Frage beantwortet

teurere Alternativstrecke im VRR

Bei einer plötzlichen Streckensperrung wurde am Bahnsteig per Durchsage für ein bestimmtes Fahrziel auf einen anderen Zug auf anderer Streckenführung verwiesen. Dieser Zug verkehrte 5 Minuten später, es erfolgte aber kein Hinweis, ob man sich für diese Alternative ein reguläres Ticket mit höherer Preisstufe besorgen muss oder ob man nun ausnahmsweise mit der Preisstufe des direkten (gesperrten
Weges fahren darf. Da ich ja sonst Schwarzfahrer gewesen wäre, holte ich mir diese Information. Ich brauchte dafür 15 Minuten, erst die 4 Person an der Information konnte dazu überhaupt was sagen. Da war der Zug natürlich weg. Der nächste fuhr über eine Stunde später...
Welcher rechtssichere Weg ist in so einem Fall für den Fahrgast vorgesehen, der es ermöglicht diese kurzfristige Alternative zu nutzen? Warum wird man vom Personal der DB so im Stich gelassen?

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte
Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt
Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Sorry, das war wohl der falsche Textbaustein auf die hier eben NICHT Standard-Frage, ob man mit einer Nahverkehrsfahrkarte einen IC nehmen darf, sondern ob man auch mit einer Nahverkehrsfahrkarte einen normalerweise teureren Umweg fahren darf!

Ja, m.E. darf man das:

https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

"Wenn es abzusehen ist, dass Sie mit mindestens 20 Minuten Verspätung an dem auf Ihrer Fahrkarte aufgedruckten Zielort ankommen, können Sie:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen.

Wenn Sie eine Fahrkarte des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn) besitzen, aber einen einen höherwertigen Zug (z.B. Züge des Fernverkehrs, also IC/EC, ICE) nutzen möchten, dann müssen Sie zunächst die zusätzlich erforderliche Fahrkarte beziehungsweise den Aufpreis bezahlen. Anschließend können Sie die Kosten über das Fahrgastrechte-Formular zurückfordern.

Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets)."

Also:

1. Man darf Umwege fahren, OHNE eine neue Karte zu kaufen - Ausnahme z.B. Länder-Tickets: Man darf z.B. nicht mit einem Rheinland-Pfalz-Ticket bis Bonn-Beuel statt Bonn Hbf fahren. Das gilt aber nur für den EISENBAHN-Verkehr: Wer also z.B. von Duisburg nach Düsseldorf-Lörick will, darf zwar bei einer Unterbrechung zwischen Duisburg und Düsseldorf MIT DEM ZUG über Krefeld und Neuss nach Düsseldorf fahren, aber nicht schon in Krefeld in die U76 oder in Neuss in die U75 umsteigen. Ab Duisburg die U79 geht natürlich auch, da das ja im normalen Geltungsbereich liegt.

2. Es dürfen auch höherwertige Züge genutzt werden, mit IC-Karte formlos, mit Nahverkehrskarte Neue Karte oder Produktübergang kaufen und erstatten lassen (das war hier aber gar nicht gefragt)

Das ist m.E. sogar WENIGER als nach EU-Verordnung normal zu erwarten, dort steht nämlich:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=C...

"Artikel 16Erstattung oder Weiterreise mit geänderterStreckenführungMuss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass beiAnkunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätungmehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unver-züglich die Wahl zwischen
...
b) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe-dingungen bis zum Zielort bei nächster Gelegenheit; oderc) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe-dingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nachWahl des Fahrgasts.3.12.2007DEAmtsblatt der Europäischen UnionL 315/19

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (0)

Ja (1)

100%

100% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Grundsätzlich darf man nach den Fahrgastrechten bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof seiner Fahrkarte auch eine andere Verbindung/Strecke nutzen. Die Frage ist hier aber dann, ob man dies mit seiner bereits gekauften und entwerteten Fahrkarte einer niedrigeren Preisstufe darf oder ob man sich erst eine Fahrkarte der höheren Preisstufe kaufen muss, die man sich dann im Nachhinein über das Fahrgastrechte-Formular erstatten lassen kann.

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte

@Signal Das ist mir bekannt. Die Frage ist, warum man auf einen 5 Min. später fahrenden Zug verweist und den Kunden mit dieser Frage im Stich lässt. In den 5 Minuten kann man sich nicht informieren (Schlange am Schalter und Unfähigkeit des Personals) oder eine neue Fahrkarte kaufen. Was also tun?

Hallo Thorbena, wie es schon Signal richtig sagte, hat man ab einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof die Möglichkeit, auch eine andere Verbindung zum Ziel zu nutzen. Sollten Sie zum Beispiel ein Ticket für einen IC gekauft haben, dürfen Sie dann auch einen ICE nehmen. Bei einem Flexpreis im Nahverkehr kann auch ein IC oder ICE genutzt werden, aber man muss erst einmal in Vorkasse treten und ein Ticket erwerben. Dieses Ticket wird dann über das Servicecenter Fahrgastrechte erstattet. /no

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Sorry, das war wohl der falsche Textbaustein auf die hier eben NICHT Standard-Frage, ob man mit einer Nahverkehrsfahrkarte einen IC nehmen darf, sondern ob man auch mit einer Nahverkehrsfahrkarte einen normalerweise teureren Umweg fahren darf!

Ja, m.E. darf man das:

https://www.bahn.de/p/view/service/auskunft/fahrgastrecht...

"Wenn es abzusehen ist, dass Sie mit mindestens 20 Minuten Verspätung an dem auf Ihrer Fahrkarte aufgedruckten Zielort ankommen, können Sie:

bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
einen anderen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen.

Wenn Sie eine Fahrkarte des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn) besitzen, aber einen einen höherwertigen Zug (z.B. Züge des Fernverkehrs, also IC/EC, ICE) nutzen möchten, dann müssen Sie zunächst die zusätzlich erforderliche Fahrkarte beziehungsweise den Aufpreis bezahlen. Anschließend können Sie die Kosten über das Fahrgastrechte-Formular zurückfordern.

Diese Regelung gilt nicht bei stark ermäßigten Fahrkarten (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets)."

Also:

1. Man darf Umwege fahren, OHNE eine neue Karte zu kaufen - Ausnahme z.B. Länder-Tickets: Man darf z.B. nicht mit einem Rheinland-Pfalz-Ticket bis Bonn-Beuel statt Bonn Hbf fahren. Das gilt aber nur für den EISENBAHN-Verkehr: Wer also z.B. von Duisburg nach Düsseldorf-Lörick will, darf zwar bei einer Unterbrechung zwischen Duisburg und Düsseldorf MIT DEM ZUG über Krefeld und Neuss nach Düsseldorf fahren, aber nicht schon in Krefeld in die U76 oder in Neuss in die U75 umsteigen. Ab Duisburg die U79 geht natürlich auch, da das ja im normalen Geltungsbereich liegt.

2. Es dürfen auch höherwertige Züge genutzt werden, mit IC-Karte formlos, mit Nahverkehrskarte Neue Karte oder Produktübergang kaufen und erstatten lassen (das war hier aber gar nicht gefragt)

Das ist m.E. sogar WENIGER als nach EU-Verordnung normal zu erwarten, dort steht nämlich:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=C...

"Artikel 16Erstattung oder Weiterreise mit geänderterStreckenführungMuss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass beiAnkunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätungmehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unver-züglich die Wahl zwischen
...
b) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe-dingungen bis zum Zielort bei nächster Gelegenheit; oderc) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänder-ter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbe-dingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nachWahl des Fahrgasts.3.12.2007DEAmtsblatt der Europäischen UnionL 315/19

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte

@DB Gut, anscheinend braucht man die teurere Preisstufe und bekommt diese später erstattet. Aber NOCHMAL: Wie ist der Widerspruch zu erklären, dass ich auf einen Zug verwiesen werde, der 5 Minuten nach dieser Durchsage abfährt und somit keine Zeit bleibt eine anscheinen benötigte Fahrkarte dafür zu kaufen? In diesen 5 Minuten müssen ja nicht nur ca. 40 Fahrgäste das Gleis wechseln, sondern alle auf einmal eine Fahrkahrte kaufen. Diese Kapazitäten gibt es nicht mal an den größeren Bahnhöfen! Das müssen erklären

Hallo Thorbena,
warum vor Ort auf einen bestimmten Zug verwiesen wurde, kann ich nicht mehr nachvollziehen, sorry.
Wenn Sie nur im Verkehrsverbund VRR reisen, dann kann es sein, dass Sie keine neue Fahrkarte benötigen. Darüber erhalten Sie aber Informationen direkt beim VRR.
Die NRW Mobilitätsgarantie ist meist günstiger für Reisende im Nahverkehr in NRW. In einigen Unternehmen im VRR gibt es sogar noch weitergehende Pünktlichkeitsversprechen. Alle Infos erhalten Sie unter folgendem Link: https://www.vrr.de/de/service/erstattungsregelungen /si

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte

@DB warum gibt es niemanden im ganzen Kölner Hauptbahnhof, der in diesem auch nur ansatzweise kompetent weiterhelfen kann oder möchte?

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte

@DB die Mobilitätsgarantie sagt was von Max. 50 € für ein Taxi. Das geht ja gar nicht auf, wenn das Taxi 75€ kosten würde!

Thorbena
Thorbena

Thorbena

Ebene
1
426 / 750
Punkte

Fazit: Immerhin 2 Antworten von DB hier, wobei man sich hinter den allgemeinen Regularien zurückzieht. Wie das in der Praxis dann ausschauen soll in bestimmten Fällen, will man leider nicht sagen. Schade

Dies ist eine Community, in der vornehmlich Kundenanfragen von anderen Kunden bzw. Usern beantwortet werden. Wir springen hier nur ein, wenn es Ergänzungen gibt oder es gar keine bzw. falsche Antworten gibt.
Teile Ihrer Frage beziehen sich auf eine konkrete Situation, die Sie erlebt haben, bei der keiner anwesend war. Die allgemeinen Regeln und Hinweise zum Thema Fahrgastrechte haben Sie hier erhalten. Sollten Sie eine Beschwerde haben, ist diese bitte beim Kundendialog zu platzieren. /si

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Dass man in Köln keine Auskunft zu VRR-Tickets geben konnte, dürfte ganz einfach daran liegen, dass Köln nicht zum VRR-Gebiet gehört.