Diese Frage wartet auf Beantwortung

Wieso lässt sich Flexpreis-Ticket NL -> D nicht buchen?

Hallo Deutsche Bahn,

gestern wollte ich über die DB Navigator-App ein Flexpreis-Ticket für die Verbindung Heerlen Woonboulevard–Herzogenrath buchen. Auf dem Hinweg nach Heerlen hat auch alles super geklappt.

Auf dem Rückweg nach Herzogenrath wurde in der Verbindungssuche zwar immer noch ein Preis angezeigt. Als ich allerdings nach Eingabe des Alters auf „Ticket/Reservierung“ klicken wollte, war diese Schaltfläche ausgegraut. Eine Begründung, wieso ich kein Ticket kaufen konnte, war dort nicht angegeben.

Auf bahn.de kann man für diese Richtung ebenfalls kein Ticket buchen. Dort wird neben dem Preis der mir unverständliche Hinweis „Bestellfrist verstrichen“ angezeigt.

Die Folge war übrigens, dass ich den Zug wegfahren lassen, am Arriva-Automat eine teurere Fahrkarte kaufen und eine Stunde in der Kälte warten musste.

Ich hoffe, Sie können mir erklären, wieso eine Fahrkartenbuchung hier nicht möglich war.

Antworten

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Das liegt am Bus.
Der niederländische Bus kann keine deutschen Onlinetickets / Handytickets scannen.
Deshalb sind Tickets, die mit einer niederländischen Busfahrt beginnen, nur per Post bestellbar.
In der anderen Richtung besteht das Problem nicht.

Hallo kabo,

erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort!

So ganz nachvollziehen kann ich diese allerdings nicht. Zum einen beginnt die Rückfahrt, für die ich kein Ticket buchen konnte, ja gerade nicht mit einem Bus, sondern mit einem Zug. Zum anderen sollte die Richtung für die Möglichkeit, deutsche Handy-Tickets zu scannen doch keine Rolle spielen, oder übersehe ich da etwas?

Und bei einem SEV-Bus erwarte ich schon, dass dort die gleichen Fahrkarten gelten/verfügbar sind wie bei dem Zug, den er ersetzt.

"sollte die Richtung für die Möglichkeit, deutsche Handy-Tickets zu scannen doch keine Rolle spielen, oder übersehe ich da etwas?"
-> ja da wird gewaltig etwas übersehen. Der große Unterschied zwischen einem klassischen Papierticket und einem Onlineticket der Deutschen Bahn. Ein Papierticket hat als Sicherheitsmerkmal Spezialpapier und Hologramme. Diese können mit bloßem Auge kontrolliert werden. Ein Onlineticket hat einen Aztec-Code und den Namen des Reisenden als Sicherheitsmerkmal. Dieses erfordert ein Lesegerät für den Code und eine Software, die die Norm der Deutschen Bahn kennt um den Code zu dechiffrieren. Nicht alle ausländischen Unternehmen haben derartige Lesegeräte und nicht alle Lesegeräte können die deutsche Norm dechiffrieren.

Ein Beförderer, der ein Ticket nicht lesen kann wird ein solches Ticket auch nicht für sein Verkehrsmittel anerkennen, er verlangt ein "lesbares" Ticket. Also das klassische Papierticket. Da dieses per Post zugestellt wird, dauert es etwas bis es ankommt. Daher gibt es eine Bestellfrist. Am Reisetag wird die Postzustellung nicht mehr gelingen, die Bestellfrist für das Ticket ist verstrichen.

Obwohl einige ausländische Verkehrsunternehmen die Tickets nicht selbst lesen können, zeigen sie doch teilweise ein Entgegenkommen. Sie verlassen sich auf Ihre deutschen Kollegen und deren Kontrolle. Ein Ticket mit dem vorhehr schon in Deutschland Zug gefahren wurde (und das daher wahrscheinlich auch kontrolliert wurde) wird anerkannt. Das erklärt, warum manchmal Onlinetickets von Deutschland ins Ausland anerkannt werden, aber eben nicht in Gegenrichtung. Das ist nicht nur in den Niederlanden so, sondern auch in anderen Ländern z.B. in Polen ganz normal.

Beste Grüße

Hallo eonwatt,

der sehr ausführlichen Erklärung von Joeopitz, zu der Nichtbuchbarkeit von Tickts aus der Niederlande nach Deutschland, kann ich nichts hinzufügen und mich nur anschließen. /ka