Frage beantwortet

Gültigkeit Start- und Zielbahnhof

Ich bitte um Klärung einer Sachfrage, die mir absurd erscheint, da sich die Bahn hier mal wieder selbst im Weg steht - aber von einem Bahnschaffner wurde sie mir neulich so erklärt, und nach meiner bisherigen Recherche scheint das auch korrekt zu sein.

Wenn ich von Halberstadt nach Berlin Hauptbahnhof fahre, kostet mich das 22 Euro (Regio 120plus Ticket). Wenn ich nach Berlin Ostbahnhof will, kostet mich das bei der Buchung zwar fast das doppelte, ich muss diese Summe aber gar nicht ausgeben, da bei der Bahn zwar nicht bei der Buchung, sehr wohl aber beim Kontrollor in der Bahn alles dasselbe ist. Berlin ist Berlin. Ich kann also mit einem Ticket, das eigentlich nur bis Hauptbahnhof ausgestellt ist, auch problemlos bis Ostbahnhof fahren, solange ich dazu eben eine Bahn oder S-Bahn nutze und keine U-Bahn oder Straßenbahn.

Wenn ja - gilt das für alle Städte? Kann ich mit einem Ticket das eigentlich nur bis Bahnhof Halberstadt gilt auch erst in Halbersdorf-Spiegelsberge aussteigen, und mit einem Ticket, das bis Rostock Hbf ausgestellt ist, einfach bis Rostock Parkstraße weiterfahren? Egal welches Ticket? Regio, Superspar, Schlagmichtot? Und all das natürlich ohne ausgewiesenes City-Ticket?

Danke für die Klarstellung.

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Danke für die schnelle Antwort. Die Sache ist jetzt für mich zumindest nachvollziehbar, auch wenn ich es nachwievor absurd finde, dass ich ein RegioPlus Ticket nicht bis Ostbahnhof buchen kann, wenn ich dann trotzdem (nachdem ich das Ticket nur bis Hauptbahnhof gebucht habe) damit bis Ostbahnhof fahren kann.

Wenn die Bahn schreibt, dass sie die Tarifliche Gleichstellung eingeführt hat, um "Ihre Flexibilität" zu erhöhen, macht sie das ja bestimmt nur deshalb, weil sie damit gesetzliche Vorgaben erfüllen muss. Weiß jemand, welche?

Das Regio120plus gilt nur bis Berlin Hbf. Für Nahverkehrs-Sonderangebote gelten besondere Konditionen. Die tarifliche Gleichstellung kommt hier nicht zur Anwendung.

Hallo Bahnweh,

mir ist keine gesetzliche Vorgabe bekannt, die das vorschreibt, zumal es ja auch nicht in allen Städten eine tarifliche Gleichstellung gibt. Die tarifliche Gleichstellung greift auch nur, wenn auf dem Ticket bei Start bzw. Ziel die Sammelbezeichnung und nicht der Bahnhof steht. /ti

"Das Regio120plus gilt nur bis Berlin Hbf. Für Nahverkehrs-Sonderangebote gelten besondere Konditionen. Die tarifliche Gleichstellung kommt hier nicht zur Anwendung."

Wo steht das? Auf dem Regio120plus Ticket steht jedenfalls auch die Sammelbezeichnung. Und in den AGBs zur Gleichstellung steht ausdrücklich, dass die Sammelbezeichnung zur Weiterfahrt berechtigt. Und der Bahnmitarbeiter hat das ja auch gerade geschrieben.

"mir ist keine gesetzliche Vorgabe bekannt, die das vorschreibt"

Mich würde das trotzdem wundern, weil es ja einen Grund geben muss, weshalb die Bahn aus dieser angeblichen Dienstleistung ein Geheimnis macht (die überwiegende Mehrzahl der Bahnfahrer hat davon ja keine Ahnung). Ein Service bewirbt man sinnvollerweise - nur wenn das Service nicht ganz freiwillig ist, versucht man seine Kunden nach Möglichkeit an der Inanspruchnahme des Services zu hindern. Bei den Fahrgastrechten praktiziert die Bahn das ja auch höchst erfolgreich.

Neptun
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Die Tatsache, dass „die überwiegende Mehrzahl der Bahnfahrer davon keine Ahnung“ hat, heißt nicht unbedingt, dass die Bahn daraus ein Geheimnis macht. So wichtig ist die tarifliche Gleichstellung aber wohl nicht, dass sie groß beworben werden muss. Ich vermute, dass sie ein Relikt aus „Kaisers Zeiten“ ist, als man die Fahrkarten an jedem kleinen Bahnhof gegen Barzahlung in Form von kleinen Pappkärtchen erhielt, auf denen bereits Start, Ziel und Wagenklasse aufgedruckt waren, so dass nur noch der Geltungstag aufgeprägt werden musste (nix mit Abbruch nach Eingabe der Zahlungsdaten, Akku des Handys leer, Code unsauber ausgedruckt und nicht lesbar). Hunderte verschiedene Vordrucke waren genug – tausende wären zu viel des Guten gewesen –, so dass man alle Bahnhöfe einer größeren Stadt tariflich zusammenfasste.
Auch gegen Ende des Pappkärtchenzeitalters in den 80er-Jahren waren Zugbindungen, kontingentiere Sparpreise, Online-Tickets, nur im Fernverkehr gültige Aktionsangebote, etc. noch Zukunftsmusik. Ebenso natürlich, dass sich z.B. letzteres nicht wirklich gut mit dem System der tariflichen Gleichstellung verträgt. Damit will ich nicht sagen, dass man es abschaffen sollte und sich der Kunde gefälligst im Voraus auf seine eigentliche Zielstation festlegen soll.

"So wichtig ist die tarifliche Gleichstellung aber wohl nicht"

Ist jetzt ein Scherz, oder? Wieviel Kunden hat die Bahn im Jahr - 4 Milliarden? Den Prozentsatz an Kunden zu überschlagen, der sich da unnütz Fahrscheine kauft, überlasse ich gerne dir.

Kunden die beim Buchen vergessen, dass sie den genauen S-Bahnhof eingeben sollten.

Kunden deren genaue Destination sich ändert. (Ist mir tatsächlich erst letzte Woche passiert, dass ich ein Hotel umbuchen musste.)

Das Beispiel mit dem Regioticket hatte ich schon genannt.

Ich denke auch an die ganzen Aktionstickets (Mytrain und dergleichen) bei denen man die S.Bahn nicht mitbuchen kann, die aber genauso den Sammelbegriff aufgedruckt haben und die daher ebenfalls zur Weiterfahrt berechtigen.

Wir reden hier von zig Millionen Euro!

Neptun
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Für welche Tickets ist die tarifliche Gleichstellung überhaupt relevant? Eher nicht für Inhaber von Flexpreis- und Sparpreis-Tickets bei Strecken über 100 km, da +City fast immer die gleichgestellten Bahnhöfe abdeckt und für mehr Verkehrsmittel gilt. Ausgeschlossen sind für die meisten Orte kurze Strecken unter 30/50/70/100 km, je nach Ort unterschiedlich. Es profitieren Inhaber von Zeitkarten, Super Sparpreisen und Aktionspreisen, wobei bei letzteren ggf. Sonderregelungen zu berücksichtigen sind (z.B. Nutzung des Nahverkehrs ausgeschlossen).
Wer hat einen praktischen Nutzen davon? Ausschließen kann man diejenigen, die ab dem Haupt-Bahnhof nicht mit ÖPNV weiterreisen (Abholung, Taxi…) oder bis zum endgültigen Ziel (teilweise) mit Nahverkehr ohne Eisenbahn weiterfahren sowie Besitzer von lokalen Zeitkarten.
Wer könnte von denen, die übrig bleiben, sich aufgrund fehlender Information eine unnötige S-Bahn-Karte kaufen? Die Zeitkartenbesitzer kaum, da sie sich wohl meist über die Möglichkeiten informiert haben, die die Zeitkarte bietet. Diejenigen, die ihren Zielbahnhof bei der Suche angegeben haben, gehören auch nicht dazu, ebenso wie Vielfahrer, die sich auskennen.
Okay, es bleiben weiterhin Bahnkunden übrig, die evtl. unnötig ein paar Euro zahlen. „Zig Millionen“ halte ich jedoch für ein paar Größenordnungen zu hoch.
In der gegenwärtigen Ausgestaltung eignen sich die Bestimmungen zur tariflichen Gleichstellung auch nicht zur offensiven Bewerbung, denn sie sind kompliziert: z.B. gilt sie nicht für kurze Strecken, „kurz“ ist nicht einheitlich; nur „Berlin A“ ist „Berlin“; aufgrund der meist existierenden Verbünde ist für viele Menschen tariflich Bahn=Bahn, etc.

Naja, selbst wenn sich nur einer von 1000 Fahrgästen am Start- und am Zielort unnütze Fahrscheine kauft, reden wir bereits über 16 Millionen Euro. Aber die genauen Zahlen bleiben letztlich der Phantasie und der persönlichen Einschätzung überlassen, da werden wir uns kaum einig werden.

Nach allem, was ich hier gelesen habe, würde ich mich außerdem zu wetten trauen, dass die Bahn gerade dabei ist, die tarifliche Gleichstellung abzuschaffen. Mein Bauchgefühl war ja nicht ganz falsch, die Gleichstellung hat sich die Bahn nicht neulich ausgedacht um den Kunden eine Freude zu machen - sie ist tatsächlich über 100 Jahre alt (habe ich inzwischen nachgelesen) was wohl auch der Grund ist, weshalb sie nicht beworben wird. Aber warum durch Nicht-Information nur ein paar (zig) Millionen sparen, wenn man durch Abschaffung noch viel mehr Geld machen kann? Vorbereitend wurde ja bereits der Sparpreis in Super-Sparpreis umbenannt und ein unverhältnismäßig teurerer Sparpreis Plus eingeführt, der nun auch das City Ticket beinhaltet. Bei der Abschaffung der tariflichen Gleichstellung wird die Bahn dann argumentieren, dass sie bloß verwirrend war und dass es doch jetzt schließlich das City Ticket für alle gibt, das so viel mehr Komfort bietet. Und schließlich ist es doch das, was die Bahn letztlich will - mehr Komfort für den Kunden. Am Ende hat man damit unter der Hand eine saftige Preiserhöhung durchgesetzt und keiner wird meckern, weil sich doch scheinbar nichts geändert hat.

Neptun
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"Wieviel Kunden hat die Bahn im Jahr - 4 Milliarden?"
Folgendes steht auf https://de.wikipedia.org/wiki/DB_Fernverkehr:
"Für das Gesamtjahr [2017] wird mit 143 Millionen Fahrgästen gerechnet", "Umsatz: 3,997 Mrd. EUR (2014)" Die tarifliche Gleichstellung dürfte hauptsächlich für den Fernverkehr relevant sein.
Für den Nahverkehr gilt sie zwar im Prinzip auch. Der Großteil der Nahverkehrstickets wird jedoch folgenden Kategorien zuzuordnen sein: Verbundfahrkarten, Ländertickets, SWT u.ä. Für den Rest ist dann auch noch die Kilometergrenze zu beachten.

"Die tarifliche Gleichstellung dürfte hauptsächlich für den Fernverkehr relevant sein."

Sehe ich nicht zwingend so, denn schließlich haben wir hier ja gelernt, dass die Tarifliche Gleichstellung auch für das Regio120Plus-Ticket gilt. Ich denke, die Frage war klar gestellt. Ein User hat auf die AGB der Bahn hingewiesen, wo Schwarz auf Weiß steht, dass man die Gleichstellung an der Sammelbezeichnung (z.B. "Berlin") erkennt. Dies wurde von DB Bahn bestätigt. Auf dem Regio120Plus-Ticket wird ebendiese Sammelbezeichnung verwendet. Weiteren Diskussionsbedarf sehe ich nicht.

Interessant finde ich trotzdem, dass von den 4,4 Mrd Fahrgästen der Bahn nur mickrige 143 Millionen auf den Fernverkehr entfallen. Regio (ohne S-Bahn) sind doch immerhin 2,4 Mrd.

@Signal: Das verlinkte Dokument ist bahnintern und daher für uns nicht relevant - die AGB sind extern und gehen daher vor.

Ist vielleicht etwas unglücklich formuliert. Das ist bei der DB nicht ungewöhnlich: Auf dem Open-Data-Portal der DB ist der Zugbildungsplan veröffentlicht: https://data.deutschebahn.com/dataset/zugbildungsplan-zpa.... Und was steht da dann auf Seite 1: DB intern\ nicht für Dritte...

Ist aber auch egal. Ich bin kein Theologe, und ich sehe es daher nicht als meine Aufgabe, jahrelang zu studieren um ein Schriftgelehrter zu werden der den wahren Sinn in widersprüchliche Texte deutet.

Die AGB und die Produktbeschreibung widersprechen sich also. Nun gut. Es ist eben die Bahn. Für 2,4 Mille im Jahr löse ich gern all Problemchen, die selbst ein Tafelklässler bewältigen könnte, die das Bahnmanagement aber nicht auf die Reihe kriegt. Bis es aber soweit ist, lasse ich mir keine grauen Haar wachsen und interpretiere die Sachlage so, wie sie mir von einem leibhaftigen Schaffner sowie Nutzer woodstock erklärt wurden, und wie sie durch DB Bahn und die höchstpersönlichen AGB der Deutschen Bahn bestätigt werden.

Und wenn Ihnen dann bei der Fahrt mit dem Regio120plus-Ticket zum Ostbahnhof ein Zugbegleiter, der die Regeln des Regio120plus gut kennt und diese auch knallhart anwendet, eine Fahrpreisnacherhebung über 60€ ausstellt, dann beschweren Sie sich hier sicher wieder, dass Ihnen falsche Informationen gegeben wurden, oder?

Guten Abend Signal und Bahnweh, sorry, ich musste mir hier erst einmal die komplette Konversation durchlesen und das dauert natürlich etwas. Die Frage, die sich mir hier noch stellt ist, was konkret als Frage noch nicht geklärt wurde. Mit dem Regio120 Ticket hat sich ja jetzt zwischenzeitlich auch beantwortet. Und natürlich gelten für besondere regionale Angebote oder Sonderaktionen durchaus auch besondere Regelungen, so wie als Beispiel das Regio120 Ticket. /no

"Mit dem Regio120 Ticket hat sich ja jetzt zwischenzeitlich auch beantwortet."

Genau. Da hier die Sammelbezeichnung verwendet wird, kann man damit selbstverständlich zu allen Bahnhöfen innerhalb derselben Stadt weiterfahren.

https://www.bahn.de/p/view/home/agb/agb_gleichstellung.shtml

Beachten Sie bitte die Verlinkung vom Regio120 Ticket, da ist ganz klar für das Angebot angegeben, welche Strecken genutzt und Bahnhöfe angefahren werden können. Dies hat Ihnen ja Signal schon gesagt. Daher gibt es zu vielen Tickets auch zusätzlich eine Liste für den Geltungsbereich. /no

Sie verstehen das Problem nicht. Es gibt zwei offizielle Dokumente der Bahn. Im einen steht glasklar, dass die "Tarifliche Gleichstellung" auch für das Regio120 Ticket gilt, im anderen steht ebenso glasklar das Gegenteil.

Die Behauptung, dass das eine Dokument Recht hat und das andere Unrecht ist rein willkürlich und überschreitet ehrlich gesagt auch Ihre Kompetenzen - dazu müssten Sie schon Bundesrichter sein.

"Auf Ihrer Fahrkarte wird bei dieser "preislichen Gleichstellung" für den Abgangs- bzw. Zielort eine Sammelbezeichnung angegeben."

Genau das ist auf dem Regio120 Ticket der Fall. Ich habe es in diesem Thread auch glaube ich erst dreimal erwähnt. Was gibt es da nicht zu verstehen?

Sorry, kann den letzten Post nicht mehr editieren. Der Originalsatz aus Ihren AGB lautet:

"Erkennbar ist die Gültigkeit einer Gleichstellung daran, dass in der Fahrkarte eine Sammelbezeichnung statt der Bahnhofsbezeichnung eingetragen ist."

Aber Signal hat Ihnen doch hier auch schon die richtige Info zusammen mit der Verlinkung gegeben. Bei Tickets, die eine zusätzliche Info zum Geltungsbereich haben, gilt diese natürlich auch. Sonst könnte man sich das ja sparen. Diese Tickets unterliegen dann in der Regel besonderen Konditionen und Beförderungsbedingungen, die man dann aber auch auf der Seite findet. Und wenn wie im genannten Beispiel bestimmte Strecken angegeben sind, auf denen es nur Gültigkeit hat, dann kann man diese Bedingungen nicht einfach so aushebeln. Die Angaben sind hierfür bindend.
Wäre es kein Ticket mit zusätzlichen Bedingungen, dann würde hier auch eine tarifliche Gleichstellung gelten. /no

"Bei Tickets, die eine zusätzliche Info zum Geltungsbereich haben, gilt diese natürlich auch."

Das ist mit Verlaub gesagt Quatsch. Wenn in den AGB zur Gleichstellung steht, dass sie pauschal für ALLE Tickets mit Sammelbezeichhnung gilt (und damit auch für das Regio120), kann eine andere Info, die das genaue Gegenteil behauptet, niemals AUCH gelten. Da lacht sich doch jeder Jurist schlapp. Versuchen Sie hier jetzt im Ernst, das deutsche Rechtssystem neu zu erfinden? Viel Spaß dabei.

Ich klinke mich hier allerdings aus. Sie haben gewonnen, ich habe verloren, denn Sie werden für diese unsinnige Diskussion bezahlt, ich nicht. Wieder ein Grund mehr, mit Flixbus zu fahren. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.