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Nicht Bezahlte Bahn Card 50

Hallo, ich war heute mit der Bahn unterwegs und hatte mir ein Flexpreisticket mit Bahn Card 50 Rabatt geholt. Als der Schaffner in der App meine BahnCard scannen wollte ging dies nicht. Die BahnCard war noch nicht bezahlt (die Rechnung hatte ich übersehen) und somit ungültig. (Wovon in der App jedoch nichts stand, da steht, dass sie gültig bis April nächsten Jahres ist.) Nun muss ich über 100€ nachzahlen und der Schaffner meinte, ich müsse innerhalb von 14 Tagen zu einem Schalter. Ist dies richtig so? Die Nachzahlung erscheint mir recht happig zumal ich ja eigentlich nicht ohne Ticket bzw BahnCard gefahren bin sondern schlichtweg vergessen hatte, die BahnCard zu bezahlen.

julemh
julemh

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Hi,

zum Zeitpunkt der Fahrt hattest du keine gültige BC. Dass dies in der App anders steht ist dem geschuldet, dass die Laufzeit der BC immer für 12 Monate gelten. Auf der physischen würde das gleiche stehen, auch wenn du sie nicht bezahlt hättest. Somit ist die Fahrpreisnacherhebung erst einmal korrekt.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du die BC bezahlt hast.
Ich gebe zu, dass dies unglücklich gelaufen ist, dass in der App die BC noch angezeigt wurde ohne Hinweis. Aber ich würde den Rat des ZUBs folgen. Gehe in ein DB-Reisezentrum mit der Nacherhebung. Wenn die Mitarbeiter das dort geprüft haben, reduziert sich die Fahrpreisnacherhebung u.U. etwas.

kabo
kabo

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Das ganze ist in Nr. 2.5.2 der Bahncard-Bedingungen geregelt:
2.5.2
"Sollte es zu einem Zahlungsverzug bei der Bezahlung einer BahnCard kommen, wird die DB Fernverkehr AG die Funktion zur Rabattierung von Fahrkartenpreisen einer bereits an
den BahnCard-Inhaber versendeten Karte solange sperren, bis der BahnCard-Inhaber seine
ausstehenden Zahlungsverpflichtungen vollständig erfüllt hat. Eine Entsperrung erfolgt inner-halb von sieben Tagen nach Erfüllung der ausstehenden Zahlungsverpflichtungen. Bei Nutzung einer technisch noch gesperrten BahnCard im Zeitraum zwischen Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen und Entsperrung der BahnCard werden etwaige Forderungen auf Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgelts nachträglich ohne Bearbeitungsentgelt niedergeschlagen. Der genaue Zeitpunkt der Entsperrung kann online beim BahnCard-Service (Kontaktformular auf der Internetseite http://www.bahn.de) oder telefonisch unter Tel. 0180 6 34 00 35 (Mo – Fr von 7 – 21 Uhr, Sa von 9 – 18 Uhr; 20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf) erfragt werden."

D.h. eine BC ist so lange gesperrt (und damit ungültig) bis sie bezahlt wurde.
Wenn Sie nachträglich bezahlt wird, wird sie wieder entsperrt.
Nachzahlungen, die der Kunde im Zug wegen gesperrter Bahncard leisten muss, werden erstattet, wenn die Kontrolle im Zug zu einem Zeitpunkt erfolgte, wo die BC zwar schon bezahlt, aber noch nicht entsperrt war.

Ergo: Wenn Sie die Bahncard-Rechnung zum Zeitpunkt der Reise noch nicht bezahlt hatten, ist ein Besuch am Schalter überflüssig - Sie bekommen nichts zurück. Ein Schalterbesuch wäre nur sinnvoll, wenn die Bahncard zum Zeitpunkt der Reise doch schon bezahlt war.

Über 100€ Nachzahlung erscheint aber recht happig. Bei fehlender BC50 beträgt die Nachzahlung 50% vom Flexpreis plus 19€ Bordzuschlag.
Auf über 100€ kommt man da eigentlich nur, wenn es ein 1.Klasse-Ticket für eine relativ weite Strecke war.

Von wo nach wo ging es denn?

Leo
Leo

Leo

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Ist ja interessant.

Angenommen, jemand bezahlt die Bahncard exakt 1 Monat nach dem ersten Geltungstag.

Er zahlt dann 255€ für eigentlich 12 Monate.

Was passiert dann:

1. Die Bahncard gilt 12 Monate ab dem normalen 1. Geltungstag; d.h. Zuzahlungen wegen nicht vorhandener Bahncard werden dann auch erstattet, da die Leistung ja (wenn auch mit Verspätung) für den normalen Geltungszeitraum gezahlt wurde - 7€ Gebühr für die Schusseligkeit + schnell in Gang gesetzer überteuerte Inkasso-Maschinerie reichen ja wohl als Strafe aus. 12 Monate gezahlt ergibt 12 Monate Gegenleistung.

2. Die Bahncard gilt 12 Monate ab dem Datum der Zahlung. Die Zusatzgebühr zur überteuerten Inkasso-Maschinerie beträgt happige 25% bzw. 50% des Flexpreises für alle Fahrten bis zur Zahlung. Zumindest erhält der geschröpfte Kunde wenigstens noch 12 Monate Gegenleistung für 12 gezahlte Monate durch eine Verlängerung der Laufzeit gemäß der Zahlungs-Verspätung.

3. Die Bahncard gilt nur 11 Monate ab der Zahlung bis zum normalen Ablauf bei fristgerechter Zahlung. Die Zusatzgebühr zur überteuerten Inkasso-Maschinerie beträgt happige 25% bzw. 50% des Flexpreises für alle Fahrten bis zur Zahlung. Außerdem muss der Kunde auch noch für 12 Monate zahlen, erhält aber nur für 11 Monate die gezahlte Leistung.

Diese und viele Diskussionen zum Thema "Neue Bahncard auf Reisen nicht erhalten" bestärken mich darin, die Bahncard grundsätzlich zu kündigen und ggf. wieder neu zu kaufen, um zuverlässig zu einem von mir wählbaren Zeitpunkt (z.B. vor einer längeren Reise) eine vorläufige Bahncard zu erhalten.

Zahlung natürlich nur bar oder mit Kreditkarte...

kabo
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Variante 3 trifft zu.

Leo
Leo

Leo

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Das hatte ich befürchtet - wie üblich worst-case für den Kunden...

(Kommt eigentlich jemand auf die Idee, dass man junge Leute mit solch unfairem Verhalten dauerhaft dermaßen verärgert, dass sie sich später als Gutverdienende mit üppigem Dispo dann lieber ein Auto als eine Bahncard + Fahrkarten kaufen?)