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Unterschiedlich hoher Preisanstieg für Flexpreis (tageszeitunabhängig)

Guten Tag,

ich habe die heutigen Flexpreise auf den Strecken Wismar-Schwerin und Wismar-Ludwigslust mit denen vom Anfang 2014 verglichen (dort fahren nur Regionalzüge mit einheitlichem Preis über den ganzen Tag). Man beachte, dass Wismar-Schwerin eine Teilstrecke der Verbindung Wismar-Ludwigslust ist.

Hier die Werte von Anfang 2014:
Wismar-Schwerin Hbf: 7,90 €
Wismar-Ludwigslust: 12,90 €

Aktuelle Werte:
Wismar-Schwerin Hbf: 8,70 € (+ 10,1 %)
Wismar-Ludwigslust: 16,40 € (+ 27,1 %)

Rechnet man damit, dass der 2014-Preis wohl seit Dez. 2013 gilt, wären das in 5 Jahren für letztere Verbindung über 5 % Preisanstieg pro Jahr.
Wie ist dieser verhältnismäßig hohe Anstieg zu erklären und warum ist die Teilstrecke deutlich weniger davon betroffen?

Danke im Voraus.

PeterMustermann77
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Hallo PeterMustermann77,

ich erkundige mich und melde mich wieder. /ka

PeterMustermann77
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Hallo /ka,
da nun schon ein Werktag vergangen ist, wollte ich nochmals an die Frage erinnern. Fehlen Ihnen noch Informationen?

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Hallo Peter,

ursächlich für den von Ihnen korrekt beobachteten Effekt ist eine Umstellung der Preisberechnungssystematik bei DB Regio im Jahr 2016.

Bis 2015 galt im Regionalverkehr ein Km-Zonenpreis, wobei für jeweils 10 km Fahrtstrecke der gleiche Fahrpreis zu zahlen war. So kostete eine nicht ermäßigte Fahrt von 31-40 km 2014 7,90 Euro oder von 61-70 km 12,90 Euro.

Diese Preissystematik war einerseits unfair, da einige Kunden einen relativ zu hohen Fahrpreis zahlten andere einen relativ zu niedrigen. Andererseits ergaben sich dadurch nicht für den Kunden nachvollziehbare Preissprünge z. B. steigerte sich der Fahrpreis für eine lediglich um 1 km längere Strecke von 30 auf 31 km von 5,90 Euro auf 7,90 Euro, +2 Euro/+ 33,9 Prozent.

Profitiert haben von dieser Systematik Fahrtziele am Ende eine solchen Preiszone. Relativ stärker belastet waren Ziele am Anfang der Preiszone.

Diese Systematik wurde 2016 hin zu einer 'kilometrischen Preiskurve' geändert. Für jede kilometrische Entfernung gibt es seitdem einen eigenen Fahrpreis. Somit wurde das Preissystem gerechter ("je weiter, desto teurer") und die Preissprünge wurden vermieden.

Genau diese Änderung führt aber auch zur beobachteten Preisentwicklung.

Von Wismar nach Schwerin sind es 32 Tarifkilometer. Im alten System lag Wismar—Schwerin am Anfang der Preiszone 31-40 km, hatte somit einen relativ höheren Fahrpreis. Die 8 km längere Strecke Kalsow—Schwerin hätte den gleichen Fahrpreis gehabt, wäre also relativ billiger gewesen.

Von Wismar nach Ludwigslust sind es 69 Tarifkilometer. Im alten System lag Wismar—Ludwigslust am Ende der Preiszone 61-70 km, hat somit einen relativ niedrigeren Fahrpreis. Für die 7 km kürzere Strecke Wismar—Sülstorf hätte der gleiche Preis gezahlt werden müssen. Diese wäre also relativ teurer gewesen.

Durch Umstellung auf die kilometrische Preiskurve wurden diese Ungerechtigkeiten ausgeglichen. Dies führte im Umstellungsjahr natürlich dazu, dass es am Anfang der alten Preiszonen nur sehr moderate bis gar keine Preiserhöhungen gab, am Ende der alten Preiszonen einmalig eine überproportionale Erhöhung umgesetzt wurde.

=> So erhöhte sich der Fahrpreis für die 32 km von Wismar nach Schwerin von 2016 auf 2017 nur um 0,10 Euro (von 8,40 Euro auf 8,50 Euro), wogegen sich der Fahrpreis für die 69 km von Wismar nach Ludwigslust um 1,10 Euro (von 14,60 Euro auf 15,70 Euro) erhöhte.

Jedoch wurde somit ein faires Preissystem für alle Kunden geschaffen, welches seitdem fortgeschrieben wird.

Viele Grüße /ti