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IC2291 und RJ111 (Tauern-Linie) nicht in einer Reisekette buchbar?

Die Verbindungen IC2291 (Karlsruhe - München) und RJ111 (München - Klagenfurt) sind beide Teile der Tauern Linie (EC 62 Frankfurt/Saarbrücken/Karlsruhe - Salzburg - Graz/Klagenfurt).
Aus (zumindest für mich) nicht nachvollziehbaren Gründen werden diese beiden Verbindungen in München Hbf gebrochen und zwar derart (u.a. durch den hierfür untypischen Halt in Pasing), dass in München Hbf kein Anschluss von IC2291 an RJ111 besteht.

Die nächste Verbindung (und damit die erste des Tages) besteht dann erst zwei Stunden später mit EC217.
Soweit so gut.

Derzeit finden im Münchner Hbf Bauarbeiten statt, sodass IC2291 nicht zum Hauptbahnhof sondern zum Ostbahnhof geleitet wird (Ankunft: 8.22 Uhr nach Fahrplan). RJ 111 fährt in München Ost um 8.27 Uhr ab. Ein Anschluss wäre also möglich. Ich werde für eine Fahrt nach Salzburg oder Bischofshofen jedoch auf den Meridian verwiesen.

Für mich stellen sich hierbei gleich eine ganze Reihe von Fragen:
1. Warum werden IC2291 und RJ111 als Züge der gleichen Linie überhaupt gebrochen und nicht wie üblich durchgebunden?
2. Warum erhält man darüber hinaus auch keinen Anschluss in München Hbf?
Und nun im Rahmen der Bauarbeiten:
3. Warum lassen sich trotz fünfminütiger Umstiegszeit am Ostbahnhof IC2291 und RJ111 nicht in einer Reisekette buchen? In der Folge bedeutet das für den Interessenten zumindest keine Sparpreisangebote und Anschlüsse auf "eigene Kappe" beim Flexpreis. Das ist unzumutbar.

Für mich liegt die Vermutung nahe, dass man hier absichtlich Durchreisende über München hinaus in Richtung Klagenfurt nicht im IC2291 haben möchte, z.B. damit IC2291 Pendlern nach München vorbehalten bleibt. Ließe sich diese Vermutung ggf. bestätigen/dementieren?

Vielen Dank

bhofen
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Antworten

Hallo,

umlaufbedingt ist es nicht ungewöhnlich, dass Züge derselben Linie nicht auf der gesamten Linie verkehren. Neben der Verfügbarkeit der Wagen muss auch entsprechend geschultes Personal zur Verfügung stehen.

Die Mindestumsteigezeit für München Ost beträgt 7 Minuten, daher werden Verbindungen mit 5 Minuten Umsteigezeit nicht ausgegeben.

Ich erkundige mich aber beim Fachbereich, was es mit dem Anschluss in München auf sich hat. /ti

bhofen
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Vielen Dank für die Antwort,
ich möchte hier die Problematik etwas präzisieren.

Ich nehme den Fahrplan des EC217 vom 8.3. als Referenz.
Augsburg Hbf an 09:40 ab 09:42
München Hbf an 10:11 ab 10:17
München Ost an 10:25 ab 10:27

Zum Vergleich IC2291:
Augsburg Hbf an 07:40 ab 07:42
München Pasing an 08:07
München Hbf an 08:17

und RJ 111:
München Hbf ab 08:17
München Ost ab 08:27

Es mag sein, dass in diesem Fall die Linie nicht komplett durchfahren werden kann. Dass man einem dann aber auch noch den Anschluss so verdirbt, das macht es doch sehr unattraktiv. Es gibt hier nämlich keinen 30min.- sondern nur einen 2h-Takt.

Einen ähnlichen Fall gibt es auch abends in Gegenrichtung.
RJ 110:
München Ost an 21:31
München Hbf an 21:42

ICE 992:
München Hbf ab 21:51
Augsburg Hbf an 22:18 ab 22:20

Hier ist die Linie ebenso gebrochen, man hat allerdings einen Anschluss.

Ich bin auf die Verbindung in Richtung Klagenfurt nunmal angewiesen und wäre daher sehr an der Rückmeldung aus dem Fachbereich interessiert. Ich hätte mit Sicherheit zehn Fahrten mehr auf dieser Verbindung alleine in der Winterhälfte, hätte ich hier zumindest einen Anschluss.

Die betriebliche Qualität in der Hauptreisezeit im Großraum München ist leider zu angespannt.  Um Kund*innen eine zuverlässige Reisekette anzubieten, ist diese Verbindung IC 2291 auf RJ 111 nicht buchbar.

Für Kund*innen aus z. B. Stuttgart, Ulm oder Günzburg besteht alternativ Anschluss aus dem ICE 993.

Eine Auflassung des Halts für den Zug in München-Pasing würde zahlreiche Kunden benachteiligen, da dieser vor allem von Pendlern sehr stark genutzt wird.

Im Rahmen von Bauarbeiten fährt der RJ 111 von April bis Juni zudem nicht zwischen München und Salzburg, sondern beginnt und endet in Salzburg. /ti

bhofen
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Hallo,
ich bedanke mich vielfach für die Antwort. Ich bin wirklich sehr glücklich darüber eine konstruktive Stellungnahme seitens der DB zu erhalten.
Ich würde an dieser Stelle trotzdem nochmal genauer nachfragen.

Zumindest für Fahrgäste aus Augsburg könnte nach Pasing auch auf den nur 2min. später verkehrenden ICE989 zurückgegriffen werden.

Bei einer Durchbindung von IC2291 und RJ111 (bei Wegfall des Haltes Pasing) könnte dagegen für Pendler aus Stuttgart, Ulm, Günzburg und Augsburg eine Direktverbindung nach München Ost angeboten werden. Diese existiert am Tag erstmalig nämlich erst mit EC217 (Ankunft 10.27 Uhr). Alle vorherigen Züge halten in Pasing, enden in München Hbf und München Ost wird nicht angefahren.
Für Reisende nach München Ost bestünde die Attraktivitätsteigerung bei Durchbindung aus der Direktverbindung und generell durch die günstigeren Umstiegswege und aus der etwa um 7min. kürzeren Fahrzeit. Ohne das mit Zahlen belegen zu können, hält sich das für mich augenscheinlich in Waage.

Ich nutze IC2291 leider nicht von Stuttgart, Ulm oder Günzburg sondern von Karlsruhe und Bruchsal. In Bruchsal ist der Fahrgastwechsel besonders aus der Rhein-Neckar-Region sehr stark, da IC2291 die erste schnelle Verbindung in Richtung München darstellt. Diese Reisenden können auf ICE993 i.A. nicht zurückgreifen. In Richtung Salzburg ist der Aufenthalt in München zudem sehr lang und steht in keinem Verhältnis zur früheren Ankunft.

Zur Betriebsqualität kann ich wenig beitragen. Laut Zugfinder liegt IC2291 im Vergleich zu den übrigen Leistungen auf der Tauern-Linie jedoch im Durchschnitt. In Salzburg haben diese Züge ohnehin planmäßig eine längere Standzeit.

Die Durchbindung könnte auch für den touristischen Verkehr interessant sein, da ausgehend von Karlsruhe, Bruchsal, Plochingen und Göppingen bislang keine Direktverbindungen in die Alpen (südlich von Salzburg) angeboten werden.

Es geht um nicht weniger als den Anschluss an eine Verbindung, die nur alle zwei Stunden fährt. Und das zur "besten Sendezeit".
Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Liebe Grüße

Hallo bhofen,

ich habe eine Rückmeldung erhalten.

Das Konzept zum Fahrplan und zum Fahrzeugeinsatz auf der Achse Frankfurt – Stuttgart – München- Salzburg – Klagenfurt ist mit unserer Partnerbahn ÖBB abgestimmt. Eine Durchbindung der Fahrt 2291 auf RJ111 wurde das Liniengefüge der EC Linie 62 insgesamt verändern und den Fahrzeugeinsatz deutlich unwirtschaftlicher machen.
Bei einer Durchfahrt nach Klagenfurt wäre zudem die Rückfahrt zu spät in München, um zu einer nachfragestarken Zeitlage noch bis Karlsruhe zu kommen.
Daneben muss auch die Zuführung in die Werkestandorte zur Wartung der Züge mit betrachtet werden.
Eine Durchfahrt von München Pasing nach München Ost würde aus unserer Sicht deutlich mehr Kunden benachteiligen (Verlust des Haltes in München Hbf) als von einer Fahrt bis München Ost profitieren würden. /ka

bhofen
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Guten Abend,
auch hier nochmals vielen vielen Dank für die Antwort!

Ich zitiere hier kurz:
"Eine Durchfahrt von München Pasing nach München Ost würde aus unserer Sicht deutlich mehr Kunden benachteiligen (Verlust des Haltes in München Hbf) als von einer Fahrt bis München Ost profitieren würden."

Mein Absatz muss hier etwas missverstanden worden sein. Ich meinte mit der Direktverbindung nach München Ost, dass die Züge wie alle anderen Tauern-ECs wie folgt verkehren (2291 und 111 zusammen):

Augsburg Hbf an 07:40 ab 07:42
(Pasing kein Halt)
München Hbf an 8:11 ab 08:17
München Ost an 08:25 ab 08:27
Rosenheim usw.

Damit erhält man z.B. aus Augsburg erstmalig am Tag eine umstiegsfreie Verbindung nach München Ost, die zudem ca. 7min. Fahrzeit einspart (für Fahrziel: München Ost), bzw. ohne Durchbindung nur 7min. Fahrzeiteinsparung durch Anschluss von 2291 an 111.

Ist es nicht möglich, bei 2291 den Halt in Pasing aufzulassen, stünde ggf. noch als Option im Raum, für 111 den Halt in München Ost aufzulassen, s.d. 111 wenige Minuten später aus München Hbf ausfährt, um die beiden Leistungen durchzubinden, bzw. um wenigstens den Anschluss von 2291 aufzunehmen, damit hier die derzeit fast vier Stunden umfassende Lücke auf den Relationen Baden - Klagenfurt/Graz geschlossen werden kann.

Auf diese Art fuhr IC2291 z.B. im Fahrplanjahr 2008 noch weiter nach Salzburg (ohne Halt in München Ost). Hier liegt auch das Hauptproblem am heutigen Fahrplan: Linie 62 wird hier an einer Stelle gebrochen (München Hbf), an der zeitlich/fahrplantechnisch alles sehr knapp ist. In Salzburg hat 111 wie alle Tauern-ECs eine längere Standzeit mit Umsteigemöglichkeit in Richtung Graz. Würde IC2291 den Abschnitt München - Salzburg (wie einst im Fahrplanjahr 2008) von RJ111 übernehmen, d.h. die Linie hier erst in Salzburg gebrochen werden, so stünden einem dann in Salzburg im wahrsten Sinne des Wortes alle Türen offen (insbesondere in Richtung Klagenfurt und Graz).
Vielleicht liegt ja hierin eine Lösung, die das Liniengefüge nur geringfügig verändert und mit der der Fahrzeugeinsatz nicht (über die Maßen) unwirtschaftlicher wird.

Ich bin aber auch schon glücklich darüber, dass ich auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen konnte.

Mit freundlichen Grüßen