Frage beantwortet

Keine Stehplätze im ICE?

Liebes DB-Team,
wie man es schon fast gewohnt ist, kam ICE 511 von Mannheim nach Stuttgart heute wieder einmal mit nur einem Zugteil. Der Zugchef forderte alle Reisende auf, die einen Stehplatz hatten, den Zug zu verlassen und zog schließlich auch die Polizei hinzu, um Fahrgäste, die die Leistung in Anspruch nehmen wollten, für die sie bezahlt hatten, aus dem Zug zu entfernen. Im Endeffekt war der Zug 45 Minuten verspätet, aber so leer, wie er sonst selbst bei Regelzugbildung selten ist.
Ich bitte um eine Auskunft, was denn nun die konkreten Kriterien dafür sind, dass ein Zug aus Sicherheitsgründen teilgeräumt werden muss. In der vergangenen Woche fuhr der Zug ebenfalls einmal mit nur einem Zugteil, viele Menschen standen in den Mittelgängen und Einstiegsräumen. Aber der Zug fuhr, und das sogar fast pünktlich. Meine Frage: War das nun eine unsichere Fahrt? Wieso werden Sicherheitsfragen offenbar zu einer Ermessensentscheidung gemacht? Ich rase jeden Tag mit dem Zug 200km weit bei 250km/h durch die Gegend. Da würde ich schon gerne wissen, ob man sich auf Ihr Personal im Ernstfall verlassen kann. So langsam kommen mir da Zweifel.

ThD86MA
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Die Kriterien sind:
a) freie Fluchtwege
b) zulässiges Gesamtgewicht

Auf den Schnellstrecken bzw. auf Strecken mit langen Tunneln gibt es manchmal noch zusätzliche Auflagen, die sich meist auf die maximale Evakuierungszeit oder das Verhältnis von ausgebildetem DB-Personal (= Helfer im Evakuierungsfall) zur Anzahl der Reisenden beziehen.

Punkt b) bestimmt die Technik ganz automatisch. Wenn der Zug zu schwer ist, gibt es bei ICE-Zügen eine Fehlermeldung beim Fahrer und der Zug bleibt stehen. (kein Ermessen möglich)

Punkt a) liegt natürlich immer im Blickwinkel des Betrachters. Wann ein Fluchtweg (= Mittelgang und Einstiegsräume) als ausreichend frei anzusehen ist, da gibt es offenbar unterschiedliche Vorstellungen. Zumindest ist stehenden Gebäuden kommt es z.B. darauf an, ob ein Fluchtweg "nur" durch Personen verstellt ist oder durch Gegenstände. (Personen können im Gefahrenfall den Fluchtweg selbst frei machen, während Gegenstände erst weggeräumt werden müssen, weshalb das Verstellen von Fluchtwegen durch Personen nicht pauschal unzulässig is, das Verstellen mit Gegenständen wie z.B. Gepäck dagegen schon.) - Letztendlich muss der Zugbegleiter die Verantwortung übernehmen, deshalb kommt es auf seinen Blickwinkel an.

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b) zulässiges Gesamtgewicht

Auf den Schnellstrecken bzw. auf Strecken mit langen Tunneln gibt es manchmal noch zusätzliche Auflagen, die sich meist auf die maximale Evakuierungszeit oder das Verhältnis von ausgebildetem DB-Personal (= Helfer im Evakuierungsfall) zur Anzahl der Reisenden beziehen.

Punkt b) bestimmt die Technik ganz automatisch. Wenn der Zug zu schwer ist, gibt es bei ICE-Zügen eine Fehlermeldung beim Fahrer und der Zug bleibt stehen. (kein Ermessen möglich)

Punkt a) liegt natürlich immer im Blickwinkel des Betrachters. Wann ein Fluchtweg (= Mittelgang und Einstiegsräume) als ausreichend frei anzusehen ist, da gibt es offenbar unterschiedliche Vorstellungen. Zumindest ist stehenden Gebäuden kommt es z.B. darauf an, ob ein Fluchtweg "nur" durch Personen verstellt ist oder durch Gegenstände. (Personen können im Gefahrenfall den Fluchtweg selbst frei machen, während Gegenstände erst weggeräumt werden müssen, weshalb das Verstellen von Fluchtwegen durch Personen nicht pauschal unzulässig is, das Verstellen mit Gegenständen wie z.B. Gepäck dagegen schon.) - Letztendlich muss der Zugbegleiter die Verantwortung übernehmen, deshalb kommt es auf seinen Blickwinkel an.