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Doppelte Buchung - keine Kulanz der Deutschen Bahn

Habe zwei verschiedene Super Sparpreis Tickets für die exakt gleiche Zugverbindung am 20.01.2019 von Bochum HBF ab 17.55 nach Basel Bad gebucht (RE 10134, ICE 919, ICE1171).

Das erste Ticket wurde zusammen mit der Hinfahrt nach Bochum vor einigen Wochen wohl gebucht. Ich konnte mich nur noch erinnern, dass ich die Hinfahrt für den 18.01.2019 gebucht hatte. Dennoch nicht mehr an die Buchung einer Rückfahrt.

Das zweite Ticket wurde bei der exklusiven Bahnkarten Aktion am 05.11.2018 gebucht während einer Japan Reise, nach Überprüfung in der Bahn App, ob es für den 20.01.2018 eine Buchung gibt. Diese wurde aber nicht separat angezeigt, sodass ich jetzt zwei Superspar Tickets für die gleiche Bahnfahrt habe. Eins für die 2. Klasse und das andere für die 1. Klasse. Ich sehe den Fehler in der Bahn App. Mir wurde nur die Buchung für den 18.01.2019 angezeigt.

Leider nein, die Bahn will sich nicht kulant zeigen und verweist auf ihre Standard Antwort, dass eben Sparpreis Tickets nicht rückerstattbar sind. Punkt!

Lubna
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kabo
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"Bin gespannt, ob mir dann die Bahn für beide Tickets meine Fahrgastrechte walten lässt."
-> Da habe ich nicht die geringsten Zweifel, dass für beide Tickets die Fahrgastrechte gewährt werden.
Die Fahrgastrechte schließen ja auch einen Nicht-Antritt der Reise wegen Verspätung ein. Wenn also wirklich eine (ausreichende) Verspätung vorliegt, können Sie ja das nicht benutzte von den beiden Tickets zur Erstattung einreichen. So kämen Sie dann doch noch zu einer Rückzahlung.

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kabo
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Wenn Sie bei der DB nach einer Kulanz-Erstattung gefragt haben, und die nicht gewährt wurde, ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Sehr ärgerlich, aber auf Kulanz gibt es keinen Anspruch.
Diese "Kunden-helfen-anderen-Kunden"-Community wird da auch nichts ändern können. Die hier antwortenden Personen sind halt auch nur Kunden.
Ansonsten kann ich keine konkrete Frage in Ihrem Anliegen entdecken.

Lubna
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Hallo Kabo,

Vielen Dank für deinen Kommentar- Dennoch ist da eine konkrete Frage, ich habe alles richtig gemacht auch überprüft, ob es eine Buchung für eine Rückfahrt gibt, diese wurde in der App nicht separat angeziogt. Also liegt der Fehler bei der App und damit bei der Deutschen Bahn. Ich habe höfflicherweise auf Kulanz gefragt, ich denke hier sollte die Bahn mir die zuletzt gebuchte Buchung per Gutschein oder sonstiges gutschreiben, denn ich brauche eben für eine Fahrt, die auf mich personalisiert ist eben nur ein gültiges Ticket und nicht zwei.

Warum soll die DB Kulanz walten lassen für einen Fehler, der ausschließlich Ihnen passiert ist?
In der Buchungsrückschau sieht man immer, wann was gebucht wurde und es wäre nur ein Blick gewesen, vor einer Buchung nachzuschauen, wann was gebucht wurde. Man kann ja auch am Handy die Desktop-Version von bahn.de im Browser aufrufen. In der App werden die Ticket durch Pull-to-Refresh-Geste aktualisiert, auch in Japan. Somit ist es kein Fehler der App.

P.S. Wer durch Japan reist und nichtmal die 7 Euro mehr bezahlen kann um ein stornierbares Ticket zu kaufen, hat es in meinen Augen auch nicht anders verdient. Mit Kauf eines Super-Sparpreises wissen sie von dem Risiko der Nichtstornierbarkeit.

kabo
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Es wäre sicher nett, von der DB sich da kulant zu steigen, da haben Sie bestimmt recht.
Aber als Kunde kann ich Ihnen halt keinen Gutschein ausstellen.

Mir ist nicht ganz klar, was hier Ihr Anliegen ist. Suchen Sie jemanden, der Ihnen das Geld erstattet (evtl. auch als Gutschein) oder suchen Sie Leute, die auch der Meinung sind, dass die DB mehr Kulanz zeigen könnte?
Letztere werden Sie hier eventuell finden - aber das bringt Ihnen ja kein Geld zurück.

Es gibt Leute, die empfehlen, so oft bei der Hotline anzurufen, bis Sie einen DB-Mitarbeiter an der Strippe haben, der genervt einen Gutschein bewilligt. Bei jedem Anruf erwischt man ja jemand anderes. Ob das wirklich sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Außerdem ist die Hotline ncht kostenlos.

Lubna
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Lubna

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Hahaha , jetzt muss ich lachen Bahnfrosch! Du meinst, wenn ich durch Japan reise, dann muss ich auch die 7 Euro Rücktritt buchen? ich habe eine Jahres Reiserücktrittsversicherung, da muss ich nicht extra noch 7 Euro ausgeben. ich weiss aber auch nicht, ob diese sie mir erstattet, denke nur im Krankheitsfall aber nicht bei doppelter Buchung.
Übrigens war ich fasziniert von der Japanischen Bahn in Punkto Organization, Sauberkeit, Pünktlichkeit etc.), da kann sich die Deutsche Bahn mal orientieren.

"Übrigens war ich fasziniert von der Japanischen Bahn in Punkto Organization, Sauberkeit, Pünktlichkeit etc.), da kann sich die Deutsche Bahn mal orientieren."

In Japan gibt es aber auch keine Super-Sparpreise für 19,90€. Und in der Rush-Hour in den Großstadten im Nahverkehr macht es auch keine wirkliche Freude.
Außerdem fahren dort die Shinkansen auf einem eigenen Netz, ohne dass sie einen Güterzug vorlassen müssen. Ja, das wäre in Deutschland auch möglich, wenn die Steuerzahlen noch viel mehr bezahlen würden, GHründstücke zwangsenteignet werden und nicht jedes Bauprojekt gestoppt wird, weil irgend wo eine seltene Kröte laicht. Wenn sie das besser finden? ;)
;)

Lubna
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Naja, der Japan Railpass ist schon ziemlich günstig!
Sehen wir mal von der Infrastruktur mal ab, der Punkt Sauberkeit. In Japan putzt ein Reingungstrupp den Zug wirklich sauber bevor man ihn betreten darf. Im ICE gehen die Renigungsleute zwar kurz durch und entfernen den gröbsten Dreck, aber trotzdem bleiben eklige überquellende Toiletten, klebrige Tische usw. Da könnte sich die Bahn ein Stück abschneiden, oder?

Drehrumbum
Drehrumbum

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"eklige überquellende Toiletten, klebrige Tische"

um es mal krass zu sagen: In Japan gibt es nicht solche Menschen, die fremdes Eigentum so hinterlassen. Die haben eine andere Mentalität. Jeder schimpft über dreckige und versiffte Klos. Sind aber es nicht die Fahrgäste selber, die keinen Anstand mitbringen und die Klos verlassen wie die Säue?

O.K. etwas off topic, aber das stört mich schon die ganze Zeit und passte gerade hier.
Habe sogar mal einen Selbsttest gemacht und festgestellt, das gerade die, die meinen die besseren Menschen zu sein, die größeren Schw.... sind. Die Klos der 1. Klasse sehen meist schlimmer aus als die der 2. Klasse.

Lubna
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Genau Drehrumbum! Ist doch gut, meine doppelte Buchung hat eine Diskussion eingeleitet über die Unterschiede Bahn Japan und Deutschland. Die Menschen in Japan sind wirklich sehr höflich und diszipliniert. Ich habe sogar im Zug gesehen, wie die Leute den Müll wieder einpacken und mitnehmen und ihn wahrscheinlich zuhause erst entsorgen.

P.S Bahnfrosch: Meine Superspartickets haben keine 19,90 gekostet. Für das erste 2. Klasse habe ich 50,90 bezahlt und das zweite 1. Klasse 31.90. Insgesamt kostet mich die Fahrt jetzt 82,80 und falls Bahn Verspätung hat, werde ich für beide Tickets eine erstattung einfordern. Bin gespannt, ob mir dann die Bahn für beide Tickets meine Fahrgastrechte walten lässt.

kabo
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"Bin gespannt, ob mir dann die Bahn für beide Tickets meine Fahrgastrechte walten lässt."
-> Da habe ich nicht die geringsten Zweifel, dass für beide Tickets die Fahrgastrechte gewährt werden.
Die Fahrgastrechte schließen ja auch einen Nicht-Antritt der Reise wegen Verspätung ein. Wenn also wirklich eine (ausreichende) Verspätung vorliegt, können Sie ja das nicht benutzte von den beiden Tickets zur Erstattung einreichen. So kämen Sie dann doch noch zu einer Rückzahlung.

Lubna
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Super, danke Kabo für den Tipp!

Jetzt kann ich also nur hoffen, dass die Bahn an diesem Tag ausreichend Verspätung hat. Ein Schneesturm im Januar oder so! Schade eigentlich.

pedaa19
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Wenden Sie sich in Ihrer Sache einmal an den Kundendialog der Deutschen Bahn kundendialog@bahn.de Vielleicht kann man ja doch noch etwas für Sie tun.

Bertosch
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Wenn sie so argumentieren, wundert es mich nicht dass Sie keine Kulanz bekommen.

Leo
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1. Preise

Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Fahrzeiten und Normalpreise findet man hier:

http://www.hyperdia.com/

Der Gesamt-Fahrpreis „Total“ setzt sich aus 2 Teilen zusammen, dem Grundfahrpreis „Fare“ und einem Zuschlag „Seat Fee“ für Schnelligkeit und Reservierung oder 1. Klasse (automatisch mit Reservierung) – sowohl ggf. einem Hochsiason-Zuschlag. Preisvergleiche ohne (ggf. nur freiwillige) Reservierung und mit Reservierung in der 2. Klasse. Alle Preise in Euro, gerundet.

1.1. Äpfel: Fahrkarten, die jeder kaufen kann

Beispiel: Tokyo – Shin-Osaka (552,6km)

Nozomi-Shinkansen: Fahrzeit 2:30h, d.h. 221km/h, Preise 68+ 44/38 = 112/106, also 19c/km + 5,7% für Reservierung
Hikari-Shinkansen: Fahrzeit 2:53h, d.h. 192km/h, Preise 68 + 40/38 = 112/106, also 19c/km + 1,9% für Reservierung
Kodama-Shinkansen: Fahrzeit 3:54h, d.h. 142km/h, Preise 68 + 40/38 = 112/106, also 19c/km + 1,9% für Reservierung

Beispiel für Fernpendler: Die Monatskarte für die 180km von Shizuoka nach Tokyo im Shinkansen kostet 1039€ - im Nahverkehr aber „nur“ 657€.

Zum Vergleich: die DB verlangt einen Flexpreis von 154€ von z.B. München nach Köln (ca. 580km), also 27c/km + 3% für Reservierung. Das ist in der Tat auf den ersten Blick ein um 42% höherer Kilometerpreis als bei der JR, das ist für den Gelegenheitsfahrer in der Tat sehr happig.. Aber bei der DB gibt es ja auch noch die Bahncards und Sparpreise, das gibt es in Japan alles überhaupt nicht!

„In Japan gibt es aber auch keine Super-Sparpreise für 19,90€.“

https://www.seat61.com/Japan.htm

„Train fares in Japan are very expensive, with no cheap advance-purchase fares just one hefty fixed price for each journey.“

Fazit: Äpfel (Angebote für alle) sind in Japan im Vergleich zu Deutschland extrem teuer!

1.2.: Birnen: Sonderangebote für Touristen

„Naja, der Japan Railpass ist schon ziemlich günstig!“

http://www.japanrailpass.net/de/about_jrp.html

Der Japan Rail-Pass kostet z.B. 460€ für 21 Tage, also 22€ pro Tag.

https://www.bahn.com/en/view/offers/passes/german-rail-pa...

Der German Rail Pass kostet z.B. 450€ für 15 Tage, also 30€ pro Tag.

Für einen z.B. Amerikanner sind die Birnen demnach in Deutschland in der Tat 38% teurer als in Japan, bei schlechterer Qualität (s.u.).

Für den Touristen in Japan empfehlen sich die Birnen antatt der teuren Äpfel nicht nur wegen des recht hohen Kilometerpreises, sondern auch wegen der Größe des Landes, auch wenn man nur 2 Abstecher von Tokyo in den äußersten Norden und den äußersten Süden macht:

Tokyo – Wakkanai. 1559,5 km in 14:11h (110km/h) kosten normal 133 + 121/115 = 254/248
Tokyo – Makuyazaki: 1551,6 km in 9:13h (168 km/h) kosten normal 134 + 106/96 = 240/230

Macht für insgesamt 6222,2 km: normal 988/956 – da lohnt sich der Railpass zu 460€ schon…

Für Leute, die sonst in Japan nur Äpfel kaufen dürfen, wären die für sie verbotenen Birnen natürlich sehr lukrativ, weshalb beim Verkauf pingeligst auf das TOURISTEN-Visum im Pass geachtet wird.

1.3: Sonstiges Obst

Es gibt in Japan noch andere Railpässe, die aber meist auch nur von Ausländern oder Touristen aus anderen Regionen gekauft werden können:

https://www.japan-guide.com/e/e2357.html

Besonders interessant für Ausflüge ab Tokyo (z.B. nach Ablauf des JR Passes vor dem Rückflug:

https://www.japan-guide.com/e/e2358_002.html
https://www.japan-guide.com/e/e2358_003.html
https://www.japan-guide.com/e/e2358_008.html
https://www.tokyometro.jp/en/ticket/travel/index.html

Nur saisonal ist für alle so etwas wie ein Quer-Durchs-Land/Schönes-Wochenend-Ticket erhältlich:

https://www.japan-guide.com/e/e2362.html

2. Betrieb

Für den (vom Normal-Japaner) verlangten recht teuren Preis wird im Gegenzug auch meist exzellente Qualität geliefert:

2.1 Reservierungen

Es gibt meist Wagen mit und ohne Reservierungspflicht unterschiiedlich nach Tageszeit und Laufwegslänge. NUR mit einer Fahrkarte kann man eine Reservierung kaufen und die VOR der Abfahrt des Zuges ein Mal umtauschen. Wer den Zug verpasst, kann nicht einfach eine neue Reservierung kaufen, sondern kann nur entweder ohne Reservierung fahren oder muss den gesamten Zuschlag (also für Tokyo - Shin-Osaka z.B. 44€ von insgesamt 112€) zuzahlen.

http://www.jreast.co.jp/e/ticket/changes.html

Andererseits gibt es auch kurzfristig meist freie Sitze und Express-Reservierungsschalter und -Automaten. An jedem Haltebahnhof kontrolliert der Schaffner evtl. nicht eingenommene Plätze und meldet sie als frei, die dann sogleich neu reserviert werden können. Wer sich auf einen anderen als den reservierten setzt wird sogleich angesprochen und gebeten, beim Halt den reservierten Platz aufzusuchen, um den Betrieb nicht aufzuhalten. Leute ohne Reservierung dürfen sch gar nicht in den reservierten Wägen aufhalten.

2.2 Ein- und Aussteigen

Sämtliche Einstiege sind am Bahnsteig penibelst ausgeschildert. Man stellt sich gesittet hintereinander an; an vielbfahrene Bahnhöfen gibt es Anstell-Positionen für den nächsten und den übernächsten Zug. Der Bremsprozeß verläuft zum Schluß relativ langsam, genaue Anhaltemarkierungen ermöglichen dafür einen Halt bis auf 10cm genau, so daß genau dort, wo man sich angestellt hat, auch die RICHTIGE Tür zum Halten kommt. Ohne Reservierug sucht man sich einen Wagen ohne Reservierung mit möglichst kurzer Warteschlange aus. Möglichst frühes Ankommen verschafft einen Sitzplatz, und nicht gutes Augenmaß beim Abschätzen der Halteposition, Spurtstärke und Ellenbogen… Sobald der Zug abfährt wechselt die Warteschlange für den 2. Zug parallel quer in die Position für den 1. Zug.

2.3 Kontrollen und Sperren / Verkehrsverbünde

Man kann gar nicht unbeabsichtigt schwarzfahren, es gibt überall Sperren. Diese umfassen den ganzen Bahnhofsbereich und sind separat nach Betreiber. Wer sich nicht sicher ist, kauft entweder die billigste Fahrkarte, um beim Verlassen der Sperre nachzuzahlen oder nutzt ganz einfach eine konttaktlose Chipkarte:

https://www.japan-guide.com/e/e2359_003.html

Beim Umsteigen von einem Betreiber zum anderen wird das beim alten Betreiber befahrene Teilstück abgerechnet und für den neuen Betreiber ein Standard-Betrag vorgemerkt. (Verkehrsverbünde gibt es allerdings nicht! Jeder Bereiber berechnet einen eigenen Grundbetrag, so dass die Fahrt zu einer nahegelegenen Station des ersten Betreibers viel billigger ist, als mit Betreiber-Wechsel.)

JR hat GRUNDSÄTZLICH eine Sperre, normalerweise am Bahnhof, an ganz kleinen Bahnhöfen (außerhalb von IC-Karten-Fahrgebieten) muß man beim Fahrer einsteigen und eine Kontrollmarke ziehen (Bahnhof x an der Strecke) und beim Aussteigen beim Fahrer zahlen oder die Fahrkarte abgeben. Dazu gibt es einen Kasten, dessen Schlitz vor größeren Bahnhöfen abgedeckt wird: Beim nächsten Halt öffnen sich dann alle Türen und der Fahrer bleibt sitzen; dann gibt es eine Sperre am Bahnhof.

Damit ist sichergestellt, dass die ganze Fahrstrecke abgesperrt ist, und man kann gar nicht schwarzfahren, sondern zahlt bei falscher Fahrkarte einfach beim Durchschreiten der Sperre (am Bahnhof oder beim Fahrer) nach.

Mit dieser Grund-Sperre ist sichergestellt, dass der Grund-Fahrpreis bezahlt wird, ohne Fahrgäste, die einen kleinen Fehler gegangen haben, gleich als Schwarzfaher zu schikanieren.

Für schnellere Züge auf dem normalen Gleisnetz wie Limited Express wird in reservierten Wägen meist aber nicht immer die Platzkarte (inklusive Schnellfahr-Zuschlag) kontrollliert, in den unreservierten Wägen dagegen grundsätzlich die Fahrkarte kontrolliert und ggf. der Schnellfahrzuschlag (ohne Bordpeiszuschlag) nacherhoben.

Für die Shinkansen gibt es einen separaten Sperrenbereich, der nur mit Shinkansen-Fahrkarte betreten bzw. verlassen werden kann. So wird die Zahlung des Grundfahrpreises und des Schnellfahrzuschlags (ohne Reservierung) sichergestellt, der für alle Shinkansen gleich ist. Im Shinkansen wird praktisch nie die Fahrkarte kontrolliert, und wer seinen reservierten Platz korrekt einnimmt, wird auch nicht angesprochen; wer sich zum Fotografieren woanders hin setzt aber schon, auch im eigenen Interesse, damit der nicht eingenommene Platz nicht frei gemeldet wird.

3. Sauberkeit 1: Toiletten

„Jeder schimpft über dreckige und versiffte Klos. Sind aber es nicht die Fahrgäste selber, die keinen Anstand mitbringen und die Klos verlassen wie die Säue?“ Jein:

Es gibt für Männer Urinale in den meisten Zügen. Ansonsten gibt es oft separate Toiletten für Männner und Frauen mit Hochklappbaren Brillen, die in einem Winkel von über 100 Grad sicher verbeleiben und nicht wie im ICE3 mitten im Fluss unvermittelt aus ihrer 91-Grad-Position dank ausgeleierten Scharniers herunterklappen. Für die Sitztoiletten gibt es Papier-Abdeckungen, so dass sich anscheinend auch um Hygiene besorgte Damen wirklich hinsetzen, anstatt über der Brille zu schweben und dann beim nächsten Wackeln des Zuges Brille und Boden unter Wasser zu setzen… Im Bahnhof und auch sonst überall in den Städten gibt es überalle KOSTENLOSE und saubere Toiletten: Man geht also vorher bequem kostenlos am Bahnhof, anstatt es sich bis zum wackelnden Zug zu verkneifen, also im Endeffekt auf kürzeren Fahrten kein Mal, statt 2 Mal im ICE (auch noch mal auf Vorrat vor dem Aussteigen, weil es sonst am Ziel ja wieder was kosten würde).

4. Sauberkeit 2: Tische und Sitze

„um es mal krass zu sagen: In Japan gibt es nicht solche Menschen, die fremdes Eigentum so hinterlassen. Die haben eine andere Mentalität.“

Zunächst bemüht sich jeder, möglichst wenig Dreck zu hinterlassen. (Als wir einmal nach 2 Wochen tatsächlich im Bahnhof Abfall auf dem Bahnhof liegen sahen und diesen unglaublichen Vorfall fotografierten, war es einer uns beobachteten Passantin furchtbar peinlich. Mein Eindruck: Es gibt einerseits wesentlich weniger „Schweine“ und es wird andererseits öfter und gründlicher (!!!) sauber gemacht.

„In Japan putzt ein Reingungstrupp den Zug wirklich sauber bevor man ihn betreten darf. Im ICE gehen die Renigungsleute zwar kurz durch und entfernen den gröbsten Dreck, aber trotzdem bleiben eklige überquellende Toiletten, klebrige Tische usw. Da könnte sich die Bahn ein Stück abschneiden, oder?“

Unbedingt!

„Die Menschen in Japan sind wirklich sehr höflich und diszipliniert. Ich habe sogar im Zug gesehen, wie die Leute den Müll wieder einpacken und mitnehmen und ihn wahrscheinlich zuhause erst entsorgen.“

An der Endstation hilft man so dem Putztrupp, der mit Mülltüten schon neben der Tür steht.

5. Betriebssicherheiit

Es gibt überall reichlich Reserven, angefangen vom Wagenmaterial: Wenn eine Achse Probleme macht, wird einfach der ganze Zug aus dem Verkehr genommen. Auch in der Hauptverkehrszeit sieht man viele Reserve-Züge an den Betriebswerken herumstehen.

„Außerdem fahren dort die Shinkansen auf einem eigenen Netz, ohne dass sie einen Güterzug vorlassen müssen.“

Zwar hat der klassische Shinkansen ein eigenes Gleisnetz, aber es gibt durchaus Mischbetrieb beim Minishinkansen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Mini-shinkansen

https://de.wikipedia.org/wiki/Yamagata-Shinkansen

https://de.wikipedia.org/wiki/Akita-Shinkansen

Es wird stetig repariert, so dass es kaum Langsamfahrstellen gibt, beim letzten Aufenthalt z.B. in Kyushuu, aber der Fahrplan hat so viel Luft, dass die 4 Minuen nach dem 3. Halt wieder herein geholt waren. Auch im konventionellen Netz sind sehr viele Bahnübergänge mit Lichtschranken gesichert, die ein Notstop-Signal auslösen, was auch per Druckknopf möglich ist.

„Ja, das wäre in Deutschland auch möglich, wenn die Steuerzahlen noch viel mehr bezahlen würden.“

M.E. wäre das auch in Deutschland möglich, wenn nicht zu viel Geld verschleudert werden würde für z.B. Stuttgart 21 (Wendlingen-Ulm ist dagegen sinnvoll), 2. Stammstrecke München, politisch erpresste Tunnel wie Ismaning usw.

6. Überfüllung:

„Und in der Rush-Hour in den Großstadten im Nahverkehr macht es auch keine wirkliche Freude.“

Schlecht zu sagen: Ich habe noch Horror-Erinnerungen an die Münchner S-Bahn zur Raush-Hour, in Tokyo war es gegn 8:30hh zwar voll, aber auszuhalten, genau wie auch am Nachmittag. (Das volle Erlebnis gegen 7;30h hab ich dann aber doch vermieden.) Andererseits habe ich nie einen tottal überfüllten Shinkansen oder gar eine Zwangsräumung erlebt.

7. Alternativen:

Autofahren ist in Japan extrem teuer, und wenn überhaupt, hat man eher ein kleines Auto. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn beträgt 100 km/h und man muss happige Maut zahlen:

https://www.japan-guide.com/e/e2354.html

Für obiges Beispiel happige 17c/km – im Vergleich zu 19c/km für den Shinkansen… Mit ca. 10c/km rein variabler Autokosten zusätzlich macht das 27c/km. Da kommt es zumindest für allein reisende billiger, das (in Japan oft sehr klene) Auto stehen zu lassen und den Zug zu nehmen. Zu zweit wird es zwar mit 38c/km etwas teurer, aber auch unbequemer.

Sollen wir unser neues Auto in Deutschland eher stehen lassen und den Zug nehmen? Spontan zum Auto leider relativ teuer und unpraktisch, da am Ziel nicht oder schlecht mobil.

„Ja, das wäre in Deutschland auch möglich, wenn die Steuerzahlen noch viel mehr bezahlen würden, GHründstücke zwangsenteignet werden und nicht jedes Bauprojekt gestoppt wird, weil irgend wo eine seltene Kröte laicht. Wenn sie das besser finden? ;)
;)“

Da würde sich jetzt durchaus ein Vergleich mit der Schweiz anbieten, aber dann kommen wir ja noch weiter vom Thema ab. (Die Steuerzahler müssen zustimen, bevor das Geld sinnlos für Prestigeprojekte verbuddelt werden kann!)

Lubna
Lubna

Lubna

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Wow Leo! Ich bin beeindruckt. Dies ist wirklich ein sehr detailierter und ausführlicher Beitrag zur Diskusssion rund um das Thema Bahnfahren Deutschland und Japan. Super, danke.

Übrigens war ich von den sauberen Hightech Toiletten in Japan begeistert!

Lubna
Lubna

Lubna

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Hallo pedaa19,

Habe mich an den Kundendialog der Deutschen Bahn gewendet.
Das ist die Antwort.

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Sie haben sich die Zeit genommen und uns über Ihre Onlinebuchung berichtet. Vielen Dank.

Ihren Wunsch nach einem Ersatz der Kosten verstehen wir gut. Eine tarifliche Erstattung ist auf der Grundlage unserer Beförderungsbedingungen jedoch nicht möglich.

Bei Ihrer Buchung haben Sie sich für eine Fahrkarte zum Super Sparpreis entschieden. Diese Fahrkarten können wir nur deshalb so günstig anbieten, weil sie an bestimmte Bedingungen gebunden sind. Dazu gehören neben der Zugbindung auch die Umtausch- und Stornierungsregeln.

Der Super Sparpreis ist ein günstiges Einstiegsangebot. Es richtet sich an alle Kunden die insbesondere günstig reisen wollen und dafür auf bestimmte Leistungen verzichten können. So kann das Ticket im Vergleich zum Sparpreis nicht storniert werden und beinhaltet kein City-Ticket. Unsere Kunden können mit dem Super Sparpreis noch besser ein Angebot nach ihren individuellen Bedürfnissen wählen.

Lubna
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Jetzt bin ich positiv überrascht worden von der Deutschen Bahn zum Nikolaustag habe ich ein die Email bekommen, dass mir die doppelte Buchung erstattet wird. Ich bin sprachlos, besonders nachdem ich sowohl vom Fahrkartenservice als auch vom Kundendialog eine Ablehung erhalten hatte und mich inzwischen damit abgefunden habe und auch nichts mehr in dieser Sache unternommen habe.

Email der Bahn: Wir haben Ihr Anliegen erneut überprüft und festgestellt, dass Sie Ihre Rückfahrt für den 20. Januar 2019 von Bochum nach Basel Bad Bf doppelt gebucht haben.

Aus diesem Grund haben wir heute den Auftrag kostenlos storniert und 31,90 Euro auf Ihr bei der Deutschen Bahn geführtes Vertragskonto überwiesen.

Ich freue mich sehr über diese Kulanz und bedanke mich herzlich. Danke Deutsche Bahn!

KeinBahnfan
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Hallo Lubna, genauso ist es mir am 5.11.2018 passiert. Die App stürzte ab und in der Rubrik "Meine Tickets" in der App finde ich bis heute nicht das zuerst gebuchte Ticket. So dass ich auch ein zweites gebucht habe, beide werden mir bis heute in Rechnung gestellt. Ich versuche das Problem gerade mit dem Kreditkarten-Provdier zu klären. Mal schauen.

Warum ist das eigentlich eine Kulanzentscheidung der Bahn? Wenn die App nicht stabil läuft und ein Sachverhalt zweimal in Rechnung gestellt wird, dann sehe ich das nicht als Kulanzentscheidung sondern als Recht des Kunden, eine Stornierung zu verlangen. Schön für das Unternehmen, wenn ein Internethändler oder die Bahn die eigene App vorsätzlich abstürzen lässt um dann den gleichen Betrag zweimal abzukassieren.

Im Mittelalter nannte man so ein Verhalten Wegelagerei. Ich sag nicht, dass die Bahn das absichtlich tut, aber wenn sie es täte, dann wäre das Wegelagerei, Und den Beweis, dass sie es nicht absichtlich tut, ist sie mir schuldig.

Lubna
Lubna

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Bei mir ist die App nicht abgestürzt, sondern ich habe vergessen dass ich schon vor Wochen dad Rückfahrt Ticket zusammen mit det Hinfahrt gebucht hatte und bei der Soarpreisaktion am 05.11.2018 im Buchungsfieber ein neues Ticket für den gleichen Zug
gebucht. Ich hatte somit zwei verschiedene Sparpreistickets für die gleiche Verbindung.