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Frage beantwortet

Bahncard 100 - kostenlose Gepäckbeförderung massiv eingeschränkt

Es gab u.a. folgende Änderung in den Beförderungsbedingungen zum Fahrplanwechsel:

"3.7.2 Inhaber einer BahnCard 100 (mit Ausnahme der vorläufigen BahnCard 100) können für ihre Reise mit der Bahn innerhalb der Geltungsdauer der BahnCard 100 pro angefangenen Kalendermonat zwei Normalgepäckstücke zur Haus zu Haus-Beförderung (mit Ausnahme der Hermes PaketShop-Aufgabe) kostenfrei verschicken."

Vorher konnte man täglich ein Gepäckstück kostenfrei befördern lassen.
Zumindest theoretisch ergibt sich daraus ein nicht zu vernachlässigender finanzieller Nachteil.

Per Schreiben wurde ich (Abo-Kunde) lediglich auf eine Preisanpassung hingewiesen. Nicht auf sonstige Änderungen der Beförderungsbedingungen - wie die hier angeführte.
Ich möchte darauf hinweisen, dass das bezüglich "Sonderkündigungsrecht" formaljuristisch höchst problematisch (für die DB) sein dürfte.
Letzteres "nur am Rande angemerkt".

Zwei Fragen hätte ich allerdings:

1.) Können die zwei Gepäckstücke (jeweils eines) zu unterschiedlichen Terminen innerhalb des betreffenden Monats auf unterschiedlichen Strecken versendet werden - oder nur einmalig "im Bundle"?

2.) Gelten diese geänderten Bedingungen für mich (war bereits vor der Änderung Abo-Kunde)? Faktisch habe ich der Änderung ja nicht zugestimmt, da ich davon nicht in Kenntnis gesetzt wurde - und so keine Gelegenheit hatte, mein diesbezügliches Sonderkündigungsrecht in Anspruch zu nehmen.

Das Ganze ist nun zwar keine Katastrophe - lässt aber wegen der Handhabung der Veränderung seitens DB (still und leise) das - ohnehin arg strapazierte - Vertrauen in den Konzern so langsam gegen Null tendieren...

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Guten Abend mazerunner7, die Auswertungen, die wir über die Nutzung des Gepäckservice durchgeführt haben, haben ergeben, dass das Angebot in den seltensten Fällen mehr als 24 Mal pro Jahr genutzt wurde. Darüber hinaus ist es vereinzelt zu Missbrauchsfällen gekommen, denen wir künftig entgegenwirken wollen. Aus diesen Gründen wurde die Möglichkeit der Nutzung des unentgeltlichen DB Gepäckservice auf zwei Abholungen pro angefangenem Kalendermonat innerhalb der Laufzeit der BahnCard 100/Probe BahnCard 100 eingeschränkt. Wir haben uns hierbei für zwei Abholungen pro Kalendermonat und nicht für ein frei verwendbares Jahreskontingent entschieden, um das Angebot auch für Kunden, die sich für eine monatliche Zahlweise und Kündigungsmöglichkeit entschieden haben, so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Die entsprechende Änderung wurde in den Beförderungsbedingungen am 19. November 2018 auf http://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb.shtml veröffentlicht. Da das Angebot DB Gepäckservice nur von wenigen BahnCard 100 Kunden genutzt wurde, haben wir uns dazu entschieden, diese Änderung den über 50.000 BahnCard 100-Kunden nicht proaktiv per E-Mail oder Brief mitzuteilen. Im Nachhinein gesehen eine unglückliche Entscheidung, aus der wir unsere Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Sollten Sie als BahnCard 100-Kunde mit der Änderung des DB Gepäckservice unzufrieden sein und entsprechende vertragliche Konsequenzen daraus ziehen wollen, empfehlen wir Ihnen, den BahnCard 100-Service zu kontaktieren. Dies ist per E-Mail über den BahnComfort-Service oder unter der auf Ihrer BahnCard 100 angegeben Rufnummer möglich. /no

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Guten Abend mazerunner7, die Auswertungen, die wir über die Nutzung des Gepäckservice durchgeführt haben, haben ergeben, dass das Angebot in den seltensten Fällen mehr als 24 Mal pro Jahr genutzt wurde. Darüber hinaus ist es vereinzelt zu Missbrauchsfällen gekommen, denen wir künftig entgegenwirken wollen. Aus diesen Gründen wurde die Möglichkeit der Nutzung des unentgeltlichen DB Gepäckservice auf zwei Abholungen pro angefangenem Kalendermonat innerhalb der Laufzeit der BahnCard 100/Probe BahnCard 100 eingeschränkt. Wir haben uns hierbei für zwei Abholungen pro Kalendermonat und nicht für ein frei verwendbares Jahreskontingent entschieden, um das Angebot auch für Kunden, die sich für eine monatliche Zahlweise und Kündigungsmöglichkeit entschieden haben, so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Die entsprechende Änderung wurde in den Beförderungsbedingungen am 19. November 2018 auf http://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb.shtml veröffentlicht. Da das Angebot DB Gepäckservice nur von wenigen BahnCard 100 Kunden genutzt wurde, haben wir uns dazu entschieden, diese Änderung den über 50.000 BahnCard 100-Kunden nicht proaktiv per E-Mail oder Brief mitzuteilen. Im Nachhinein gesehen eine unglückliche Entscheidung, aus der wir unsere Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Sollten Sie als BahnCard 100-Kunde mit der Änderung des DB Gepäckservice unzufrieden sein und entsprechende vertragliche Konsequenzen daraus ziehen wollen, empfehlen wir Ihnen, den BahnCard 100-Service zu kontaktieren. Dies ist per E-Mail über den BahnComfort-Service oder unter der auf Ihrer BahnCard 100 angegeben Rufnummer möglich. /no

Guten Abend Norman,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Der zentrale Gedanke steckt für mich in der Aussage:

"haben wir uns dazu entschieden, diese Änderung den über 50.000 BahnCard 100-Kunden nicht proaktiv per E-Mail oder Brief mitzuteilen. Im Nachhinein gesehen eine unglückliche Entscheidung, aus der wir unsere Konsequenzen für die Zukunft ziehen."

Ich bin der Überzeugung, dass Transparenz und Fairness, nicht nur in vertraglichen Fragen, sondern auch bei Auskünften zu Betriebsstörungen, Verspätungen etc. bei vielen Kunden eine hohe Wertschätzung genießen.

Oft wäre der Ärger nur halb so groß, wenn einem offen und ehrlich begegnet würde.

Schönen Abend noch,
mazerunner7

Leo
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Meine erste Bahncard100 kaufte ich mir 2003, weil ich neben der Arbeit in München den Haushalt meiner Mutter in Düsseldorf auflösen mußte (in dem auch noch so etliche Überreste aus meiner Jugend in Speicher und Keller schlummerten). Meist stand das Auto in dieser Zeit in Düsseldorf -für viele Fahrten zum Recyclinghof.

Die An- und Abreise sollte bei so viel Wochenendarbeit aber halbwegs stressfrei mit der Bahn verlaufen - und da jede Woche dann doch nicht billig über Koblenz, sondern flexibel und schnell über die damals erst seit Kurzem im Normalbetrieb befindliche Schnellfahrstrecke.

Selbstverständlich war das ein oder andere Mal auch mal ein Koffer vom Rheinland nach Bayern zu transportieren, wozu ich den in der Bahncard100 enthaltenen Haus-zu-Haus-Gepäck-Service nutzte, der damals noch recht zuverlässig war; mit den seltenen Auto-Pendelfahrten war das nicht zu bewältigen. Zunächst war es nicht jede Woche ein Koffer, dann fast jede Woche und zum Schluss sogar gelegentlich 2. Mit meiner ersten Bahncard 100 kam ich da sicher auf mehr als 24 Aufträge, aber im Mittel mit meiner zweiten und letzten Bahncard100 (0 Aufträge) später aber nicht! Ich fuhr auch nicht für diesen Spottpreis einer Bahncard100 mißbräuchlich jeden Tag weit über 100km, sondern eben nur am Wochenende und nahm auch nicht mißbräuchlich fast täglich ein Fahrrad mit! (Das verkniff ich mir ganz schnell, nachdem ich einmal einen ganzen Tag auf der Rückfahrt von Sylt verlor und einmal fast in Köln gestrandet wäre, weil mir in Düsseldorf der Zustieg zum Nahverkehrs-Zubringer zum reservierten IC-Fahrradplatz verwehrt wurde.)

Was für angebliche Mißbräuche will die DB denn sonst noch so verbieten? Lounge-Zugang auch nur ein Mal pro Woche vielleicht; OK in München war das ganz einfach durch die Öffnungszeiten geregelt: Morgens früh war die Lounge meist noch zu und abends spät dann schon wieder.

Ohne den Haus-zu-Haus-Gepäckservice hätte ich mir damals sicherlich keine Bahncard100 gekauft, sondern wäre alle 2 Wochen mit dem Auto gependelt; da wären 4 Koffer kein Problem.

„Ich bin der Überzeugung, dass Transparenz und Fairness, nicht nur in vertraglichen Fragen, sondern auch bei Auskünften zu Betriebsstörungen, Verspätungen etc. bei vielen Kunden eine hohe Wertschätzung genießen.
Oft wäre der Ärger nur halb so groß, wenn einem offen und ehrlich begegnet würde.“

Eben! Aber laufend wird der Kunde getäuscht, siehe z.B. hier:

https://community.bahn.de/questions/1151474-ware-etwas-un...

„Aber hier irre ich mich doch wohl sicherlich: Wie bei meiner Hausbank tritt die Neuregelung in seriöser Art und Weise doch sicherlich auch erst mit Ablauf der gerade aktuellen Bahncard-Kreditkarte in Kraft, oder?“

Natürlich irrte ich mich nicht….

„Das Ganze ist nun zwar keine Katastrophe - lässt aber wegen der Handhabung der Veränderung seitens DB (still und leise) das - ohnehin arg strapazierte - Vertrauen in den Konzern so langsam gegen Null tendieren...“

Eben! Und deswegen wird meine 2. Bahncard100 wohl auch meine letzte bleiben; andere Länder haben sogar noch viel schönere Eisenbahnen – und als Rentner kann ich mir meine Ziele jetzt frei aussuchen.

arnsim
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Die Antwort von DB irritiert mich jetzt schon. Ich habe meine BC100 für ein Jahr vorbezahlt. Da kann ich nicht so einfach "vertragliche Konsequenzen ziehen". Prizipiell finde ich die Entscheidung gut. Aber die Umsetzung ist absolut falsch. Das ist so ähnlich wie wenn Sie in die Beförderungsbedingungen plötzlich reinschreiben würden, dass die BC100 für Zugfahrten nur noch zwei mal im Monat genutzt werden dürfte.
Es ist nicht das erste mal, dass über veränderte Beförderungsbedingungen still und heimlich über die Hintertür Rechte/Leistungen eingeschränkt werden. Wenn Sie jetzt schreiben, dass Sie aus dieser Erfahrung "Konsequenzen für die Zukunft ziehen"... Ich bin gespannt, ob Sie in diesem Punkt Wort halten.

@arnsim:
Der entsprechende Passus: "...vertragliche Konsequenzen ziehen..." bezog sich auf mein Anliegen betr.: Sonderkündigungsrecht als Abo-Kunde im ersten Vertragsjahr (Mindestvertragslaufzeit).
Ich bin bereits sehr lange Abo-Kunde, hatte allerdings drei Monate "Pause" eingelegt - und wiederum neu abgeschlossen.

Ich werde übrigens die Änderung letztlich akzeptieren - in der Tat entstehen mir persönlich daraus vermutlich keine Nachteile.
Es ging mir "um's Prinzip" - den Umgang unter Vertragspartnern.

arnsim
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@mazerunner7: Kleines Missverständnis, ich hatte mich eigentlich komplett auf die Antwort der DB bezogen. DB schreibt sie werden ihre "Konsequenzen für die Zukunft ziehen", weil sie einsehen, dass sie hier falsch vorgegangen sind. Was Sie, mazerunner7, daraus machen ist Ihre Entscheidung, in die ich mich gar nicht einmischen will. (Es freut mich aber trotzdem, dass sie der BC100 weiter treu bleiben.)
Mir geht es auch prinzipiell um den Umgang unter Vertragspartnern, der hier von einer Seite auf jeden Fall fehlerhaft ist. Mit meiner auf ein Jahr vorbezahlten BC habe ich alle vereinbarten und alle durch die DB beworbenen Leistungen vorbezahlt. Die kann man nicht einfach so streichen. Den Koffer-Service finde ich selbst überflüssig, habe ihn aber wenn ich ihn in der Urlaubssaison mal genutzt habe, durchaus drei bis vier mal in einem Monat genutzt.

Naja - eben der Umgangston - die Modalitäten... old school war schon schön - momentan ist "das Recht des Stärkeren" wohl die bestimmende Variable. Und - was schlimmer ist - das wird mehr und mehr akzeptiert.

Wir müssen uns nicht wundern, wenn nach "grünen Phasen" nun wieder das Ellenbogenprinzip einkehrt.
Die Autolobby ist einfach immens stark - die Drohung bezüglich Arbeitsplatzverluste "zieht" eben. Auch die Gewrkschaften (auch deren Chefs wollen wieder gewählt werden) setzen in dieser Hinsicht ja gar nix durch; sie spielen ebenfalls "auf Zeit" - erst mal im bestehenden System die Gehälter erhöhen - das sichert unsere Existenz - Öko dann später...

Es ist nicht Schuld der DB, wenn da nix klappt; die Schnappsidee, dass man plötzlich Gewinne erwirtschaften muss... so ein Dreck. Öffentliche Bäder... das rechnet sich auch nicht - und dennoch gibt es im Winter die Outdoor Thermalbecken.

Aber - Autos und Deutschland...

Eigentlich werden Fetische immer belächelt - mir bleibt das Lächeln im Halse stecken.

DB - was soll sie machen?

Natürlich nerven mich die Defizite - aber - das hat die Politik zu verantworten - nicht DB.

Stefanbahnreform
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Liebe Deutsche Bahn,
Wenn der Service so selten genutzt wurde und der Missbrauch nicht gerade häufig war, muss man nicht 50 tausend Kunden in Sippenverantwortung nehmen.
Die bahncard 100 1
Klasse ist mit weit über 7000 eur kein Schnäppchen und bindet an das Unternehmen.
Eine solch einseitige Änderung der Vertragsbedingungen ist dreist und bestimmt gerade während einer Vertragslaufzeit juristisch zweifelhaft..

Ich nutzte den Service in mehreren bahncard Jahren nur einmal, aber gerade die nächsten Monate hätte ich quasi als Ausgleich für die Massierung Zug Störungen durchaus dies hin und wieder als netten Ausgleich gesehen. Mal 4 mal im Monat und mal 2 Monate gar nicht genutzt.
Was spricht gegen ein Jahres Kontingent von 24 Gepäck Transporten? Nichts. Auch bei Kunden, die Karte 3 Monate buchen, wäre das Kontingent eben die Zahl 6.

Letztlich habt ihr euch mit den Massen an billigtickets auf weniger Gleisen als vor 20 Jahren ein Kostenproblem geschaffen und die die vielfahrer bzw Vielzahler müssen es ausbaden.

Ist das die neue Bahn? Zumindest kein Konzept für die Zukunft.
Nach vielen Jahren bahncard 100 first, ich überlege es mir sehr, ob ich wirklich noch mal eine ab Ende Februar 2019 kaufen werde.