Frage beantwortet

Brief von Inkassounternehmen zur Zahlungsaufforderung

Hallo liebe Community,

Mitte dieses Monats erhielt meine Schwester einen Brief, von einem DB beauftragten Inkassounternehmen, mit der Aufforderung 130,41€ aufgrund eines fehlenden gültigen Fahrtickets vom 17.11.2018 zu zahlen
Am besagten Tag wurde meine Schwester in einem Zug vom Bonn Hbf nach Bonn-Mehlem von einem männlichen Fahrscheinkontrolleur kontrolliert. Diesem hat sie dann ihr Monatsticket für 34,90€ vorgelegt.Daraufhin hat er sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Nummer der Kundenkarte auf das Ticket geschrieben stehen muss, damit das Ticket gültig ist. Sie hat ihm erläutert, dass sie in diesem Monat das Fahrticket an einem Automaten gekauft habe und nicht bei einem Schalter der SWB, wie üblich, wo die Nummer der Kundenkarte maschinell direkt auf das Fahrticket geschrieben wird. Die Nummer wurde dann in Gegenwart des Kontrolleurs auf das Ticket geschrieben. Daraufhin fragte meine Schwester ihn mehrmals, ob sie nun eine Strafe bzw. ein Bußgeld erwartet. Die Antwort seinerseits war lediglich dass er das nicht weiß. Es wurde ihr zudem keinerlei Bescheid o.ä. ausgehändigt. Sie hat kein Dokument mit einer Zahlungsaufforderung durch ihn erhalten.

Nach Kontaktaufnahme zum Inkassounternehmen wurden bereits ca.70 € Zinsen, die völlig zu Unrecht dazuaddiert wurden sind, gestrichen. Bleibt nun also die "normale" Rechnung von 60€.
Meine Frage dazu lautet jedoch: ist es legitim, dass der Fahrscheinkontrolleur keinerlei schriftliche Rechnung an meine Schwester vor Ort ausgestellt hat? Sie hat nichts erhalten, und war dann völlig schockiert als sie den Brief erhalten hat. Sicherlich hat sie einen Fehler gemacht, indem sie ihre Kundennummer nicht auf das Ticket geschrieben hat. Trotzdem bleibt die Frage ob das so rechtens ist...

Bin über jede Rückmeldung dankbar.

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
kabo
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"Meine Frage dazu lautet jedoch: ist es legitim, dass der Fahrscheinkontrolleur keinerlei schriftliche Rechnung an meine Schwester vor Ort ausgestellt hat?"
-> Ja

Die Rechnung vor Ort ist nur wichtig, wenn es um Zinsen und Inkassokosten geht.
(Gibt es eine Rechnung vor Ort, die dann nicht rechtzeitig bezahlt wird, dürfen Zinsen und Inkassokosten zu recht verlangt werden. Gibt es dagegen keine Rechnung vor Ort, dann dürfen mit dem ersten Brief noch keine Zinsen und Inkassokosten verlangt werden.)

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Bertosch
Bertosch

Bertosch

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Warum sollte das nicht rechtens sein?

Ihre Schwester hatte offenbar keinen gultigen Fahrschein.

Damit ist das erhöhte Beförderungsentgeld in Höhe von 60€ gerecht fertig.

kabo
kabo

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"Meine Frage dazu lautet jedoch: ist es legitim, dass der Fahrscheinkontrolleur keinerlei schriftliche Rechnung an meine Schwester vor Ort ausgestellt hat?"
-> Ja

Die Rechnung vor Ort ist nur wichtig, wenn es um Zinsen und Inkassokosten geht.
(Gibt es eine Rechnung vor Ort, die dann nicht rechtzeitig bezahlt wird, dürfen Zinsen und Inkassokosten zu recht verlangt werden. Gibt es dagegen keine Rechnung vor Ort, dann dürfen mit dem ersten Brief noch keine Zinsen und Inkassokosten verlangt werden.)

Leo
Leo

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Die Forderung bestand zu Unrecht! Hier gelten die Tarifbestimmungen des VRS:

https://www.vrsinfo.de/fileadmin/Dateien/downloadcenter/V...

Beförderungsbedingungen
Stand:
01.01.2019
14
...
7.3
Ungültige Fahrausweise
(1)
Fahrausweise sind ungültig, wenn sie nicht den Vorschriften der Beförderungsbe-
dingungen oder der Tarifbestimmungen entsprechen bzw. entgegen den Vor-
schriften eingesetz
t werden.
(2)
Das gilt insbesondere auch für Fahrausweise, die
a)
nicht vorschriftsmäßig ausgefüllt sind und trotz Aufforderung des Personals
nicht unverzüglich ausgefüllt werden,"

Da die Nummer sofort eingetragen wurde, liegt KEIN ungültiger Fahrausweis vor!

Vielen Dank zunächst für die Rückmeldungen.

Der Hinweis von Leo ist in dieser Hinsicht wohl entscheidend. Denn das Ticket wurde im Beisein des Kontrolleurs korrekt ausgefüllt. Ich/Wir werden nun nochmals Rücksprache mit der deutschen Bahn halten und sie auf den Paragraphen aufmerksam machen.

Gruß