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Wer identifiziert den Fahrgast beim Komfort-Check-In?

Hallo zusammen! Ich habe vor einiger Zeit zum ersten Mal den Komfort-Check-In (KCI) genutzt. Hat bei mir auch wunderbar geklappt, alle Fahrgäste um mich herum wurden kontrolliert, an mir zog die Zugbegleiterin wortlos vorbei. So weit so gut. Ein Gedanke geht mir seitdem jedoch nicht mehr aus dem Kopf: Woher weiss die Dame denn, wer sich auf dem eingecheckten Platz befindet? Irgendjemand kann sich doch ein bahncard-rabattiertes Ticket kaufen, sich einchecken und mit 50% Rabatt unterwegs sein, obwohl er gar keine Bahncard besitzt. Bei der Buchung muss ich die Bahncard ja nur entsprechend auswählen. Wer kontrolliert, ob Herr Rosberg tatsächlich eine Bahncard besitzt??

Hafenstrasse
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Joeopitz
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Die halbe Antwort ist ganz einfach: Es gibt Stichprobenkontrollen.

Die zweite Hälfte der Antwort. Es geht nur bei Handytickets.

„Woher weiss die Dame denn, wer sich auf dem eingecheckten Platz befindet?“
-> Die Dame weiß es nicht, aber das CheckIn System kennt Reisenden und Ticket. Es gibt da eine eindeutige Kundenzuordnung. Es sollte dem System auffallen, das Kunde ohne BC mit einer Fahrkarte mit BC Rabatt nicht kompatibel sind und den Komfort Check in nicht ermöglichen. Ob es das macht weiß ich nicht, ich vermute es.

Das ist ja sicher auch der Grund warum KCI bei einem Ticket für mehrere Personen nur funktioniert, wenn die Mitreisenden kein Ticket mit BC Rabatt haben. Bei den Mitreisenden weiß das System nicht ob eine BahnCard vorhanden ist und verweigert den KCI dann bei Tickets mit BC Rabatt.

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Der zweiten Hälfte muss ich widersprechen: Ich buche meine Tickets immer über das Großkundenportal am PC und lade sie mir mit Auftragsnummer und Nachname auf mein privates Smartphone. Damit klappt der KCI ebenfalls, und das könnte auch jeder andere so machen, unabhängig vom Vorhandensein einer Bahncard.

Ich will Deine Antwort nicht torpedieren, aber mich als ehrlich zahlenden Kunden machen solche Schlupflöcher einfach sprachlos... (und ich definiere Stichproben als Schlupfloch!)

kabo
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Der KCI blockt aber auch, wenn man ein Ticket hat, was nicht zur im Navigator hinterlegten Bahncard passt. (Wenn man eine 2.Kl-Bahncard hat, das vorhandene 2.Kl-Ticket mit Bonuspunkten auf 1.Kl upgradet, dann geht der KCI nicht mehr. Es kommt sinngemäß die Fehlermeldung "Ihr Ticket ist nicht mit Ihrer Bahncard kompatibel".)
Der Navigator weiß ja nicht nur, welche Bahncard man bei der Buchung angegeben hat, sondern auch, welche Bahncard man tatsächlich hat. Und es findet offensichtlich ein Abgleich statt.
Demzufolge müsste der KCI blockiert sein, wenn man ein Ticket mit Bahncard-Rabatt hat, aber im Navigator keine eigene Bahncard gespeichert ist.

Joeopitz
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Schlupflöcher gibt es immer. Machen wir uns nicht vor.
Steigt man nicht am Startbahnhof in einen Zug reicht oft das Ignorieren der Frage: „Hier noch jemand zugestiegen?“ um nicht kontrolliert zu werden.

Hallo zusammen,

für Tickets mit BahnCard-Rabatt prüft unser System beim Check-in, ob Sie im Besitz der zugehörigen BahnCard sind. Checkt jemand mit einem Ticket mit BahnCard-Rabatt ein und im DB Navigator ist keine passende BahnCard hinterlegt, muss die BahnCard-Nummer manuell eingegeben werden.

Das System prüft, ob die Karte gültig ist und ob diese zu der von Ihnen verwendeten Fahrkarte passt:

  • Die Rabattstufe (BahnCard 25/50) und die Wagenklasse der BahnCard (BahnCard 1./2. Klasse) müssen bei der Buchung so angegeben werden, wie auf der BahnCard angegeben. So ist auch die Nutzung eines 2. Klasse-Tickets mit einer BahnCard 1. Klasse nur möglich, wenn bei der Buchung als Ermäßigungskarte eine „BahnCard 1. Klasse“ ausgewählt wurde
  • Fahrkarten mit BahnCard Business-Ermäßigung (BCB) können nur mit einer BahnCard Business genutzt werden.
  • Auch die Schreibweise des Namens einschließlich etwaiger Mittelnamen muss auf Fahrkarte und BahnCard identisch sein.
  • Wenn eine Jugend BahnCard genutzt und in der 1. Klasse gereist wird, steht der Komfort Check-in aus technischen Gründen nicht zur Verfügung.

Viele Grüße /ti

kabo
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Demnach wäre das hier "Irgendjemand kann sich doch ein bahncard-rabattiertes Ticket kaufen, sich einchecken und mit 50% Rabatt unterwegs sein, obwohl er gar keine Bahncard besitzt." also nicht möglich.

Hafenstrasse
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Erst mal vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen! Aber jetzt ist mein Interesse erst recht geweckt.

Gem. Antwort der Bahn kann ich also auf meinem Smartphone mit meiner hinterlegten BahnCard eine Fahrkarte buchen, meine Lebensgefährtin oder wer auch immer setzt sich auf den gebuchten Platz, ich checke sie ein, und sie fährt mit 50 % Rabatt, obwohl sie keine BahnCard besitzt. Aber: sie wird ja im Zug nicht mal angesprochen geschweige denn kontrolliert...

Ich fahre fast täglich Bahn, bin ich aber trotzdem zu dumm, dieses System zu verstehen?? Aus meiner Sicht gibt es durch den KCI immer noch ganz einfach die Möglichkeit, ohne BahnCard rabattiert unterwegs zu sein... :-O

Joeopitz
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Hallo Hafenstrasse,

es gibt Nutzer wie Sie, die sich Gedanken darüber machen, dass der KCI doch missbraucht werden könnte.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die partout nicht verstehen können, dass Sie im Zug kontrolliert werden, obwohl sie doch den KCI gemacht haben.

So ist das im Leben.

Schwarzfahrer gab es schon vor den KCI. Allerdings dürfte es nicht bei einer Fahrpreisnacherhebung bleiben, wenn man mit falschen Ticket beim KCI erwischt wird. Ein Strafverfahren wegen Leistungserschleichung dürfte da ganz schnell auf denjenigen zukommen.
Ob es das Wert ist?

Hafenstrasse
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Hallo Joeopitz!

Soso, „Nutzer wie ich“... bitte nicht provozieren, das entspricht nicht der Netiquette ;)

Die Bahn hat mit dem KCI für einen tollen Service gesorgt, der für normal bezahlende Fahrgäste (dazu gehöre ich auch) einen Komfortzuwachs bedeutet.

Was mich jedoch stört ist, dass damit dem Betrug durch Menschen mit krimineller Energie und Kenntnis des Check-In-Prozesses Tür und Tor geöffnet wird. Dieser Betrug verursacht wirtschaftlichen Schaden, den die Bahn schlicht ignoriert und auf die Preise umlegt, den die ehrlichen Kunden bezahlen dürfen. Und das wird geschehen, die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen und verteilt keine Geschenke!

Denken Sie mal darüber nach, bevor Sie mich von oben herab behandeln ;)

Hallo Hafenstrasse, wir finden es erfreulich, wenn Sie sich mit diesem Thema sehr eng auseinandersetzen, doch Sie unterstellen hier etwas, was nicht den Tatsachen entspricht. Ihre Sorgen sind absolut unbegründet. Es geht hier schlicht um den „Komfort“, nicht mehr die Fahrkarte im Fernzug vorzeigen zu müssen. Dies geschieht nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die die Kolleg*innen sich mehr um andere betriebliche Dinge im Zug kümmern können und mehr Zeit für Kundenfragen haben. /ch

Joeopitz
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Hallo Hafenstrasse,

„Soso, „Nutzer wie ich“... bitte nicht provozieren...“
-> Es tut mir leid, wenn Sie sich irgendwie provoziert gefühlt haben. Das war nich meine Absicht, ganz im Gegenteil.
Auch nach neuerlichen Lesen finde ich in meinen Post nichts Provokantes.

Es gibt Reisende, die sich beschweren dass sie trotz KCI kontrolliert werden. Siehe hier:
https://community.bahn.de/questions/1874830-muss-trotz-ko...
In diesem Post will der Fragesteller nicht begreifen, dass es auch Mißbrauchsmöglichkeiten des KCI gibt und deshalb auch zusätzliche Kontrollmechanismen eingebaut sind. (Wieso sollte ein anderer auf meinem Platz sitzen, ich habe doch beim KCI angegeben, dass ich hier sitze? Warum werde ich kontrolliert, ich habe doch eingecheckt.)

Als zahlender Bahnfahrer habe ich Interesse daran, das es möglichst verhindert wird die Bahn auszutricksen und schwarz zu fahren. Letztendlich müssen wir, die ehrlichen Kunden die Zeche bezahlen und die anderen fahren auf unsere Kosten.

Es ist wohltuend dass es Leute gibt deren Horizont etwas weiter reicht, als bis zu den Grenzen der eigenen Bequemlichkeit. Das finde ich sympathisch und wollte lobend herausstellen, was Sie von manch anderen Zeitgenossen unterscheidet. Nicht anderes stand mir im Sinn als ich schrieb: „es gibt Nutzer wie Sie, die sich Gedanken darüber machen, dass der KCI doch missbraucht werden könnte.“

Als Provokation war das nie gemeint. Und:

„Denken Sie mal darüber nach, bevor Sie mich von oben herab behandeln ;)“

Gerade weil ich darüber nachdenke und Ihnen vollkommen zustimme, verstehe ich weder warum Sie sich von mir von oben herab behandelt fühlen, noch wie Sie darauf kommen, ich wollte Sie provozieren.