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Fahrpreisrückerstattung bei früherer Zugabfahrt

Aufgrund von kurzfristigen Bauarbeiten wurde die Abfahrt meines ICEs um 1,5 Stunden nach vorne verlegt. Der Zug kommt zur planmäßigen Ankunftszeit an. D. h. , die Fahrzeit hat sich um1,5 Stunden verlängert. Die Zugbegleiterin antwortete auf meine Frage bzgl. Rückerstattung, dass der Zug doch zur ursprünglich geplanten Ankunftszeit ankommt. Daher würde es keine Rückerstattung geben. Das wäre gesetzlich geregelt, dass nur die Abweichungen bei der Ankunftszeit relevant sind- eine generelle Fahrzeitverlängerung ist nicht relevant. Ist die DB hier „bauernschlau“? Man lässt die Züge einfach großzügig früher abfahren, dann gibt es keine Verspätungen mehr.....Da fühle ich mich als Fahrgast wie im falschen Film und ehrlich gesagt „vera.....“.

Münchnerin09
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Tino Groß
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Guten Abend Münchnerin09,

das ist gängige Praxis. Wenn Sie zu einem festen Zeitpunkt an einem Zielort sein müssen und unterwegs auf geplante Baustellen treffen, fahren Sie auch früher los um pünktlich am Ziel zu sein. Das zusätzlich verbrauchte Benzin wird Ihnen auch hier in keinem Fall erstattet. Und so werden eben Baustellenfahrpläne erstellt. Es gibt eben nur zwei Varisnten.

  • früher abfahren und zur gebuchten Zeit ankommen oder
  • später abfahren und auch später ankommen.

Gemäß den EU weiten Fahrgastrechten erhalten Fahrgäste jedoch nur auf Basis ihrer tatsächlichen gegenüber der planmäßigen Ankunft eine Entschädigung. Wie lange Sie im Zug gefahren sind wird hierbei nicht berücksichtigt.

Es ist also alles andere als „bauernschlau“ sondern einfach nur eine durchdachte Planung.

Beste Grüße
Tino!

Münchnerin09
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Wenn man die frühere Abfahrtszeit aus persönlichen Gründen nicht schafft, einen anderen Zug mit der ursprünglich geplanten Abfahrtszeit wählt und dann 1,5 Stunden später als geplant am Zielort ankommt (weil alle Züge auf dieser Verbindung an diesem Tag länger fahren) dann würde man eine Fahrpreisrückerstattung bekommen?

Guten Abend Münchnerin09, wie es schon Tino Groß sagte, zählt nur die Verspätung am Zielbahnhof. Solche Pläne werden halt gemacht, damit der Zug dennoch pünktlich am Ziel ankommt und der Fahrgast nicht verspätet ist. Viele Fahrgäste haben auch Termine und da kommt so eine Entscheidung durchaus entgegen. /no

Sofern Sie sich also die Zugbindung aufheben lassen, weil Sie den Zug vorher nicht erreichen, dann haben Sie sozusagen einen Flexpreis. Wenn Sie also einen späteren Zug nehmen, ist es abhängig davon, ob dieser mit Verspätung am Ziel ankommt. Wenn dies nicht der Fall ist, dann erfolgt auch keine Entschädigung. /no

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Entschädigung gibt es nur bei Verspätung. Allerdings ist es nicht so, dass sie gezwungen sind, den 1,5h früher fahrenden Zug zu nehmen (geht gar nicht, da Reisende ja durchaus Termine haben können, die das verhindern). In dem Fall ist die Zugbindung aufgehoben, sie können auch andere Verbindungen nehmen. Fahren Sie zur ursprünglich gebuchten Zeit (bzw. mit der nächst möglichen Verbindung) ab, und kommen dann ausreichend zu spät an, haben sie auch Anspruch auf Entschädigung. Das gilt nicht, wenn sie sich absichtlich Zeit lassen, und einfach Stunden später als geplant fahren würden, da sie dann die Verspätung selbst provozieren würden. Aber durch die Aufhebung der Zugbindung dürften Sie nun durchaus auch später fahren, nur eben ohne Entschädigungsanspruch.

Im Grunde dürfen Sie in dem Fall auch ganz von der Reise zurücktreten und den kompletten Ticketpreis zurück bekommen (der Fall tritt ein, wenn sie mit der gebuchten Verbindung mehr als 1h zu spät ankommen würden, dann darf man auch von der Reise zurücktreten und bekommt alles erstattet. Aber auch bei nachträglichen Fahrplanänderungen: https://community.bahn.de/questions/1722654-gelten-fahrpl...
Und in diesem Fall würde sogar beides zutreffen: ist man zur gebuchten Zeit am Bahnhof, wird man mit dem gebuchten Zug nie das Ziel erreichen (>1h), mit dem nächsten vermutlich ebenfalls 1,5h später, und es gibt eine nachträgliche Fahrplanänderung).