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Tretroller Mitnahme im RE zwischen 6 und 9 Uhr kostenlos?

Hallo,

das Thema "kostenlose Mitnahme von Tretrollern" wurde ja in der Vergangenheit in diesem Forum schon mehrfach nachgefragt, hierzu habe ich folgende Beiträge gefunden, in denen auch bestätigt wurde, dass die Mitnahme von Tretrollern nichts kostet:

Ich fahre täglich zwischen 6 und 8 Uhr mit dem RE zwischen Rastatt und Karlsruhe und nehme hier gelegentlich meinen nicht zusammenklappbaren Tretroller mit. Bis jetzt haben das alle Zugbegleiter akzeptiert, keiner hat ein Ticket verlangt. Der Kollege heute morgen hat jedoch meinen Roller als Fahrrad deklariert und gesagt, ich müsste für die Mitnahme eine Fahrradkarte lösen. Ich habe auf die obigen Forum-Einträge verwiesen und musste dann erst mal nichts bezahlen.

Können Sie mir bitte aus diesem Anlass hier nochmal bestätigen, dass die Mitnahme von Tretrollern im RE in Baden-Württemberg grundsätzlich kostenlos ist, sofern andere Reisende davon nicht behindert werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Marcus

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kabo
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Hm.
Da hat der Landestarif Baden-Württemberg (bwegt) in Abschnitt 13 wohl eine unerwartete Wendung parat. Da werden andere Transportmittel mit Fahrrädern über einen Kamm geschoren und Laufräder sogar extra erwähnt.
Wenn der Tretroller nicht zusammengeklappt in die Gepäckablage passt, dürfte in der Tat ein Fahrrad-Ticket nötig werden. (Nur Kinder unter 6 Jahren dürfen ein Kinderfahrad / anderes Transportmittel auch dann kostenlos mitnehmen, wenn es nicht in die Gepäckablage passt.)
Das gilt natürlich besonders, wenn der Roller überhaupt nicht klappbar ist (wusste gar nicht, dass es sowas gibt), und damit Platz braucht, wie ein Fahrrad.

Woodstock
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Tretroller sind laut Gesetz keine Transport-- oder Fortbewegungsmittel sondern gelten als Spielzeug und Spielzeuge sind nicht kostenpflichtig.

kabo
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Nein. Spielzeuge sind in der EU-Richtlinie 2009/48/EG definiert.
"Roller und andere Fortbewegungsmittel, die als Sportgeräte konzipiert sind oder die für die Fortbewegung auf öffentlichen Straßen oder öffentlichen Wegen bestimmt sind" sind davon ausdrücklich nicht umfasst.

Vielleicht könnte der Fragesteller ja näher beschreiben, um was für eine Art Tretroller es denn geht.

(off-Topic: Die EU-Spielzeug-Richtlinie hat so einige Kuriositäten parat: Kinderfahrräder sind Spielzeug, wenn die Sattelhöhe auf niedrigster Einstellung bei maximal 43,5cm über dem Boden liegt, darüber nicht. Puzzles bis einschließlich 500 Teile sind Spielzeug, mit mehr Teilen nicht mehr. )

DB
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Hallo zusammen,

da die Strecke Rastatt—Karlsruhe ausschließlich im KVV liegt, kommen dessen Bestimmungen zum Tragen. Hier ist im Gegensatz zum BW-Tarif wieder nur von Fahrrädern die Rede. /ti

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Laut StVZO ist ein Roller kein Fahrzeug und wird daher als Spielzeug bzw. Sportgerät eingeordnet.

Mir hat mal ein Polizist gesagt ich soll mit dem Spielzeug vom Radweg verschwinden.

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Ich habe beim KVV nachgefragt und von der Fachabteilung dort die Antwort erhalten, dass sie für diese Frage nicht der richtige Ansprechpartner sind, Zitat: "Der Karlsruher Verkehrsverbund kann nur über die in seinem Gemeinschaftstarif definierten Begriffe Auskunft geben".. Für die Beantwortung meiner Frage soll ich mich an die befördernden Verkehrsunternehmen wenden.

Deshalb wende ich mich mit meinem Anliegen hier nochmals an die Deutsche Bahn:

Es handelt sich bei meinem Roller um folgendes Modell:
https://www.sportega.de/tretroller-kickbike-sport-g4.htm

Muss ich für meinen Roller in der Zeit zwischen 6 und 9 Uhr eine Fahrradkarte lösen oder ist die Mitnahme kostenfrei?

Mit freundlichen Grüßen,
Marcus

kabo
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Naja, einen Roller mit 28-Zoll-Rad als kostenloses Kinderspielzeug zu befördern ist "ambitioniert".
In die Gepäckablage passt er ja definitiv nicht.

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Die Straßenverkehrsordnung findet in unseren Beförderungsbedingungen keine Anwendung. Ich werde mich dazu erkundigen, wie es sich mit diesem fahrradähnlichen Roller verhält und wie dieser einzuordnen ist. /ch

DB
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Guten Morgen in die Runde. Es sieht wie folgt aus: Da die gewünschte Strecke unter den KVV-Tarif fällt, wissen wir, dass die Mitnahme von Fahrrädern in dessen § 17 geregelt ist. Gleich ist in beiden Tarifen (DB sowie KVV), dass eben nur die Fahrradmitnahme tariflich definiert ist. Bei dem Fahrzeug vom Themenstarter handelt es sich nicht um ein Fahrrad, sondern um eine besondere Form eines Tretrollers. Qua Definition können solche Fahrzeuge also weder im DB-Tarif, noch im KVV-Tarif mitgenommen werden.

Eine gesteigerte Nachfrage nach der Mitnahme solcher Fahrzeuge können wir bisher nicht verzeichnen. Sollte sich dies ändern, wäre z. B. eine entsprechende Ergänzung der Aufzählung im letzten Satz der Nr. A.8.2 Beförderungsbedingungen für den Personenverkehr denkbar. Momentan sehen wir hierfür jedoch keinen Bedarf. Viele Grüße aus Berlin /ch

kabo
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D.h. die Mitnahme eines so großen Tretrollers ist in Zügen in der Region des Fragestellers also gar nicht erlaubt - weder kostenfrei noch kostenpflichtig. (!?)

Dass die DB angeblich keine erhöhte Nachfrage verzeichnet, ist interessant. Denn in Niedersachsen hat es eine Regelung zu großen Tretrollen in die Bedingungen des Niedersachsentarifs geschafft. In Nr. 10.2 heißt es dort "Für die Mitnahme eines Tretrollers, der die Größe eines Fahrrads erreicht (bspw. Nordic Scooter), gelten alle Bedingungen der Fahrradmitnahme." Also Mitnahme möglich, aber kostenpflichtig. Diese Regelung wäre bestimmt nicht getroffen worden, wenn es keine Nachfrage gäbe. Aber niedersächsische Regelungen nutzen dem Fragesteller in Karlsruhe ja nichts.

Die im Ausgangsbeitrag verlinkten anderen Antworten, in denen die kostenlose Mitnahme bestätigt wurde, beziehen sich auf Tretroller, die wesentlich kleiner sind.

DB
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Hallo kabo. Es geht hierbei um eine Strecke, die innerhalb des KVV liegt und hat keinen Einfluss, was in anderen Verbundgebieten (z. B. SH-Tarif, VBB oder VVW) für Beförderungsbedingungen/Regelungen zählen. In diesem konkreten Fall kann kein Tretroller mitgenommen werden. Weder kostenfrei noch kostenpflichtig. Richtig, die Bestätigung bezieht sich auf kleinere Tretroller, die man zum Beispiel zusammenklappen und teilweise um den Körper tragen kann. /ch

MarcusN
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Hmm, der Roller aus dem zweiten verlinkten Beitrag ist ein Yeedoo Friday. Er hat zwar ein kleineres Vorderrad, von den Abmessungen her gesehen ist er aber in der Höhe identisch mit meinem und in der Länge lediglich 31cm kürzer. Zusammenklappbar ist er nicht und bei der Größe bezweifle ich, dass man ihn um den Körper tragen kann:

https://www.yedoo.eu/de/produkt/friday-7tQxLn.aspx

Mich wundert schon, dass 31cm Längenunterschied und ein kleineres Vorderrad so ausschlaggebend sind, dass dieser Roller gegenüber dem Fahrrad sogar kostenfrei ist, bei meinem jedoch die Mitnahme komplett verweigert wird, obwohl er keineswegs größer als ein Fahrrad ist ...

Ich habe überhaupt kein Problem damit, in der Rush-Hour eine Fahrradkarte für meinen Roller zu lösen, er braucht schliesslich genauso viel Platz wie ein Fahrrad und wenn man nicht genau hinschaut, wird man gar nicht merken, dass es keines ist. Aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass man mir die Mitnahme komplett verweigert. Ich halte das für unangemessen. Außerdem widerspricht es den Tarifbestimmungen des BWegt-Tarifs, der hier von kabo in der ersten Antwort erwähnt wurde. Dort steht in Ziffer 10:

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(1) Die Mitnahme von Fahrrädern sowie Laufrädern richtet sich nach den Beförderungsbedingungen des jeweils befördernden Verkehrsunternehmens. Soweit diese zur Mitnahme von Fahrrädern sowie Laufrädern nichts regeln, gelten die folgenden Bedingungen.
(4) ... Bei ausreichenden Platzverhältnissen werden auch Tandems, Fahrradanhänger und Fahrradsonderkonstruktionen (z.B. Liegeräder, Dreiräder) zu den gleichen Bedingungen wie Fahrräder befördert ...
(5) Für die Beförderung eines Fahrrades montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr ... hat der Fahrgast vor Fahrtantritt eine Fahrradkarte nach jeweils geltenden Tarifbedingungen zu lösen. ...
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Da der KVV und die DB nur die Mitnahme von Fahrrädern regelt, heißt das für mich, dass für die Mitnahme von Laufrädern und Fahrradsonderkonstruktionen die dortigen Bedingungen gelten. Ich gehe davon aus, dass mein Roller in ein der beiden Kategorien fällt und werde zukünftig zwischen 6 und 9 Uhr dafür eine Fahrradkarte lösen, so wie ich es in den vergangenen 16 Jahren als Stammkunde mit meinem richtigen Fahrrad auch gemacht habe.

Unabhängig davon wird es hoffentlich auch im Interesse des KVV und der DB sein, im Sinne des Kundenservice hier mit gesundem Menschenverstand vorzugehen, auch wenn der Fachbegriff des Vehikels, das der Kunde mitführt, so in den eignene Tarifbestimmungen nicht zu finden ist. Der in meinem Ausgangsbeitrag erwähnte Zugbegleiter hat das jedenfalls genauso gesehen, als er bzgl. meines Rollers zu mir gesagt hat: "Für mich ist das ein Fahrrad".

Ein abschließendes positives Statement der DB würde mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Marcus

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Hallo Marcus, die Mitnahme ist weder kostenfrei noch kostenpflichtig möglich. Unsere Beförderungsbedingungen sowie die des KVV kennen per Defintion ein Fahrrad als solches an, wie es in unseren Beförderungsbedingungen beschrieben wird ([…]„zweirädrige, einsitzige, nicht- oder elektrohilfsmotorisierte“ Fahrräder […]). Ein Tretroller wird hier nicht definiert. Sie werden hier keine Freigabe für Ihren Tretroller erfahren. Es wird Ihnen auch niemand garantieren, wie das nachfolgende Zugpersonal bei der Fahrkartenkontrolle reagiert. Ich kann mich an dieser Stelle nur erneut wiederholen: Es gelten unsere Beförderungsbedingungen sowie die des KVV. /ch