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Frage beantwortet

Warum kommt die Ansage " ... bitte Vorsicht bei der Einfahrt" fast immer zu früh ?

Warum kommt die Ansage am Bahnsteig "... bitte Vorsicht bei der Einfahrt in der Regel 2 bis 5 Minuten vor Einfahrt des Zuges. Wenn man die Fahrgäste wirklich zur Aufmerksamkeit anhalten möchte sollten ähnlich wie bei der U-Bahn zwischen Ansage und Einfahrt nicht mehreals 30s liegen. Bei mir jedenfalls erziehlt diese DB Ansage keine Wirkung, weil ich nicht 2 bis 5 Minuten aufmrksam und in freudiger Erwartung Richtung Zug blicken kann. Ich mach dann halt was anderes und bin jedesmal überrascht, wenn der Zug für mich gefühlt "ohne Vorwarnung" einfach einfährt!

chinabiker
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kabo
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Bei den automatisierten Ansagen, kommt die Einfahrtsansage etwa dann, wenn das Einfahrtsignal für den Zug grün wird. Das Einfahrtsignal steht natürlich weit vor dem Bahnhof und grün wird es ja auch schon einige Zeit bevor der Zug dort vorbeikommt. Aber die automatisierte Ansage kann nicht erkennen, wie viel Zeit zwischen "Grünstellung des Einfahrsignals" und "Zug erreicht den Bahnsteig" vergeht.

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kabo
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Bei den automatisierten Ansagen, kommt die Einfahrtsansage etwa dann, wenn das Einfahrtsignal für den Zug grün wird. Das Einfahrtsignal steht natürlich weit vor dem Bahnhof und grün wird es ja auch schon einige Zeit bevor der Zug dort vorbeikommt. Aber die automatisierte Ansage kann nicht erkennen, wie viel Zeit zwischen "Grünstellung des Einfahrsignals" und "Zug erreicht den Bahnsteig" vergeht.

chinabiker
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Hallo Kabo, erstmal ganz herzlichen Dank für die super schnelle und detaillierte Antwort. Mir ist schon klar, dass es da technische Gründe gibt. Aber so wie ich das verstehe liegen diese in einer Technik begründet die schon hundert Jahre alt ist. Es sollte doch möglich sein über eine Modernisierung nachzudenken, da die aktuellen Ansagen ihren Zweck, nämlich die Passagiere aufmerksam sein zu lassen, wenn der Zug einfährt, leider nicht erfüllen. Vor hundert Jahren gab es viel mehr Sicherheitsrisiken und dies ist sicher nicht das dringlichste Problem der Bahn. Trotzdem möchte ich meine Frage präzisieren und nachhaken ob es denn nicht Überlegungen gibt, die Ansage zeitnah kommen zu lassen ??? ( GPS, Lichtschranken oder die vorhandenen Detektoren am Gleis bieten doch ausreichend technische Möglichkeiten, die es früher warscheinlich nicht gab )

chinabiker
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Hab die Frage etwas aus den Augen verloren, aber Sie ist immer noch aktuell und auf mein Nachfragen gab's leider nie eine Antwort !?

Eine reine Automatisierung der Ansagen bringt auch Nachteile. Am Bahnhof muss auch verhindert werden, dass mehrere Ansagen parallel laufen und somit alle Ansagen unverständlich werden. Dadurch kann es passieren, dass die Ansage auch mal etwas früher gemacht wird. /ti

chinabiker
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Also jetzt stehe ich auf dem Schlauch: Kabo antwortet mir, dass die Ansagen automatisiert sind. Ich antwortet, dass man die Automatik optimieren könnte und die DB antwortet, dass die Automatik auch Nachteile bringt ???
Anmerkung: Eine gleichzeitige Ansage auf zwei naheliegenden Bahnsteigen kann man durch eine Automatik sicher besser unterbinden, also durch manuelle Steuerung

Ich denke nach wie vor, dass man diese Ansage zeitlich optimieren kann und sollte, denn ein wichiger Zweck der Ansage ist doch das Zurückbleiben von der Bahnsteigkante. Dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn man nicht weiß wieviel Minuten es dauert bis der Zug kommt. Ein Zeitfenster von 20 bis max. 60s sollte technisch möglich sein. Mir scheint hier fehlt der politische Wille - nach dem Motto: Es hat doch bisher auch geklappt und "bisher hat sich da noch niemand beschwert "

kabo
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Das Problem ist, dass sich die automatischen Ansagen eben nicht auf den Ist-Standort des Zuges beziehen:
Wenn man die Ansage möglichst optimal haben will, müsste man wenige hundert Meter vor dem Bahnsteig einen separaten Sensor haben, der die Vorbeifahrt des Zuges registriert und am Bahnsteig dann punktgenau die Ansage auslöst. Das hat man aber im Regelfall nicht.
Die Ansage wird über "Ereignisse" gesteuert, die sich ohnehin aus der Fahrwegsteuerung ergeben. D.h. in dem Moment wo der Fahrdienstleiter das Einfahrsignal auf Grün stellt, wird die Ansage mit ausgelöst - die Zeit zwischen der Grünstellung des Signals und der tatsächlichen Einfahrt des Zuges ist aber variabel.

"Dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn man nicht weiß wieviel Minuten es dauert bis der Zug kommt. "
-> Mit der verwendeten Technik wird man das Ziel aber nicht erreichen können.

"Ein Zeitfenster von 20 bis max. 60s sollte technisch möglich sein."
-> Bestimmt. Aber dann muss die Technik komplett umgekrempelt werden.

"Mir scheint hier fehlt der politische Wille "
-> Mit scheint, dass die DB wichtigere Probleme hat, als die Ansagen sekundengenau zu steuern. Die meisten Kunden fänden es wichtiger, wenn die DB ihre Energie auf eine Steigerung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit konzentriert.

chinabiker
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Hallo Kabo, vorbildlisch schnelle und ausführlich Rückmeldung. Ich denke wir sind uns einig. Kein politischer Wille heißt, ja, dass es wichtigere Themen gibt. Mir würde es schon reichen, wenn dieser Punkt in irgendeiner internen Todo-Liste als "nice to have" abgelegt wird. Dass man bei der Bahn Techniken komplett umkrempelt ist doch nichts besonderes, denn manche Technik ist eben mal über 100 Jahre alt und wird bei Erneurung entsprechend anders aussehen. Manchmal bekommt man bei einer solchen Änderung Dinge wie eine sekunden genaue Ansage ohne Mehrkosten. Wenn aber noch nicht mal ein Demand hinterlegt ist, könnte es passieren, dass auch bei neuer Technik die alten Gewohnheiten übernommen werden.

Daher meine Frage nochmal in anderer Form. Gibt es Demand-Listen bei der Bahn wo solche nicht dringlichen Optimierungen hinterlegt werden und die bei Erneuerung von Signaltechnik oder Digitalisierungsinitiativen überprüft werden ?

Wie die jeweiligen Fachbereiche Verbesserungsvorschläge oder mögliche Optimierungen vermerken, sodass diese nicht in Vergessenheit geraten, kann ich nicht sagen. /no