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Warum ist Bahnfahren so teuer?

Als Autofahrer schaue ich immer wieder einmal, ob ich nicht lieber den Wagen stehen lassen und stattdessen die Bahn nehmen soll. Leider stelle ich dann immer wieder fest, dass Bahnfahren unglaublich teuer ist. Am Ende fahre ich meist doch mit dem PKW.
Beispiel: Dortmund - Münster und zurück. Zwei Personen. Mit der Bahn 54 Euro (ohne Platzreservierung). NRW Ticket 46 Euro. PKW: ca. 150 km, ich runde auf und rechne mit 10l / 100 km und 1,50 Euro / Liter, macht 15 Euro pro 100 km, also 22,50 Euro. Dazu 10 Euro Parkgebühren (Tageskarte im Parkhaus), macht 32,50 Euro.
Will sagen: Für Besitzer eines PKW ist die Bahn einfach viel zu teuer. (Festkosten meines PKW fallen auch an, wenn ich den Pkw stehen lasse!). Zudem bin ich mit den Pkw schneller und komfortabler am Ziel. Fazit: Ich fahre mit dem Auto.
Warum gibt es keine konkurrenzfähigen Angebote für Autofahrer?

Antworten

Die Fahrkarten im Westfalentarif kosten für diese Strecke:

  • Einzelticket 1 Person 13,40 €
  • 4er-Ticket 48,20 €
  • 9 Uhr-Tagesticket 1 Person (Mo-Fr ab 9 Uhr, Wochenende ganztags) 23,30 €
  • 9 Uhr-Tagesticket 5 Personen (Mo-Fr ab 9 Uhr, Wochenende ganztags) 32,40 €
  • Tagesticket 1 Person (Mo-Fr ganztags) 34,50 €
  • Tagesticket 5 Personen (Mo-Fr ganztags) 39,30 €

Der ÖPNV am Start-/Zielort ist bereits inklusive. Diese Preise legt die WestfalenTarif GmbH fest.

Heinz1
Heinz1

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"Warum gibt es keine konkurrenzfähigen Angebote für Autofahrer?"

Weil ein Unternehmen eben nicht einfach so alle Kosten die anfallen weglassen kann wie sie es in ihrer Rechnung tun.

Und gerade Sparpreise sind alles andere als teuer. Von München nach Hamburg für 20 Euro schafft man mit dem Auto garantiert nicht.

kabo
kabo

kabo

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By the way: "Festkosten meines PKW fallen auch an, wenn ich den Pkw stehen lasse!"
-> Und warum lassen Sie die in Ihrer Rechnung einfach weg?

Wenn Sie die sowieso anfallenden Festkosten nämlich einfach ignorieren, dann ist Bahnfahren unschlagbar günstig. Man kauf sich eine Bahncard100, hat damit einmalige Festkosten, die anfallen, auch wenn man gar nicht Zug fährt. Jede Zugfahrt für sich kostet dann nur noch 0,00€.

Es ist doch so: Fahre ich mit meinem PKW, so fahren für diesen Festkosten und variable Kosten an. Fahre ich mit der Bahn, zahle ich das Ticket, die Festkosten meines PKW fallen aber ebenfalls an. Beim Vergleich der Kosten kommt es daher allein auf die variablen Kosten des PKW an.
Das von mir betrachtete Szenario ist: Wie attraktiv erscheint eine Bahnfahrt für jemanden, der einen PKW besitzt. Und nicht: Fahre ich mit der Bahn günstiger, wenn ich das Auto abschaffe.

kabo
kabo

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Wenn Sie natürlich von einem einseitigen Szenario ausgehen, bei dem man für ein Verkehrsmittel die Festkosten nicht einkalkuliert, was wundern Sie sich dann über das Ergebnis?

By the way: Ich habe kein Auto (mehr) und wenn ich Festkosten + variable Kosten eines Autos mit den Festkosten + variablen Kosten von Bus / Bahn / Carsharing vergleiche, dann ist letzteres viel günstiger.

Ein hochrangiger Verkehrspolitiker der CDU ist ja auch mehrmals durch die Äußerung aufgefallen, dass Bahnfahren zu billig sei.

"Einseitiges Szenario"? - Es ist doch wohl eher ein realistisches, häufig auftretendes. Millionen Menschen in Deutschland besitzen ein Auto. Und es wäre wohl fraglos positiv, wenn diese zumindest gelegentlich den PKW stehen lassen und anstelle dessen die Bahn nehmen würden! Aber beim Vergleich der Kosten gewinnt dann doch immer wieder dass Auto.
Und ja, ich wundere mich über die Ticketpreise. Dass ein Flugticket nicht selten preiswerter ist, als das Ticket der Bahn. Oder wie groß die Preisdifferenzen beim Vergleich von Fernbus und Bahn sind.
Als meine Tochter noch Schülerin war, hatte sie ein Schokoticket. Das müssten wir zwar komplett selbst zahlen, aber für 35 Euro im Monat war sie dadurch mobil im gesamten Raum des VRR. Nach der Schule, ohne Schokoticket wollte sie mit Freundinnen nach Oberhausen. Mit dem ÖPNV, wie gewohnt. Doch in Anbetracht der Ticketpreise war dann wieder der PKW das Verkehrsmittel der Wahl.
Oder neulich, Besuch einer Veranstaltung mit Freunden. Vier Personen. Hinweg mit dem ÖPNV. Rückweg dann mit dem Taxi. Für praktisch den gleichen Preis. - Wenn für Personen zum gleichen Preis Taxi fahren können, muss man sich wohl über die Preise des ÖPNV wundern.
Ich fahre gern Bahn. Besonders bei längeren Strecken. Es darf auch gern etwas teurer sein, als die (großzügig aufgerundeten) Spritkosten. Aber die regulären Tarife sind oft zwei- bis dreimal so hoch und das empfinde ich als abstrus teuer.
Für Besitzer eines PKW sind allein die Sonderangebote der Bahn konkurrenzfähig.

kabo
kabo

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Es ist nun mal so, das die Bahn ihre Festkosten (Anschaffungskosten der Züge, Wartungskosten der Züge, Kosten für Instandhaltung der Gleise, Personalkosten) in die Fahrpreise einkalkulieren muss.
Es wäre natürlich schön, wenn die Bahn ihre Fahrpreise allein aufgrund der variablen Kosten (Energieverbrauch beim Fahren + Lohn von Lokführer und Schaffner) berechnen könnte. Aber im Gegensatz zu Ihnen kann die Bahn die Festkosten nicht ignorieren (der ICE ist sowie da, also brauche ich ihn nicht zu bezahlen). Irgendwer muss die Festkosten der Bahn ja zahlen - genauso wie die Festkosten des Autos ja bezahlt werden müssen. Ihr Auto fällt ja auch nicht vom Himmel.
Die Lösung wäre natürlich, dass die Festkosten der Bahn vom Steuerzahler getragen werden - so wie es ja beim Auto zum Teil der Fall ist (oder wer bezahlt den Straßenbau und Instandhaltung?). Aber dafür ist der politische Wille nicht da.

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@Gvhvchgv
Klar wenn sie alle Kosten des Autos vollkommen ignorieren und fest davon ausgehen, unbedingt immer ein eigenes Auto besitzen zu müssen, da werden sie bei bestimmten Bahnstrecken etwas mehr zahlen als die reinen Benzinkosten. Und es gibt Menschen, die tatsächlich ein eigenes Auto benötigen (und sich das nicht nur einreden), und da wäre die Rechnung dann sogar legitim. Aber es gibt auch viele Leute die ohne eigenes Auto prima auskommen würden, die das aus den unterschiedlichsten Gründen aber nicht zugeben wollen (Prestige, Gewohnheit, Faulheit, usw.)

Grundsätzlich ist das aber natürlich keine faire Rechnung, denn die Fixkosten, Versicherung, Wartung, Reinigung, Knöllchen, Parkgebühren, Miete für Garage, usw. für das Auto haben sie ja trotzdem gezahlt, und sollten diese auch jeder Autofahrt anteilig hinzurechnen. Nur so können sie ernsthaft vergleichen.

Bei einem Mittelklassewagen mit ca 15000 km Laufleistung pro Jahr dürften die üblichen Berechnungen der Gesamtkosten sich in etwa auf 25 Cent pro km aufrechnen. Macht für die Strecke Münster-Dortmund (70 km einfach) also ca. 17,50 €. Ein Einzelticket der Bahn ist somit mit 13,40€ schon deutlich billiger. Hin und zurück mit dem Auto kostet ca 35 €, Sie fahren mit zwei Personen, daher eignet sich das Tagesticket für bis zu 5 Personen, welches mit 32-39 € (je nach dem, ob auch vor 9 Uhr gültig) nahezu die selben Kosten, wie die Autofahrt hat.

Fahren Sie weitere Strecken mit der Bahn (Fernverkehr), wird die Bahn noch deutlich billiger, speziell wenn man rechtzeitig bucht. Eine Fahrt von München nach Hamburg für ca 20 € ist mit der Bahn möglich. Mit dem Auto auch? Selbst mit der Milchmädchenrechnung bei der alle Kosten außer den Benzinkosten ignoriert werden, kommen Sie mit dem Auto nicht mal ansatzweise als Ziel...

D.h. bei ehrlicher Rechnung liegen die Preise der Bahn nicht wesentlich höher, als die des Autos, können aber extrem viel günstiger werden. D.h. das Kostenargument spricht eindeutig gegen das Auto.

Für das Auto spricht allenfalls die Flexibilität, da man auch dort gut hinkommt, wo Bus/Bahn nicht fahren (was bei der Verbindung Münster-Dortmund aber kaum der Fall ist).

Ich besitze z.b. kein Auto. Vergleiche ich, was meine Fahrten mit der Bahn kosten mit dem was ich fürs Auto (also komplett: Anschaffung, alle Nebenkosten, Benzin usw.) zahlen würde, bin ich mit der Bahn deutlich billiger dran. Wenn man mal ein Auto braucht (kommt selten vor), gibt’s Mietwagen oder auch mal ein Taxi, ohne dass das kostenmässig eine große Rolle spielt.

Und die Zeit in der Bahn kann man auch noch sinnvoll nutzen, beim Autofahren hat man ja keine Zeit für irgendetwas anderes als Autofahren, das ist also vollkommen vergeudete Zeit.

Ich wehre mich entschieden gegen den Begriff "Milchmädchenrechnung". Dieser Begriff passt wohl eher auf die Behauptung, eine Bahnfahrt von München nach Hamburg kostete nur 20 Euro. Denn tatsächlich wird, wer tatsächlich diese Strecke mit der Bahn zurücklegen will, i.a. deutlich mehr bezahlen. Das es vereinzelte Sonderangebote gibt, ändert nichts daran.
Ja, ein eigenes Auto ist teuer. Und ich will auch gar nicht in Abrede stellen, dass das Reisen mit öffentlichen Verkehrsträger in Summe günstiger ist, als der Unterhalt und das Reisen mit dem PKW. Nur war das gar nicht mein Thema. Fakt ist: Es gibt Millionen von Haltern eines PKW in Deutschland. Und für diese ist das Reisen mit der Bahn unattraktiv. Natürlich muss ich die Fixkosten des PKW hinzurechnen, wenn ich mit dem PKW fahre. Aber ich muss diese Fixkosten eben auch hinzurechnen, wenn ich mit der Bahn fahre. Denn sie fallen (darum heißen sie ja Fixkosten!) auch an, wenn ich den Wagen nicht benutze.
Wenn man mit dem PKW nicht allein, sondern mit mehrern Personen fährt, reduzieren sich die Kosten pro Person deutlich. Fährt man zu zweit, kostet es schon nur noch die Hälfte! Man sollte erwarten, dass ein Verkehrsmittel, das von vielen Fahrgästen gemeinsam genutzt wird, auf enstsprechend niedrige Kosten pro Person kommt. Leider scheint das in der Praxis aber nicht zu funktionieren. Denn die Preise für Bahn-Tickets sind mitnichten niedrig.

Ein letzter Satz zu Kabo: Der Unterhalt von Straßen wird natürlich aus Steuermitteln finanziert. Und die Steuereinnahmen aus dem Kraftzeugverkehr übersteigen die Ausgaben für den Straßenbau bei weitem. - Ich wäre allerdings durchaus für mehr Subventionen für die Bahn und den Nahverkehr um diese attraktiver zu machen.

Auf Ihrer Strecke ist das doch auch bei der Bahn auch so:

9 Uhr-Tagesticket 1 Person (Mo-Fr ab 9 Uhr, Wochenende ganztags) 23,30 €
9 Uhr-Tagesticket 5 Personen (Mo-Fr ab 9 Uhr, Wochenende ganztags) 32,40 €

Der Preis pro Person sinkt also beim Kleingruppenticket von 23,30 € auf nur noch 6,48 €.

Stimmt. Auf der Strecke Dortmund-Münster ist das in der Tat so. Im Allgemeinen gilt das aber leider nicht: Da zahlt man bei der Bahn mit zwei Personen das doppelte. Mit vier Personen schon das Vierfache.

Leo
Leo

Leo

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Bitte nicht immer aneinander vorbeireden, es kommt auf die jeweiligen persönlichen Voraussetzungen an! Überschlagswerte (stark abhängig von Nutzungsdauer und Fahrstil):

1. Ein Auto kostet fest ca. 5000€ pro Jahr und bei Nutzung dann noch mal fix etwa 10 Cent pro Kilometer, kurz:

5000€/a + 10c/km

Wer schon ein Auto hat, kann die Festkosten nicht einsparen, wenn er es stehen lässt. Daher kann er nur die variablen 10c/km sparen, wenn er es stehen lässt und stattdessen mit der Bahn fährt. Wer aber noch kein Auto hat, muss mit den Gesamtkosten kalkulieren.

2. Bei den Bahnkosten ist es nicht ganz so einfach… Bei gewünschter Flexibilität wie mit dem Auto kommen nur Flexpreise in Frage. Was kosten die pro Kilometer? Zum Vergleich mit dem Auto nehme ich jetzt mal Straßentfernungen laut Navi und nicht manchmal irrwitzige Tarifkilometer aufgrund von historischen Umwegen oder Raumbegrenzungen.

Beispiele München – Salzburg, München – Nürnberg, Siegburg („Siegburg/Bonn“) - Frankfurt Flughafen und München – Hamburg in verschiedenen Produktklassen (NV=Nahverkehr, IC=IC/EC, ICE=ICE/TGV/RJ(X), ICE-KRM: = ICE über die Teuer-Strecke Siegburg-Frankfurt), Freitags-Preise:

1. München Hbf – Salzburg Hbf im NV, IC, ICE: 147 km, Fahrzeit: 1:47h/1:42h/1:28h
NV: 23 c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 82 km/h
IC: 25 c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 86 km/h
ICE: 28c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 100 km/h

2. München Hbf – Nürnberg Hbf im ICE: 171 km, Fahrzeit: 1:03h
ICE: 36c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 163 km/h

3. Siegburg – Frankfurt Flughafen im ICE: 149 km, Fahrzeit 0:57h
ICE: 47c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 156 km/h

4. München Hbf – Hamburg Hbf im ICE: 776 km, Fahrzeit 5:33h
ICE: 21c/km bei einer Reisegeschwindigkeit von 140 km/h

Als groben Mittelwert (den natürlich gern jeder gemäß seinen meistbefahrenen Strecken anders setzen kann) setze ich mal 32c/km an.

Somit kostet eine Bahnfahrt aus Sicht des Kunden also etwa:

1. Ohne Bahncard: 0€/a + 32c/km

Ab 775 RABATTBERECHTIGTEN Kilometern pro Jahr lohnt sich eine Bahncard25 - OHNE Fahrten in Verkehrsverbünden ohne Ermäßigung, Fahrten mit Sonderangeboten, Fahrten im Ausland,…

2. Mit Bahncard25: 62€/a + 24c/km

Ab 2413 VOLL RABATTBERECHTIGTEN Kilometer pro Jahr lohnt sich eine Bahncard50 – Fahrten mit nur 25% zählen hierbei nur zur Hälfte, OHNE Fahrten in Verkehrsverbünden ohne Ermäßigung, Fahrten mit Sonderangeboten, Fahrten im Ausland,…

3. Mit Bahncard50: 255€/a + 16c/km

Ab 25875 INKLUDIERTEN Kilometern pro Jahr lohnt sich eine Bahncard100 - OHNE Fahrten in Verkehrsverbünden außerhalb von City-Ticket-Gebieten ohne Ermäßigung, Fahrten im Ausland,…

4. Mit Bahncard100: 4395€/a + 0c/km

Kurzer Quer-Vergleich mit der Schweiz, zur Anregung für die Politik in Deutschland: Das Halbtaxabo und das Generalabo werden nicht etwa von der SBB herausgegeben, sondern vom VÖV,
https://www.voev.ch/de/unsere-themen/erfolgsstory-oev-sch...
der der SBB durchaus gelegentlich die Zähne zeigt:
https://bazonline.ch/wirtschaft/es-wird-sicher-keine-pend...
Wer als Betreiber Subventionen vom Staat haben will, muss das Halbtax und GA anerkennen – zumindest im Verkehr zu Siedlungen. Daher gilt es praktisch flächendeckend in Bahnen und Bussen, sogar in vielen Bergbahnen und Schiffen – und selbstverständlich auch in Verkehrsverbünden. Zwar gibt es z.B. innerhalb der Stadt Zürich (zählt immer als 2 Zonen) nur 30% Ermäßigung auf 24h-Karten, aber schon bei Fahrt in einen Nachbarort volle 50% wie üblich, auch auf verbilligte 9h-Tagespässe. Bei Rechnungen wie oben gibt es im Gegensatz zu Deutschland also praktisch keine nicht rabattberechtigten Kilometer mit der Bahn, und auch keine Sonderangebote, die für Besitzer eines Halbtaxabos lukrativ wären.

Bei Ansatz von 40Rp/km lohnt sich ein Halbtax ab 790 Kilometern im Jahr, also ähnlich wie die Bahncard25, gewährt aber 50% statt nur 25% Ermäßigung – auch auf Schiffen und den teuersten Bergbahnen wie z.B. aufs Jungfraujoch. Ab 18375km pro Jahr lohnt sich dann ein GA – das dann aber auch flächendeckend in allen Verkehrsverbünden und allen Verkehrsmitteln gilt. Und dank der regen Nutzung kommt man in der Schweiz mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch überall hin.

Wenn ich dagegen von meiner Wohnung ins Umland außerhalb der Bahnstrecken will, so ist mit Ausnahme touristischer Rennstrecken „samstags und sonntags kein Betrieb“ - egal ob innerhalb oder außerhalb des MVV. Beispiel: Holzkirchen - Kloster Reutberg / Kirchsee: Montags bis freitags fahren 2 Busse pro Tag, samstags und sonntags gar keiner.

Zum Langlaufen bei wenig Schnee daheim? Mit dem Auto bin ich schnell und flexibel in Kreuth, mit BOB und Bus ist die Aufenthaltszeit für eine Runde entweder viel zu kurz, oder bis zum nächsten Bus viel zu lang. Fazit: Vieles ist ohne Auto nicht erreichbar!

Taxis? Ja, die gibt es theoretisch auch auf dem Land / in der Marktgemeinde: Entweder als Anrufsammeltaxi mindestens 2h vorher zu bestellen - sonst evtl. ausgebucht: Normales Taxi war nicht bekommen, meine gehbehinderte Mutter richtete sich auf 2h Wartezeit ein und bat im Laden um etwas Wasser und eine Sitzgelegenheit bis dann nach 2h endlich ein Anrufsammeltaxi kommen würde; der Inhaber erbarmte sich und fuhr sie die 2km nach Hause. Nach meinem Vorruhestand war ich dann natürlich ihr Taxifahrer zu Arztterminen. Car-Sharing? Gab es damals nicht, nur in München..

Den Bahnhof am Wohnort meiner Freundin gibt es nicht mehr, der vorletzte Bus in 2 km Entfernung ab dem günstigsten Bahnhof fährt schon gegen 15:30h, der letzte dann gegen 19:30h. Und da wir meist zu zweit fahren, können wir uns auch nicht hinbringen oder abholen lassen.

Es gibt also etliche Gründe, sich ein Auto anzuschaffen, ggf. sogar ein 2. innerhalb der Familie: Vor etlichen Jahren pendelte ein Kollege mit dem Zug, seine Frau dagegen mit dem Familienauto in die entgegensetzte Richtung. Da der Zug damals der DB nicht auf die BOB aus München wartete, kam er oft mit 1h Verspätung heim. Irgendwann hatte er es satt und kaufte sich ein Auto, das 2. der Familie. Als dann der Meridian den durchgehenden Betrieb ohne Umsteigen übernahm, hatte er das 2. Auto schon und nutzte es auch weiterhin..

Fazit:

Autofahren kostet IN SUMME FÜR ALLE INSASSEN etwa 5000€/a + 10c/km, das sind bei km pro Jahr:
1. 5000: 5000€/a / (5000km/a) + 10c/km = 100c/km + 10c/km = 110c/km
2. 10000: 5000€/a / (10000km/a) + 10c/km = 50c/km + 10c/km = 60c/km
3. 20000: 5000€/a / (20000km/a) + 10c/km = 25c/km + 10c/km = 35c/km
4. 50000: 5000€/a / (50000km/a) + 10c/km = 10c/km + 10c/km = 20c/km

Bahnfahren kostet PRO PERSON etwa:
1. Ohne Bahncard: 0€/a + 32c/km
2. Mit Bahncard25: 62€/a + 24c/km
3. Mit Bahncard50: 255€/a + 16c/km
4. Mit Bahncard100: 4395€/a + 0c/km

Hinzu kommen noch andere Verkehrsmittel, die die Bahn-Fahrkarte nicht abdeckt:

  • Verkehrsverbünde außerhalb von City-Ticket-Bereichen wie Garching bei München (TU-Standort!) oder Ratingen (Bus zum Bahnhof Ost oder Straßenbahn in Richtung Düsseldorf)
  • Car-sharing oder Taxi, wenn keine Busse fahren
  • Bahnen zum Sondertarif (Oberweißbacher Bergbahn, ...)

1. Besitzer eines Autos: Lasse ich es stehen oder nicht?
Die happigen Fixkosten werden ohnehin fällig. Gegenüber den rein variablen Kosten von 10c/km ist die Bahn sogar mit Bahncard50 im Normalfall zu teuer – erst recht bei Fahrten zu zweit! In Sonderfällen mit den angeblichen 20€-Schnäppchen? Mit 3 Tagen Vorlauf finde ich für München-Hamburg 106€ pro Person, macht insgesamt 212€ für 776km. Angesichts 78€ mit dem Auto erübrigt sich auch die Erwägung einer Probe-Bahncard… Mit der Bahn fährt der Autobesitzer daher eher nur in für ihn ungewohnten Sonderfällen, wie monatelanger Festlegung im Voraus (da finde ich München – Hamburg ab 30€ pro Person) oder mit Nahverkehrs-Sonderangeboten fast ohne Rechte auf längeren Strecken möglichst ohne Umsteigen.
Für Autobesitzer lohnt sich flexibles Bahn- statt Autofahren nur, wenn sie sich eine Bahncard100 kaufen und damit allein mindestens 43950km pro Jahr fahren – zu zweit sogar erst ab 87900km pro Jahr – nur in Deutschland natürlich!

2. Leute ohne Auto: Kaufe ich mir eins, oder nicht?
Für die Kaufentscheidung sind die kompletten Kosten des Autos relevant: 20c/km bis 110c/km
Wer nicht deutlich über 20000km pro Jahr fährt, fährt mit der Bahn wesentlich günstiger – wenn er sich denn nach wie vor mit den Randbedingungen wie Unzuverlässigkeit, löchriges Netz,.. abfinden kann.

3. Leute mit Auto und Bahncard100
Die haben im Prinzip die doppelten Fixkosten. Die variablen Kosten sind mit der Bahn (bis auf Zusatzkosten wie z.B. nicht inkludierte Busse, Taxi oder U-Bahn nach Garching) Null und so ist es natürlich immer billiger das Auto stehen zu lassen.

In Verkehrsverbünden sieht es oft noch schlimmer aus! Beispiel: ein Krankenhausbesuch zu zweit in München, in 41 km Entfernung, d.h. hin und zurück 8,20€ mit dem Auto. Mit dem MVV hätte es zu zweit 24,30€ gekostet. Selbstverständlich fuhren wir mit Auto (und parkten kostenlos in etwa 500m Entfernung in einem Wohngebiet).
Preis mit Tageskarte zu zweit: 24,30€ für 82 km, also 30c/km - allein zum Vergleich 13€, also 16c/km.
Preis mit Monatskarte allein: 140,50€ für 22 Arbeitstage, also 8c/km. Daher hatte ich früher auch eine Monatskarte im Abo, um zur Arbeit zu fahren, aber für gelegentliche Fahrten sind die meisten Verkehrsverbünde einfach zu teuer!

Und trotz solch happiger Tarifen verkündet z.B. der VVS bei Smog in Stuttgart mit Leuchttafeln an der Autobahn: „Bitte öffentliche Verkehrsmittel nutzen.“ Bei derart hohen Normal-Preisen für Einzel- und Tageskarten? Warum ist die Fahrt denn dann bei Smog-Alarm nicht gratis oder wenigstens stark ermäßigt, wie z.B. in Paris und Umgebung:

http://www.navigo.fr/titres/forfait-antipollution-present...

https://www.ratp.fr/forfait-antipollution

Aber da handhabt man ja auch Fahrverbote TEMPORÄR mit Augenmaß:

https://www.crit-air.fr/de.html
https://www.crit-air.fr/de/aktuelles/2019-02-27.html

Anderes Beispiel:

https://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/bei-sm...

Ok, der Westfalentarif passt. 9 Uhr-Tagesticket 5 Personen (Mo-Fr ab 9 Uhr, Wochenende ganztags) 32,40 €: Dafür lasse ich den Wagen stehen. Leider ist das nicht so einfach. Ich habe da einige...

...Fragen:

1. Wo bekomme ich das Ticket? Suche ich unter http://www.westfalentarif.de nach Verkaufsstellen, so werden keine angezeigt, sondern nur welche in Nachbargemeinden in 10 km Entfernung vorgeschlagen.

2. Gilt das Ticket überhaupt in Dortmund? Im Netz steht: "In Dortmund [...] gilt er nur im Übergangsverkehr. Konkret heißt das: In den Städten Dortmund [..] gilt im Binnenverkehr der VRR-Tarif. Für Fahrten aus dem WestfalenTarif-Raum zu diesen Städten oder umgekehrt gilt der WestfalenTarif." Ja, is' klar. Kann das jemand übersetzten? Was bedeutet "Übergangsverkehr", was "Binnenverkehr". Ist die Fahrt vor der Haltestelle um die Ecke hin zum Dortmunder Hbf nun Binnenverkehr, oder gilt das auch schon als *Übergangsverkehr", weil ich ja nach Münster weiterreise? Die Fahrplanauskunft auf http://www.westfalentarif kennt sogar meine örtliche Haltestelle. Aber das muss ja nicht notwendigerweise bedeutren, dass das Westfalenticket da auch gilt..

Vielen Dank für Eure Hilfe!

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@Leo
In Stuttgart gelten in der gesamten "Feinstaub-Saison“ (Oktober bis März) um bis zu rund 30% reduzierte Tagestickets für den ÖPNV. Insofern tun die schon etwas. Ganz kostenlos zu machen, traut man sich das aber doch nicht.

Leo
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1. Kauf online z. B. hier:

https://shop.mobiel.de/Ticket/Konfiguration/TagesTicket9Uhr

(Von Handy Tickets würde ich aufgrund der Doppelt- und Dreifach-Buchungen eher abraten)

Alternative: DB-Automaten, bei Dsw21-Automaten fraglich:

https://www.bus-und-bahn.de/40985.html

2. "Binnentarif" ist eine Fahrt, die von Anfang bis Ende im Vrr durchgeführt wird, bzw. nach VRR Tarif tarifiert wird, also z. B. eine einzelne Fahrt innerhalb Dortmunds oder nur weiter bis Lünen; weiter bis Werne ist dann aber eine Fahrt im Übergang. (Eigentlich liegt Lünen schon außerhalb des VRR, aber trotzdem gilt ab Dortmund der VRR-Tarif.)

Also erlaubt: Von irgendwo in Dortmund zum Hbf und dann weiter nach Münster.
Eigentlich nicht erlaubt: Von irgendwo in Dortmund erst mal zum Westfalenpark, dann wieder nach Dortmund Hbf zurück und weiter nach Münster. Zunächst bis zum Westfalenpark ist eine Fahrt innerhalb des VRR - und damit nicht erlaubt. Wenn man ggf. nur angeblich vorher schon in Capelle war, ist die Fahrt zum Westfalenpark erlaubt. Zurück nach Münster ist dann auch erlaubt, da man ja im Übergang vom VRR (Dortmund) zum Westfalentarif (Münster) unterwegs ist.

Aber einfach nur nach Münster fahren, dort ggf. hin und her, und wieder zurück irgendwohin in Dortmund ist ganz problemlos Übergangstarif.

Pfifferling
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Warum Bahnfahren so teuer gegenüber dem auto ist?

Das ist eine Frage wie man es anstellt.
Bei der Bahn ist einfach die Preisgestaltung komplett unübersichtlich aber wenn man so paar tipps anwendet lassen sich einige euros bei den Tickets sparen.

Beispiel man möchte von Frankfurt nach München - da gehe ich nicht auf Bahn.de sondern gehe einfach mal auf die Webseiten der Österreicher
Da sucht man sich zb die Strecke nach Wien über München aus und zack bekommt man Angebote die würde man nie von der deutschen Bahn direkt bekommen. Man steigt dann einfach in München aus und lässt den Rest der Fahrt verfallen und bist immer noch weitaus günstiger dran als wenn du von Frankfurt nach München mit DB Tickets gefahren wäre.

Das ist jetzt nur ein Beispiel gewesen ich zb fahre oft von Westen nach Osten in Deutschland da suche ich einfach bei den Tschien.

Aber ich denke jeder weiß worauf ich hinaus will

Leo
Leo

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Also wenn ich relativ kurzfristig für in 3 Tagen gegen Mittag suche, finde ich folgende (Super-)Spar-(Schienen-)Preise / First-Minute-Preise:

DB Frankfurt-München: 76 bis 90 €

ÖBB: Frankfurt-München-Wien: 100€

Wien ist etwas lang und die Strecke eher teuer, daher dann eher:

ÖBB: Frankfurt-München-Hallein: 50€

Anders Beispiel am sonst recht teuren Nachmittag, Frankfurt ab 16:54h:

DB: Frankfurt-München: 90€
ÖBB: Frankfurt-München-Wörgl: 40€ - zum Vergleich: DB: 100€

DB: Frankfurt-Dresden: ab 11:19h: 60€ / ab 13:19h: 90€
ČD: Frankfurt-Dresden-Děčín: ab 11:19h: 30€ / ab 13:19h: 18€

Tja, in der Tat ein netter Workaround für Großstädter auf Rennstrecken...
Aber ich kann weder "Über Holzkirchen" bei der ÖBB noch "ab Holzkirchen" bei der CD wählen...

MichaZ
MichaZ

MichaZ

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Ich weiß nicht, wie Sie schauen, aber bei mir sind die Österreicher IMMER teurer...

Österreicher: 134 €
DB : 90 €

Anonym
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Weil die Bahn gerne Geld verbrennt...wenn ich sehe wie viele Sitze in den Zügen regelmäßig nicht verkauft werden...die Bahn könnte diese Kontingente ohne weiteres los werden. Reservierungspflicht und taugliches System wie bei der Trenitalia, und dann alle Züge zu 100% auslasten. 2,50€ für nen Sitz ist immer noch besser als 0€. Stattdessen fahren die Züge zu 2/3 ausgelastet, warum auch nicht, die Kosten für die leeren Plätze werden ja den anderen aufs Auge gedrückt. Genauso wie man das Netz verfallen lässt, weil man dann für die irgendwann allfälligen und dringenden Neubauten Geld von der Allgemeinheit zusätzlich bekommt. Ist ja nicht das Geld der Bahn. Um nur 2 Punkte zu nennen...dazu kommt dann noch offensichtliche Verschwendung, z.B. von Energie, von Material e.t.c. da kann ich auch zahlreiche FAKTEN beisteuern. Im einzelnen vielleicht "Kleinvieh", insgesamt wirkt sich das sicher auch auf die Bilanz aus!!!

Heinz1
Heinz1

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Nur wer würde sich dann noch den teuren Flexpreis kaufen wenn die Bahn ihre Tickets kurz vor der Fahrt verscherbeln würde. Ich wäre eher dafür das System einfacher zu gestalten als die Preis noch mehr zu differenzieren.