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Fahrgastrechte ICE Paris-Deutschland, Aufhebung Zugbindung, muss ich nächstmögliche Verbindung nehmen?

Gebucht war Supersparpreis EU

10.06.2019
Paris Est 09:06
Frankfurt Hbf 12:58; 13:19
Leipzig Hbf 16:24; 16:34
Machern 17:04

Durch ein Fahrplanänderung von ICE 1651 wird die Ankunft in Machern zu 18:04. Im Inlandsverkehr könnte ich meine Zugbindung aufheben lassen und am Geltungstag fahren, wann ich will. Ich war im Reisezentrum und wollte mich umbuchen lassen auf eine Verbindung 13:10 - 22:04 (da auf der Hinfahrt nach Paris durch eine Fahrplanänderung schon eine Zwangsübernachtung in Frankfurt und spätere Ankunft in Paris erst am Samstagfrüh zustande kommt und sich der Ausflug ja trotzdem lohnen soll - hat aber, da getrenntes Ticket, nicht viel mit der Frage zu tun, das sehe ich ein). Nach langem Hin und Her wurde mir dies verweigert - warum? Wenn die Zugbindung aufgehoben wird - was ja zwangsläufig ist, da ICE 1651 nicht erreicht werden kann - dann ja nicht nur für "den Streckenabschnitt in Deutschland", wie es im RZ hieß, sondern auf der ganzen Strecke...

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Woodstock
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Eine Aufhebung der Zugbindung im internationalen Verkehr erfolgt erst bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von MEHR als 60 Minuten.

Achso. Wie genau erreiche ich dann mit TGV 9551 den ICE 1651? (ICE 1651 hat eine frühere, nicht erreichbare Abfahrtszeit bekommen) Und wenn ich ICE 1651 nicht erreichen kann, wie halte ich mich dann an meine Zugbindung? Das hat nicht soviel mit den 60 Minuten zu tun.

Woodstock
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Die Zugbindung wird im Vorwege nicht aufgehoben, Sie müssen also mit dem gebuchten Zug die Reise antreten, bei einem Anschlussverlust unterwegs dürfen Sie die Reise gem. den Fahrgastrechten mit einem anderen Zug fortsetzen.

Aber zumindest national wurde in solchen Fällen bisher immer die Zugbindung aufgehoben (und das hat nix mit mehr/ab 60 Minuten zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit dem Fakt, das ICE 1651 nicht erreichbar ist). Gelten da international tatsächlich andere Regeln?

zeka
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In den AGB der Bahn kann man nachlesen:

"A.9 Fahrgastrechte
9.1 Weiterbeförderung/Fahrpreiserstattung
9.1.1 Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am Zielbahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird, hat er unverzüglich die Wahl zwischen (i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder (ii) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen Produktklasse benutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines Sonderzuges ist allerdings nicht gestattet."

Den TGV 9551 als reservierungspflichtigen Zug müssen Sie nutzen, da Sie den auch problemlos erreichen. Den ICE 1651 können Sie durch die neue, frühere Abfahrtszeit nicht erreichen, daher ist ab Frankfurt die Zugbindung des SuperSparpreis-Tickets aufgehoben und Sie können die Fahrt mit jeder beliebigen Verbindung fortsetzen.

zeka
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Bin keine Juristin... Und da Sie in Paris/Frankreich losfahren, weiß ich nicht, ob das zugebundene TGV-Ticket auch für andere Züge Gültigkeit hätte - zumal der TGV fährt und Sie ihn problemlos nutzen können.

Darf die DB das mit den reservierungspflichtigen Zügen einschränken? Laut §16 EU-FGR-Verordnung darf ich unter vergleichbaren Beförderungbedingungen (erster gebuchter Zug war reservierungspflichtig, warum darf Ersatzzug das nicht sein?) weiterreisen - zu einem späteren Zeitpunkt nach meiner Wahl. Das mit den "mehr als"/"ab" 60 Minuten wurde schon ausgiebig diskutiert...

"Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei
Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung
mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unverzüglich
die Wahl zwischen [...]
c) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter
Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen
bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nach
Wahl des Fahrgasts."

kabo
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*Wenn* die Voraussetzungen des Art. 16 erfüllt wären, würde ein Anspruch auf Nutzung eines späteren Zuges auch zwischen Paris und Frankfurt bestehen.

Ich verstehe immer noch nicht, warum die Zugbindung nicht aufgehoben wird (ob es einen nutzbaren Alternativzug gibt sei mal dahingestellt), wenn ich offensichtlich meine Zugbibdung nicht einhalten kann. In der Community wurde doch oft genug geklärt, dass bei Fahrplanänderungen (selbst bei Erreichen von Anschlusszügen) die Zugbindung aufgehoben wird. Das gilt jetzt aufeinmal international nicht? Und seid wann wird denn die Zugbindung nur für eine Teilstrecke aufgehoben?

kabo
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Das Problem ist, dass die DB national Fahrgastrechte bietet, die über die EU-Richtlinie hinausgehen, während international nur die Fahrgastrechte geboten werden, welche die EU-Richtlinie als Mindeststandards vorgibt.
Und das Kriterium "gebuchte Verbindung existiert nicht mehr" kommt in der EU-Richtlinie nicht vor. Bei Anschlussverlust muss die DB "nur" eine Alternative anbieten. Das hat die DB getan. Da die angebotene Alternative das Kriterium "mehr als 60min Verspätung am Zielort" nicht erfüllt, können Sie Art. 16 der EU-Richtlinie nicht nutzen.

Wie wird denn das SC FGR wahrscheinlich reagieren, wenn ich nun die Fahrt nicht antrete und die Fahrkarte zur vollen Erstattung des Betrags einreiche? Sind sie da pingelig oder gehen wie folgenden Beiträgen gemäß davon aus, dass 60 Minuten reichen?
https://community.bahn.de/questions/1605694-60-min-verspa...
https://community.bahn.de/questions/1493796-bekomme-volle...
Oder reicht schon grundsätzlich die Fahrplanänderung aus, um meinerseits vom Beförderungsvertrag zurück zu treten?
https://community.bahn.de/questions/1710084-aufhebung-zug...

"@Bahnfrosch

Die 20-Minuten-Regelung betrifft die Fahrgastrechte am Reisetag. Dies hat mit dieser Regelung hier nichts zu tun. Sofern ein Fernverkehrszug einen geänderten Fahrplan hat und sei es eine Minute, kann man sich die Zugbindung aufheben lassen oder das Ticket kostenfrei zurückgeben."
Oder gilt das (angeblich) wieder nur national?

Leo
Leo

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Wie Kabo schon schrieb: INTERNATIONAL gelten auch bei der DB eigentlich 60 Minuten statt national 20. Evtl. wird mit dieser Begründung hinterher die Erstattung abgelehnt. Ich würde also so abfahren wie gebucht.

DB
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Hallo Markus12,

Ihre gebuchte Zugverbindung ist nicht mehr wie gebucht verfügbar, da der ICE 1651 bereits um 12.16 Uhr in Frankfurt Hbf abfährt. Daher besteht die Möglichkeit der Aufhebung der Zugbindung für die gesamte Verbindung. Bei den grenzüberschreitenden Zügen von Paris nach Frankfurt handelt es sich um reservierungspflichtige Züge. Die Nutzung ist nur mit gültiger Reservierung möglich. Möchten Sie nun bereits in Paris einen anderen Zug nutzen, muss überhaupt erst die Möglichkeit der Reservierung geprüft werden. Diese Überprüfung der Verfügbarkeit können die Kollegen im DB Reisezentrum vornehmen.
Die Bestätigung unter der Antwort von Woodstock werde ich aufheben. /ka

Leo
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In Frankreich lässt sich gar nichts ändern, auch wenn man es eigentlich können sollte..

Da es ja noch etwas Zeit ist, würde ich mal wiederholt in diversen Reisezentren nachfragen, ob nicht doch jemand wie gewünscht die Reservierung ändert.

DB
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Hallo Markus12,

ich habe die Bestätigung unter der Antwort von Woodstock aufgehoben. Eine Änderung in der Antwort wird nicht vorgenommen. In meinem vorherigen Beitrag habe ich Ihnen die Vorgehensweise zur Umbuchung dargestellt. /ka

zeka
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@DB/ka: uns wird immer noch in einem grauen Kasten angezeigt:

"Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Woodstock

Die Zugbindung wird im Vorwege nicht aufgehoben, Sie müssen also mit dem gebuchten Zug die Reise antreten, bei einem Anschlussverlust unterwegs dürfen Sie die Reise gem. den Fahrgastrechten mit einem anderen Zug fortsetzen."

Ich, und Markus12, hatten die Aussage "Die Bestätigung unter der Antwort von Woodstock werde ich aufheben. /ka" so verstanden, dass die Antwort von Woodstock nicht mehr als "beste Antwort" (gleich ganz oben, grau hinterlegt und von der Bahn bestätigt) angezeigt wird... Daher die Nachfrage, ob das noch geändert wird.

DB
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Jetzt sollte es korrigiert sein. /ka