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ICE Flexticket 1. Klasse Belgien - faktische Zugbindung?

Wenn ich ein Flexticket für eine Fahrt von/nach Belgien buche, ist die Idee ja, flexibel zu sein und beliebige Züge nutzen zu können. In der Codierung des Tickets, das als "ICE Fahrkarte" ausgewiesen ist, gibt es aber offenbar Vorgaben, welche Streckenabschnitte mit DB (1080) bzw. SNCB (1088) zurückzulegen sind. Was also, wenn ich innerbelgisch eine andere als die in der Reiseverbindung auswiesene Verbindung nutze und zB nicht erst in Lüttich, sondern schon in Brüssel von SNCB auf DB umsteigen muss? Für einen Laien, der die Codierung des Tickets nicht versteht (bzw. verstehen muss), steht auf dem Ticket ja einfach "ICE Flexticket". Selbst wenn der Kunde vielleicht noch begreift, dass er in jedem Fall irgendwie in Lüttich vorbeikommen muss, ist ja für Laien nicht wirklich ersichtlich, dass dort nach der Vorstellung der Tarifierung zwingend ein Wechsel von SNCB auf DB erfolgen muss und nicht irgendwo anders in Belgien (denkbar aufgrund des Zuglaufs der ICE ja nur in Brüssel Midi oder Nord)

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Die Strecke bleibt dieselbe (Startpunkt-Brüssel-Lüttich-Grenze oder umgekehrt), und ein "höherwertiges" Produkt als ICE Flex gibt es auch nicht.

Der Unterschied liegt allein darin, wie die Strecke Brüssel - Lüttich v.v. zurückgelegt wird. Wenn die Reiseverbindung für diese Teilstrecke einen SNCB-Zug auswirft, wird ab/bis Lüttich "1080" (=DB) codiert, wenn hingegen ab/bis Brüssel ein DB ICE in der Reiseverbindung vorgesehen wird, ist der tarifliche Übergang SNCB/DB in Brüssel. Was ja alles für SNCB und DB irgenwie relevant sein mag, aber für einen Kunde völlig irrelevant sein sollte?

In den internationalen Beförderungsbedingungen findet sich dazu Folgendes:

Die WEGEANGABE gibt die zur Reise zum Zielort zugelassenen Wege an, zeigt den/die

BEFÖRDERER und wo diese wechseln. Alle Angaben können dabei auch in verkürzter

Form, durch Codes oder Symbole erfolgen.

Auch ein Flexticket gilt im jeweiligen Abschnitt nur bei den gebuchten Beförderern. /ti

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Da würde ich dann aber mal einen höheren Betrag darauf verwetten, dass das unter Transparenzgesichtspunkten nicht gerichtsfest ist.

Von welchem durchschnittlichen Kunde kann man erwarten, dass er weiß, was im Kleingedruckten "1080" oder "1088" bedeutet und dass das von ihm verlangt, im Rahmen eines Flextickets für bestimmte Teilstrecken bestimmte Beförderer zu benutzen - zumal die Fahrplanauskunft noch nicht mal zu erkennen gibt, welcher Beöfrderer sich zB hinter einem "IC" verbirgt. Und es auch noch solche länderspezifischen Sonderregeln gibt wie: "Ohne Nachzahlung kann mit Fahrkarten zum Flexpreis ein längerer Weg benutzt werden, wenn über diesen Weg eine schnellere Verbindung besteht oder wenn weniger oft umgestiegen werden muss."

Der ICE auf der Strecke nach Brüssel wird eigenwirtschaftlich von der DB betrieben und damit das Geld korrekt aufgeteilt wird, muss auf der Fahrkarte der Umstieg DB zur SNCB und umgekehrt vermerkt sein.

pulheimer
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Das ist mir schon klar. Aber das muss die DB doch bitte in verständlicher Form auf ihrem Ticket vermerken. Ich halte Folgendes vor mir:

"ICE Fahrkarte Flexpreis
Mit Ihrer Fahrkarte zum Flexpreis können Sie jeden Zug der gewählten Verbindung nutzen: mit einer IC/EC-Fahrkarte alle IC- und EC-Züge, mit einer ICE-Fahrkarte auch alle anderen Züge."

Und dann steht da noch kryptisch: "VIA: <1088>Liege Zone*Liege-Guillemins<1080>ACSG*...

Woraus soll da ein durchschnittlich begabter Kunde schließen, dass er mit diesem Flexticket, mit dem "alle anderen Züge genutzt werden können", bis Liege IC mit der SNCB zu fahren hat? Ich kenne die Codierung, aber vermutlich 99,5% der Bahnkunden nicht. Was hindert die Bahn daran, unter den "Wichtigen Nutzungshinweisen" in verständlichem Deutsch ihre kryptischen Vorgaben zu dechiffrieren?

Hallo pulheimer,

in den "Besondere Internationale Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG für Reisen mit Fahrkarten ohne (integrierte) Reservierung (SCIC-NRT)" (S.10) vom 09. Dezember 2018, finden Sie alle Informationen zu den Befördereren und die dazugehörigen Beförderer-/Carrier-Codes. /ka

pulheimer
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Warum schreibt die DB das nicht einfach verständlich auf das Ticket? So wie sie in verständlichem Deutsch formuliert: "Mit Ihrer Fahrkarte zum Flexpreis können Sie jeden Zug der gewählten Verbindung nutzen: mit einer IC/EC-Fahrkarte alle IC- und EC-Züge, mit einer ICE-Fahrkarte auch alle anderen Züge."

Wenn ich mal eine kleine kostenlose Rechtsberatung geben darf: Bei jedem Rechtsstreit wird dem Verwender solcher AGB das Abkürzungskauderwelsch vor Gericht wegen Intransparenz um die Ohren fliegen und wäre unwirksam bzw. nicht wirksam in den Vertrag einbezogen. Gibt es bei der DB keine Rechtsabteilung mit entsprechender fachlicher Sensibilität?