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Wenn Abfahrtzeiten von Zügen vorverlegt werden, entfällt dann bei Sparpreisen automatisch die Zugbindung?

Bei Vorverlegung der Abfahrt eines Zuges entfällt automatisch die Zugbindung, ist das richtig? (auch wenn die Ankunftszeit unverändert bleibt)

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zeka
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Laut Aussage der Moderator*innen hier https://community.bahn.de/questions/1975609-aufhebung-zug...

"Hallo,

es wird hier zwischen zwei Regelungen unterschieden.

Vor dem ersten Geltungstag Ihrer Reise bemerken Sie, dass es zu einer Fahrplanänderung im Fernverkehr kommt. Entsteht aus dieser Änderung eine verspätete Ankunft am Zielort Ihrer Fahrkarte von mindestens 60 Minuten, kann die Fahrkarte für eine andere Verbindung gültig geschrieben werden. Dann ist eine eventuell bestehende Zugbindung aufgehoben.
Haben Sie aufgrund der Änderung keine entsprechende Verspätung, gibt es keine Aufhebung der Zugbindung.
Da die Reiseverbindung zur Fahrkarte nicht mehr (wie ursprünglich von Ihnen gebucht) besteht, kann die Fahrkarte komplett erstattet werden. Dazu gehen Sie in ein DB Reisezentrum oder reichen die Fahkarte zur Erstattung ein.

Ab dem ersten Geltungstag der Fahrkarte gelten die allgemeinen Fahrgastrechte.
Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof wird bei Fernverkehrsfahrkarten die Zugbindung aufgehoben. Bei einer Verspätung ab 60 Minuten am Zielbahnhof kann der Reisende von der Fahrt zurücktreten und die Fahrkarte und Reservierung wird komplett erstattet. /ka

DB

vor 4 Tagen"

müsste die Antwort "Nein" sein.

Andererseits gibt es diverse Einträge hier, wo die Frage "Ist die Zugbindung aufgehoben, wenn die Verbindung nicht mehr wie gebucht besteht" mit "Ja" beantwortet wird...

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Die DB kann von den Reisenden nicht verlangen, sich vor Fahrtantritt über Fahrplanänderungen zu informieren. Wenn man dann rechtzeitig zur planmäßigen Abfahrtszeit am Bahnhof ankommt und der Zug ist schon weg, hat die DB (nicht der Fahrgast!) Pech gehabt und muss die Zugbindung aufgehoben.

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@Signal: "Die DB kann von den Reisenden nicht verlangen, sich vor Fahrtantritt über Fahrplanänderungen zu informieren."

Verlangen vielleicht nicht, aber auf jedem Online-Ticket steht:

"Wichtige Nutzungshinweise:
[...]
Ihre Reisedaten können sich kurzfristig durch Bauarbeiten oder andere erforderliche Fahrplananpassungen ändern.
Bitte informieren Sie sich kurz vor Ihrer Reise über mögliche Änderungen Ihrer Reisedaten unter http://www.bahn.de/reiseplan oder mobil über die
App DB Navigator."

Keine Ahnung, ob ich als Reisende/r die Pflicht habe, mich vor Reiseantritt zu informieren?!?

Unabhängig davon finde ich es ja generell verwirrend und nicht nachvollziehbar, dass bei Fahrplanänderung mit früherer Abfahrt die Zugbindung aufgehoben sein soll, während bei Fahrplanänderung erst > 60 Minuten Verspätung nötig sind, damit die Zugbindung aufgehoben wird. Wo das steht, wird vom Fachbereich ja noch gesucht und von den Moderator*innen hier kommuniziert. Darauf bin ich echt gespannt.

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"während bei Fahrplanänderung erst > 60 Minuten Verspätung nötig sind, damit die Zugbindung aufgehoben wird": Genau das ist ja nicht nötig. Das wurde hier ja auch schon nach längeren Diskussionen so kommuniziert. Dann wurden plötzlich 20 Minuten als Anforderung genannt (die tun hier aber gar nichts zur Sache). Bis irgendeiner wieder gemeint hat, dass das der Rücktritt von der Reise bzw. vom Beförderungsvertrag erst ab 61 Minuten. Verspätung am Zielbahnhof möglich ist. So 100-prozentig weiß das offenbar niemand (anscheinend auch nicht die DB).

Es gibt drei Probleme:
1. Die Bahn kommuniziert nicht transparent und eindeutig klare Regeln
2. Es gibt Unterschiede zwischen „Verspätung“ und „Fahrplanänderung“
3. Wann ist eine Zugbindung aufgehoben?

Zu 1. Das ist leider so, daraus resultieren die Probleme 2 und 3.

Zu 2. Eine „Verspätung“ ist dann gegeben wenn ein Bahnhof später als geplant erreicht wird. Verspätung im eigentlichen Sinn bedeutet, der Zug kommt später als geplant am Bahnhof an. Hierbei ist der aktuelle Fahrplan am Reisetag die Grundlage. Verspätung im erweiterten Sinn ist in den Fahrgastrechten festgeschrieben. Der Reisende erreicht sein Ziel später als geplant. Eine Verspätung ist also mit dem Versuch des Antritts der Reise gekoppelt. Da greifen die Fahrgastrechte. Des weiteren greift eine über die Fahrgastrechte hinausgehende Regelung der DB, das ab 20 Minuten Verspätung eine Zugbindung aufgehoben ist.
Eine Fahrplanänderung hat nichts mit Fahrgastrechten zu tun. Hier greift das Vertragsrecht. Mit dem Kauf einer Fahrkarte wird ein Beförderungsvertrag geschlossen. Dieser beinhaltet immer eine Leistung und eine Gegenleistung. Ein Beförderungsvertrag der Bahn beinhaltet in der Regel den Reisenden für ein vereinbartes Entgelt an einem bestimmten Tag über eine bestimmte Strecke von A nach B zu befördern. (Flexpreis). Des weiteren kann im Vertrag vereinbart sein die Beförderung ganz oder teilweise mit festgelegten Zügen (Zugnummer und Verkehrszeiten) durchzuführen. (Tickets mit Zugbindung). Ändert sich der Fahrplan, so wird der Vertrag nicht mehr seitens der Bahn eingehalten. Das vertragliche Rücktrittsrecht funktioniert. (Flexpreis kostenloses Storno, Sparpreise Erstattung funktioniert auch über den Fahrkartenservice). Unklar ist die Aufhebung der Zugbindung. Klar ist, das die 20 Minuten Regel hier nicht greift, es ist keine Verspätung. Die Frage ist, ist nur die Klausel mit den zu benutzenden Zügen aufgehoben oder der ganze Vertrag ungültig.

Zu 3. Zugbindung ist weder in den Fahrgastrechten noch im Vertragsrecht festgelegt. Da kommen wir wieder zu Punkt 1.

Deshalb beißt sich die Katze in den Schwanz.

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Wenn der Zug früher fährt, gibt es das Problem, dass der Fahrgast früher u.U. gar nicht fahren kann (Termine, noch kein Feierabend, Flugzeug ist noch gar nicht gelandet, usw.). D.h. es kann keine Rolle spielen, ob der Fahrgast von der früheren Abfahrt weiß, denn er kann ja seine Zeitplanung nicht unbedingt umwerfen.

Da das Ticket aber eine bestimmte Abfahrt-Zeit vorgibt, die die Bahn nicht einhält, dürfte hier durchaus der Fall vorliegen, wo die Zugbindung aufgehoben, oder das Ticket erstattet werden muss. Die Bahn hält schließlich den abgeschlossenen Beförderungsvertrag nicht ein. In der Praxis dürfte die Aufhebung der Zugbindung am Schalter dann auch kein Problem sein, auch wenn die Fahrgastrechte kein Wort über „Verfrühungen“ verlieren.

Was Entschädigungen angeht, ist das wohl nicht ganz so einfach. Wer am vereinbarten Zeitpunkt am Bahnhof steht, und der Zug ist schon eine Stunde weg, und muss daher mit dem nächsten Zug fahren, der 1h später als geplant ankommt, bekommt Entschädigung. Wer aber den eine Stunde vorverlegten Zug nimmt, und daher 1h früher losfährt, bekommt vermutlich nichts, obwohl er genauso betroffen ist.

zeka
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@Signal:
""während bei Fahrplanänderung erst > 60 Minuten Verspätung nötig sind, damit die Zugbindung aufgehoben wird": Genau das ist ja nicht nötig. Das wurde hier ja auch schon nach längeren Diskussionen so kommuniziert."

Ich habe nur das Social Media Team (im konkreten Fall /ka) hier zitiert...
Vielleicht sollte in der Social Media Schaltzentrale mal eine einheitliche (und idealerweise richtige) Antwort als Textbaustein formuliert und hinterlegt werden, auf die alle Mitarbeitenden zugreifen können... @DB

„Vielleicht sollte in der Social Media Schaltzentrale mal eine einheitliche (und idealerweise richtige) Antwort als Textbaustein formuliert und hinterlegt werden, auf die alle Mitarbeitenden zugreifen können.“

-> Bravo!

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Da mein gestarteter Beitrag hier auch gleich in der ersten Antwort von zeka verlinkt ist möchte ich auch noch einmal kurz antworten. Die Mitarbeiter im Reisezentrum München Hauptbahnhof mit denen ich meinen Sachverhalt (Zugbindung bei geändertem Fahrplan ohne Ankunftsverspätung) diskutiert hatte, beriefen sich ausschließlich auf die 20min-Regelung. Der erste Mitarbeiter beim telefonischen Fahrkartenservice ebenfalls, leitete mich dann aber sehr schnell an eine Fachabteilung weiter.

Hier versicherte mir die Mitarbeiterin ohne weitere Diskussionen, dass die Verbindung nicht mehr existiert wie gebucht. Somit sei es außer Frage, dass die Zugbindung aufzuheben ist. Alternativ könne ich die Fahrkarte kostenfrei stornieren. Dazu gäbe es eine interne Dienstanweisung, die die Mitarbeiter in der Regel auch kennen würden. Gerade an letzterem habe ich leider meine Zweifel...

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Und wieder einmal hat die DB keinen Plan und schreibt/bestätigt einfach gar nichts.

@zeka, @joeopitz
Diese stimmen wir gerade ab und versuchen auch dabei, gleich alle möglichen Varianten zu erfassen.

Fakt ist: Kommt die reisende Person an den Bahnhof und der gebuchte Zug ist bereits abgefahren, weil die Fahrzeit vorverlegt wurde, greifen die Fahrgastrechte und sie kann andere Verbindungen nutzen. /ti

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@DB: Wurde schon fertig abgestimmt? Die 5 neuen FAQs ("vor 13 tagen") sind ja nicht wirklich der Hit...

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@DB: Danke für die Info. Mir war nicht ganz klar, ob der "Textbaustein" für uns Nutzer*innen offen gelegt wird oder nur zur internen Verwendung erstellt wird.

@zeka

„Mir war nicht ganz klar, ob der "Textbaustein" für uns Nutzer*innen offen gelegt wird oder nur zur internen Verwendung erstellt wird.“
-> Wenn genug Fragen gestellt werden, wirst Du die Textbausteine schon erkennen. :-)

Aber klare, belastbare Aussagen (wenn es Sie dann gibt) wären schon hilfreich.

Ein Expertenteam benötigt Wochen um sich darüber klar zu werden, wann, wie und wo eine Fahrkarte nun gilt. Das muß man sich mal reinziehen. Jeden Tag werden 12,8 Mio. Reisende in 24 Tsd. Zügen der Deutschen Bahn von Zugbegleitern kontrolliert. Aber ob eine Fahrkarte im entsprechenden Zug gilt, weiß keiner so genau. Wie arbeiten die eigentlich?

Am Reisetag gelten die Regelungen/Fahrgastrechte wie hier geschrieben. Vor dem ersten Reisetag kann man das Ticket bei einer Fahrplanänderung kostenfrei zurückgeben. /ti