Frage beantwortet

Gelten die Regelungen zur Zugbindung auch, wenn der im Fahrpreis enthaltene Bus nicht rechtzeitig ankommt?

Bei der Verbindung von Dahme (Hol) nach Oldenburg (Hol) bleiben von 15.00 bis 15.07 nur 7 Minuten zum Umsteigen.

Adon52
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Eigentlich ist der NE-Anstoßtarif ja eine Angelegenheit der NE-Bahnen, die ja Mitglieder im TBNE sind. Allerdings wird da kaum jemand suchen. Die DB sollte das auch bereitstellen. Zumal es jetzt ja seit Fahrplanwechsel auch ein neues NE-Blatt gibt (NE-Blatt 856 (DB)). Das betrifft die DB Regio-Strecke Dillingen(Saar)-Niedaltdorf. Das war noch nie eine NE-Bahn (auch kein Regionetz oder so etwas in der Art). Hat man hier etwa eine neue Einnahmequelle gefunden (Aufaddierung des NE-Anteils zum DB-Tarif auf stinknormalen DB-Strecken) um doppelt zu kassieren?

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Sind Sie sicher, dass die Busverbindung im Fahrpreis inbegriffen ist?
Häufig wird zwar ein Bus-Zubringer in der Verbindungsauskunft angezeigt, aber bei der Buchung wird sichtbar, dass es sich um einen Teilpreis handelt, in dem das Busticket nicht enthalten ist.

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Wie lautet denn die komplette Verbindung genau?

Falls der Bus tatsächlich im Ticket mit eingeschlossen ist (als echter Zubringer, und nicht als City-Option), und die komplette Reise mit einem einzigen Ticket abgedeckt sein, sollte bei Anschlussverlust aufgrund einer Verspätung des Busses die Zugbindung eigentlich tatsächlich aufgehoben sein.

In der Regel sind lokale Busse aber nicht enthalten; in dem Fall wird bei der Reise-/Tarifauskunft und auf dem Ticket aber der Hinweis „Teilpreis“ eingefügt, sowie welcher Streckenabschnitt im Preis tatsächlich enthalten ist.

kabo
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Huch, da stellen Sie aber eine wahrhaftig schwere Frage:

Fahrten von Dahme(Holstein) zu DB-Bahnhöfen außerhalb von Schleswig-Holstein werden nach dem DB/NE-Anstoßtarif abgerechnet, wobei der Abschnitt von Dahme nach Oldenburg von der NE 851 ("Autokraft") erbracht wird. Also eine Buslinie, die wie eine nicht-bundeseigene Bahnlinie bepreist wird. Dadurch sind auch durchgehende Fahrkarten möglich, die Bus und Bahn einschließen.

Die Beförderungsbedingungen Anstoßverkehr (Tfv 650) (https://www.tbne.de/fileadmin/PDF_tbne/Allg_BefoerdBed/20...) sind da merkwürdig formuliert:

In Abschnitt IX steht: "Für die Haftung nach der Verordnung (EG) 1371/2007 sowie den §§ 1, 5, 8, 14 und 17 der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO) gelten folgende Bestimmungen:
(i) für Fahrkarten der Produktklassen ICE und IC/EC die entsprechenden Regelungen in
den Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG (Gesamtausgabe) - Tfv 600 "
Das bedeutet erstmal, dass bei kombinierten Fahrkarten "DB plus nichtbundeseigene Bahnlinie" die gleichen Fahrgastrechte gelten wie bei reinen DB-Fahrkarten.

Allerdings kommt dahinter der Satz: "Die Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr finden nur Anwendung, wenn es sich bei allen aufeinander folgenden Beförderungsleistungen der Reise nach diesem Tarif um Verkehrsleistungen handelt, die nach Eisenbahnrecht (AEG, EVO) erbracht werden"
Und das trifft auf "Autokraft" nicht zu, da es sich nicht um eine Eisenbahn, sondern um einen Bus handelt.

Das heißt: Wenn man die Beförderungsbedingungen genau nimmt, besteht trotz der durchgehenden Fahrkarte kein Anspruch auf irgendwas, wenn man durch Bus-Verspätung einen Zug verpasst.

Irgendwie merkwürdig. Da würde mich brennend eine Stellungnahme der DB interessieren.

Hallo kabo,

am Ende Ihres kopierten Satzes steht im Dokument ja noch (vgl. Anlage 1 zu Thema A).

In dieser Anlage steht:

Diese Fahrgastrechte und Entschädigungsbedingungen gelten nicht für die Beförderung mit anderen Schienenbahnen (z.B. Straßen- und U-Bahnen) sowie ebenfalls nicht für die Beförderung mit anderen Verkehrsmitteln (z.B. Busse, Schiffe etc.).

Ihre Schlussfolgerung ist also korrekt. /ti

Das ist aber seltsam. Dann würden ja bei der Kombination Zug+Schiff (z.B. nach Föhr) auch keine Fahrgastrechte gelten. Das wurde bisher aber anders kommuniziert.

kabo
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@Signal
DB/SEE-Tarif und DB/NE-Anstoßtarif sind etwas unterschiedliches - was für den Kunden aber nicht ersichtlich ist.

Trotzdem war ich deswegen etwas irritiert.
Grundsätzlich es es ja schon so, dass Fahrgastrechte (wozu auch die Aufhebung der Zugbindung) gehört, nur im Eisenbahnverkehr gelten.
Im DB/SEE-Tarif (Verkehr mit den Nordseeinseln und Hiddensee) gibt es deswegen extra eine Regelung, dass bei Verspätung eines Schiffes trotz Zugbindung die Weiterfahrt mit dem nächstmöglichen Zug gewährt wird.
Im DB/NE-Anstoßtarif hatte ich deshalb damit gerechnet, dass es dort eine ähnliche Regelung geben würde. Ich hatte keine gefunden, hatte aber gedacht (gehofft?), dass ich sie nur übersehen habe. Aber es gibt tatsächlich keine.
Beim DB/NE-Anstoßtarif bestehen Fahrgastrechte am Übergang zwischen DB und NE* nur, wenn es sich bei der NE um eine echte Bahn handelt. Verbirgt sich hinter der NE ein Bus, steht der Kunde ziemlich rechtlos da, wenn der Übergang von DB auf NE oder NE auf DB schief geht.

Das führt an einigen Stellen tatsächlich zu kuriosen Ergebnissen, denn in Ostfriesland gibt es neben Buslinien zum DB/NE-Anstoßtarif sogar Buslinien, die nach DB/SEE-Tarif berechnet werden.

Allerdings vermisse ich auch ganz klar die Stelle, an der die DB auf die Besonderheiten des DB/NE-Anstoßtarifs hinweist.

Bei der Buchung eines Tickets muss man ja die Beförderungsbedingungen akzeptieren. Nach entsprächenden Drängeln hat es die DB vor kurzem immerhin geschafft, die DB/SEE-Tarifbedingungen auf bahn.de zum Download bereitzustellen. Vorher musste man den Beförderungsbedingungen zustimmen, obwohl man gar keine Chance hatte, diese anzusehen. Beim DB/NE-Anstoßtarif besteht das Problem weiterhin - den gibt es auf bahn.de nicht zum Download.
Und das Sahnehäubchen wäre natürlich, dass die DB beim Kauf eines Tickets zum DB/SEE-Tarif darauf hinweist, dass dafür die DB/SEE-Bedingungen gelten und beim Kauf eines DB/NE-Anstoß-Tickets darauf hinweist, dass dafür die DB/NE-Anstoßbedingungen gelten. Auf dem Ticket steht das übrigen auch nicht drauf - aber das Ticket sieht man ja ohnehin auch erst nach dem Kauf.

*NE steht eigentlich für "nicht-bundeseigene Eisenbahn"

kabo
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Ich weiß - aber auf der DB-Seite halt nicht.
Obwohl die DB Tickets zum Anstoßtarif verkauft und von den Kunden erwartet, dass sie die Beförderungsbedingungen akzeptieren.

Eigentlich ist der NE-Anstoßtarif ja eine Angelegenheit der NE-Bahnen, die ja Mitglieder im TBNE sind. Allerdings wird da kaum jemand suchen. Die DB sollte das auch bereitstellen. Zumal es jetzt ja seit Fahrplanwechsel auch ein neues NE-Blatt gibt (NE-Blatt 856 (DB)). Das betrifft die DB Regio-Strecke Dillingen(Saar)-Niedaltdorf. Das war noch nie eine NE-Bahn (auch kein Regionetz oder so etwas in der Art). Hat man hier etwa eine neue Einnahmequelle gefunden (Aufaddierung des NE-Anteils zum DB-Tarif auf stinknormalen DB-Strecken) um doppelt zu kassieren?