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Frage beantwortet

Gibt es rassistische Schaffner?

Bereits auf dem Bahnhof in Freiburg wurde ich heute von einem orts- und sprachunkundigen Reisenden angesprochen und um Hilfe gebeten. Er hatte eine gültige Fahrkarte, allerdings ein Ba.-Wü.-Ticket, das keinen Aufschluss über sein Reiseziel gewährte, und auch eine ausgedruckte Verbindung, wusste sich aber nicht zu helfen. Sein Ziel, so konnte ich herausfinden, war Karlsruhe. Also riet ich ihm, mit mir in den RE 17016 nach Offenburg zu steigen. Nachdem später dann der Zugbegleiter seinen Fahrscheinen erfolgreich kontrolliert hatte, wies ich diesen Mitarbeiter der Bahn darauf hin, dass der besagte Reisende nach Karlsruhe reisen wolle und ich für ihn bitte erfahren möchte, auf welchem Gleis in Offenburg sein Anschlusszug fahren würde. Daraufhin wurde ich vom Zugbegleiter/Zugchef (?) unvermittelt aggressiv angegangen, ich solle mich nicht in Dinge einmischen, die mich nichts angingen, und im Übrigen mich mässigen, ich hätte „gleich schon so grimmig geschaut“. Auf meinen Hinweis, dass ich dem Herrn helfen wolle, weil er sich nicht auskenne, wurde mir beschieden, er habe ja selbst eine ausgedruckte Verbindung, und auf meine Antwort, er könne diese aber nicht lesen, wurde mir schliesslich gesagt: „Dann soll er die Sprache lernen, bevor er hierher kommt.“

Es ist eigentlich ein völlig unerhebliches Detail, aber evtl. nicht für den besagten Zugbegleiter, dass der Herr dunkelhäutig war.

Martin167
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Um Ihre Frage zu beantworten: Es gibt mit Sicherheit auch rassistische Schaffner, Zugbegleiter und sonstige Bahnmitarbeiter - so wie wahrscheinlich in allen anderen Berufsgruppen auch.
Den Namen des Mitarbeiters haben Sie sich wahrscheinlich nicht notiert?
Nicht als Rechtfertigung, aber vielleicht als 'Erklärung': ich kann mir vorstellen, dass die BahnmitarbeiterInnen auch viel Stress durch die vielen Reisenden haben, mit denen sie sich nicht auf Deutsch oder wenigstens Englisch verständigen können, wenn ein Problem auftaucht.

Martin167
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Nun, ein Problem gab es nicht, der Reisende war viel zu unsicher, um selbst den Mund aufzutun; der kompetente Umgang mit "Problemen" sollte zur Qualifikation für die Stelle gehören; will die Bahn nicht ein internationales Unternehmen sein?; - es würden mir noch einige weitere Gedanken in den Sinn kommen.
Den Namen habe ich mir nicht notiert, aber ich habe der Bahn über das Kontaktformular die Daten des Zuges mitgeteilt, es wird vielleicht Einsatzpläne geben, die diese Frage klären können. Im Übrigen hat ein weiterer Passagier das "Problem" gelöst, nämlich den Herrn 'an die Hand' und mit sich genommen, er fuhr in dieselbe Richtung.
Dass die MitarbeiterInnen der Bahn im Stress sind und warum, darüber lässt die Tagespresse keine Zweifel übrig.

Martin167
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Nachtrag:
Dass die MitarbeiterInnen der Bahn im Stress sind und warum, darüber lässt die Tagespresse keine Zweifel übrig. Dass der Hauptstressauslöser jedoch die mangelnden Sprachkenntnisse einzelner Reisender sein könnte, halte ich für ausgeschlossen, und genau das ist das - tatsächlich existierende - Problem.