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Hat das Fahrgastrechte Center recht?

Guten Abend,

ich habe eine Fahrkarte von London nach Nürnberg gebucht für den 16.11.18-19.11.18.

Eine Planmäßige Aufenhaltszeit hatte ich in Köln eingeplant, womit ich dann eigentlich am 19.11. in Nürnberg eintreffen sollte. Da ich am 16.11 meinen Anschlusszug Richtung Köln verpasst habe, wurde auf meinem Ticket der "Zugbindung aufgehoben" Stempel vermerkt.

Somit reiste ich bereits 1 Tag früher als auf der Fahrkarte vermerkt (18.11.) nach Nürnberg. An diesem Tag hatte der ICE über 1 Stunde Verspätung. Somit reichte ich das Formular zum Fahrgastrechte Center ein.

Dieses erteile mir aber eine Absage. Da ich ja laut Fahrkarte zu Früh an meinem Ziel angekommen bin. Da aber die Zugbindung ja aufgehoben wurde, habe ich somit ein Flexpreis Ticket.

Stimmt die Aussage vom Fahrgastrechte Center?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Beste Grüße

Raceroaer
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Zugbindung aufgehoben hat nix mit einer evtl. Erstattung zu tun. Wenn sie früher fahren und somit pünktlich/früher ankommen, bekommen sie auch keine Erstattung wegen Verspätung. Eigentlich logisch. Auch wenn die Zugbindung aufgehoben wurde, zählt eine Verspätung erst von der ursprünglich gebuchten Ankunftszeit am Zielbahnhof. Kommen sie später an als gebucht, gibt es eine Erstattung, früher ankommen hingegen nicht.
Ob der früher genommene Zug dann eine Verspätung hatte oder nicht ist irrelevant, solange sie noch pünktlich ankommen.
Eine aufgehobene Zugbindung und noch lange kein Flexticket mit allen ihren Rechten. Es bleibt ein Sparpreisticket.

Ist halt eine Abwägungsentscheidung:
-Früher fahren, pünktlich ankommen und auf Entschädigung verzichten oder
-Erstmal wie gebucht fahren, Verspätung mitnehmen und Erstattung erhalten

kabo
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"Stimmt die Aussage vom Fahrgastrechte Center?"
-> Tendenz: Ja
Denn Artikel 17 Abs. 4 der EU-Fahrgastrechteverordnung lautet
"(4) Der Fahrgast hat keinen Anspruch auf Entschädigung, wenn (...) bei seiner Ankunft am Zielort eine Verspätung aufgrund der Fortsetzung der Reise mit einem anderen Verkehrsdienst oder mit geänderter Streckenführung weniger als 60 Minuten beträgt."

D.h. wenn das Fahrgastrecht "Weiterfahrt mit anderem Verkehrsdienst oder mit geänderter Streckenführung" und "Verspätungsentschädigung" zusammentreffen, dann will die EU offenbar, dass für die Verspätungsentschädigung die planmäßige Ankunftszeit des ursprünglich gebuchten Verkehrsdienstes maßgeblich ist und nicht die planmäßige Ankunftszeit des Verkehrsdienstes, auf den man ausgewichen ist.