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Aufhebung der Zugbindung, wenn der Fahrplan des Fernverkehrszugs geändert, aber insgesamt keine Ankunftsverspätung?

Schon vor längerer Zeit habe ich folgende Verbindung als Sparpreis gebucht:
München Hbf 06.06. ab 15:51 Nürnberg Hbf 06.06. an 16:54 mit ICE 620
Nürnberg Hbf 06.06. ab 17:05 Berlin Hbf (tief) 06.06. an 20:26 mit ICE 704
Berlin Hbf 06.06. ab 20:51 Berlin Ostkreuz 06.06. an 21:07 mit RE 3131
Berlin Ostkreuz 06.06. ab 21:33 7 Küstrin-Kietz 06.06. an 22:47 mit RB 5183

Heute habe ich mit Erschrecken erfahren, dass der Fahrplan geändert wurde:
so kommt ICE 704 mittlerweile fahrplanmäßig erst um 20:59 in Berlin Hbf (tief) an. Folgende eher unsichere Weiterfahrt wäre laut aktuellem Fahrplan möglich:
Berlin Hbf (S-Bahn) ab 21:08 Berlin Ostkreuz (S) an 21:23 mitS 7
Berlin Ostkreuz ab 21:33 Küstrin-Kietz an 22:47mit RB 26 (5183)

Somit bleiben statt ursprünglich 25min und 26min Umsteigezeit an den Berliner Bahnhöfen nur noch 9min und 10min, was insbesondere in Berlin Hbf verdammt knapp ist. Und es ist mir wirklich wichtig, dass ich nicht erst 2h später am Ziel ankomme.

Wie schaut das in diesem Fall mit einem Aufheben der Zugbindung aus? Mir ist bewusst, dass auf dem Papier keine Ankunftsverspätung vorhanden ist. Die Regelung, dass bei 20min erwarteter Verspätung am Zielort die Zugbindung aufgehoben wird ist mir natürlich bekannt. In diesem Fall liegt "nur" eine erhebliche Fahrplanänderung vor, die aber so von den Fahrgastrechten nicht abgedeckt sind. Auch ist solch ein Fall in den Beförderungsbedingungen meines Wissens nicht erwähnt.

Hilfe könnte natürlich das Vertragsrecht bieten. Einfach gesagt: ich hätte den Beförderungsvertrag mit Zugbindung und solch kurzen Umsteigezeiten nicht abgeschlossen, wenn mir beim Kauf diese schon bekannt gewesen wäre.

Über eine hilfreiche und eindeutige Antwort wäre ich sehr dankbar!

Felin
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tbsn
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In der Theorie ist die Zugbindung nicht aufgehoben, da der Zielbahnhof mit der gebuchten Wegvorschrift (*NV ab Berlin Hbf) pünktlich erreicht werden kann. Sollte sich der ICE 704 noch um eine zusätzliche Minute verspäten, ist die Zugbindung aufgehoben, da die Mindestumsteigezeit von Hbf tief zu Hbf S 9 Minuten beträgt.

Gehen Sie am besten an eine DB Info oder ins Reisezentrum. Dort wird Ihnen wahrscheinlich ein Stempel gegeben, dass die Zugbindung aufgehoben ist. Erklären Sie dem Personal, dass die Ankunft nach hinten korrigiert worden ist und der ursprünglich gebuchte NV-Zug nicht mehr erreicht werden kann.

Das Vertragsrecht ist klar. Laut Beförderungsbedingungen ist die Zugbindung nicht aufgehoben, da der Zielbahnhof pünktlich erreicht werden kann und die Mindestumsteigezeit eingehalten wird. Die Aufhebung greift erst bei 20 Minuten Verspätung am Zielort.
Wenn eine Fahrt nicht so wie gebucht stattfindet (wie in ihrem Fall) haben sie aber das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. Sei es auch nur eine Minute Verspätung. Das hat dann aber nix mit Fahrgastrechten zu tun, sondern ist deutsches Vertragsrecht. In diesem Fall müssten sie sich dann aber ein neues Ticket kaufen, welches mittlerweile bestimmt teurer sein wird.
Aber wie von tbsn gesagt, gehen sie an einen Infoschalter, hoffen dass dort ein netter Mitarbeiter anzutreffen ist, und jammern etwas, dass sie schlecht zu Fuß sind (...oder so ;) und ihnen wird bestimmt die Zugbindung aus Kulanz aufgehoben.

zeka
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Ich bin gerade von den Antworten von tbsn und Bahnfrosch verwirrt. Bisher war in der Community bei Fahrplanänderung (und um dieses handelt es sich ja) immer die Standartantwort "Zugbindung ist aufgehoben":

Hier https://community.bahn.de/questions/1938964-gebuchte-verb... schreiben die Moderator*innen: "bei einer Fahrplanänderung ist eine eventuelle Zugbindung aufgehoben und Sie können eine andere Verbindung nutzen."

https://community.bahn.de/questions/1906021-sparpreis-tic...
https://community.bahn.de/questions/1943616-zugbindung-fa...
https://community.bahn.de/questions/1974220-tickettausch-...
https://community.bahn.de/questions/1932174-fahrplanander...

Hier https://community.bahn.de/questions/1895829-gebuchte-verb...
wird von den Moderator*innen die Antwort von Joeopitz bestätigt: "Sie haben die Wahl. Sie können wegen der veränderten Verbindung von der Reise zurücktreten, Sie können aber auch am Reisetag eine andere Verbindung z.B. auch mit Regionalzügen über Augsburg nutzen. Die Zugbindung ist dann aufgehoben."

Die 20-Minuten-Regelung greift doch erst am Tag der Reise, bei Verspätung. In Felins Frage geht es um eine im Vorraus bekannte Fahrplanänderung. Ausführliche Diskussion dazu findet sich hier:
https://community.bahn.de/questions/1722654-gelten-fahrpl...
mit dem Ergebnis: "eine Fahrplanänderung ist keine Verspätung. Deshalb bekommt man keine Teilerstattung. Allerdings ist eine evtl. Zugbindung aufgehoben, Mann kann mit anderen Zügen fahren. Man kann auch von der Reise zurücktreten und sich den Ticketpreis erstatten lassen."
Diese Antwort wurde von der Bahn bestätigt.

Es kommt jetzt darauf an, was Sie, Felin, wollen: die Fahrt antreten oder zurückgeben?

Felin
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@zeka: das dachte ich auch, dass die Zugbindung aufgehoben wird. Gestern war ich schon im Reisezentrum in München Hbf, da berief man sich aber ausschließlich auf die Fahrgastrechte und die 20min-Regel.

Am Liebsten würde ich natürlich mit einem früheren Zug fahren, z.B. 1h früher, also mir die Zugbindung aufheben lassen. Alternativ würde ich meine Fahrkarte wohl ohne Stornierungsgebühr zurückgeben wollen und dann einen anderen Zug buchen. Mit dieser Lösung wäre ich aber eher unglücklich.

zeka
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Hier https://community.bahn.de/questions/1845641-zugbindung-na... wurde ebenfalls diskutiert und auch hier wurde von den Moderator*innen geschrieben:

"In Ihrem Fall bedeutet das: im Vorfeld wird die Zugbindung aufgehoben oder Sie können zurücktreten"

Meiner Meinung nach hätten Sie den Zugbindung-ist-aufgehoben-Stempel im Reisezentrum München kriegen müssen...

@DB: Vielleicht könntet Ihr bitte noch einmal für Klarheit sorgen?

Hallo Felin,

die Regelungen bei Fahrplanänderungen des Fernverkehrs gelten bei geänderten Abfahrtszeiten, aus denen eine verspätete Ankunft am Zielort von mindestens 20 Minuten entsteht. Dies ist bei Ihrer Fahrt nicht gegeben.
Gibt es Ihre gebuchte Verbindung nicht mehr, können Sie von der Fahrt zurücktreten und die Fahrkarte wird erstattet. /ka

Felin
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Hallo DB,
so ganz mag mich diese Antwort nicht zufriedenstellen.
Ich verweise hierbei nochmals auf den von zeka verlinkten Beitrag: https://community.bahn.de/questions/1845641-zugbindung-na...
Hier hat DB ebenfalls vor 5 Monaten folgends geantwortet:
[...]es sieht so aus, dass im Vorfeld die Zugbindung aufgehoben wird/ein Rücktritt von der Reise möglich ist, wenn der Fahrplan der beiden Fernverkehrszüge sich geändert hat. Ein Reiserücktritt am Reisetag ist nur möglich, wenn Sie aufgrund der Betriebslage mit mehr als 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof ankommen würden.
In Ihrem Fall bedeutet das:
im Vorfeld wird die Zugbindung aufgehoben oder Sie können zurücktreten
am Reisetag müssten Sie die Verbindung so nutzen, da Sie unterhalb der 20 Minuten bleiben
Viele Grüße /ch

Dies steht jetzt im Widerspruch zu Ihrer Antwort, ka. Gerne würde mich interessieren, wo das mit den 20min in Verbindung mit Fahrplanänderungen steht? Meines Wissens sind alle Abfahrts- und Ankunftszeiten der Fernverkehrszüge Teil des Beförderungsvertrages. Somit bewegen wir uns im Vertragsrecht und nicht innerhalb der Fahrgastrechte.

Das mit den 20min ist meiner Auffassung nach nur bei Verspätungen am Reisetag selbst relevant, und nicht bei geplanten Fahrplanänderungen. Des Weiteren verweise ich auf die FAQs: https://www.bahn.de/faq/view/pk/de/buchung/zugbindung.shtml
Aufhebung der Zugbindung bei Verspätung
Wenn Sie durch Verschulden der DB Ihren Anschlusszug nicht erwischen oder allgemein eine Verspätung von mehr als 20 Minuten erwartet werden muss, wird die Zugbindung automatisch aufgehoben. Sofern die Zeit reicht, können Sie sich bei einem Zugbegleiter oder Mitarbeiter an einer DB Information wegen einer schriftlichen Bestätigung melden, dies ist aber nicht zwingend erforderlich.

Und ich verpasse sehr wohl meinen Anschlusszug, dieser ist ja laut Buchung der RE3131. Es heißt in diesem Absatz ja nicht "Anschlusszug verpassen UND Verspätung von mehr als 20min", sondern ODER.

Und dann schließ ich aber noch eine weitere Frage an: wie kann ich von der Fahrt zurücktreten und mir die Fahrkarte erstatten lassen? Und damit meine ich nicht den regulären Weg mit 10€ Stornogebühr und Erstattung als Gutschein. Dennoch wäre das für mich nur die zweitbeste Lösung.

zeka
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@DB/ka
Nur zum Verständnis: Felin könnte also nur das Ticket zurückgeben oder eben die neue Verbindung mit verringerter Umsteigezeit nutzen?

Mal angenommen bei der Buchung wurde die Umsteigezeit mit "mind. 20 Minuten" in die Suchmaske eingegeben, weil Felin z.B. schweres Gepäck dabei hat oder nicht so schnell laufen kann? (Das habe ich für ein noch in der Zukunft liegende Fahrt nämlich getan, also Mindestumsteigezeit auf 20 Minuten erhöht, um mehr Umsteigepuffer zu haben). Spielt das irgendeine Rolle oder ist das dann einfach persönliches Pech?
Wenn man bei o.g. neuer Verbindung in der Reiseauskunft bei Berlin Hbf (Annkunft 20:59) "Umsteigezeit anpassen, später in Berlin Hbf abfahren" wählt (weil man wie ursprünglich auch gebucht mehr Umsteigezeit haben möchte), ist die Ankunftszeit der nächsten Verbindung nämlich erst 0:47, d.h. 2h später als ursprünglich gebucht und somit deutlich mehr als die viel zitierte 20 Minuten-Regelung. Wäre die Zugbindung jedoch aufgehoben, gäbe es eine Verbindung (mit Angabe 20 Minuten Umsteigezeit in der Suchmaske): 15:56 ab, 22:47 an mit nur 2x Umsteigen in B-Ostbhf und B-Ostkreuz.

Ich frage mich manchmal wirklich, was hindert Mitarbeitende im Reisezentrum daran, hier kulant zu sein und die Zugbindung aufzuheben?! Entstehen den Mitarbeitenden dort dann Nachteile? Kriegen sie einen auf den Deckel, wenn sie zu oft "pro Fahrgast" entscheiden?

zeka
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@Felin

"Und dann schließ ich aber noch eine weitere Frage an: wie kann ich von der Fahrt zurücktreten und mir die Fahrkarte erstatten lassen?"

In der 2. Antwort von Joeopitz: https://community.bahn.de/questions/1895829-gebuchte-verb...

"Des Weiteren verweise ich auf die FAQs: https://www.bahn.de/faq/view/pk/de/buchung/zugbindung.shtml
Aufhebung der Zugbindung bei Verspätung"

Das betrifft auch nur den Reisetag selbst. Es geht ja noch gar nicht um Verspätung, sondern erstmal "nur" um Fahrplanänderung. Die Krux an der Geschichte bei dir ist, dass es ursprünglich lange Umsteigezeiten gab, diese durch die Fahrzeitverlängerung des ICE sich verkürzen, es aber immer noch eine Verbindung gibt (wenn auch wackelig), mit der du um 22:47 ankommen könntest. Bei vorneweg kürzeren Umsteigezeiten ist das idR nicht der Fall und die Zugbindung wird problemlos aufgehoben.

Hallo,

es wird hier zwischen zwei Regelungen unterschieden.

Vor dem ersten Geltungstag Ihrer Reise bemerken Sie, dass es zu einer Fahrplanänderung im Fernverkehr kommt. Entsteht aus dieser Änderung eine verspätete Ankunft am Zielort Ihrer Fahrkarte von mindestens 60 Minuten, kann die Fahrkarte für eine andere Verbindung gültig geschrieben werden. Dann ist eine eventuell bestehende Zugbindung aufgehoben.
Haben Sie aufgrund der Änderung keine entsprechende Verspätung, gibt es keine Aufhebung der Zugbindung.
Da die Reiseverbindung zur Fahrkarte nicht mehr (wie ursprünglich von Ihnen gebucht) besteht, kann die Fahrkarte komplett erstattet werden. Dazu gehen Sie in ein DB Reisezentrum oder reichen die Fahkarte zur Erstattung ein.

Ab dem ersten Geltungstag der Fahrkarte gelten die allgemeinen Fahrgastrechte.
Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 Minuten am Zielbahnhof wird bei Fernverkehrsfahrkarten die Zugbindung aufgehoben. Bei einer Verspätung ab 60 Minuten am Zielbahnhof kann der Reisende von der Fahrt zurücktreten und die Fahrkarte und Reservierung wird komplett erstattet. /ka

Felin
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Hallo nochmal,

und danke für die Antwort. Ich denke, ich werde meine Fahrkarte umtauschen und neu buchen. Bedeutet zwar zusätzlicher zeitlicher und finanzieller Aufwand, das ist mir die Sicherheit aber wert - und eine Verbindung schon bei 1min Verspätung zu verpassen (unterschreiten der Mindestumsteigezeit in Berlin Hbf) ist mir definitiv zu riskant. Es hängt halt eine Weiterfahrt im Nachtzug dran.

Da diese Fragen aber häufig kommen noch eine letzte Bitte: wo steht in den Beförderungsbedingungen oder in irgendeinem anderen Gesetzestext wie bei geplanten Fahrplanänderungen (nicht bei Verspätungen) verfahren wird? Das muss ja irgendwo schwarz auf weiß in einer Primärquelle stehen, insofern wäre ein konkreter Paragraph oder eine Stelle in den Beförderungsbedingungen sehr hilfreich, auch für zukünftige Reisen.

zeka
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@DB

Es gibt diverse, von DB/ selbst getätigte oder bestätigte Antworten, wo kein Hinweis auf eine notwendige Mindestverspätung von 20 Minuten bei Fahrplanänderung zur Aufhebung der Zugbindung erfolgt:

https://community.bahn.de/questions/1885959-zugbindung-fa...
Frage: "Hintergrund der Frage ist, dass sich Abfahrts- und Ankunftszeit nicht geändert haben, sondern eben nur ein weiterer Umstieg stattfinden soll."
bestätigte Antwort: "Sofern die Zugbindung im Abschnitt Hannover HBF - Frankfurt besteht, ist sie aufgehoben [...]"

https://community.bahn.de/questions/1969428-ice-93-berlin...
"Die Ankunft in Nürnberg ist unverändert um 13:24." Hier fährt der Zug eher los und trotzdem wird die Antwort bestätigt, die Zugbindung ist aufgehoben, trotz unveränderter Ankunftszeit.

https://community.bahn.de/questions/1938964-gebuchte-verb...
Frage: "Diese Verbindung wird mir in der Auskunft nicht mehr angezeigt."
DB-Antwort: "bei einer Fahrplanänderung ist eine eventuelle Zugbindung aufgehoben und Sie können eine andere Verbindung nutzen. Die gebuchte Reservierung wird kostenfrei umgebucht. /ka"

https://community.bahn.de/questions/1932174-fahrplanander...
Frage: "Ich habe eine Email bekommen, dass es eine Änderung zu meiner gebuchten Verbindung gegeben hat." (keine Spezifizierung)
bestätigte Antwort: "Wenn die gebuchte Verbindung nicht mehr angeboten wird, ist die Zugbindung automatisch aufgehoben und Sie können mit Ihrer Fahrkarte am Geltungstag andere Verbindungen nutzen."

https://community.bahn.de/questions/1881359-sparpreistick...
Frage: "Habe die Information bekommen, dass sich bezüglich der Verbindungen Fahrplanänderungen ergeben haben" (keine Spezifizierung)
bestätigte Antwort: "wenn die Verbindung so wie Sie sie gebucht haben nicht mehr existiert, ist die Zugbindung automatisch aufgehoben."

https://community.bahn.de/questions/1916857-lidl-ticket-a...
Frage: "Der ICE276 hat am 10.03 eine geänderte Ankunftszeit in Karlsruhe (16:03 anstatt 15:59), sodass sich mein Anschlusszug IC1269 nicht mehr ausgeht."
DB-Antwort: "wenn die Verbindung wegen einer Fahrplanänderung nicht mehr so wie gebucht angeboten wird, ist die Zugbindung aufgehoben. Sie können also auch einen Zug früher nutzen. /ni"

https://community.bahn.de/questions/1795760-zugbindung-fa...
Unklar, ob Ankunft 20min später oder nicht.
bestätigte Antwort: "in diesem Fall ist die Zugbindung aufgehoben!"

https://community.bahn.de/questions/1691939-zugbindung-fa...
Frage: "Zugbindung bei Fahrplanänderung?"
DB-Antwort: "wenn die gebuchte Verbindung nicht mehr so stattfindet, ist die Zugbindung aufgehoben. [...] /ch"

https://community.bahn.de/questions/1906021-sparpreis-tic...
Frage: "Zug kommt mit Verspätung an"
bestätigte Antwort: "Wenn der Zug nicht so fährt wie bei der Buchung geplant, so ist die Zugbindung aufgehoben."

https://community.bahn.de/questions/1962234-gilt-zugbindu...
bestätigte Antwort: "Die Zugbindung wird nur im Falle von Fahrplanänderungen oder voraussichtlicher Verspätung am Zielbahnhof von 20 Minuten aufgehoben."
Hier steht "oder".

https://community.bahn.de/questions/1882283-super-sparpre...
Frage: "kann ich mit dem Super Sparpreis Ticket bei Fahrplanänderung oder Streckensperrung oder Verspätung oder Zugausfall auch einfach jeden anderen Zug nehmen?"
bestätigte Antwort: "Im Prinzip ja."

https://community.bahn.de/questions/1669763-zugbindung-fa...
Frage: "Auf der Bahn-Homepage ist die Verbindung als solche (Münster-Hamm, Hamm-Köln, Köln-Stuttgart, Stuttgart-Singen) in der Tat nicht mehr buchbar. Die einzelnen Züge scheinen aber nicht auszufallen."
DB-Antwort: "ja, das haben Sie richtig verstanden. Wenn die gebuchte Verbindung nicht mehr durch die DB angeboten wird, ist die Zugbindung aufgehoben und Sie dürfen mit einer anderen Verbindung zu Ihrem Zielbahnhof reisen. /ni"

Vielleicht könnte zukünftig darauf geachtet werden? Sonst finden unbedarfte Bahnkundinnen wie ich diese (unvollständigen) Antworten in der Suchfunktion und wiegen sich in trügerischer Sicherheit...

Und ja, es wäre schön zu wissen, wo man diese Regelung (verfrühte Abfahrt - Aufhebung, verspätete Ankunft unter 20 Minuten - keine Aufhebung) nachlesen kann.

Felin
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Ich habe soeben mit dem Fahrkartenservice telefoniert.

1. Mitarbeiter: Sie kommen ja nicht verspätet an, keine Aufhebung der Zugbindung. Dann hab ich das Argumentieren angefangen, worauf er nur meinte: ich leite Sie weiter.
2. Mitarbeiter: Da sind Sie bei mir falsch, ich verbinde Sie weiter.
3. Mitarbeiterin: Ja, nach heutigem Stand existiert die Verbindung nicht mehr wie gebucht. Also können Sie sich die Zugbindung aufheben lassen oder das Ticket zurückgeben. Dazu gibts eine interne Dienstanweisung. Ich soll mir aber 1 Tag vorher im Reisezentrum den Stempel holen. Diesen haben Sie mir wohl zu diesem Zeitpunkt verweigert, da die Fahrt noch lang genug hin ist und sich erneut Fahrplanänderungen ergeben können. Im Prinzip kennen die Mitarbeiter auch ihre Dienstanweisungen, sagte sie. Eine Bestätigung per E-Mail können sie mir zu dem Zeitpunkt nicht schicken. Die Mitarbeiterin hatte dazu nochmal bei einer Kollegin nachgefragt, und diese hat ebenfalls bestätigt, dass die Zugbindung aufgehoben wird.

Somit werde ich halt am 5.6. nochmal ins Reisezentrum gehn, hoffen, dass die Leute dieses Mal ihre Anweisungen kennen und wenn nicht von dort aus erneut den Fahrkartenservice anrufen...

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@DB: "ich erkundige mich und melde mich wieder. /ka"

Gibt's schon Ergebnisse von der Erkundung?

Die Zugbindung wird in diesem Fall nicht aufgehoben. Keine der Mindestumsteigezeiten wird unterschritten. Durch die Fahrplanänderung kann man vom Beförderungsvertrag zurücktreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen.

Eine Aufhebung der Zubindung am Reisetag kann nach den geltenden Fahrgastrechten vorgenommen werden, z. B. wenn ein Anschluss nicht erreicht werden sollte oder von einer Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof auszugehen ist. /ti

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Besonders kundenfreundlich ist das aber auch nicht und diese Antwort widerspricht auch diversen anderen vorher getätigten Antworten in anderen Beiträgen... Es wäre somit schön, wenn die Informationsquelle (zumindest so ungefähr) angegeben werden würde und die Antwort noch etwas deutlicher erleutert werden würde.

Dazu noch folgende Gedanken: es bleibt nämlich die Frage, wie es mit der gestzlichen Beförderungspflicht ausschaut (§10 AEG): Öffentliche Eisenbahnverkehrsunternehmen, die dem Personenverkehr dienen, sind zur Beförderung von Personen und Reisegepäck verpflichtet, wenn

1. die Beförderungsbedingungen eingehalten werden,
2. die Beförderung mit den regelmäßig verwendeten Beförderungsmitteln möglich ist und
3. die Beförderung nicht durch Umstände verhindert wird, welche das Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht abwenden und denen es auch nicht abhelfen konnte.

In diesem Fall lag ein Beförderungsvertrag vor, bewiesen durch die Fahrkarte. Dort sind alle für die Beförderung maßgeblichen Angaben angegeben. Die Reiseverbindung hingegen muss ebenfalls Teil der Fahrkarte sein, denn ohne verbindliche Angabe von Abfahrts- und Ankunftszeit wären Fahrgastrechte überhaupt nicht durchsetzbar. Im Umkehrschluss könnte man als Eisenbahnunternehmen ja am Tag oder gar noch während die Verspätung entsteht den offiziellen Fahrplan beliebig ändern und würde so grundsätzlich den Verpflichtungen aus den Fahrgastrechten entkommen.

Die Reiseverbindung, die durch den entsprechenden Beförderungsvertrag festgelegt wurde, existierte nicht mehr, schließlich wurde RE 3131 durch die Fahrplanänderung nicht meh erreicht. Durch die Fahrplanänderung kann die Zugbindung nicht mehr aufrecht erhalten werden, denn die Zugbindung gilt nicht nur für die eingetragenen Züge, sondern auch für die eingetragenen Zeiten (siehe Hinweis auf den Fahrkarten). Der Anspruch auf Beförderung bestand aber immer noch, da alle drei Bedingungen von §10 AEG erfüllt waren. Und somit war die Zugbindung aufzuheben.
Zusätzlich muss davon ausgegangen werden, dass eine alternative Erfüllung der Beförderungspflicht den Fahrgast nicht benachteiligen darf - und verringerte Umsteigezeiten sind ja sehr wohl ein Nachteil.

[Letzten Endes hat mir ein sehr netter Mitarbeiter übrigens tatsächlich die Zugbindung im Vorfeld aufgehoben, vermutlich eher aus Kulanz. Wäre ich am Reisetag gemäß der ursprünglichen Zugbindung gefahren wären übrigens tatsächlich sämtliche Anschlüsse und somit auch der geplante Anschluss an den polnischen Nachtzug weggewesen; somit hätte die ganze Reisektte nicht mehr funktioniert. Dennoch wollte ich diese Argumentation hier nochmal anbringen, um das abschließend auszudiskutieren. Spannend wäre es tatsächlich, wenn solch ein Fall wirklich mal vor Gericht ginge und es eine grundsätzliche Entscheidung geben würde. Leider (oder zum Glück) hatte ich das bisher aber noch nicht nötig.]

tbsn
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"Besonders kundenfreundlich ist das aber auch nicht und diese Antwort widerspricht auch diversen anderen vorher getätigten Antworten in anderen Beiträgen... Es wäre somit schön, wenn die Informationsquelle (zumindest so ungefähr) angegeben werden würde und die Antwort noch etwas deutlicher erläutert werden würde."

-> Schon. In den BB von DB Personenverkehr sind viele Dinge nicht im Sinne des Kundens.

"Dazu noch folgende Gedanken: es bleibt nämlich die Frage, wie es mit der gestzlichen Beförderungspflicht ausschaut (§10 AEG): Öffentliche Eisenbahnverkehrsunternehmen, die dem Personenverkehr dienen, sind zur Beförderung von Personen und Reisegepäck verpflichtet, wenn..."

-> Der Reisende wird doch befördert. Sogar so, dass die bei der Buchung erzeugte Zugbindung eingehalten werden kann! Wäre das nicht möglich, so würde die Zugbindung aufgehoben.

"In diesem Fall lag ein Beförderungsvertrag vor, bewiesen durch die Fahrkarte. Dort sind alle für die Beförderung maßgeblichen Angaben angegeben. Die Reiseverbindung hingegen muss ebenfalls Teil der Fahrkarte sein, denn ohne verbindliche Angabe von Abfahrts- und Ankunftszeit wären Fahrgastrechte überhaupt nicht durchsetzbar. Im Umkehrschluss könnte man als Eisenbahnunternehmen ja am Tag oder gar noch während die Verspätung entsteht den offiziellen Fahrplan beliebig ändern und würde so grundsätzlich den Verpflichtungen aus den Fahrgastrechten entkommen."

-> Die Reiseverbindung ist NICHT Teil der Fahrkarte und dient im Zweifel maximal als Beleg, wenn das System bei der Erzeugung eines Gültigkeitsraums einen Fehler macht! Die Fahrgastrechte werden anhand der Verbindung, die der Fahrgast im Rahmen der Gültigkeit der Fahrkarte tatsächlich plant zu nehmen, festgemacht. Auf einem Flexpreis-Ticket sind schließlich auch keine festen Zeiten im Fahrkarten-Bereich vermerkt.

-> Auf Nahverkehrs-Züge besteht keine Zugbindung! Das impliziert auch, dass die Gültigkeit der Fahrkarte mit (sofern möglich) jeder anderen, in ähnlicher Zeitlage auf dem entsprechenden Abschnitt verkehrenden Nahverkehrs-Verbindung erfüllt ist, ohne die Zugbindung aufzuheben!

"Die Reiseverbindung, die durch den entsprechenden Beförderungsvertrag festgelegt wurde, existierte nicht mehr, schließlich wurde RE 3131 durch die Fahrplanänderung nicht meh erreicht. Durch die Fahrplanänderung kann die Zugbindung nicht mehr aufrecht erhalten werden, denn die Zugbindung gilt nicht nur für die eingetragenen Züge, sondern auch für die eingetragenen Zeiten (siehe Hinweis auf den Fahrkarten)!"

-> Das erste ist richtig, da die ursprünglich gebuchte Verbindung nicht mehr 1:1 existiert, haben Sie nach Vertragsrecht (!) die Möglichkeit, das Ticket ohne Gebühren stornieren zu lassen. Das zweite ist FALSCH. Der RE ist kein Element einer Zugbindung und NICHT im Bereich "Fahrkarte" eingetragen - weder mit dieser Nummer, noch mit einer Zeit. Im Nahverkehr gibt es nur die Angabe "*NV".

"Der Anspruch auf Beförderung bestand aber immer noch, da alle drei Bedingungen von §10 AEG erfüllt waren. Und somit war die Zugbindung aufzuheben."

-> Folgefehler. Die Beförderung ist unter Einhaltung der Zugbindung weiterhin möglich. Der Umstieg mag zwar knapp sein, aber liegt nicht unter der Mindestumsteigezeit. Der Fahrgast hat den Fahrgastrechten zufolge kein Recht auf eine höhere Umsteigezeit. Hier kann man nur mit Vertragsrecht argumentieren und die Fahrkarte zurückgeben, aber die Fahrgastrechte greifen hier keineswegs.

"Zusätzlich muss davon ausgegangen werden, dass eine alternative Erfüllung der Beförderungspflicht den Fahrgast nicht benachteiligen darf - und verringerte Umsteigezeiten sind ja sehr wohl ein Nachteil."

-> Nein, zumindest rechtlich nicht. Neben einer höheren Umsteigezeit sind auch eine niedrigere Produktklasse, kein WLAN, kein Sitzplatz etc. keine Nachteile im Sinne der Fahrgastrechte.

"[Letzten Endes hat mir ein sehr netter Mitarbeiter übrigens tatsächlich die Zugbindung im Vorfeld aufgehoben, vermutlich eher aus Kulanz. Wäre ich am Reisetag gemäß der ursprünglichen Zugbindung gefahren wären übrigens tatsächlich sämtliche Anschlüsse und somit auch der geplante Anschluss an den polnischen Nachtzug weggewesen; somit hätte die ganze Reisektte nicht mehr funktioniert. Dennoch wollte ich diese Argumentation hier nochmal anbringen, um das abschließend auszudiskutieren. Spannend wäre es tatsächlich, wenn solch ein Fall wirklich mal vor Gericht ginge und es eine grundsätzliche Entscheidung geben würde. Leider (oder zum Glück) hatte ich das bisher aber noch nicht nötig.]

-> In den meisten komplexeren Fällen zeigt die Bahn Kulanz, weil Streitigkeiten wegen so einem Mist einfach viel mehr kosten würden. Deshalb wird sowas vermutlich auch nie vor Gericht landen, die Diskussion ist also eher theoretisch.

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Schön, dass das Stichtwort "Vertragsrecht" hier nochmal fällt, dieses war sowieso in meinem Gedankengang enthalten und eben nicht die Fahrgastrechte. Dass eine niedrigere Umsteigezeit kein Nachteil im Sinne der Fahrgastrechte ist, ist mir völlig klar. Im Sinne des Vertragsrechtes ja offensichtlich schon, deshalb wäre ja auch die Rückgabe des Tickets möglich gewesen. Die Beförderungspflicht sollte aber weiterhin bestehen, und das aber nur zu Nachteil des Kundens? Meiner Meinung nach höchst fragwürdig. Eine kundenfreundliche Regelung wäre zumindest stark zu begrüßen, denn in der Regel besteht ja das Interesse des Kunden weiterhin, befördert zu werden. Und rechtlich scheint so ein Thema ja durchaus strittig zu sein.