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Frage beantwortet

Sind Stichfahrten erlaubt, wenn explizit mittels "via"-Funktion gebucht?

Liebe bahn.de-Community,

ich möchte von Kiel über Schwarzenbek nach Nykøbing Falster fahren.

Gebe ich dies in der Online-Preisauskunft an, so wird folgende Verbindung vorgeschlagen und im Super-Sparpreis Europa mit 49,65 EUR bepreist:
Kiel -> Hamburg (RE 70)
Hamburg -> Schwarzenbek (RE 1)
Schwarzenbek -> Hamburg (RE 1)
Hamburg -> Nykoebing F st (EC 33)
Zusätzlich wird "Hinweis: Ein Bahnhof wird mehrfach durchfahren" ausgegeben.

Zu solchen Stichstrecken wie hier HH<->Schwarzenbek habe ich im Netz leider nur widersprüchliche Informationen gefunden. Es scheint drei mögliche Interpretationen zu geben:

A) Einige Stellen behaupten, Stichfahrten seien gemäß ABB A2.1.2 grundsätzlich nicht zulässig, denn: "Für Rund-, Kreuz- und Querfahrten sowie
Fahrten in entgegengesetzter Fahrtrichtung ist der Erwerb mehrerer Fahrkarten erforderlich." Meine Fahrkarte wäre dann also ungültig, selbst wenn ich das System mit der "via"-Angabe dazu "zwinge", sie auszustellen.

B) Anderenorts lese ich, die Stichfahrt sei erlaubt, wenn denn (wie es hier der Fall wäre) die Stichstrecke explizit so gebucht sei und im mit dem Ticket verknüpften Reiseplan stehe.

C) Allerdings wird ja auf der Fahrkarte selbst darauf hingewiesen, dass der Abschnitt "Ihre Reiseverbindung" nur zu meiner Information sei und einzig die auf der Fahrkarte genannte Wegevorschrift Gültigkeit habe. Allerdings habe ich als Fahrgast ja gar keine Möglichkeit, vor der Zahlung einzusehen, welche Wegevorschrift das System eintragen wird.

Gibt es eine Möglichkeit, schon vor der Zahlungsdurchführung eine verbindliche Angabe darüber zu erhalten, ob meine Fahrkarte für die angegebene Verbindung gültig sein wird?

Amselfass
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Hallo Amselfass
Kurz zusammengefasst: Wenn Sie die Verbindung so buchen können, dürfen Sie auch so fahren. /aj

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Leo
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Im Reiseplan ist eindeutig dokumentiert, dass eine Fahrkarte mit der Stichstrecke gebucht war. Außerdem kann man Screenshots machen, das man genauso fahren wollte und das System dann so eine Fahrkarte verkauft hat. Solange man sich genau an die gebuchten Verbindungen hält, kann man auch so fahren, alles andere wäre ja Betrug seitens der DB.

Es gibt gelegentlich Diskussionen im Zug, die aber meist problemlos waren: "Ich fahre genau so, wie gebucht. Wenn sie meinen, dass das nach den BB nicht möglich sei, diskutieren Sie das bitte mit den Programmieren Ihrer Firma und nicht mit mir!"

Nur einmal wurde es kritisch: "Wenn Sie keine Zugbindung hätten, würde ich ich die Karte wegen Mißbrauchs einziehen!" - "Aber ich KANN ja gar nicht anders fahren!" Danach war auch hier Ruhe.

Wenn ein Teil der Stichstrecke im Fernverkehr erfolgt, wird sie eindeutig dokumentiert, z.B. Berlin - München über Hamburg-Altona ohne Zwischenhalt zwischen Hamburg-Altona und München.

Amselfass
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Hej Leo und Anja,

ich danke sehr herzlich für die klare Auskunft und habe die Verbindung nun gebucht.

Wie erwartet lautet die Wegevorschrift lediglich

VIA: H: <1080>(27.04.2019)NV*(28.04.2019)HH-Hbf 11:28 EC235*Puttgarden(MS)<1186> [...],

die Stichstrecke nach Schwarzenbek wird also nicht aufgeführt. Für den Fall, dass es deshalb im RE 1 zu Problemen kommen sollte, habe ich noch einen Ausdruck der Buchungsseite dabei, die ja eindeutig belegt, über welche genaue Verbindung der Beförderungsvertrag geschlossen wurde.