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Inkassoforderung, obwohl kein Brief von der DB kam?

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Fall:
Am 06.01.2019 hatte ich während einer Fahrt mit der S-Bahn von Frankfurt nach Offenbach mein altes Landesticket von 2018 noch dabei. Ich hatte bereits das Landesticket von 2019, allerdings Zuhause. Nun gut, der Kontrolleur nahm meine Daten auf, allerdings ging sein Gerät nicht, weshalb er mir keine Quittung aushändigen konnte, sondern er schrieb meine Daten per Hand auf ein Blattpapier und meinte, es würde ein Brief kommen.
Nun bekam ich nie Post von der DB Firma an meiner aktuellen Adresse. Ich gehe davon aus, wenn überhaupt, kam ein Brief an meiner alten Adresse an, allerdings war der Umzug schon im Dezember und das teilte ich dem Mitarbeiter auch mit.
Letztendlich habe ich also nie ein Brief der DB GmbH erhalten und somit hatte ich nie die Chance mein Ticket nach zu zeigen, sodass die Kosten auf 7€ fallen würden.
Jetzt habe ich von einem Inkassobüro eine Forderung von 135€ erhalten, im Auftrag der Firma DB GmbH und sehe ich nicht ein die gesamten Mehrkosten zu zahlen, letztendlich konnte mir der Mitarbeiter der DB GmbH keine Quittung ausstellen, noch habe ich von der DB GmbH einen Brief erhalten.
Wie kann ich das Ganze mit der DB klären, sodass ich auch fair behandelt werde?

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Bahnfrosch
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Am 6.1.19 war der Vorfall. Sie sind im Dezember 2018 schon umgezogen. Warum geben sie dann noch die alte Adresse an?
Haben sie keinen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post gestellt?

Von der DB werden sie nix mehr erwarten können, da sie das Verfahren an das Inkassounternehmen abgegeben hat. Letztendlich sind sie dafür verantwortlich, dass Rechnungen und Mahnungen von ihrer alten Adresse an ihre neuen Adresse weitergeleitet werden.
Normalerweise reicht es ja aus, dass fehlende Ticket innerhalb von 14 Tagen in einem Reisezentrum vorzulegen. Dann hätten sie nur 7 Euro Bearbeitungsgebühren bezahlt und die Sache wäre erledigt. Wenn nach 14 Tagen keine Rechnung kommt, hätten sie aktiv werden müssen und mal nachfragen sollen, gerade wenn sie erst umgezogen sind.

Ich habe nicht die alte Adresse angegeben, sondern diese Stand noch auf meinen Ausweis, da ich noch keinen Termin beim Bürgerbüro bekommen hatte. Ich teilte dem Mitarbeiter mit, dass dies meine alte Adresse ist und entsprechend die neue. Und ja ich habe einen Nachsendeantrag gestellt zum 01.01.19 (kann nachgewiesen werden). Weshalb auch bei einer Zusendung zu meiner alten Adresse, der Brief zu neuen kommen sollte. Der Umzug fand erst kurz vor Neujahr statt.

Ich sollte aktiv werden, wenn der angebliche Schuldner sich gar nicht meldet? Das finde ich persönlich bisschen dreist. Der Schuldner möchte schließlich etwas von mir und ich nicht von ihm.
Ich ging davon aus, dass ich nur mit einem Nachweis ins Reisezentrum gehen kann und nicht davon, dass dieses Reisezentrum irgendwo meine Datengespeichert hat.

Bahnfrosch
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Wenn sie einen Nachsendeantrag haben, dann beschweren sie sich bei der Post.
Problem jetzt ist, sie können nicht nachweisen, dass der Schaffner ein Fehler gemacht hat. Generell sollte man aber auch nix rausgeben ohne Quittung, Durchschlag oder ähnliches. Evtl. mal einen Anwalt kontaktieren.

P.S. Sie haben einen kleinen Denkfehler in der Sache. Nicht die Bahn ist der Schuldner, sondern sie. Sie sollen ja auch nicht ohne Rechnung ins Reisezentrum gehen, aber sie hätten mal anrufen können, wo die Rechnung bleibt. Dort hätte man leicht feststellen können, welche nun die richtige Adresse ist.

Naja mich bei der Post beschweren, wird wohl nichts daran ändern, dass die DB und ein Inkassobüro nun Geld von mir verlangen. Und doch ich kann nachweisen, dass der Schaffner einen Fehler gemacht hat, denn es war ein Zeuge dabei. Zudem gibt es doch etliche Kameras in den Bahnen, diese müsste das ganze tun des Schaffners gefilmt haben oder nicht?

Wenn ich nun ins Reisezentrum gehe, mit dem Zeugen und dem Nachsendeantrag könnte die DB dennoch nichts machen?

Letztendlich würde ein Anwalt nur weitere Kosten verursachen und am Ende müsste ich evtl. trotzdem der Forderung nachkommen, weshalb ich davon absehen möchte.

„Ich sollte aktiv werden, wenn der angebliche Schuldner sich gar nicht meldet? Das finde ich persönlich bisschen dreist. Der Schuldner möchte schließlich etwas von mir und ich nicht von ihm.“
-> Der Schuldner sind doch Sie und nicht die Bahn. Wenn Sie wissen, dass Sie 14 Tage Zeit haben um Ihr Ticket vorzuzeigen, könnte man schon ein bisschen mehr tun als nur zu warten. Sie sind ohne ein gültiges Ticket mit der Bahn gefahren und wussten das eine Nachzahlung ansteht.

Allerdings sollte vor dem Inkasso erst eine ordentliche Rechnung kommen.
Ich kann nur Ihnen nur raten 1. So schnell wie möglich mit der Fahrpreisnacherhebungsstelle Kontakt aufzunehmen, das geht per Formular oder Chat. https://www.db-fahrpreisnacherhebung.de/kontakte/ und 2. Kontakt mit der Inkassofirma aufzunehmen und mitteilen das Sie die Forderung strittig ist und Sie deshalb in Kontakt mit der Fahrpreisnacherhebungsstelle stehen. Vielleicht gelingt es ja, dass Sie zumindest nicht die Inkassogebühren zahlen müssen.

Die Deutsche Bahn ist übrigens eine AG und keine GmbH. Falls in dem Inkassoschreiben tatsächlich von einer DB GmbH die Rede ist, sollten Sie erstmal prüfen ob das Schreiben tatsächlich echt ist oder ob Sie evtl. irgendwelchen Betrügern aufgesessen sind.

Ergänzung:
„Und doch ich kann nachweisen, dass der Schaffner einen Fehler gemacht hat, denn es war ein Zeuge dabei.“
Der Schaffner hat doch keinen Fehler gemacht, er hat Sie ohne gültigen Fahrschein angetroffen und Ihre Daten notiert. Eine andere Adresse als in Ihrem Ausweis könnten Sie nicht nachweisen. Das sollte aber auch keine Rolle spielen.

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Vielleicht DB Vertrieb? Das ist eine GmbH.

Genau es handelt sich im die DB Vertrieb GmbH, sry.

Danke Joeopitz. Ich habe dort jetzt mal eine Reklamation geschrieben und werde morgen dort anrufen. Beim Inkassobüro habe ich mich auch schon gemeldet, werde aber zur Sicherheit auch dort nochmals anrufen.
Einen schönen Abend noch!