Frage beantwortet

Warum erhalte ich keine Entschädigung?

Am 10.12.2018 fand bundesweit ein Streik statt. Ursprünglich wollte ich um 6:16 mit dem Zug von Leipzig HBF nach Hamburg HBF (geplante Ankunftszeit 9:28) fahren. Aufgrund des Streiks fiel dieser aber aus. Nachdem ich bis 7:30 am Bahnhof gewartet habe, ob nicht doch noch etwas fährt, bin ich nach Hause und habe die Fahrt alternativ mit dem privaten PKW angetreten. Ich möchte darauf hinweisen, dass es a) am Bahnhof keinerlei Informationen gab (weder seitens des Bahnpersonals noch per Lautsprecher) und mir b) laut DB Navigator sämtliche Folgezüge als Ausfall angezeigt wurden.
Aufgrund dieser Geschehnisse habe ich ein Fahrgastrechteformular ausgefüllt und eingereicht. Daraufhin habe ich 10€ erstattet bekommen, so wie es für BahnCard 100 Besitzer vorgesehen ist. Als ich mich dann beim Servicecenter für Fahrgastrechte erkundigte, wieso ich nicht für die PKW Fahrt entschädigt werde (ich habe dies händisch auf dem Formular, so wie es mir der Bahnmitarbeiter empfohlen hat, vermerkt) hieß es, dies wurde offensichtlich nicht beachtet und sie reiche das noch einmal ein. Damit habe ich meinen 1. Widerspruch (der eigentlich kein klassischer Widerspruch ist, geltend gemacht). Nun wurde die ganze Angelegenheit noch einmal geprüft und der Antrag wurde mit folgender Begründung abgelehnt: die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag wäre möglich/zumutbar gewesen. Laut Definition der Bahn bedeutet zumutbar innerhalb der nächsten 2-3 Stunden. Nun habe ich mich im Reisezentrum der Bahn erkundigt, wann es angeblich eine Alternative bzw Fahrt am selben Tag gegeben hätte und es ist der 7:16 Zug mit 170 Minuten Verspätung gefahren. Die Dame im Reisezentrum war so nett und hat mir den Fahrtverlauf des Zuges ausgedruckt und darauf ist zu erkennen, dass dieser Zug um 13:14 in Hamburg HBF angekommen ist. Da ich wie bereits erwähnt ursprünglich um 9:28 in Hamburg ankommen wollte, liegt hier eine Verspätung von über 3 Stunden vor und dies ist nicht mehr im Rahmen des zumutbaren. Die Dame im Reisezentrum hat mir übrigens Recht gegeben und ist ebenfalls der Meinung gewesen, dass eine Entschädigung der Nutzung des privaten PKWs erfolgen müsste. Ich weise auch noch einmal darauf hin, dass an diesem Tag die Bahn bundesweit streikte. Der Bahnhof war voller Menschen und eine Kontaktaufnahme mit den Mitarbeitern der Bahn war unmöglich.

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Sie wollten einen Zug nutzen, der streikbedingt ausfiel. Daraufhin haben Sie sich entschlossen, die (Bahn)Reise nicht anzutreten und sind nach Hause.

Das ist der Teil der Geschichte, der für die Erstattung maßgebend ist. Was Sie dann alles gemacht haben ist Ihre Privatsache. Hier ist der Ticketpreis zu erstatten. Da Sie eine BC 100 haben, gibt es stattdessen eine Pauschale. So sind die Regeln.

Ihren Ärger über die Auswirkungen des Streiks kann ich gut verstehen. Genau wie die Dame im Reisezentrum auch.
„Die Dame im Reisezentrum hat mir übrigens Recht gegeben und ist ebenfalls der Meinung gewesen, dass eine Entschädigung der Nutzung des privaten PKWs erfolgen müsste.“ Diese Auskunft ist leider falsch.

Ihre Ansprüche als Fahrgast sind abgegolten. Die Sache können Sie als „erledigt“ betrachten.

Die einzige Möglichkeit ist noch, sich an den Kundendialog zu wenden ob da aus Kulanz ein kleines „Trostpflaster“ für Sie möglich ist. Hoffen Sie aber nicht zu sehr darauf.

Hier das Kontaktformular:
https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm...

Andere Kontaktmöglichkeiten

DB Fernverkehr AG
Kundendialog
Postfach 10 06 13
96058 Bamberg
Tel.: 01806 996633 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)
Mail: kundendialog@bahn.de

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kabo
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Nach den Fahrgastrechten besteht ein Anspruch auf Weiterbeförderung mit einem alternativen Verkehrsmittel nur, wenn das Ziel vor 24 Uhr gar nicht mehr erreicht worden wäre. Das scheint ja nicht der Fall gewesen zu sein.

Wenn Sie damit argumentieren, dass eine Kontaktaufnahme mit der DB nicht möglichgewesen war und Sie deshalb nicht wissen konnten, dass es vor 24 Uhr noch eine Fahrtmöglichkeit gegeben hätte, würde eventuell ein Anspruch auf Erstattung einer Weiterbeförderung mit Alternativ-verkehrsmittel bestehen - die ist aber auf 80€ beschränkt.

Der Knackpunkt ist aber das Wort "Weiterbeförderung", was impliziert, dass die Fahrt überhaupt angetreten wurde. Die Regelung mit der Erstattung von Kosten für alterntive Verkehrsmittel ist nämlich dafür gedacht, wenn Reisende während der Reise auf einem Unterwegsbahnhof wegen Verspätung / Anschlussverlust / Zugausfall "stranden" und mit der Bahn nicht mehr weiter kommen. Die Tatsache, dass Sie am Start-Ort gar nicht erst losgefahren sind (also keine "Weiterbeförderung" oder "Fortsetzung der Reise" vorliegt) kann problematisch sein.

Sie wollten einen Zug nutzen, der streikbedingt ausfiel. Daraufhin haben Sie sich entschlossen, die (Bahn)Reise nicht anzutreten und sind nach Hause.

Das ist der Teil der Geschichte, der für die Erstattung maßgebend ist. Was Sie dann alles gemacht haben ist Ihre Privatsache. Hier ist der Ticketpreis zu erstatten. Da Sie eine BC 100 haben, gibt es stattdessen eine Pauschale. So sind die Regeln.

Ihren Ärger über die Auswirkungen des Streiks kann ich gut verstehen. Genau wie die Dame im Reisezentrum auch.
„Die Dame im Reisezentrum hat mir übrigens Recht gegeben und ist ebenfalls der Meinung gewesen, dass eine Entschädigung der Nutzung des privaten PKWs erfolgen müsste.“ Diese Auskunft ist leider falsch.

Ihre Ansprüche als Fahrgast sind abgegolten. Die Sache können Sie als „erledigt“ betrachten.

Die einzige Möglichkeit ist noch, sich an den Kundendialog zu wenden ob da aus Kulanz ein kleines „Trostpflaster“ für Sie möglich ist. Hoffen Sie aber nicht zu sehr darauf.

Hier das Kontaktformular:
https://www.bahn.de/p/view/home/kontakt/kundendialog.shtm...

Andere Kontaktmöglichkeiten

DB Fernverkehr AG
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Postfach 10 06 13
96058 Bamberg
Tel.: 01806 996633 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)
Mail: kundendialog@bahn.de

Und wieso haben dann meine Berliner Pendlerkollegen, die ebenfalls auf das private Auto umgestiegen sind, eine Entschädigung von 30 Cent pro Kilometer erhalten? Wir befanden uns in der exakt gleichen Situation, standen gemeinsam am Bahnhof und haben gemeinsam die Entscheidung getroffen, auf den privaten PKW zu wechseln. Dass wir nicht gemeinsam in einem Auto gefahren sind lag daran, dass ich an diesem Tag nach Hamburg zu einem Kundentermin musste. Die Strecke Leipzig - Hamburg führt allerdings über Berlin. Wenn es also für mich eine Alternative gab, wieso nicht auch für andere. In dem Fall dürfte keiner der Betroffenen an diesem Tag eine Rückerstattung erhalten.

Ihre Berliner Pendlerkollegen haben ebensowenig Anspruch auf eine Erstattung gehabt, wie Sie. Hier ist das aber wohl kulanter gehandhabt worden.

Wenden Sie sich, wie ich es Ihnen geraten habe, an den Kundendialog. Schreiben Sie dazu, dass Sie nicht verstehen, dass Ihre Berliner Kollegen eine Entschädigung erhalten haben und Sie nicht. Vielleicht fördert das die Bereitschaft auf Kulanz etwas.

Bedenken Sie aber, dass Sie keinerlei Anspruch auf eine Leistung haben. Es kann Kulanz gewährt werden. Weiterhin ist die Strecke Berlin->Hamburg kürzer als Leipzig->Hamburg. Es sind weniger Kilometer, damit auch weniger Kilometergeld. Bei geringeren Summen fällt es leichter, sich kulant zu zeigen.

DB
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Danke für die Ergänzung, Joeopitz! /ju