es einen Ersatzzug in der Fahrplanlage des ursprünglichen Zuges gibt. Das ist auch alles rechtens. Der Anwalt wird da nichts machen können.

Erst einmal vielen Dank für die Antwort. Aber bitte lesen sie sich das ganze noch mal richtig durch.

1. Wollen wir eigentlich gar nicht stornieren
2. Wurde uns telefonisch ganz andere Sitzplätze benannt, als wir auf einmal per Post bekommen haben
3. Ist das total sinnfrei, ein 2Jähriges und ein 7Jähriges Kind in ein Ruheraum zu setzen.
4. habe ich auch alles möglich an Alternativen angeboten.
5. Und ja, es ist ein richtiger Ausfall des gebuchten Zuges um 7.32Uhr an diesem Tag! Und theoretisch gesehen, stehen mir sogar noch Ersatzansprüche zu, da mein Zug ja dann mehr als 60min Verspätung hätte!

Wie gesagt, Stornogebühren oder Gutscheine oder sonst was, hab ich vollstes Verständnis für, aber nur wenn das nicht DEREN Verschulden ist.

Ich hätte auch Zusatzkosten wenn ich mit dem Auto fahren muss, die sind auch nicht eingeplant. Wer zahlt dann das? Ist halt genau so ein Schwachsinn.

Und die Sitzplanänderung kommt ja nicht von mir! Das wollten die doch machen als Alternative zu dem abgesagten Zug!

Bei Zugausfall ohne zeitnahe Alternative steht Ihnen natürlich frei das Ticket kostenfrei zurückzugeben.
Da die Hotline 20 Euro sagte: haben Sie zwei getrennte Sparpreis-Tickets? (d.h. Hin- und Rückfahrt getrennt gebucht?) In dem Fall können Sie nur das Ticket für die ausfallende Fahrt kostenfrei zurückgeben und müssten das andere Ticket tariflich stornieren.

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"Einzige Option wäre stornieren...."

Diese Information ist falsch. Wenn Sie stornieren, fallen diese Gebühren an. Aber da die von Ihnen ursprünglich gebuchte Verbindung nicht mehr existiert, haben Sie das Recht, von der Reise zurückzutreten. Würde ich über den Kundendialog versuchen. Kann zwar sein, dass die versuchen, das durch die bereits erfolgte Umbuchung in Frage zu stellen, aber da sollten Sie stur bleiben und das dann evtl. über die Schlichtungsstelle regeln. https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

Das Reservieren von Ruheabteil-Plätzen für Familien mit Kleinkindern ist eine der Absurditäten der DB-Denke, die niemand versteht.

Hallo. Es ist soweit rechtens, wenn Sie einmalig kostenfrei umreserviert und sich für die neuen Plätze entschieden haben. Sollten Sie dahingehend Kritik haben, dass falsche Sitzplätze gebucht wurden, können Sie die Reservierungsbelege in einem DB Reisezentrum vorlegen. Sollte es bei der alternativen Verbindung nur noch freie und zusammenhängende Sitzplätze im Ruhewagen geben, erhalten Sie vom System vorgeschlagen die Sitzplätze in diesem Bereich.
Ich war beim Telefonat nicht dabei und kann es nicht nachvollziehen, inwieweit hier im Gespräch aufgeklärt wurde oder es den Kolleg*innen bekannt war, dass Sie mit kleinen Kindern unterwegs sein werden. Es gibt auch Familien, die bewusst auch im Ruhebereich Sitzplätze reservieren.
Wie Sie alternativ fahren können, hat Ihnen die Community bereits geschrieben, da es keine Zugbindung mehr gibt. Wenn Sie nun gar nicht mehr mit der Bahn fahren wollen, gelten die regulären Erstattungskonditionen. /ch

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"Es gibt auch Familien, die bewusst auch im Ruhebereich Sitzplätze reservieren."

@DB/ch
Das war hier aber nicht der Fall. Und für die Reisenden ohne (Klein-)Kinder, die bewusst einen Platz im Ruheabteil reserviert haben, weil sie gerne ihre Ruhe hätten, ist es schlichtweg eine Provokation, dass die DB ein von ihr gemachtes Angebot auf diese Weise sabotiert.

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@DB/ch

Mich stört an Ihrer Aussage massiv, das es hier einen Kunden gibt, der erfreulicherweise Rücksicht auf andere Reisende nimmt, da Kinder nunmal nicht leise sind. Und das wird zum einen durch die falsche Buchung und zum anderen durch Ihre Aussage unterlaufen. Wenn ich mit Kindern unterwegs bin, buche ich auch nicht den Ruhebereich, da es für mich selbstverständlich ist, die Mitreisenden im Ruhebereich zu ihrem gebuchten "Servicerecht" kommen zu lassen. Mir fällt kein Grund ein, warum ich als Familie mit (Klein)kindern den Ruhebereich wählen sollte!

Hallo, vielen Dank für die Antworten.

@betasaur
Hin und Rückfahrt wurden Zeitgleich gebucht. 20€ wurde mir am Telefon gesagt. Aber wieso sollte ich Rückfahrt behalten wollen wenn Hinfahrt gecancelt wurde? Aber wie gesagt Zeitgleich, Selbe Ticketnummer.

@DB
Dieses Kostenfreie Umbuchen ... das hört sich so an als WOLLTE ich das unbedingt machen ... Wie ich sagte, wir sind flexibel. Kommt auch nicht auf einen Tag drauf an. Aber ich möchte mit der annähernd gleich Qualität und Art zu meinem Reiseort kommen.
Ich denke das es nicht vertretbar ist, eine 4 Köpfige Familie mit Kinderwagen und Gepäck 3-4 Umsteigen zu lassen oder aber in ein Ruheraum zu verfrachten.
Desweiteren war, wie schon oben erwähnt, ganz andere Sitzplätze besprochen als es dann tatsächlich so war. Sprich, ICH habe DIESE Plätze NICHT gebucht.
Desweiteren war dieser Kollegin sehr wohl bekannt, das Kleinkinder dabei sind. Habe das ja extra ein paar mal gesagt, desweiteren haben wir über das Kinderabtei geredet. Daher noch größerer Schwachsinn ....

Wie gesagt, ich sehe auch derzeit (falls nicht doch noch ein anderer Tag möglich ist) nur die Möglichkeit mit dem PKW zu fahren. Da ich das genau so sehe, wie schon Benutzerin sagte, das ist eine Provokation ohne gleichen Kleinkinder im Ruheraum.

Wie sind denn dann die Erstattungskonditionen? Ich blicke da nicht mehr durch.
Immer noch 10€ pro Fahrt und Reisegutschein?

Wenn ja, ist das überhaupt nicht akzeptabel und gleicht einer Abzocke, da ich keine Schuld am Zugausfall habe und sogar so flexibel bin zu sagen, komm wir fahren einen Tag eher oder einen später oder auch 2 Tage später ....

Gruß
T.Lausen

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Bei der Erstattung werden keine Gebühren fällig.

Mit einer Fahrkarte zum Sparpreis, die Sie im Februar gebucht hatten, haben Sie keine Zugbindung mehr, da die gebuchte Verbindung so nicht mehr angeboten wird. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Da die Zugbindung aufgehoben ist, können Sie an diesem eingetragenen Reisetag eine andere Zugverbindung wählen. Hier haben Sie sich laut Ihren Angaben für eine Alternativverbindung entschieden und die Sitzplätze entsprechend umgebucht. Sollten Sie nach dem Telefonat und mit Erhalt der Unterlagen mit der Umbuchung nicht einverstanden sein, weil die Plätze im Ruhebereich reserviert wurden, gehen Sie in eine persönliche Verkaufsstelle. Dort kann man anhand der vorgelegten Reiseunterlagen nach Lösungen schauen. Alternativ können Sie auch erneut den telefonischen Weg für Ihre Reklamation nutzen, wenn Sie die Bahnfahrt antreten wollen aber andere Plätze wünschen.
  • Sie können von Ihrer Fahrt zurücktreten, da die gebuchte Verbindung so nicht mehr existiert und erhalten den kompletten Betrag inklusive Reservierungsgebühren zurück. Bei einer online gebuchten Fahrkarte schreiben Sie eine E-Mail an fahrkartenservice@bahn.de und bei einer per Post erhaltenen Fahrkarten geben Sie diese in einem DB Reisezentrum ab.

Viele Grüße /ch

Elementarteilchen
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Mal ein paar Worte zu den Fahrgastrechten:

Ab einer Verspätung von 20 min ist die Zugbindung aufgehoben und man darf mit dem selben Ticket beliebige andere Züge zum Ziel nehmen.

Ab einer Verspätung von 60 min, darf man auch komplett von der Fahrt zurücktreten und bekommt die Ticketkosten vollständig erstattet. Ein Zugausfall muss allerdings noch nicht zwangsläufig 60 min Verspätung bedeuten, falls ein nachfolgender Zug das Ziel weniger als 60 min später als gebucht dennoch erreichen würde.

Falls Sie also mind. 60 min später angekommen wären, sollten Sie auf keinen Fall stornieren, denn dann werden die üblichen Stornogebühren für die jeweilige Ticketart einbehalten. Statt dessen sollten Sie sich das Fahrgastrechte-Formular herunterladen und ausfüllen. Dort kreuzen sie an, dass Sie die Reise nicht angetreten haben, schicken es zusammen mit den Tickets ein (oder geben es am Bahnhof ab) und sollten dann nach 2-4 Wochen das Geld zurück bekommen.

Infos zu den Fahrgastrechten und die Downloadmöglichkeit zum Formular gibt es hier https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

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@Elementarteilchen
Die Diskussion hatten wir hier inzwischen schon häufiger. Bei Fahrplanänderungen VOR dem Reisedatum sind die mutmaßlichen Verspätungswerte irrelevant.

Hallo,

Vielen Dank für die ganzen Antworten und hilfen!

Ich werde das Formular mal ausfüllen und ausdrucken und dann zum DB-Laden fahren.
Bin nur gespannt. Hab die 1. Buchung ja online gemacht und die "Umbuchung" telefonisch, wobei ich dann das Ticket per Post bekommen hab.
Hoffentlich blickt die Person am Schalter da durch ...

gruß
T.Lausen

Hallo Elementarteilchen, ich habe die „Beste Antwort“ entfernt, da die Fahrgastrechte hier nicht zum Tragen kommen, wie Benutzerin es richtig erwähnt hat. Die Fahrgastrechte gelten nur am Reisetag, wenn die Reise angetreten und/oder wegen einer Zugverspätung abgebrochen wird – nicht davor. Wenn die Fahrt wegen einer Fahrplanänderung nicht angetreten wird, erfolgt keine Entschädigung über das Servicecenter Fahrgastrechte. Das Fahrgastrechte-Formular kann dafür nicht verwendet werden. Hier kommen nur die beiden von mir genannten Möglichkeiten in Betracht. /ch