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Entschädigung und zusätzliche Erstattung von Alternativbeförderung bei Zugausfall?

Hallo zusammen,

folgende Situation: Gestern wollte ich um 21:23 mit dem EC von Osnabrück nach Hamburg-Altona fahren (inkl. Fahrradmitnahme). Dieser Zug ist kurzfristig ausgefallen und auch der Folgezug ICE1212 war deutlich verspätet, sodass eine Ankunft erst um ca. 01:00 Uhr erfolgt wäre.
Spontan habe ich ein Ticket für den verspäteten FlixTrain um 21:40 gebucht.

1) Das Ticket des FlixTrains wird ja offensichtlich erstattet, da Verspätung > 60min und Ankunft zwischen 0-5 Uhr.
2) Wie sieht es denn zusätzlich mit einer (anteiligen) Erstattung des ursprünglich gebuchten Tickets aus? Ich habe ein EC-Ticket inkl. Radmitnahme gekauft, faktisch musste ich jedoch 2h im Fahrradabteil des FlixTrains stehen. Eine alternative Beförderung durch die Bahn ohne Verspätung von mehr als 90 Minuten - wurde mir ja nicht angeboten. Die von mir gebuchte Leistung wurde offensichtlich nicht erbracht. Pech gehabt oder muss die DB mehr als nur die Alternativbeförderung erstatten?

MoHe
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Leider fehlen noch ein paar Details in ihrer Beschreibung.

Falls der Startbahnhof der Reise Osnabrück war, können Sie sich das DB-Ticket ja sowieso komplett erstatten lassen. Denn falls die erwartete Verspätung am Ziel mind. 60 min beträgt, kann man laut Fahrgastrechte nun von der Reise zurücktreten und bekommt das Geld des Tickets komplett zurück. Wenn diese Situation erst während der Reise Auftritt (Verspätung ab 1h am Ziel), darf man auch wieder zurückfahren und sich das Geld erstatten lassen (weil die Reise nun sinnlos geworden ist), oder falls man die Reise unterwegs nur abrechen will, den ungenutzten Anteil erstatten lassen. Falls ihr Startbahnhof nicht Osnabrück war, wäre das dann eine Option: sie haben die DB-Reise in Osnabrück abgebrochen, den Anteil der Reise ab hier bis Hamburg könnten Sie daher erstatten lassen (Voraussetzung, dort wäre man mind 1h zu spät angekommen).

Das Flixtrain-Ticket müssten sie vermutlich selbst zahlen, denn die Voraussetzung zur Erstattung dürfte nicht gegeben sein. Wie kabo schon schrieb, muss man erst mal bei der DB um eine alternative Beförderung anfragen, sofern Personal verfügbar. Und eine DB-fremde Alternative (Taxi, Flix, Hotel usw), gibt es auch erst spät in der Nacht (letzter Zug schon weg, Ankunft ab 0 Uhr usw). Und generell muss man immer der DB zuerst die Chance geben, eine Alternative zu finden. Eigenmächtig tätig werden darf man nur, wenn die DB keine Lösung anbietet, oder kein Personal vor Ort ist.

D.h. Kurz zusammengefasst: das Flix-Ticket müssten sie meiner Auffassung nach komplett selbst tragen, das DB-Ticket können sie sich dagegen komplett (falls der Startbahnhof Osnabrück war) oder teilweise (falls Osnabrück ein Zwischenhalt war) erstatten lassen. Das geht über das Fahrgastrechte-Formular.

Hier gibt’s Infos zu den Fahrgastrechten:
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

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kabo
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Hm.

Die Erstattung des Flixtrains ist schon "wackelig". Denn die planmäßige Ankunft des EC6 in Hamburg wäre eben nicht zwischen 0-5Uhr, sondern vor 0Uhr gewesen - und auf die kommt es an. Außerdem ist eine weitere Voraussetzung für die Erstattung einer Alternativbeförderung, dass keine Kontaktaufnahme mit der DB möglich war. Der Servicepoint in Osnabrück ist um 21:23 aber noch geöffnet. Außerdem bestand ja noch eine Fahrmöglichkeit mit dem ICE1212. Der hatte zwar auch 35min Verspätung, so dass Sie letztendlich 95min zu spät am Ziel gewesen wären - aber es gibt eben keinen Anspruch auf eine Alternativbeförderung mit weniger als 90min Verspätung.

Mit einer zusätzlichen Entschädigung dafür, dass der Flixtrain keinen Sitzplatz, sondern nur einen Stehplatz für Sie hatte, müssten Sie sich an Flixtrain wenden.

Wegen einer Entschädigung für die Verspätung ist es auch schwierig. Sie haben die Reise mit der DB in Osnabrück abgebrochen. Nach der EU-Verordnung besteht bei vorzeitigem Reiseabbruch kein Anspruch auf Verspätungsentschädigung - danach gibt es entweder eine Erstattung für den vorzeitigen Reiseabbruch oder(!) eine Entschädigung für die Verspätung - aber nicht beides. In der Praxis zahlt die DB trotzdem auch eine Verspätungsentschädigung - maßgeblich ist dann die Enschädigung an dem Ort, wo Sie die Reise mit der DB abgebrochen haben. Und ich vermute mal, dass Sie bei Ankunft(!) in Osnabrück noch unter 60min Verspätung lagen, richtig?

Ergo: Es sieht nicht gut aus für Sie.
Aber es ist auch kein Geheimnis, dass das Servicecenter Fahrgastrechte ganz oft Zahlungen leistet, obwohl bei genauem Hinsehen gar kein Anspruch besteht.
Persönliche Vermutung: Wenn Sie das Fahrgastrechteformular ausfüllen und das FLX-Ticket beilegen, wird man Ihnen 100% des FLX-Tickets plus 25% des DB-Tickets erstatten.

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Leider fehlen noch ein paar Details in ihrer Beschreibung.

Falls der Startbahnhof der Reise Osnabrück war, können Sie sich das DB-Ticket ja sowieso komplett erstatten lassen. Denn falls die erwartete Verspätung am Ziel mind. 60 min beträgt, kann man laut Fahrgastrechte nun von der Reise zurücktreten und bekommt das Geld des Tickets komplett zurück. Wenn diese Situation erst während der Reise Auftritt (Verspätung ab 1h am Ziel), darf man auch wieder zurückfahren und sich das Geld erstatten lassen (weil die Reise nun sinnlos geworden ist), oder falls man die Reise unterwegs nur abrechen will, den ungenutzten Anteil erstatten lassen. Falls ihr Startbahnhof nicht Osnabrück war, wäre das dann eine Option: sie haben die DB-Reise in Osnabrück abgebrochen, den Anteil der Reise ab hier bis Hamburg könnten Sie daher erstatten lassen (Voraussetzung, dort wäre man mind 1h zu spät angekommen).

Das Flixtrain-Ticket müssten sie vermutlich selbst zahlen, denn die Voraussetzung zur Erstattung dürfte nicht gegeben sein. Wie kabo schon schrieb, muss man erst mal bei der DB um eine alternative Beförderung anfragen, sofern Personal verfügbar. Und eine DB-fremde Alternative (Taxi, Flix, Hotel usw), gibt es auch erst spät in der Nacht (letzter Zug schon weg, Ankunft ab 0 Uhr usw). Und generell muss man immer der DB zuerst die Chance geben, eine Alternative zu finden. Eigenmächtig tätig werden darf man nur, wenn die DB keine Lösung anbietet, oder kein Personal vor Ort ist.

D.h. Kurz zusammengefasst: das Flix-Ticket müssten sie meiner Auffassung nach komplett selbst tragen, das DB-Ticket können sie sich dagegen komplett (falls der Startbahnhof Osnabrück war) oder teilweise (falls Osnabrück ein Zwischenhalt war) erstatten lassen. Das geht über das Fahrgastrechte-Formular.

Hier gibt’s Infos zu den Fahrgastrechten:
https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

BTFKVD
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Am 23.06.2019 wollten wir mit IC2229 von Dortmund nach Hanau fahren. Es kam ein Ersatzzug, in dem die Reservierungen "aufgehoben" waren. Die Vorausinformationen waren völlig irreführend. Der Ersatzzug kam ohne Klimaanlage, und es war kaum auszuhalten, weil nur ein Fenster halb geöffnet werden konnte. Dadurch "wummerte" es im Wagen so stark, dass der Lärm kaum auszuhalten war. Diesen Zustand kann man nicht als Werbung für Fahrten mit der DB ansehen. Wir sind sehr enttäuscht.
Wir fordern jetzt wenigstens das Geld (18,00 EUR) für die Reservierung zurück.

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Hier im Forum kann ihnen niemand die Reservierungen zurückzahlen, hier sind auch nur Kunden der DB unterwegs.

Grundsätzlich zahlt die DB aber immer die Reservierungsgebühren zurück, wenn die reservierten Plätze nicht verfügbar waren. Das geht z.B. einfach am Bahnhof am Schalter (z.B. auch direkt nach der Fahrt).

MoHe
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Vielen Dank für eure Antworten. Ja, die Fahrt hat in Osnabrück begonnen.
Hinsichtlich der Tatsache, dass kein Kontakt zum Servicecenter in Osnabrück aufgenommen wurde: in dem Moment habe ich schlichtweg pragmatisch und logisch gedacht. Eine Alternativbeförderung hätte mir zu diesem Zeitpunkt niemand anbieten können, da keine Züge gefahren sind. Mit Ausnahme des FlixTrains - und den hätte ich verpasst, wenn ich mich in die Schlange des Servicecenters gestellt hätte.
Meine Erwartungshaltung ist definitiv, dass ich zumindest die Alternativbeförderung erstattet bekomme (übertrifft im übrigen auch den Fahrpreis des EC-Tickets). Wer sein Leistungsversprechen schon nicht erfüllen kann, sollte sich wenigstens kulant zeigen. Würdet ihr mir empfehlen lediglich das entsprechende Erstattungsformular mit dem FLX Ticket zu verschicken oder zusätzlich noch ein Anschreiben mit Erläuterung des Sachverhalts beizulegen?

kabo
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" Ja, die Fahrt hat in Osnabrück begonnen."
-> Dann werden Sie 100% Erstattung des DB-Tickets bekommen, weil Sie das DB-Ticket wegen der Verspätung komplett ungenutzt lassen mussten. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Denn eine Erstattung des FLX-Tickets scheitert nicht nur an der fehlenden Kontaktierung des Servicepoints, sondern auch daran, dass die Erstattung für ein anderes Verkehrsmittel i.d.R. voraussetzt, dass die Fahrt überhaupt schon angetreten war. Sie befanden sich aber noch am Startbahnhof. (Die Regelung mit der Erstattung einer Alternativbeförderung bezweckt, dass man nicht nachts an einem Unterwgsbahnhof strandet, wo keine Hilfe durch die DB möglich ist. Bei Ihnen ist von den Merkmalen "nachts", "Unterwegsbahnhof" und "keine Hilfe durch DB möglich" kein einziges erfüllt ...)

"Eine Alternativbeförderung hätte mir zu diesem Zeitpunkt niemand anbieten können, da keine Züge gefahren sind. "
-> Doch, der ICE1212 wäre doch noch gefahren. Organisation einer Alternativbeförderung kann auch darin bestehen, dass man Sie über den nächsten Zug informiert und sie anweist, diesen zu nehmen. Eine Wartezeit von 21:23h (planmäßige Abfahrt des ausgefallenen EC6) bis ca. 23 Uhr (tatsächliche Abfahrtszeit des ICE1212) ist zwar nicht schön, aber halt nicht unzumutbar, besonders nicht im Bahnhof einer größeren Stadt.

"Würdet ihr mir empfehlen lediglich das entsprechende Erstattungsformular mit dem FLX Ticket zu verschicken oder zusätzlich noch ein Anschreiben mit Erläuterung des Sachverhalts beizulegen?"
-> Schwierig.
Je mehr zusätzliche Information man zusätzlich zum Fahrgastrechteformular beilegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sache völiig schief läuft. Ich habe aus eigener Erfahrung den Eindruck, dass man beim Servicecenter Fahrgastrechte leicht überfordert ist, wenn man Informationen liefert, die über das Formular hinaus gehen. Deshalb empfehle ich das eher nicht.
Sie haben im Prinzip zwei Möglichkeiten:
a) Sie kreuzen auf dem Fahrgastrechteformular das Feld "ich habe die Reise wegen der Verspätung nicht angetreten" an und legen nur das DB-Ticket bei. Dann bekommen Sie das DB-Ticket voll erstattet. Das ist eine sichere Kiste und meiner Meinung nach auch das was korrekt wäre.
b) Sie kreuzen stattdessen das Feld "ich habe die Reise im nachfolgenden Bahnhof (=Osnabrück) unterbrochen und musste mit einem anderen Zug weiterfahren, für den zusätzliche Kosten entstanden sind." an und legen beide Tickets DB und FLX bei. Dann müssen Sie sich überraschen lassen was passiert. Ich erwähnte, dass das Servicenter Fahrgastrechte ziemlich oft auch dann erstattet, wenn bei genauem Hinsehen eigentlich kein Erstattungsanspruch besteht. Möglicherweise sieht das Servicecenter angesichts der Flut an Erstattungsanträgen nicht so genau hin. Worst case ist natürlich, dass das Servicecenter doch zur Ansicht kommt, dass die FLX-Fahrt nicht erstattungsfähig ist und Sie komplett leer ausgehen.

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Team

Hallo BTFKVD,

der Antwort von Elementarteilchen kann ich mich nur anschließen. /ka