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Lastschrifteinzug nur mit Wohnsitz in Deutschland

Können Sie mir bitte den Grund konkret nennen, warum ich als Deutscher mit Wohnsitz im Ausland und Konto in Deutschland keinen Lastschrifteinzug einrichten kann? Wurde geprüft, ob dies mit dem Prinzip der Gleichberechtigung in Europa übereinstimmt?

r4heim
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Antworten

Hier in dieser Community helfen Bahnkunden anderen Bahnkunden. Hier richtet keiner irgendetwas ein. Hier wird auch niemand etwas prüfen. Auch Einblick in Ihre Daten hat hier niemand.

Für Anregungen, Kritik oder ähnliches ist der Kundendialog ein Ansprechpartner. Sicher bekommen Sie dort eine Antwort auf Ihre Frage.

https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm...

kabo
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Aber dass es sich um einen Verstoß gegen die Eu-Verordung 2018/302 handelt, scheint der DB in der Tat nicht bewusst zu sein.

Der Grund dafür, dass nur Kunden mit Wohnsitz in Deutschland am Lastschriftverfahren teilnehmen können, dürfte darin liegen, dass ein Inkasso bei Zahlungsausfall bei im Ausland lebenden Kunden aufwendiger und tendenziell weniger erfolgreich ist (unterschiedliche Rechtssysteme). Im Gegensatz zu den anderen Zahlungsverfahren für Online-Käufe bleibt beim Lastschriftverfahren für den Verkäufer ein hohes systematisches Risiko.
Ob mit der Vorgehensweise eventuell gegen EU-Recht verstoßen wird, kann ich nicht beurteilen.
Eine schlichte Unterscheidung – Inlands- bzw. Auslandswohnsitz – ist natürlich ärgerlich, insbesondere falls Sie unweit der Grenze wohnen und sich möglicherweise zu Hause nicht "im Ausland" fühlen, schon gar nicht sich als Ausgewanderten sehen.

r4heim
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Das ist auch meine Vermutung gewesen. Allerdings wird bei Lastschrifteinzug von der Bank ausreichende Deckung signalisiert, so dass das Ausfallrisiko nur dadurch entsteht, dass der Kunde dem Einzug widerspricht. das wäre dann ein leichtes für die Bahn, den rechtmäßigen Anspruch nachzuweisen. Übrigens kann ich jede Bank aus dem SEPA Raum haben, hier scheint also der europäische Gedanke umgesetzt zu sein. Man darf natürlich auch fragen, ob de-facto juristische Ungleichheiten zuungunsten der Nutzer ausglegt werden. In meiner Einschätzung sollte das Gleichbehandlungsgebot über dem potentiell höheren Ausfallrisiko liegen, schon alleine weil eine solche Argumentation jeglicher negativer Diskriminierung Tür und Tor öffnet.

Hallo zusammen, wir haben jetzt eine Antwort vom Fachbereich erhalten. Wegen der lastschriftimmanenten Risiken für den Zahlungsempfänger (z.B. unberechtigte Ausübung des Erstattungsrechts) bieten wir das Lastschriftverfahren nur bei entsprechender Bonität an. Bonitätsprüfungen können unsere Systeme jedoch nur bei Angabe eines Wohnsitzes in Deutschland durchführen. Unabhängig davon können aber – wie durch die europäische SEPA-Verordnung gefordert – Bankverbindungen des gesamten SEPA-Raumes für das Lastschriftverfahren verwendet werden. /tr

emu901
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Dass dieses Vorgehen der Bahn offensichtlich gegen EU-Recht verstösst, wurde am 5.9.2019 vom EuGH in Luxemburg (Rechtssache C-28/18) festgestellt. Mal schauen, wie lange die Bahn benötigt, um die Zahlungsmöglichkeit per SEPA-Lastschrift auch für Auslandskunden anzubieten. Hier greift nicht die hier von der Bahn genannte SEPA-Verordnung, sondern die Geoblocking-Verordnung (EU) 2018/302. Ich als Kunde mit Wohnsitz im Ausland und mit Bankkonto bei einer Bank in Deutschland kann aus eigener Erfahrung sagen, wie lästig die Vorgehensweise der Bahn ist (bzw. hoffentlich: war).

„Dass dieses Vorgehen der Bahn offensichtlich gegen EU-Recht verstösst, wurde am 5.9.2019 vom EuGH in Luxemburg (Rechtssache C-28/18) festgestellt.“
-> Zur Rechtssache C-28/18. Der EuGH wies darauf hin, dass Unternehmen das Bezahlen per Lastschrift nicht anbieten müssten. Wenn sie es aber täten, dürften sie diese nicht an Voraussetzungen knüpfen.

„Mal schauen, wie lange die Bahn benötigt, um die Zahlungsmöglichkeit per SEPA-Lastschrift auch für Auslandskunden anzubieten.“
-> Ob sie es jemals tut? „Der EuGH wies darauf hin, dass Unternehmen das Bezahlen per Lastschrift nicht anbieten müssten.“ Vielleicht verzichtet die Bahn in Zukunft generell auf die Lastschriftzahlung.

Das erinnert mich an den Beamten i.R. der es ungerecht fand, dass er seine Pension versteuern musste, während Renten steuerfrei waren und klagte. Er bekam recht, das Ergebnis ist bekannt. Auch Renten werden nun in Deutschland besteuert.

Fein gemacht EuGH.

Wir werden sehen.

kabo
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Hat ja ganz schön lange gedauert, bis sich das Urteil bis in diese Community rumgesprochen hat. Aber letztendlich steht da ja nur drin, was wir schon lange wussten, die DB aber nicht einsehen wollte.

"Vielleicht verzichtet die Bahn in Zukunft generell auf die Lastschriftzahlung."
--> Die ersten Pressekommentare gingen wohl in diese Richtung. Inzwischen wird jedoch darauf hingewiesen*, dass individuelle Bonitätsprüfungen durchaus möglich wären bzw. die Lastschrifterlaubnis sich auf verschiedenste Voraussetzungen beziehen könnte, z.B. die Kundenhistorie, den Preis oder Typ des gewünschten Artikels, etc., vielleicht auch Kombinationen daraus.
*_die Suchmaschine wurde gefüttert mit "lastschrift bahn ausland bonität"