Frage beantwortet

Sparticket mit Bahncard 50 angegeben statt mit Bahncard 25

Ich bin im Besitz von zwei Bahncards eine BC25 und eine BC50, ich buche normalerweise immer alles mit meiner BC50, blöderweise war diese aber schon 2 Wochen abgelaufen als ich mit einem Sparticket gefahren bin. Ich wurde hier sehr unfreundlich von der Schaffnerin als "Schwarzfahrerin" behandelt und muss nun mittlerweile 160,- zahlen.

Ich fuhr also mit einem Sparticket mit Angabe der BC50, die demnach den gleichen Preisabzug wie die Bahncard 25 aufweist, diese ich dabei hatte und gültig war.

Trotzdem wurde das Ticket als ungültig Bezeichnet. Im ICE kann man in so einem Fall normalerweise den Preis oben drauf nachzahlen was es ausgemacht hätte. In diesem Fall hätte ich ja nicht mehr zahlen müssen, da bei einem Sparticket nur 25% abgezogen werden ob BC50 od BC25 spielt hier keine Rolle. Der Preis wäre der gleiche gewesen, also hat die Schaffnerin das Ticket als komplett ungültig deklariert.

Was ist hier nun die rechtskräftige Grundlage?

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
kabo
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Auch wenn es nicht das ist, was Sie hören wollen:
Wenn Sie sich geweigert haben nachzuzahlen, ist die Behandlung als Schwarzfahrer korrekt.

Grundlage ist Nr. 2.3 der "Bedingungen für den Erwerb und die Nutzung von BahnCards" (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2018... ab Seite 49).

"Im ICE kann man in so einem Fall normalerweise den Preis oben drauf nachzahlen was es ausgemacht hätte."
-> Das ist so nicht ganz richtig. Wie Sie im Link nachlesen können, beträgt die Nachzahlung bei einer fehlenden BC50 50% des Bordpreises ohne BC-Rabatt (= Flexpreis zuzüglich Bordzuschlag). Bei einem Sparpreisticket ist die Nachzahlung bei fehlender BC50 also viel größer, als das, was Ihnen die BC50 als Rabatt gebracht hat. (Sie haben 25% des Sparpreises durch die Bahncard gespart, müssen aber 50% des Flexpreises zuzüglich Bordzuschlag nachzahlen.)
Dass die Nachzahlung dem entspricht, was die Bahncard ausgemacht hat, gilt nur bei Flexpreistickets. (BC50 bringt 50% Rabatt auf Flexpreistickets, kann man im Zug keine BC50 vorweisen, zahlt man 50% des Flexpreises zuzüglich Bordzuschlag nach.)

Wenn Sie im Fern-Zug (ICE/IC) die Nachzahlung von 50% des Flexpreises abgelehnt haben, hatten Sie kein gültiges Ticket.

Sie schreiben nicht, wo Sie kontrolliert wurden. Sollte die Kontrolle bereits in einem Nahverkehrszug ohne Fahrkartenverkauf an Bord stattgefunden haben, hätte man Ihnen das Nachzahlungsangebot gar nicht machen brauchen und Sie direkt als Schwarzfahrer behandeln können.

Ähnlicher Fall hier: https://community.bahn.de/questions/1735097-erhohtes-befo...

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Sparpreise kann man nachträglich im Zug nicht upgraden (früher ging das mal, aber seit Jahren geht das nicht mehr. Wobei früher aber auch immer die Differenz zum Flexpreis plus Bordzuschlag gezahlt werden musste, wenn ich richtig informiert bin. D.h. selbst damals hätten Sie einiges nachzahlen müssen), auch gilt das Ticket nur mit genau der angegebenen BC. Daher hatten Sie tatsächlich kein gültiges Ticket.

Dass der Preis zufällig der selbe ist, spielt keine Rolle. Das Ticket wurde mit BC50 gekauft und gilt dann auch nur mit BC50. Sie können auch nicht mit einem Ticket für die Strecke A-B auf der Strecke C-D fahren, nur weil‘s zufällig das selbe kostet. Auch wenn BC25 und BC50 in gewissen Bereichen sich ähneln, sind das doch deutlich unterschiedliche Produkte.

kabo
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Auch wenn es nicht das ist, was Sie hören wollen:
Wenn Sie sich geweigert haben nachzuzahlen, ist die Behandlung als Schwarzfahrer korrekt.

Grundlage ist Nr. 2.3 der "Bedingungen für den Erwerb und die Nutzung von BahnCards" (https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt_2018... ab Seite 49).

"Im ICE kann man in so einem Fall normalerweise den Preis oben drauf nachzahlen was es ausgemacht hätte."
-> Das ist so nicht ganz richtig. Wie Sie im Link nachlesen können, beträgt die Nachzahlung bei einer fehlenden BC50 50% des Bordpreises ohne BC-Rabatt (= Flexpreis zuzüglich Bordzuschlag). Bei einem Sparpreisticket ist die Nachzahlung bei fehlender BC50 also viel größer, als das, was Ihnen die BC50 als Rabatt gebracht hat. (Sie haben 25% des Sparpreises durch die Bahncard gespart, müssen aber 50% des Flexpreises zuzüglich Bordzuschlag nachzahlen.)
Dass die Nachzahlung dem entspricht, was die Bahncard ausgemacht hat, gilt nur bei Flexpreistickets. (BC50 bringt 50% Rabatt auf Flexpreistickets, kann man im Zug keine BC50 vorweisen, zahlt man 50% des Flexpreises zuzüglich Bordzuschlag nach.)

Wenn Sie im Fern-Zug (ICE/IC) die Nachzahlung von 50% des Flexpreises abgelehnt haben, hatten Sie kein gültiges Ticket.

Sie schreiben nicht, wo Sie kontrolliert wurden. Sollte die Kontrolle bereits in einem Nahverkehrszug ohne Fahrkartenverkauf an Bord stattgefunden haben, hätte man Ihnen das Nachzahlungsangebot gar nicht machen brauchen und Sie direkt als Schwarzfahrer behandeln können.

Ähnlicher Fall hier: https://community.bahn.de/questions/1735097-erhohtes-befo...

Leo
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De facto gibt es mit einer Bahncard, egal ob 25 oder 50, 25% Ermäßigung. Nur heißt es dummerweise nicht Sparpreis mit BC, sondern mit BC 25 oder 50. Der Fehler war, bei der Buchung die falsche Bahncard anzugeben. Ein Erschleichen von Leistungen kann ich nicht erkennen, da der Preis ohne diesen nlässlichen Fehler und Angabe der vorgeiesenen Bahncard der gleiche wäre. Ich würde mich angesichts der schon happigen Kosten verklagen lassen und bei ProBahn anfragen, ob sie bereit sind, den Fall als Präzedenzfall rechtlich zu unterstützen.

Etliche AGB-Klauseln der Lufthansa wurden schon für wirkungslos erklärt, bei der Bahn geht es wohl leider eher um kleinere Beträge, so dass die geschröpften Kunden lieber Lehrgeld bzgl. der Heiligkeit der Paragraphen zahlen und sich in in Zukunft möglichst andere Verkehrsmittel suchen.

kabo
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Ist aussichtslos.
Fluglinien betreiben ja ein ähnliches Preissystem und da gibt es genug Präzendenzfälle.
Grundtenor der Präzendenzfälle: Wenn der Anbieter einen Regeltarif anbietet, bei dem alles fair, transparent und erstattbar ist, dann ist den Kundenrechten genüge getan. Wenn der Anbieter zusätzlich noch Billigtarife mit Haken und Ösen anbietet, dann ist das OK. Der Kunde bekommt als Gegenleistung für die Haken und Ösen einen Rabatt - und wer die Haken und Ösen nicht will, dem steht der Regeltarif offen. Kein Kunde ist gezwungen, einen Billigtarif zu buchen - und wer des doch tut, muss mit den unvorteilhaften Konditionen leben.

So hält es auch die DB. Mit dem Flexpreis gibt es ein Angebot, bei dem sich kein Kunde über die Konditionen beschweren kann. Selbst wenn man die Bahncard vergisst zahlt man beim Flexpreis nur das nach, was die Bahncard an Rabatt gebracht hat. Bei einem Sparpreis spart man Geld, man kauft aber die im Vergleich zum Flexpreis ungünstigen Bedingungen mit. Rechtlich ist das nicht angreifbar, weil jeder Kunde, der ein Sparpreis bucht, das freiwillig tut - man hätte ja ein Flexpreisticket buchen können.