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Eine eisige Winternacht am menschenleeren Bahnhof wegen DB Verspätung - für DB Service Mitarbeiter nicht sein Problem

Regelmäßig – durchschnittlich zweimal im Monat – reise ich von Schwaz in Tirol nach Saarbrücken. Seit ca. einem Jahr nutze ich dafür hauptsächlich und regelmäßig die Bahn und habe deshalb die BahnCard 50 2. Klasse erworben.

Leider kommt es – gerade bei der deutschen Bahn – fast regelmäßig zu Ausfällen und Verspätungen. Diese konnten bisher immer einigermaßen gelöst werden. Leider kann ich das für meine Fahrt von Saarbrücken nach Schwaz vom 03.02.2019 nicht bestätigen.

Der ICE 611, welchen ich von Mannheim nach München Hauptbahnhof nutzte, hatte aufgrund einer Weichenstörung so viel Verspätung, dass in München klar war, dass ich nicht mehr nach Hause kommen würde, da die letzte mögliche Verbindung nicht mehr erreicht werden konnte. Planmäßig wäre dieser um 20:28 Uhr angekommen.

Ich habe mich daher in München bei der Information angestellt, um – wie auch schon in der Vergangenheit in solchen Fällen – einen Übernachtungsgutschein abzuholen. Die nächste Verbindung wäre erst am nächsten Morgen gewesen.

Wie erwähnt wurde eine solche Situation in der Vergangenheit mit einer Übernachtung in München gelöst. Das stets, obwohl das Ticket der DB nur bis Kufstein gelöst wurde, da ich für den österreichischen Streckenteil eine Jahreskarte besitze. Genau mit dieser Argumentation wurde mir jedoch bei der Fahrt am 03.02.2019 eine Übernachtung verwehrt.
Der äußerst unfreundliche Mitarbeiter hat mir - nach Schilderung meiner Situation - den nächsten Anschluss nach Kufstein überreicht. Dass von dort kein Weiterkommen mehr möglich war, das sei nicht sein Problem.

Die Entfernung von Kufstein nach Schwaz beträgt ca. 50 Kilometer.

Damit war das Angebot der DB, die Nacht in Kufstein am Bahnhof zu verbringen oder auf eigene Kosten eine 50 Kilometer Taxifahrt anzutreten.

Der Schalter am Bahnhof Kufstein ist nur bis 19:30 Uhr besetzt und es herrschten Minusgrade und starker Schneefall.
Meine Fahrkarte habe ich über die DB Naviagator App gelöst und damit sollte – anhand der hinterlegten Daten nachvollziehbar sein – dass mein Reiseziel nicht Kufstein sondern meine Heimatadresse in Schwaz in Tirol ist.

Es ergeben sich für mich folgende Fragen:

=> Nachdem ich in der Vergangenheit in genau dem selben Fall in München übernachten „durfte“ – was mit einem pünktliche Heimkommen nicht vergleichbar ist – scheint die Interpretation der Fahrgastrechte bei der DB eine sehr Willkürliche zu sein. Wovon hängt die Entscheidung der DB Mitarbeiter also ab? Mache ich mich als Fahrgast von den Launen der jeweils diensthabenden Mitarbeiter abhängig?

=> Oder besteht die DB tatsächlich darauf, dass Fahrkarten auch für Strecken erworben werden, für welche es bereits bezahlte Tickets eines anderen Eisenbahnunternehmens gibt und will mich mit diesem Verhalten zu diesem (Doppel-)erwerb zwingen um ein paar zusätzliche Euros an Umsatz zu generieren?

Undenkbar, wenn ich - wie ursprünglich geplant - meinen dreijährigen Sohn mit auf diese Reise genommen hätte??!!

WST74
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Joeopitz
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Hallo WST74,

ihre Jahreskarte in Österreich und die Fahrkarte der Bahn sind zwei getrennte Beförderungsverträge. Ansprüche aus den Fahrgastrechten gelten jeweils für einen Beförderungsvertrag (gebuchte Fahrkarte). Wenn Sie eine Fahrkarte nach Kufstein kaufen, ist die DB nur für die Beförderung bis Kufstein verantwortlich. Die Weiterbeförderung ab Kufstein liegt in Ihrer Verantwortung. Wenn Sie geplant hatten einen Zug mit Ihrer Jahreskarte zu benutzen, ist es Ihr Risiko ob Sie einen Anschluss bekommen oder nicht. Es besteht weder Anspruch auf eine Übernachtung noch auf ein Taxi. Bei einer durchgehenden Fahrkarte wäre der Fall anders.

"Wovon hängt die Entscheidung der DB Mitarbeiter also ab? Mache ich mich als Fahrgast von den Launen der jeweils diensthabenden Mitarbeiter abhängig?"
-> Das Sie keinen Anspruch auf eine Übernachtung haben, liegt nicht am DB Mitarbeiter sondern ist europäisches Recht, geregelt in der europäischen Verordnung (EG) 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr.

Sie haben schlicht unheimliches Glück gehabt, wenn Sie in der Vergangenheit einen Übernachtungsgutschein bekommen haben. Da hat der Bahnmitarbeiter sehr kulant entschieden oder einfach einen Fehler gemacht.

Es sind nicht die paar Euro, die die Bahn mehr verdienen will. Aber eine durchgehende Fahrkarte sichert Ihnen bei Zugausfall oder Verspätung die Rechte auf der gesamten Strecke. So gesehen sind es gut 10 EUR (bei BC50 Flexpreis), die Sie weniger ausgeben aber dafür das Risiko eingehen im wahrsten Sinne des Wortes "auf der Strecke zu bleiben." Im Falle eines Falles muß man sich dann vom eingesparten Geld privat ein Hotelzimmer nehmen.

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Joeopitz
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Hallo WST74,

ihre Jahreskarte in Österreich und die Fahrkarte der Bahn sind zwei getrennte Beförderungsverträge. Ansprüche aus den Fahrgastrechten gelten jeweils für einen Beförderungsvertrag (gebuchte Fahrkarte). Wenn Sie eine Fahrkarte nach Kufstein kaufen, ist die DB nur für die Beförderung bis Kufstein verantwortlich. Die Weiterbeförderung ab Kufstein liegt in Ihrer Verantwortung. Wenn Sie geplant hatten einen Zug mit Ihrer Jahreskarte zu benutzen, ist es Ihr Risiko ob Sie einen Anschluss bekommen oder nicht. Es besteht weder Anspruch auf eine Übernachtung noch auf ein Taxi. Bei einer durchgehenden Fahrkarte wäre der Fall anders.

"Wovon hängt die Entscheidung der DB Mitarbeiter also ab? Mache ich mich als Fahrgast von den Launen der jeweils diensthabenden Mitarbeiter abhängig?"
-> Das Sie keinen Anspruch auf eine Übernachtung haben, liegt nicht am DB Mitarbeiter sondern ist europäisches Recht, geregelt in der europäischen Verordnung (EG) 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr.

Sie haben schlicht unheimliches Glück gehabt, wenn Sie in der Vergangenheit einen Übernachtungsgutschein bekommen haben. Da hat der Bahnmitarbeiter sehr kulant entschieden oder einfach einen Fehler gemacht.

Es sind nicht die paar Euro, die die Bahn mehr verdienen will. Aber eine durchgehende Fahrkarte sichert Ihnen bei Zugausfall oder Verspätung die Rechte auf der gesamten Strecke. So gesehen sind es gut 10 EUR (bei BC50 Flexpreis), die Sie weniger ausgeben aber dafür das Risiko eingehen im wahrsten Sinne des Wortes "auf der Strecke zu bleiben." Im Falle eines Falles muß man sich dann vom eingesparten Geld privat ein Hotelzimmer nehmen.

EinVielfahrer
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Hallo,

die DB macht bezüglich der Regeln nichts anderes als viele andere UNternehmen auch. Es gilt: Ein Fahrschein = ein Beförderungsvertrag und der wird erfüllt / oder entsprechend kompensiert.

Weiterhin gilt: Für eine Entschädigung muss immer soweit wie möglich in Richtung des Ziels gefahren werden

==>Sie nach Kufstein zu schicken war also völlig korrekt.
==> Alle anderen Entscheidungen waren bislang immer Kulanzentscheidungen der Bahn. - und Kulanz ist auch jetzt noch möglich, wenn Sie die zusätzlichen Kosten einreichen.

Um sicherzugehen keine Nächte auf dem Bahnhof verbringen zu müssen, sollten Sie allerdings das Ticket durchkaufen.

speeder
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Tipp: Wenn Sie das nächste mal buchen, prüfen Sie ob es bis Schwaz überhaupt teurer wäre. Oft untescheiden sich die Preise bei den langen Strecken nicht mehr, selbst wenn es ins Ausland geht. So habe ich für künftige Sonntage in Ihren Zeitlagen festgestellt, dass die Verbindungen nach Wörgl genauso teuer wie nach Kufstein sind, bis nach Schwaz zehn Euro mehr. So wäre die letzte Verbindung ab Kufstein nach Wörgl nicht erreicht worden und Sie hätten die Reiserechte in Anspruch nehmen können.

Leo
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Diese Lektion hat ja wohl gesessen:

Bei der DB stehen die heiligen Paragrafen im Mittelpunkt! Selber Murks abliefern – und dann den durch ihr Verschulden gestrandeten (Noch-)Kunden im Regen/Schnee stehenlassen!

„ihre Jahreskarte in Österreich und die Fahrkarte der Bahn sind zwei getrennte Beförderungsverträge. Ansprüche aus den Fahrgastrechten gelten jeweils für einen Beförderungsvertrag (gebuchte Fahrkarte). Wenn Sie eine Fahrkarte nach Kufstein kaufen, ist die DB nur für die Beförderung bis Kufstein verantwortlich. Die Weiterbeförderung ab Kufstein liegt in Ihrer Verantwortung. Wenn Sie geplant hatten einen Zug mit Ihrer Jahreskarte zu benutzen, ist es Ihr Risiko ob Sie einen Anschluss bekommen oder nicht. Es besteht weder Anspruch auf eine Übernachtung noch auf ein Taxi. Bei einer durchgehenden Fahrkarte wäre der Fall anders.
"Wovon hängt die Entscheidung der DB Mitarbeiter also ab? Mache ich mich als Fahrgast von den Launen der jeweils diensthabenden Mitarbeiter abhängig?"
-> Das Sie keinen Anspruch auf eine Übernachtung haben, liegt nicht am DB Mitarbeiter sondern ist europäisches Recht, geregelt in der europäischen Verordnung (EG) 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr.“

Diese Richtlinien geben nur das absolute MINIMUM vor! Kundenfreundliche Bahngesellschaften können davon GRUNDSÄTZLICH zum Vorteil des Kunden abweichen – wenn sie nur wollen! Und in vielen Punkten will und tut es z.B. die SNCF. Die DB will aber nicht …. Und wenn, dann eben nur aus Kulanz im Einzelfall.

Daher will Stückeln sehr gut überlegt sein; im Zweifelsfall dann doch besser das Auto nehmen…

Diese sture Haltung der Bahngesellschaften, die ja eigentlich laut EU-Richtlinien seit jeher möglichst Durchgangsfahrkarten verkaufen sollen, es aber immer weniger tun, hat nun die EU dazu bewogen, ihre Minimal-Anforderungen nachzubessern:

https://www.zugreiseblog.de/fahrgastrechte-gestueckelte-t...

Bis das in Kraft ist, wird sich die DB aber wohl weiterhin stur stellen.

Ein theoretisch eleganter Ausweg ist folgender:

Eine durchgehende Fahrkarte von Saarbrücken bis Schwaz kaufen mit ZWEI Ermäßigungskarten, nämlich Bahncard50 für Deutschland und Österreichcard für Österreich: Dann gibt es eine internationale Fahrkarte mit demselben Fahrpreis-Anteil bis Kufstein wie bei separater Buchung und 0€ zusätzlich ab Kufstein.
So ein Ticket kann bei der DB nur am Schalter gekauft werden, bei der ÖBB auch online, allerdings muss hierbei die Nummer der Österreichcard angegeben werden – und ein VVT-Jahresticket kann weder bei der ÖBB noch der DB am Schalter als Ermäßigungskarte angegeben werden.
Sollte es sich bei der Karte für Österreich nicht um eine Österreichcard, sondern ein VVT-Jahres-Ticket handeln, könnte man gemäß juristisch unbedarftem gesunden Menschenverstand die Fahrkarte ja eigentlich einfach trotzdem genau so wie oben „mit Österreichcard“ kaufen. Das würde ich mir aber lieber von der DB bestätigen lassen! (Für den deutschen Teil ist bei vorliegender Bahncard NUR die Bahncard maßgebend, also die Österreichcard vollkommen unerheblich. Ohne Bahncard kann man das aber so nicht buchen, da es dann mit der angeblichen Österreichcard ungerechfertigt 15% Ermäßigung in Deutschland geben würde!)

Angesichts einer ähnlichen Paragrafenreiterei bei Sparpreisen wäre ich mit VVT-Jahresticket aber extremst vorsichtig: Egal ob Bahncard25 oder 50, es gibt immer 25% Ermäßigung auf den Sparpreis; wer aber einen Sparpreis gebucht „mit Bahncard25“ hat und im Zug nur eine Bahncard 50 hat (oder umgekehrt 25 und gebucht „mitBahncard50“) ist nach DB-Paragrafenreiterei ein Reisender ohne gültigen Fahrausweis:

https://community.bahn.de/questions/1802836-sparticket-ba...

Trotzdem gibt die Österreichcard bei Vorliegen einer Bahncard keinerlei Ermäßigung bei der DB (bis Kufstein) und kann m.E, daher nicht von der DB verlangt werden – aber um mir obige Erfahrungen zu ersparen, würde ich hier eine offizielle Anfrage starten, um mich darauf im Streitfall berufen zu können!

„Tipp: Wenn Sie das nächste mal buchen, prüfen Sie ob es bis Schwaz überhaupt teurer wäre. Oft untescheiden sich die Preise bei den langen Strecken nicht mehr, selbst wenn es ins Ausland geht. So habe ich für künftige Sonntage in Ihren Zeitlagen festgestellt, dass die Verbindungen nach Wörgl genauso teuer wie nach Kufstein sind, bis nach Schwaz zehn Euro mehr. So wäre die letzte Verbindung ab Kufstein nach Wörgl nicht erreicht worden und Sie hätten die Reiserechte in Anspruch nehmen können.“

Beim Flexpreis mit Bahncard50 gelten sonntags ab Saarbrücken folgende Preise: Kufstein, 59,50€, Langkampfen und Kirchbichl 63,55€, Wörgl 64,40€ und Schwaz 70,20€. Der letzte Zug von Kufstein nach Schwaz hält zwar auch in Langkampfen und Kirchbichl; aber es zu diesen beiden Orten gibt leider oft noch eine recht unsichere Verbindung bis Jenbach und dann wieder zurück: Besonders pingelige DB-Mitarbeiter in München werden dann bestimmt auch darauf verweisen… Dass es dann trotzdem keinen Zug mehr nach Schwaz gibt, dürfte dann auch wieder egal sein...

„Weiterhin gilt: Für eine Entschädigung muss immer soweit wie möglich in Richtung des Ziels gefahren werden
==>Sie nach Kufstein zu schicken war also völlig korrekt.“

Rein juristisch vollkommen korrekt: Man muss weiterfahren bis zur Erschöpfung, und dann mitten in der Nacht an einem (gegenüber München wesentlich) kleineren Ort verzweifelt versuchen, auf eigene Faust ein noch freies Zimmer zu finden!?

Der letzte Zug mit unsicherem Anschluss aus Richtung München von Kufstein nach Innsbruck ist ein Railjet, der zwar nicht in Schwaz hält, aber immerhin in Jenbach, wo sich ein Taxi auftreiben läßt. Aber wenn der eh nicht mehr erreicht werden kann , ist es m.E. eine Unverschämtheit, den Kunden zu schikanieren und bis Kufstein weiterzuschicken.

Catniss
Catniss

Catniss

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Kenn ich das freundliche weglaufen: Nicht mein Problem wen Sie heimlaufen müssen oder ich bin nicht zuständig oder wir sind ein großes Unternehmen da können wir nichts machen.

Wen du an einem Minibahnhof landest wo es keine Pensionen gibt bleibt nur die Bank im Wartehäuschen , die DB agumentiert da immer mit der letzten Verbindung. Nachts sind das oft ein paar h Wartezeit.

Das nennt man dann Beförderungsauftrag. (Im Regionalverkehr nicht beinhaltend Wartezeit von ein paar Stunden)