Frage beantwortet

Weshalb zeigt die Reiseauskunft eine schnellere Verbindung nicht an? Wie kann ich trotzdem eine Fahrkarte dafür kaufen?

Hallo,

ich möchte am Freitag, 15. Februar von Koblenz nach Tübingen fahren. Das ginge Koblenz ab 17:48 mit IC2311, Umstieg in Mannheim auf ICE613, Ankunft in Tübingen schließlich 20:58. In der Reiseauskunft wird diese Verbindung aber nicht angezeigt, obwohl die Umsteigezeit von 10 Minuten in Mannheim problemlos reichen sollte. Stattdessen wird die Fahrt mit IC2311 bis Stuttgart angeboten, was zu einer Ankunft in Tübingen um 22:12 führt.

Wie kommt es zu diesem seltsamen Verhalten der Reiseauskunft? An den Grundeinstellungen (Umsteigezeiten, Zugarten etc.) habe ich nichts verändert.

Ich könnte eine Fahrkarte zum Normalpreis für irgendeine Verbindung mit ICE von Mannheim bis Stuttgart buchen und dann trotzdem meine gewünschte Verbindung nehmen. Ich möchte aber einen Sparpreis nutzen. Das geht ja nur, wenn die Verbindung überhaupt mal angezeigt wird. Es ist mir aber nicht gelungen, die Fahrplanauskunft irgendwie dazu zu bringen, diese Verbindung herauszurücken.

Wie komme ich jetzt an meine Fahrkarte?

Danke und allseits guten Rutsch!

HPN
HPN

HPN

Ebene
0
35 / 100
Punkte
Diese Antwort wurde als beste Antwort ausgewählt
Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

IC2311 ist ein Problemfall und wurde manuell als offizieller Umstieg auf Bahnhöfen mit relativ kurzer Umsteigezeit schon vor Jahren aus dem Fahrplan rausgenommen, da dieser katastrophale Pünktlichkeitswerte hat und so gut wie nie ein geplanter Anschluss klappte. Um nicht horrende Fahrgastrechtszahlungen zu leisten, wird halt der Umstieg als nicht buchbar gegeben.
Es gibt auch keine Möglichkeit dieses zu umgehen. Einzige Möglichkeit wäre das Ticket zu stückeln, dabei laufen sie aber Gefahr, bei verpassten Anschluss das 2. Ticket einzubüßen, da die Fahrgastrechte nur bei einem durchgehenden Ticket einspringen.

Fanden Sie diese Antwort hilfreich?

Nein (0)

Ja (3)

100%

100% der Personen fanden diese Antwort hilfreich

Weitere Antworten

Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

IC2311 ist ein Problemfall und wurde manuell als offizieller Umstieg auf Bahnhöfen mit relativ kurzer Umsteigezeit schon vor Jahren aus dem Fahrplan rausgenommen, da dieser katastrophale Pünktlichkeitswerte hat und so gut wie nie ein geplanter Anschluss klappte. Um nicht horrende Fahrgastrechtszahlungen zu leisten, wird halt der Umstieg als nicht buchbar gegeben.
Es gibt auch keine Möglichkeit dieses zu umgehen. Einzige Möglichkeit wäre das Ticket zu stückeln, dabei laufen sie aber Gefahr, bei verpassten Anschluss das 2. Ticket einzubüßen, da die Fahrgastrechte nur bei einem durchgehenden Ticket einspringen.

Benutzerin
Benutzerin

Benutzerin

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Das scheint dann ja ein klassisches Beispiel fur die Problembehebungsstrategie der DB zu sein: anstatt das eigentliche Problem zu beheben (Pünktlichkeit des Zuges verbessern), werden einfach die Bedingungen für die Reisenden verschlechtert.
So machen Sie's ja gerade auch beim Zahlungsverkehr: anstatt das Problem zu lösen, werden einfach die Möglichkeiten für diecKunden eingeschränkt...

Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

...oder einfach nicht solche Rumpelzüge quer durchs Land schicken. Strecke teilen: Westerland-Köln und ein anderer IC Köln-Stuttgart mit etwas Puffer.
Das krasse ist ja, da wurden extra bahnsteiggleiche Anschlüsse für diesen IC gemacht z.b. 18:39/18:43 Uhr in Mainz zum ICE 1657 Richtung Frankfurt/Erfurt/Leipzig/Dresden und dann wurde vor drei Jahren dieser Anschluss manuell wieder gestrichen, weil die Hotelkosten gerade für Reisende nach Dresden (letzter Zug des Tages) wohl aus dem Ruder liefen. Diese Züge fahren heute immer noch bahnsteiggleich in Mainz ein.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"weil die Hotelkosten ... (letzter Zug des Tages) wohl aus dem Ruder liefen."

Und warum sind dann ausgerechnet die allerletzten Verbindungen oft am billigsten - wer als Kunde Sicherheitszeit einbaut, wird dagegen gerade bei früher Buchung mit höheren Preisen bestraft..

Beispiel: Westerland - Bad Tölz für den 19.5.:
1. vorletzte Schnelle Verbindung ab 13:26 - an 23:58 kostet 130€
2. letzte schnelle Verbindung ab 14:26 - an 0:58 kostet 72€ - mit 18min Umstiegszeit in Itzehoe, 8 (!!!) Min in Hamburg Hbf (!!! - mit Bahnsteigwechsel, anstatt 12 min am gleichen Gleis in Dammtor!) und 26min in München Hbf

Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@Leo einfache Statistik. Wenn bei ihren genannten Beispielen der Umstieg statistisch gesehen meistens klappt, warum sollte man dann keine Sparpreise anbieten, wenn die Züge eh nicht ausgelastet sind?

Beim IC2311 war die statistische Wahrscheinlichkeit einen Umstieg in der Reisekette zu bekommen, weit unter 50 %.

Leo
Leo

Leo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

"...oder einfach nicht solche Rumpelzüge quer durchs Land schicken. Strecke teilen: Westerland-Köln und ein anderer IC Köln-Stuttgart mit etwas Puffer. "

Das ist natürlich problematisch für ältere oder gehbehinderte, die möglichst selten umsteigen wollen. Aber dann sollte man mit der Spar-Preis-Politik nicht ausgerechnet preissensitive auch noch in solche Züge locken.

Das Brechen der Linie macht die SBB je nach Betriebslage - womit wir während unseres einmonatigen Aufenthalts in Interlaken im Frühjahr 2018 so unsere Erfahrungen machten, da wir oft unseren Tagesausflug mit dem ICE nach Berlin begonnen und/oder mit dem ICE aus Berlin beendeten:

Bei einer zu erwartenden Abfahrtsverspätung von etwa 15 Minuten in Basel endete der ICE aus Berlin in Basel und wurde innerhalb der Schweiz durch einen Ersatz-IC ersetzt, der dann auch am nächsten Morgen zwischen Interlaken und Basel SBB den ICE nach Berlin ersetzte. Bei unter 15 Minuten versuchte die DB, die Verspätung einzuholen, was zwar manchmal gelang, aber nicht immer.

OK, so etwas ist im Moment bei der DB mangels Reserven eher sehr theoretisch...

Im Gegensatz zu einem Monat mit dem (Monats-)GA quer durch die Schweiz im Herbst 2017 ohne jeglichen Anschluss-Verlust kam es im Frühjahr 2018 dann dank DB-ICE aus Berlin dann doch einige Male dazu: Wir mussten aber nur zu Fuß laufen, anstatt 20 Minuten auf den nächsten Bus für den letzten Kilometer zu warten.

HPN
HPN

HPN

Ebene
0
35 / 100
Punkte

Vielen Dank für die Erklärung!

Die Bahn scheint diese Strategie der "Problemlösung" ja ausgiebig einzusetzen - dies ist ja nicht das erste Mal, das ich bei meinen Fahrplanrecherchen auf eine solche Merkwürdigkeit stoße... Jetzt weiß ich wenigstens, was dahintersteckt.

Eine Stückelung der Fahrkarte wird auch dadurch unattraktiv, dass der Sparpreis von Mannheim nach Tübingen genausoviel kostet wie der von Koblenz nach Tübingen. Da wäre es klüger, zusätzlich zu der durchgehenden Fahrkarte einen Sparpreis Mannheim - Stuttgart für ICE613 zu kaufen. Damit wäre ich dann in Mannheim flexibel, je nach Verspätung von IC2311. Aber ob sich das wirklich lohnt...

HPN
HPN

HPN

Ebene
0
35 / 100
Punkte

In diesem Zusammenhang frage ich mich jetzt: Greifen die Fahrgastrechte nur bei Verbindungen, die auf der Fahrkarte aufgedruckt sind?
Ich kann ja einen Flexpreis mit ICE von Mannheim bis Stuttgart nehmen und mich dann für die Verbindung mit IC2311 und ICE613 entscheiden, ohne zu wissen, dass der Anschluss wahrscheinlich nicht klappt. Bekomme ich dann eine anteilige Erstattung, weil der Anschluss ja laut Fahplan möglich gewesen wäre, oder bekomme ich keine, weil die DB mir diese Verbindung nicht explizit zugesichert hat?
Bei Sparpreisen kann ich im Fernverkehr eine solche Verbindung gar nicht erst buchen, aber die Frage stellt sich genauso bei Anschlüssen zum Nahverkehr.

Hallo HPN,

beim Flexpreis können Sie beliebige Züge auf der gebuchten Strecke nutzen. Reisen Sie mit der genannten Verbindung und kommen dadurch mit Verspätung an, haben Sie Anspruch auf Entschädigung nach den allgemeinen Fahrgastrechten. Auf dem Fahrgastrechte-Formular geben Sie die ursprüngliche Verbindung und die dann tatsächlich genutzte Verbindung an. Anhand dieser Angaben berechnet sich die Entschädigungssumme. /ka

Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Wenn sie aber IC2311 und ICE613 nutzen wollen und der Anschluss nicht klappt, bekommen sie aber auch beim Flexpreis keine Entschädigung, da diese Verbindung nicht buchbar ist. Entschädigung gibt es nur für Verbindungen, welche auch in der Reiseauskunft buchbar sind.

Hallo Drehrumbum,

das ist richtig. Die Verbindung muss mit diesem Umstieg angezeigt werden. Nur dann ist auch beim Anschlussverlust eine Entschädigung möglich.
Da habe ich mich in der vorherigen Antwort undeutlich ausgedrückt. /ka

HPN
HPN

HPN

Ebene
0
35 / 100
Punkte

Ich war bisher der Meinung, dass man beim Flexpreis keine Verbindung bucht, sondern eine Fahrt von A nach B.

Kann man das jetzt so sagen: Die Verbindung muss zwar nicht auf meiner Fahrkarte aufgedruckt sein (da ich mich beim Flexpreis ja kurzfristig entscheiden kann), aber sie muss von der Fahrplanauskunft als Verbindung ausgegeben werden. Richtig?

Steht das eigentlich irgendwo, oder hat die Bahn sich das einfach so ausgedacht?

Drehrumbum
Drehrumbum

Drehrumbum

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

@HPN Mit dem Flexpreis können sie die Verbindung nutzen. Allerdings erstattet das Fahrgastrechtecenter nur Entschädigungen für Verbindungen, welche auch buchbar sind. Eigentlich logisch, sonst könnte sich jeder Flexpreiskunde eine Verbindung aussuchen, welche nie klappt.